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Veröffentlicht am 24.11.2024

Zwischen Magie und Wissenschaft

Die Leoniden - Spektrum (#1)
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Die Leoniden ist der erste Band einer bereits vor 10 Jahren erschienenen Jugendbuch-Reihe, jetzt auch endlich auf Deutsch. Im Mittelpunkt steht eine Gruppe aus sechs Jugendlichen, die nach einem mysteriösen ...

Die Leoniden ist der erste Band einer bereits vor 10 Jahren erschienenen Jugendbuch-Reihe, jetzt auch endlich auf Deutsch. Im Mittelpunkt steht eine Gruppe aus sechs Jugendlichen, die nach einem mysteriösen Vorfall entdecken, dass sie auf einmal besondere Fähigkeiten haben. Der Leser begleitet sie auf ihrer Suche nach Antworten und in ihrem Schulalltag.

Dieser Schulabschnitt nimmt auch wirklich einen großen Teil des Buches ein - war für mich irgendwann dann auch einfach etwas zu viel, hätte auch auf eine oder zwei Unterrichtsstunden verzichten können. Der Vorteil hiervon ist jedoch, dass die Dynamiken in der Gruppe gut zur Geltung kommen und alle Charaktere ausführlich vorgestellt werden. Diese sind auch ganz unterschiedlich, sodass es viele Identifizierungsmöglichkeiten für den Leser gibt. Besonders schön fand ich beispielsweise, dass ein Charakter blind ist - und man so nebenbei noch einiges über das Leben ohne Augenlicht erfährt.
Manchmal konnte ich jedoch die Handlungen und Entscheidungen der Gruppenmitglieder nicht ganz nachvollziehen, mancher Streit z.B. wirkte ein wenig übertrieben.

Einerseits fand ich es toll, dass man in Ruhe alle kennenlernen konnte, andererseits hätte für meinen Geschmack doch auch etwas mehr passieren können. Das Erzähltempo ist so doch eher seltsam, es werden unzählige Fragen aufgeworfen, jedoch erst im letzten Viertel bekommt man einige Antworten - auch wenn immer noch das Meiste offen bleibt. Dies passt zwar dazu, dass es sich um den ersten Band einer Reihe handelt, jedoch mochte ich den Endteil sehr und hätte mir die gleiche Spannung über einen größeren Teil des Buches gewünscht.
Auch spoilert der Klappentext schon etwas vom Ende, sodass die Überraschung hier nicht ganz so groß war.
Das Konzept mit den verschiedenen Kräften und den Verstrickungen der Leben ist aber wirklich interessant, sodass ich hoffe, dass im nächsten Band von Anfang an mehr Spannung aufkommt, da eine große Einleitung ja nicht mehr notwendig ist.

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Veröffentlicht am 24.11.2024

Geschichtsstunde mit Schwächen

Die Mitford Schwestern
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Vor knapp 100 Jahren waren die Mitford Schwestern so etwas wie die It-Girls der heutigen Zeit, allen voran Diana. Mir waren sie bisher noch nicht bekannt, daher fand ich es interessant, sie durch diesen ...

Vor knapp 100 Jahren waren die Mitford Schwestern so etwas wie die It-Girls der heutigen Zeit, allen voran Diana. Mir waren sie bisher noch nicht bekannt, daher fand ich es interessant, sie durch diesen Roman kennenzulernen.
Erzählt wird ihre Geschichte aus den drei Perspektiven der Schwestern Nancy, Diana und Unity - hier wird jeweils der gleiche Tag oder grobe Zeitabschnitt aus jeder Perspektive dargestellt. Dies war zunächst zwar etwas ungewohnt, jedoch habe ich mich schnell damit angefreundet, vor allem weil es kaum inhaltliche Wiederholungen gab. Auch eröffnete dies die Möglichkeit, kleine und größere Zeitsprünge auszuführen, sodass man die wichtigsten Erlebnisse und Tage präsentiert bekommen hat, anstatt sich ewig "im Alltag" aufzuhalten.
Die kurzen Kapitel haben hierzu gut gepasst und für ein flüssiges Leseerlebnis gesorgt.

Ebenso interessant fand ich die geschichtlichen Hintergründe: Die beschriebenen historischen Ereignisse sind teilweise wirklich so passiert, vieles davon war mir auch noch gar nicht bekannt, beispielsweise die Ausbreitung des Nationalsozialismus in Großbritannien. Bei den Schwestern selber scheint sich die Autorin jedoch auch einige künstlerische Freiheiten erlaubt zu haben.
Ein wenig schade war ebenso, dass im Nachwort zwar viel weiterführende Literatur zu der Familie benannt wird, jedoch keine kurze Zusammenfassung im Sinne von "so ging es weiter" gegeben wird. Anstatt jetzt noch drei weitere Bücher zu lesen, musste Google weiterhelfen für all meine offenen Fragen.

Zu den Schwestern selbst: Wirklich warm bin ich mit keiner von ihnen geworden, wobei dies vermutlich auch eher nicht so ein Buch ist, bei dem man mit den Protagonisten mitfiebert. Nancy wird im Klappentext als eine starke Frau dargestellt, die sich zum Wohle des Landes gegen ihre Familie stellt, im Roman kommt dies aber viel zu kurz. Vielmehr ist sie die ganze Zeit mit nichtsnutzigen Männern und ihrem Kinderwunsch beschäftigt als mit dem Widerstand.
Bei Diana das Gleiche, zwar scheint immer wieder mal durch, dass sie eine kluge Strategin ist, aber dann dreht sich ihr Universum doch wieder nur um den fürchterlichen Mosley.
Und Unity ist schlussendlich einfach nur ein absolutes Hitler-Fangirl.
Mir war das Ganze dann doch einen Ticken zu sehr auf die Männer fixiert, über die sich diese "starken Frauen" zu definieren scheinen.

Auch fehlt mir ein wenig das Gleichgewicht im Buch: 2 der 3 Perspektiven sind faschistisch, nur eine ist quasi die Stimme der Vernunft. Wüsste man es nicht besser, könnte man fast meinen, die Schilderungen über Hitler etc. wären irgendwie positiv - Hitler als perfekter Gentleman beispielsweise.
Dies passt zwar zu den Charakteren, aber eine weitere kritische Schwesternperspektive hätte ich als Ausgleich besser gefunden, z.B. die der Schwester Decca, die öfters erwähnt wird und sehr interessant erscheint, dann jedoch viel zu kurz kommt.
Die Idee des Romans insgesamt war gut und ich habe auch einiges aus diesem Buch mitgenommen, jedoch fand ich die Darstellung doch ein wenig zu problematisch und habe mein Erlebnis dann lieber durch externe Quellen ergänzt.

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Veröffentlicht am 24.11.2024

Fehler der Vergangenheit

Tage mit Milena
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Manchmal können zufällige Begnungen das ganze Leben auf den Kopf stellen - so auch bei Annika, die einfach nur in Ruhe ihren Schreibwarenladen führt, bis die junge Luzie dort den Kleber kauft, mit dem ...

Manchmal können zufällige Begnungen das ganze Leben auf den Kopf stellen - so auch bei Annika, die einfach nur in Ruhe ihren Schreibwarenladen führt, bis die junge Luzie dort den Kleber kauft, mit dem sie sich auf der Straße festklebt. Es folgt ein spannender Roadtrip sowie eine Reise in die eigene Vergangenheit.

Zunächst ist dies ein wichtiges Buch für unsere heutige Zeit, das sich mit akuten Problemen wie der Klimakrise beschäftigt und dem Leser die Aktivisten ein wenig näherbringt. Ich selbst hatte damit bisher noch keine Erfahrung gemacht, mein Wissen beschränkte sich auf Nachrichtenartikel, daher fand ich es interessant, hier mehr Hintergrundinfos zu bekommen: Welche Initiativen, Bewegungen und Gruppen gibt es, die zum Klimaschutz beitragen wollen?
Falls man mit der Thematik jedoch schon vertraut ist, kann es sich eventuell auch etwas wie ein Vortrag anfühlen. Dafür fand ich es positiv, dass es nicht nur als komplett gut dargestellt wurde, sondern auch auf die schwarzen Schafe eingegangen wird, die zu extreme Mittel wählen.

Die Atmosphäre im Buch mochte ich besonders. Diese hat durch schöne Beschreibungen immer die passende Stimmung zu jedem Handlungsort vermitteln können: Die Stille im kleinen Laden, die Aufgeregtheit und Spannung im Camp der Klimaktivisten, die Unruhe auf der Demo etc.
Hamburg fühlte sich so auch anders an als Italien, aber immer hatte ich das Gefühl, selbst mit auf Reisen zu gehen.
Hier gab es auch eine gelunge Mischung aus den Reisen in der Gegenwart quer durch Europa mit den Reisen in die Vergangenheit von Annika.
Statt nur einem kurzen Rückblick erfährt man hier die komplette Geschichte von Anfang an, sodass man eine viel bessere Bindung zu den Charakteren aufbauen und die Zusammenhänge besser verstehen kann.
Da dieser Rückblick teilweise auf wahren historischen Ereignissen basiert, bekommt man hier auch noch etwas Bonuswissen - nur hat dies manchmal leider ein wenig wie eine Geschichtsstunde gewirkt und war nicht ganz natürlich ins Geschehen eingebaut.

Ebenso fragwürdig waren die Charaktere und ihre Entscheidungen manchmal für mich: Warum haben Annika oder Luzie jetzt so gehandelt? Über manches hab ich mich ein bisschen aufgeregt, über anderes nur die Motivation hinterfragt. Komplett warm bin ich daher mit keiner der Beiden geworden.
Dafür mochte ich Annikas Mann Hendrik als Nebencharakter sehr. Dieser hat eine gelungene Kommunikation in der Beziehung dargestellt und war generell sehr lieb und sympathisch, solche Charaktere gerne öfters in Romanen!
Auch wenn ich die Handlung im Ganzen mochte, waren mir manche Ereignisse dann doch etwas zu konstruiert - der Zufall hat die Lösung gebracht, und das gleich mehrere Male, hat teilweise ein wenig unrealistisch gewirkt.
Trotzdem bin ich gerne in diese Geschichte eingetaucht, bin mit auf Reisen gegangen und habe noch ein bisschen was gelernt, daher kann ich das Buch durchaus weiterempfehlen.

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Veröffentlicht am 24.11.2024

Gefangen in der Gesellschaft

Die Ungelebten
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Jennifer wurde als Tochter eines erfolgreichen Musikproduzenten geboren und lebt schon ihr ganzes Leben im goldenen Käfig - und ihr Schlüssel in die Freiheit ist verloren gegangen.
Doch wie hätte ihr ungelebtes ...

Jennifer wurde als Tochter eines erfolgreichen Musikproduzenten geboren und lebt schon ihr ganzes Leben im goldenen Käfig - und ihr Schlüssel in die Freiheit ist verloren gegangen.
Doch wie hätte ihr ungelebtes Leben aussehen können, zu welcher Person hätte sie werden können? Kann sie sich vielleicht noch aus eigener Kraft befreien?
Caroline Rosales spricht in diesem Buch so viele wichtige Themen an, die teilweise auch wirklich unter die Haut gehen. Die Schilderungen sind dabei selten erfreulich, vielmehr erschrecken einen die Geschehnisse, stimmen traurig und machen nachdenklich. Zwar gibt es auch ein paar schöne und witzige Momente, generell sollte man aber nicht zu diesem Buch greifen, wenn man aufgeheitert werden möchte.

Die Geschichte selbst wird aus Jennifers Kopf erzählt, aber nicht aus der Ich-Perspektive, was zu geschickten Spielereien mit der Erzählung führt: Entspricht das, was wir gerade lesen, überhaupt der Realität? Oder sieht die Welt für Jennifer einfach anders aus? Können wir der Schilderung vertrauen? Hier gab es mehrere Momente, die ich sehr gut umgesetzt fand und passend zum Thema. Teilweise kann dies jedoch auch zu Verwirrungen führen, daher kann ich verstehen, wenn sich nicht jeder Leser damit gut anfreunden kann.
Schön fand ich auch die ganz unterschiedlichen Zitate am Kapitelanfang, die gut zum Inhalt gepasst haben - nur hier kleine Warnung, manche sind auf Englisch. Ich persönlich mochte es so lieber, jedoch kann ich mir auch vorstellen, dass manche Leser vielleicht kein Englisch sprechen und damit Probleme haben könnten.
Zwischendrin gibt es auch immer wieder kleine Unstimmigkeiten mit den Jahreszahlen und der Chronologie, hier bin ich mir jedoch nicht sicher, ob es einfach Fehler waren oder stilistische Mittel.

Eine große Stärke des Romans sind meiner Meinung nach die Charaktere: Diese sind irgendwie fast alle nicht so wirklich sympathisch, manche sogar richtige Ekelpakete, aber in ihrer Art dafür total authentisch. Man kann mit der "Heldin" nicht uneingeschränkt mitfiebern, weil ihre Taten oder ihre Art manchmal eher nerven - man möchte sie gleichzeitig schütteln und in den Arm nehmen. Andere Personen haben mich teilweise richtig aufgeregt, eben weil sie keine klassischen Klischee-Bösen sind, sondern eher sehr negative reale Menschen.
Insgesamt ist dies also kein angenehmes Buch, aber ein wichtiges!

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Veröffentlicht am 18.11.2024

Phantastische Monster und wie sie loszuwerden sind

Tage einer Hexe
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Das Leben in Chernograd ist nicht einfach: In einer Stadt ohne wirkliche Farben und in der Tabak beim Schmuggel wichtiger ist als vernünftige Lebensmittel für die Bewohner gibt es ein weiteres kleines ...

Das Leben in Chernograd ist nicht einfach: In einer Stadt ohne wirkliche Farben und in der Tabak beim Schmuggel wichtiger ist als vernünftige Lebensmittel für die Bewohner gibt es ein weiteres kleines Problem - in den ersten 12 Tagen jeden Jahres kommen die Monster heraus zum Spielen und Menschenfleisch essen. Die Hexe Kosara hat dazu noch einen unangenehmen Stalker, der leider auch der Zar aller Monster ist.
Was recht düster klingt, wird jedoch unerwarteterweise immer wieder aufgelockert durch die sarkastischen und zynischen Kommentare der Bewohner, allen voran Kosara, die immer einen unfreiwillig witzigen Spruch auf Lager hat.
Die daraus entstehende Atmosphäre ist so recht ungewöhnlich und ähnlich wie der Inspektor Asen fragt man sich als Leser immer wieder, welcher Wahnsinn jetzt schon wieder vonstatten geht.

Die Dynamik zwischen Asen und Kosara hat mir gut gefallen, für ein unfreiwilliges Team schlagen sie sich gut. Die Nebencharaktere hingegen sind meiner Meinung nach doch leider teilweise etwas blass geblieben.
Gut beschrieben sind hingegen all die Monster, die sogar noch ausführlich in einer Art Glossar erklärt werden und dadurch einen schönen Einblick in die slawische Mythologie liefern.
Auch interessant fand ich den Kontrast der Städte, Technik und Wissenschaft auf einer Seite der Mauer, Magie und Monster auf der anderen. Hier hätte ich gerne noch mehr über diese Welt gelesen.
Ebenso war die Mischung aus Fantasy und einer Art Krimi eine spannende Kombi, jedoch habe ich einige Stellen als nicht ganz so logisch empfunden.
Insgesamt hatte ich aber viel Freude, in diese Welt einzutauchen und bin schon auf den nächsten Band gespannt.

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