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Romanika_1

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Veröffentlicht am 28.09.2025

Bildgewaltiger Schreibstil, tolles Setting, originelle Idee - ich liebe es!

Musenrausch (Nektar und Ambrosia, Band 1)
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Ein schrecklicher Unfall verändert Wandas Leben für immer. Sie verliert nicht nur ihre Freunde, sondern auch ihre Inspiration fürs Malen. Eines Tages jedoch überkommt sie das Bedürfnis, nach ihren Kunstutensilien ...

Ein schrecklicher Unfall verändert Wandas Leben für immer. Sie verliert nicht nur ihre Freunde, sondern auch ihre Inspiration fürs Malen. Eines Tages jedoch überkommt sie das Bedürfnis, nach ihren Kunstutensilien zu greifen … und die Inspiration kehrt zu ihr zurück, auf einen Schlag. Doch kaum hat sie das Bild vollendet, sitzt auf einmal ein fremder Mann in ihrem Wohnzimmer: Neo, der sich als ihre Muse vorstellt. Eigentlich dürfte sie ihn gar nicht sehen, und das ist nicht die einzige Merkwürdigkeit, die sich jäh einstellt. Plötzlich herrscht eine unerklärliche Verbindung zwischen ihnen, die ihnen nicht erlaubt, sich mehr als ein paar Meter voneinander zu entfernen. Die beiden sind gezwungen, auf die Suche nach Antworten zu gehen, sowohl in Neos göttergleichen Welt der Unsterblichen als auch in Dimensionen aus Farben und Kunstwerken, die Wanda sich zuvor nicht einmal erträumen konnte. Zwischen der Leidenschaft, die zwischen Wanda und Neo entflammt, geraten nach und nach Geheimnisse und Intrigen an die Oberfläche, mit denen keiner rechnen konnte. Plötzlich dreht sich alles um die Frage, wer von ihren Vertrauten noch ein ehrliches Spiel spielt … und wer längst an einer ungeheuerlichen Verschwörung beteiligt ist.

„Musenrausch“ ist der Auftakt einer Trilogie (Band 2: „Nymphentraum“ erscheint im April 2026, Band 3: „Sirenenklang“ im November desselben Jahres). Die Bestandteile dieses Buches in Worte zu fassen, ist nicht ganz einfach. Es setzt sich auf mehreren Fantasieelementen zusammen, wie die Existenz von Nymphen, Sirenen, Zentauren, Magiern und weiteren magischen Wesen, zusätzlich sind auch Göttergestalten nicht rar gesät. Schauplätze der griechischen Sagen, wie zum Beispiel die Unterwelt, kommen ebenfalls vor. „Musenrausch“ ist ein Tanz aus Mythologie, Fantasie und der allumfassenden Kunst – Bilder, Gesänge, Geschichten, Tanz und Theater.
Für gewöhnlich bin ich kein großer Fan von Göttergeschichten – doch dieses Buch hat mich durch und durch verzaubert. Alles existiert in perfekter Harmonie zueinander: die Spannung, die Wendungen, die Schauplätze, die einzigartigen Charaktere und die poetische Sprache.
Es gibt keine lange Einleitung, kein ausgedehntes Heranführen an die Geschichte – der Leser ist sogleich mitten im Geschehen, ohne dass es überfordernd auf ihn wirkt. In die zu Beginn realistische Handlung mischen sich nach und nach die Fantasy-Elemente und bauen stetig aufeinander auf. Eine gewisse Spannung ist durchgehend vorhanden – keine, die auf übermäßigem Blutvergießen, Mord und Totschlag beruht, sondern die sich in einer Explosion der künstlerischen Schaffenskraft äußert und die die Grenzen der eigenen Fantasie ausdehnt. Die Wendungen sind überwiegend unvorhersehbar, dabei aber niemals aus der Luft gegriffen, sondern sich perfekt an das vorbereitete Gefüge anschmiegend.
Besonders fasziniert hat mich auch das Setting. Die Handlung startet in der wirklichen Welt, sodass der Leser die fremden Figuren mit dem ihm vertrauten Land verknüpfen kann und sich dadurch sogleich in der Energie des Buches wohlfühlt. Weiter geht es, wie erwähnt, mit dem Aufkeimen der ersten Fantasy-Elemente, die sich anschließend zu weiteren Parallelwelten formen. Diese Welten sind erfüllt von Kunst, von dem Einssein mit der Natur, von Licht und von Schatten. Der Autorin ist es gelungen, wunderbare Schauplätze zu weben, die unglaublich atmosphärisch sind. Hier gleich der nächste Punkt, den ich an „Musenrausch“ liebe: die Atmosphäre. Es ist eine absolute Wohlfühlstimmung, die weich und zugleich furchterregend ist, die mit lieblichen Klängen lockt und zugleich listige Fallen und Unerwartetes bereithält. Die Stimmung hat mich auf jeden Fall sofort in ihren Bann gezogen.

Auch von den Figuren geht eine ganz eigene Art von Anziehung aus. Die Protagonisten Wanda und Neo kriechen einem sofort unter die Haut und lassen den Leser bis in die letzte Faser mitfiebern. Ich wurde sogleich eingenommen von den beiden. Sie punkten durch verschiedene Eigenschaften: Wanda ist eher etwas zurückgezogen und vernünftig, Neo steckt voller Schalk und der Lust auf Waghalsigkeit. Die zwei sind ein fantastisches Duo, und auch die Beziehung zwischen ihnen ist authentisch. Sie entwickelt sich nach und nach, ganz gemächlich, und doch sind schon am Anfang die fliegenden Funken zwischen ihnen zu spüren sowie die Hingabe, die sie für den jeweils anderen übrighaben. Sehr gefallen und für eine gute Übersicht gesorgt, hat, dass aus den Sichtweisen der beiden erzählt wird. So erhält man einen Einblick in ihre beiden Heimaten, die doch sehr unterschiedlich sind, und ihre jeweiligen Gedankengänge. Die anderen Figuren sind ebenfalls individuell und sehr authentisch. Es gibt einige Nebenrollen, die für das Runde an der Geschichte sorgen, anstatt Verwirrung zu stiften – wie es oftmals der Fall ist, wenn viele Charaktere zum Einsatz kommen. Sollte man doch einmal irritiert sein, gibt es am Ende des Buches ein Personenverzeichnis, das für den optimalen Durchblick sorgt. Allerdings gebe ich gerne zu, dass ich es nicht ein einziges Mal benötigt habe.

Der Schreibstil: Einfach nur zauberhaft. Er ist sehr poetisch, ohne den Leser mit überladener Poesie zu erdrücken. Er ist bildgewaltig, sodass man die Eindrücke förmlich mit den eigenen Sinnen zu spüren meint. Er ist samtig, wie eine Umarmung, und obendrein unglaublich flüssig. Er versteht sich darauf, die Umgebung detailreich zu beschreiben, ebenso wie Emotionen zu transportieren und Zwiespalte deutlich zu machen. Er vermittelt Spannung und trägt den Leser die gesamte Zeit über wie auf Händen. Es hat mir unfassbar viel Freude bereitet, dem Schreibstil zu folgen und stets auf weitere schöne Metaphern zu stoßen, die dem Ganzen noch mehr Farbe einhauchen. Er ist nicht “speziell“ in dem Sinne, manchmal sogar relativ schlicht, aber er hat dieses gewisse, funkelnde Etwas, das ihn von anderen Schreibstilen unterscheidet – in bester Weise.

Abschließend bleibt mir zu sagen, dass mich das Buch positiv überrascht hat und ich es sehr rasch als ein neues Lieblingsbuch auserkoren habe. Die Art und Weise, wie die Kunst beschrieben wird, inspiriert den Leser dazu, selbst Kunst zu wirken – zu Papier und Pinsel zu greifen, zu singen oder sich ein Instrument zu schnappen. Nach jedem Aufschlagen des Buches war ich tief in der Geschichte drin und bin nur unwillig wiederaufgetaucht. Die Idee ist sehr originell und beruht nicht im Geringsten auf Klischees. Momentan behandeln sehr viele Romane die gleichen Themen, doch „Musenrausch“ weicht absolut von der Mainstream-Schiene ab. Das Buch ist wie eine Perle, wie ein Schmuckstück, das sich darauf versteht, einen einzunehmen und zu verzaubern.

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Veröffentlicht am 18.09.2025

Zusammenhalt, das Folgen der eigenen Bestimmung und jede Menge epische Drachen

Die Drachen von Velyra
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Der junge Arion träumt von einem Leben, das ihm mehr zu bieten hat als der schlichte Alltag eines Landwirts. Er wird zunehmend rastlos, streift umher … und findet schließlich in einem Wald nahe seines ...

Der junge Arion träumt von einem Leben, das ihm mehr zu bieten hat als der schlichte Alltag eines Landwirts. Er wird zunehmend rastlos, streift umher … und findet schließlich in einem Wald nahe seines Heimatdorfs einen Tempel, der Unglaubliches birgt: einen schimmernden Kristall und den Jungdrachen Regulus. Der Drache ist der Beginn eines neuen Lebensabschnitts – einen, in den Arion mit weiteren jungen Menschen hineinstartet. Elea, Ida und Remi teilen seine Rastlosigkeit und sein Streben nach Höherem, ebenso wie sie ihre geschuppten Begleiter teilen. Mit von der Teampartie sind somit Eleas Drachendame Ilaria, Idas Drachin Ferania und Remis Drachenbulle Gyradon. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten, wachsen die vier zu einer Einheit zusammen, die nichts mehr so leicht trennen kann. Das müssen sie auch, denn das Schicksal hat sie nicht umsonst zusammengetrieben: Eine Bedrohung steigt auf, eine, die das gesamte Land Velyra vernichten könnte. Nun müssen Arion, Elea, Ida und Remi zeigen, was sie draufhaben und ob sie stark genug sind, um gegen Neptarion, den gigantischen, dreiköpfigen Bestiendrachen, zu bestehen. Andernfalls droht das gesamte Land in Verwüstung zu versinken …

„Die Drachen von Velyra“ ist der Auftakt einer High-Fantasy-Reihe. Freundschaft, Familie, Treue, Mut und natürlich Drachen – das sind die Themen, um die sich das Buch dreht. Mit dabei: eine großzügige Prise Heldenepos, unter anderem getragen durch die unglaublich präsente Atmosphäre, die dem Buch entströmt. Jeder Satz webt eine Stimmung, die geprägt ist von hellem Licht und dunklen Schatten, von schweren Entscheidungen, großen Überwindungen und vor allem dem bedingungslosen Zusammenhalt zwischen den Figuren. Die Landschaft wird derart detailreich geschildert, dass man meint, die entsprechenden Bilder vor Augen zu sehen. Dunkle, moosbewachsene Wälder, schroffe Gebirge, schneebedeckte Dörfer, unwirtliche Steppen und altehrwürdige Gemäuer machen die Energie von Velyra aus. Diese Welt zu betreten, kommt einem Sprung in ein anderes Universum gleich, das man am liebsten nicht mehr verlassen möchte.
Auch über fehlende Spannung kann der Leser sich nicht beklagen. Von Anfang an geht es rasant zu, bis die Spannung sich immer weiter hochschaukelt und sich schließlich in einem wahrlich epischen Finale entlädt. Dabei rührt die durchgehende Unterhaltsamkeit nicht nur von den Kämpfen her, sondern auch von den Drachen. Da sie bereits im Buchtitel erwähnt werden, hatte ich von Beginn an die Erwartung, dass sie eine sehr bedeutende Rolle spielen – was schließlich unbestritten der Fall war. Die Drachen zählen mit zu den Protagonisten und sind somit eng in jeden Handlungsschritt eingewebt. Ihre Beschreibung ist absolut anschaulich, sodass sie einem gestochen scharf vor Augen stehen. Überdies sind sie genau so, wie ich mir Drachen aus einem Epos vorstelle: groß, schön, nahezu furchtlos, unerschütterlich, hilfsbereit, treu und schlichtweg überwältigend.
Woran es mir ein wenig gemangelt hat, waren Überraschungen in den Wendungen. Es kommen durchaus Wendungen vor, jedoch sind diese häufig vorhersehbar oder wurden bereits im Vorhinein angekündigt, sodass der Leser bereits wusste, dass sie früher oder später folgen. Nichtsdestotrotz habe ich immer mit Neugierde auf die nächste Seite geblättert und mich immer wieder aufs Neue gefreut, wenn ich in das Buch eingetaucht bin. Es lädt optimal dazu ein, das gesamte Umfeld zu vergessen und einfach nur in Velyra zu verweilen.

Zu den Figuren. Arion, Elea, Ida und Remi. Alle vier sind unglaublich große Sympathieträger, deren Schicksal der Leser mit Atemlosigkeit verfolgt. Sie fügen allesamt über bewundernswerte Eigenschaften, wie Hilfsbereitschaft, Tapferkeit und die Bereitschaft, für diejenigen zu kämpfen, die sie lieben. Ja, sie sind absolute Helden, genauso, wie man sie sie sich ausmalt. An dieser Stelle liegt jedoch ein kleiner Kritikpunkt: Hin und wieder verhalten sie sich ein wenig zu heldenhaft. Heldentum ist schön und gut, allerdings nur, solange das Ganze nicht in Klischeehaftigkeit abdriftet. Dies war hier ab und an der Fall. Auch die Dialoge sind manchmal etwas unauthentisch, transportieren jedoch immer Gefühle und tragen dazu bei, die unglaubliche, getragene und aussagekräftige Stimmung zu kreieren. Was mir ebenfalls sehr gut gefallen hat, war, die Wandlung der Figuren mitzuerleben. Sie alle wachsen im Laufe der Handlung und finden nicht nur zu sich selbst, sondern auch zueinander. Ebenso verhält es sich bei den Drachen. Sie reden nicht, nicht so, dass es für Menschen verständlich wäre, trotzdem sind ihre Gesinnungen, ihre Intentionen und in erster Linie ihre ureigenen Eigenschaften jederzeit deutlich wahrnehmbar. Sie sind gigantische Persönlichkeiten, die häufig genug die Bühne an sich reißen und die Geschehnisse zu ihrem eigenen Theaterstück machen. Auch sie stehen nicht still und erleben immer wieder eine Metamorphose, die sie jedes Mal noch gigantischer und epischer werden lässt. In kaum einem anderen Drachenbuch waren mir die Drachen so nah, und ihre Erscheinung so kristallklar. Man kann schlichtweg nicht anders, als sie ins Herz zu schließen.

Der Schreibstil ist wunderschön. Er ist eine Aneinanderreihung von Poesie und von zu hundert Prozent zutreffenden Vergleichen, die das Land und das Geschehen so detailreich beschreiben, dass man sich unwillkürlich daran beteiligt vorkommt. Alles ist getränkt von der Macht der Wörter, von ihrer Schönheit und ihrer Befähigung, sowohl Licht aufflackern als auch Dunkelheit kräuseln zu lassen. Der Schreibstil transportiert sowohl das Epische der Handlung, als auch Emotionen. Hin und wieder ist er ein wenig zu poetisch und die Vergleiche reihen sich aneinander wie Perlen auf einer Kette, was unter Umständen dazu führen kann, dass sich der wunderbare Effekt etwas abnutzt. Ansonsten steckt wirklich unglaublich viel Potenzial in ihm, der es bis hin zu absoluten Bestsellerromamen schaffen kann.

„Die Drachen von Velyra“ – eine Geschichte über Waghalsigkeit und Heldenmut, über das Folgen der eigenen Bestimmung und das Über-sich-Hinauswachsen. Das Buch ist ein High-Fantasy-Werk vom Feinsten, in dem Zusammenhalt und die Drachen im Fokus stehen. Das Augenmerk ist fast ausschließlich darauf gerichtet, weshalb es auch keine integrierte Liebesgeschichte gibt oder sonstige Elemente, die vom High-Fantasy-Genre abweichen. Reine, pure Fantasie, ohne Nebenthemen, und daher eine klare Empfehlung für Fantasy-Fans. Ich habe die Drachen geliebt, die Gegner, gegen die sich die Protagonisten behaupten müssen, die Geheimnisse, die unter der Oberfläche schwelen, den schönen Schreibstil und nicht zuletzt die einzigartige Atmosphäre. Das Lesen von „Die Drachen von Velyra“ ist in jedem Fall ein einprägsames Erlebnis.

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Veröffentlicht am 14.09.2025

Die Drachen von Velyra - Rezension

Die Drachen von Velyra
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Der junge Arion träumt von einem Leben, das ihm mehr zu bieten hat als der schlichte Alltag eines Landwirts. Er wird zunehmend rastlos, streift umher … und findet schließlich in einem Wald nahe seines ...

Der junge Arion träumt von einem Leben, das ihm mehr zu bieten hat als der schlichte Alltag eines Landwirts. Er wird zunehmend rastlos, streift umher … und findet schließlich in einem Wald nahe seines Heimatdorfs einen Tempel, der Unglaubliches birgt: einen schimmernden Kristall und den Jungdrachen Regulus. Der Drache ist der Beginn eines neuen Lebensabschnitts – einen, in den Arion mit weiteren jungen Menschen hineinstartet. Elea, Ida und Remi teilen seine Rastlosigkeit und sein Streben nach Höherem, ebenso wie sie ihre geschuppten Begleiter teilen. Mit von der Teampartie sind somit Eleas Drachendame Ilaria, Idas Drachin Ferania und Remis Drachenbulle Gyradon. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten, wachsen die vier zu einer Einheit zusammen, die nichts mehr so leicht trennen kann. Das müssen sie auch, denn das Schicksal hat sie nicht umsonst zusammengetrieben: Eine Bedrohung steigt auf, eine, die das gesamte Land Velyra vernichten könnte. Nun müssen Arion, Elea, Ida und Remi zeigen, was sie draufhaben und ob sie stark genug sind, um gegen Neptarion, den gigantischen, dreiköpfigen Bestiendrachen, zu bestehen. Andernfalls droht das gesamte Land in Verwüstung zu versinken …

„Die Drachen von Velyra“ ist der Auftakt einer High-Fantasy-Reihe. Freundschaft, Familie, Treue, Mut und natürlich Drachen – das sind die Themen, um die sich das Buch dreht. Mit dabei: eine großzügige Prise Heldenepos, unter anderem getragen durch die unglaublich präsente Atmosphäre, die dem Buch entströmt. Jeder Satz webt eine Stimmung, die geprägt ist von hellem Licht und dunklen Schatten, von schweren Entscheidungen, großen Überwindungen und vor allem dem bedingungslosen Zusammenhalt zwischen den Figuren. Die Landschaft wird derart detailreich geschildert, dass man meint, die entsprechenden Bilder vor Augen zu sehen. Dunkle, moosbewachsene Wälder, schroffe Gebirge, schneebedeckte Dörfer, unwirtliche Steppen und altehrwürdige Gemäuer machen die Energie von Velyra aus. Diese Welt zu betreten, kommt einem Sprung in ein anderes Universum gleich, das man am liebsten nicht mehr verlassen möchte.
Auch über fehlende Spannung kann der Leser sich nicht beklagen. Von Anfang an geht es rasant zu, bis die Spannung sich immer weiter hochschaukelt und sich schließlich in einem wahrlich epischen Finale entlädt. Dabei rührt die durchgehende Unterhaltsamkeit nicht nur von den Kämpfen her, sondern auch von den Drachen. Da sie bereits im Buchtitel erwähnt werden, hatte ich von Beginn an die Erwartung, dass sie eine sehr bedeutende Rolle spielen – was schließlich unbestritten der Fall war. Die Drachen zählen mit zu den Protagonisten und sind somit eng in jeden Handlungsschritt eingewebt. Ihre Beschreibung ist absolut anschaulich, sodass sie einem gestochen scharf vor Augen stehen. Überdies sind sie genau so, wie ich mir Drachen aus einem Epos vorstelle: groß, schön, nahezu furchtlos, unerschütterlich, hilfsbereit, treu und schlichtweg überwältigend.
Woran es mir ein wenig gemangelt hat, waren Überraschungen in den Wendungen. Es kommen durchaus Wendungen vor, jedoch sind diese häufig vorhersehbar oder wurden bereits im Vorhinein angekündigt, sodass der Leser bereits wusste, dass sie früher oder später folgen. Nichtsdestotrotz habe ich immer mit Neugierde auf die nächste Seite geblättert und mich immer wieder aufs Neue gefreut, wenn ich in das Buch eingetaucht bin. Es lädt optimal dazu ein, das gesamte Umfeld zu vergessen und einfach nur in Velyra zu verweilen.

Zu den Figuren. Arion, Elea, Ida und Remi. Alle vier sind unglaublich große Sympathieträger, deren Schicksal der Leser mit Atemlosigkeit verfolgt. Sie fügen allesamt über bewundernswerte Eigenschaften, wie Hilfsbereitschaft, Tapferkeit und die Bereitschaft, für diejenigen zu kämpfen, die sie lieben. Ja, sie sind absolute Helden, genauso, wie man sie sie sich ausmalt. An dieser Stelle liegt jedoch ein kleiner Kritikpunkt: Hin und wieder verhalten sie sich ein wenig zu heldenhaft. Heldentum ist schön und gut, allerdings nur, solange das Ganze nicht in Klischeehaftigkeit abdriftet. Dies war hier ab und an der Fall. Auch die Dialoge sind manchmal etwas unauthentisch, transportieren jedoch immer Gefühle und tragen dazu bei, die unglaubliche, getragene und aussagekräftige Stimmung zu kreieren. Was mir ebenfalls sehr gut gefallen hat, war, die Wandlung der Figuren mitzuerleben. Sie alle wachsen im Laufe der Handlung und finden nicht nur zu sich selbst, sondern auch zueinander. Ebenso verhält es sich bei den Drachen. Sie reden nicht, nicht so, dass es für Menschen verständlich wäre, trotzdem sind ihre Gesinnungen, ihre Intentionen und in erster Linie ihre ureigenen Eigenschaften jederzeit deutlich wahrnehmbar. Sie sind gigantische Persönlichkeiten, die häufig genug die Bühne an sich reißen und die Geschehnisse zu ihrem eigenen Theaterstück machen. Auch sie stehen nicht still und erleben immer wieder eine Metamorphose, die sie jedes Mal noch gigantischer und epischer werden lässt. In kaum einem anderen Drachenbuch waren mir die Drachen so nah, und ihre Erscheinung so kristallklar. Man kann schlichtweg nicht anders, als sie ins Herz zu schließen.

Der Schreibstil ist wunderschön. Er ist eine Aneinanderreihung von Poesie und von zu hundert Prozent zutreffenden Vergleichen, die das Land und das Geschehen so detailreich beschreiben, dass man sich unwillkürlich daran beteiligt vorkommt. Alles ist getränkt von der Macht der Wörter, von ihrer Schönheit und ihrer Befähigung, sowohl Licht aufflackern als auch Dunkelheit kräuseln zu lassen. Der Schreibstil transportiert sowohl das Epische der Handlung, als auch Emotionen. Hin und wieder ist er ein wenig zu poetisch und die Vergleiche reihen sich aneinander wie Perlen auf einer Kette, was unter Umständen dazu führen kann, dass sich der wunderbare Effekt etwas abnutzt. Ansonsten steckt wirklich unglaublich viel Potenzial in ihm, der es bis hin zu absoluten Bestsellerromamen schaffen kann.

„Die Drachen von Velyra“ – eine Geschichte über Waghalsigkeit und Heldenmut, über das Folgen der eigenen Bestimmung und das Über-sich-Hinauswachsen. Das Buch ist ein High-Fantasy-Werk vom Feinsten, in dem Zusammenhalt und die Drachen im Fokus stehen. Das Augenmerk ist fast ausschließlich darauf gerichtet, weshalb es auch keine integrierte Liebesgeschichte gibt oder sonstige Elemente, die vom High-Fantasy-Genre abweichen. Reine, pure Fantasie, ohne Nebenthemen, und daher eine klare Empfehlung für Fantasy-Fans. Ich habe die Drachen geliebt, die Gegner, gegen die sich die Protagonisten behaupten müssen, die Geheimnisse, die unter der Oberfläche schwelen, den schönen Schreibstil und nicht zuletzt die einzigartige Atmosphäre. Das Lesen von „Die Drachen von Velyra“ ist in jedem Fall ein einprägsames Erlebnis.

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Veröffentlicht am 16.06.2025

Rezension Windwalkers.Verborgene Flügel (Bd. 1)

Windwalkers (1). Verborgene Flügel
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Die Gestaltwandlerin Sierra – ein schwarzer Wolf in zweiter Gestalt – hat es nicht leicht an ihrer kalifornischen Menschenschule. Umso begeisterter ist sie von dem Vorschlag ihres Vaters, eine eigene Wandlerschule ...

Die Gestaltwandlerin Sierra – ein schwarzer Wolf in zweiter Gestalt – hat es nicht leicht an ihrer kalifornischen Menschenschule. Umso begeisterter ist sie von dem Vorschlag ihres Vaters, eine eigene Wandlerschule zu eröffnen: die Redcliff-High. Sie freut sich darauf, Wandlerfreunde kennenzulernen und jene Dinge beigebracht zu bekommen, die sie für ihren Wandleralltag wirklich gebrauchen kann. Doch wie sich herausstellt, ist nicht alles so rosig, wie Sierra sich das erträumt hat. Die anderen Wolfswandler, mit denen sie ein Rudel bildet, degradieren sie ausgerechnet auf den Omega-Rang, den niedrigsten Rang im Rudel. Es gibt Schwierigkeiten, gute Lehrer zu finden, und zu allem Überfluss formieren sich die Windwalker, die fliegenden Gestaltwandler, zu einer gesonderten Gruppe, die sich von den anderen Schülern abspaltet. Zusätzlich hat Sierra mit ganz eigenen Problemen zu kämpfen: Sie findet heraus, dass sie über eine zweite Tiergestalt verfügt. Als dann auch noch in der Umgebung von mysteriösen Leuten Knochen ausgegraben werden, Sierra mit ihren neuen Freunden einen schrecklichen Fund macht und kurz darauf sogar der einflussreiche Rat der Wandler eingeschaltet wird, da einige furchtbare Ereignisse überhandzunehmen drohen, geht erst recht alles drunter und drüber …

„Windwalkers – Verborgene Flügel“ ist der erste Band der sechsteiligen „Windwalker“-Staffel. Vorläufer sind die Beststeller-Reihen „Woodwalkers“ und „Seawalkers“.
Das Buch ist wirklich wunderschön – nicht nur vom Cover, den Innenklappen und den lebendig wirkenden Illustrationen her –, und nicht nur für Kinder. Da ich eine begeisterte Woodwalker-Leserin bin, war ich umso gespannter auf die Abenteuer von Sierra, die man bereits flüchtig aus den anderen Reihen kennt.
Gleich zu Beginn kann ich behaupten, dass „Verborgene Flügel“ ein gelungener Auftakt ist. Das Buch ist sehr spannend und brilliert mit unvorhergesehenen Wendungen, über die im Vorhinein immer wieder spannungsgeladene Andeutungen fallen. Selbst die Passagen, die weniger spannend sind, weisen auf alle Fälle einen hohen Unterhaltungswert auf. Es macht unglaublich viel Spaß, zu verfolgen, wie die Redcliff-High entsteht – wie sie von einer bloßen Idee zu einem großen Projekt wird, bei dem alle mitanpacken müssen, um es gelingen zu lassen.
Die bestehende Atmosphäre knüpft an die der anderen Wandler-Bücher an, ist zeitgleich aber ein wenig verschieden und gibt der Geschichte einen ganz neuen Geschmack.
Nicht nur die Handlung trägt zu der Atmosphäre bei, auch der einmalig schöne Schauplatz. Von felsigem Terrain, über Schluchten, staubige Straßen und Wälder bis hin zu Sandstränden ist alles dabei. Die Diversität der Schauplätze hat mir besonders gut gefallen. Auch über die vielen Erlebnisse, die die Charaktere durchmachen, habe ich mich gefreut. Es geht nicht ausschließlich um den Schulalltag oder um die gewagten Pläne, die die Figuren schmieden, auch begleitet man sie bei vermeintlich alltäglichen Geschehnissen wie dem Feiern einer Halloween-Party, beim Lernen, Streiten und Freundschaften schließen. Fast hat man das Gefühl, selbst an der Redcliff-High und mittendrin im Geschehen zu sein.

Über Sierra kann ich nur sagen, dass sie sehr sympathisch ist, nahbar und authentisch. Sie ist wie eine beste Freundin, deren Entwicklung man mit höchstem Interesse verfolgt.
Die Nebenfiguren sind in hoher Zahl vorhanden und anfangs befürchtete ich, ein bisschen durcheinanderzukommen mit den vielen Namen und Gesichtern, aber das war glücklicherweise nicht der Fall – nicht nur aufgrund der Charakterliste am Ende des Buches. Vor allen Dingen deshalb, weil sie alle über Alleinstellungsmerkmale verfügen, die sie vollkommen individuell und größtenteils sympathisch machen; natürlich gibt es auch Streitsüchtige und mobbende Fieslinge, wie in jeder Schulklasse. Das Gesamtbild der Klasse ist auf jeden Fall sehr rund, da alle Rollen, die es braucht, um diesen authentischen Gesamteindruck zu schaffen, ausgefüllt sind. Sehr geliebt habe ich auch die Beziehungen zwischen den Figuren. Sierras Verhältnis zu ihren Eltern beispielsweise ist sehr liebevoll, das zu ihren Freunden gefüllt von spielerischem Konkurrenzgefühl, neckendem Schalk und in erster Linie Fürsorglichkeit. Selbstverständlich darf auch eine kleine Prise Verliebtheit nicht fehlen.
Darüber hinaus finden Begegnung mit alten Bekannten aus den Wood- und Seawalkers-Staffeln statt, was der neuen Umgebung direkt zu heimeliger Vertrautheit verhilft.

„Windwalkers – Verborgene Flügel“ hat alles, was es für eine schöne, runde Lektüre braucht, die dem Leser ein Lächeln ins Gesicht zaubert: wundervolle Schauplätze, tolle Charaktere, die man umgehend ins Herz schließen muss, Spannung und unerwartete Wendungen. Hinzu kommen lehrreiche Bemerkungen über in Kalifornien beheimatete Tierarten sowie wichtige Anregungen, wie man Tiere schützt und sorgsam mit der Natur umgeht. Das alles ist in einem herrlich leichten, flüssigen Schreibstil verfasst, der einen immer sofort in das Buch hineinfinden lässt. Generell braucht es nicht die geringste Anlaufzeit, um mit den Windwalkers warm zu werden – es geschieht ganz automatisch, dass man sich mit ihnen anfreundet und sehnsüchtig den nächsten Band herbeifiebert. Ich kann das Buch wärmstens empfehlen, und zwar nicht nur Wood- und Seawalkers-Fans. Es steckt viel Wärme und spürbares Herzblut zwischen den Zeilen.

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Veröffentlicht am 23.05.2025

White Zone - Rezension

White Zone - Letzte Chance
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Einmal in die Antarktis reisen – wer wünscht sich das nicht? Für die Jugendliche Crash ist der Aufenthalt in einer verlassenen Forschungsstation allerdings keine freudige Urlaubsreise. Sie ist vorbestraft, ...

Einmal in die Antarktis reisen – wer wünscht sich das nicht? Für die Jugendliche Crash ist der Aufenthalt in einer verlassenen Forschungsstation allerdings keine freudige Urlaubsreise. Sie ist vorbestraft, und dieses Programm zur „Rehabilitation“ ihre letzte Bewährungschance. Begleitet wird sie dabei von Betreuer Martin sowie fünf anderen Jugendlichen – dem dunkelhaarigen Dattel, der eigentlich Sinan heißt, Seven, der einst eine Berühmtheit war, von dem schüchternen Benny, der hübschen Fee und Kaya, die ein eindeutiges Drogenproblem zu haben scheint. Sie alle haben eine Vergangenheit, über die sie sich ausschweigen – und die sie dennoch in unerwarteten Momenten einholt.
Die sechs erleben eine intensive Zeit, inklusive Robbenstreicheln und dem Sichten von Pinguinen und Walen. Jedoch haben die Jugendlichen nicht nur mit ihren eigenen Problemen zu kämpfen, auch macht ihnen ein bisher unsichtbarer Einsiedler in den Tiefen der Forschungsstation das Leben schwer. Skrupellose Anschläge inklusive! Hinzukommend fühlt Crash sich zu Arvid hingezogen, einem deutschen Arbeiter der benachbarten russischen Forschungsstation. Als sie dann auch noch ein japanisches Schiff sichten, das vor ihren Augen Wale abschießt, geht das geplant geregelte Leben in der Station Neumayer III plötzlich drunter und drüber …

„White Zone“ ist ein Roman, der gleich mehrere Themen behandelt. Es geht um Jugendliche, die es bisher schwer hatten in ihrem Leben und in einer lebensfeindlichen Umgebung nun die Chance erhalten sollen, sich neu zu orientieren. Zudem handelt es von dem Alltag der Antarktisforscher und um diesen schneebedeckten, artenreichen und höchst faszinierenden Lebensraum im Allgemeinen. Was ebenfalls nicht zu kurz kommt: Tierschutz und der sorgsame Umgang mit der Natur. Wer nun allerdings der Ansicht ist, inmitten dieser zahlreichen Themen komme das Abenteuerliche zu kurz, der hat sich getäuscht. Mit der Spannung wird nicht zu sparsam umgegangen, was an mehreren Faktoren liegt. Zum einen ist es beeindruckend und emotional, den Werdegang der sechs Jugendlichen mitzuverfolgen. Zum anderen sorgen regelmäßige Spannungshöhepunkte für Atemlosigkeit. Dass in der Forschungsstation immer wieder geheime Botschaften auftauchen und einige Anschläge verübt werden, lässt den Adrenalinpegel des Lesers in die Höhe schnellen. Dauerhaft rätselt man darüber, wer der Verantwortliche sein mag und was es wohl mit dem rätselhaften Mitbewohner auf der Forschungsstation auf sich hat, auf dessen Anwesenheit vorerst lediglich der Geruch von Fisch und Konservendosen hindeuten. Die Wendungen sind meisterhaft eingefädelt, sodass man erst nach und nach eine Ahnung erhält, wer hinter den skrupellosen Taten stecken könnte.

Die Atmosphäre ist absolut einmalig und rührt von der weiten, weißen Ebene der Antarktis her, von Stürmen und eisiger Kälte. Der Schauplatz ist wirklich etwas ganz besonderes und weckt eine sofortige Reiselust. Das Land wird von vielen Seiten beleuchtet, nicht nur seine Unwirtlichkeit, auch seine Artenvielfalt. Der Leser begegnet Robben, Pinguinen, Walen und Füchsen (die in der Geschichte allerdings aus einem anderen Land eingeschleppt sind) und erlebt das dortige Klima beinahe hautnah mit, als sei er selbst dort anwesend. Eine erinnerungswürdige Reise in ein fernes Land, in das man nicht eben mal mit dem Flugzeug einreisen kann!

Die Individualität der Geschichte wird überdies von den Charakteren gefördert. Anfangs befürchtete ich, bei den vielen Figuren durcheinanderzukommen, aber das war nicht der Fall. Ich konnte mir ihre Gesichter und Namen sehr schnell einprägen, da sie alle über einzigartige Erkennungsmerkmale verfügen. Jede einzelne Figur ist unglaublich facettenreich und authentisch. Sie alle haben sowohl ihre Stärken und Schwächen, und niemand ist so, wie er auf den ersten Blick zu sein scheint. Im Laufe der Handlung “entpuppen“ sich alle, bis ihre äußere Fassade wegbröckelt und der Leser auch ihr sensibles Inneres zu Gesicht bekommt. Dieser Vorgang ist sehr mitreißend. Man leidet und fiebert nicht nur mit Crash mit, auch mit den meisten anderen Charakteren. Diese bunte Vielfalt macht das Lesen umso erlebnisreicher und spannender. Ich habe mich immer wieder von Neuem gefreut, das Buch aufzuschlagen.

Der Schreibstil sorgt für einen durchgehenden Flow. Er verdeutlicht nicht nur das Wissenschaftsleben inmitten des Eises, auch tritt durch ihn die Gefühlswelt der Figuren sehr eindeutig zutage. Er ist eine schöne Mischung aus poetischer, vergleichshaltiger Beschreibung und flüssig zu lesender Wissenschaftssprache.
Was ebenfalls sehr deutlich dargestellt wird, ist der heikle Drahtseilakt zwischen den brutalen Taten von Tierquälern und den Unternehmungen, die man dagegen führen darf. Wie weit darf man gehen, um solche Leute zu stoppen? Ist es in Ordnung, sich an der Grenze zur Illegalität zu bewegen oder vielleicht sogar darüber hinaus? Dieser innere Konflikt ist ein wichtiger Bestandteil des Buches.

„White Zone“ hat mich auf jeden Fall sehr gefesselt. Es ist ein Buch mit vielen Facetten, das den Leser sowohl auf emotionaler als auch auf aufklärender und kämpferischer Ebene abholt. Es behandelt sensible Themen, ist aber kein klassisches “Tierschutzbuch“ oder “Umweltbuch“, in dem aus dem Text der erhobene Zeigefinger hervorgeht. Da es in der Zukunft spielt, weist Katja Brandis viel eher darauf hin, wie es zukünftig sein könnte, und wie man dem entgegenwirken kann. Die zeitgleich ablaufenden Einzelschicksale der Protagonisten, die man aufgrund ihrer Authentizität einfach ins Herz schließen muss, runden den Roman ab und machen ihn zu einer abwechslungsreichen Lektüre, die sich definitiv nicht an Klischees bedient.
Eine klare Leseempfehlung!

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