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Veröffentlicht am 13.04.2026

kein Psychothriller

Die Psychopathin - Wer manipuliert dich wirklich?
1

Karolin Boger hat sich einen festen Platz in einem Familienunternehmen erarbeitet und hofft darauf, dessen Leitung übernehmen zu können. Nebenbei muss sie sich um ihre 13jährige Nichte Ronja kümmern, für ...

Karolin Boger hat sich einen festen Platz in einem Familienunternehmen erarbeitet und hofft darauf, dessen Leitung übernehmen zu können. Nebenbei muss sie sich um ihre 13jährige Nichte Ronja kümmern, für die ihre psychotische Schwester oft keine Zeit hat. Ihren Liebhaber, der noch verheiratet ist, verschweigt sie ihrem Umfeld. Nun passieren viele merkwürdige Dinge, die Karolin an ihrem Verstand zweifeln lassen. Unter anderem verschwinden Dinge, die Autoreifen sind platt, die Windschutzscheibe zerbricht und in der Firma unterlaufen ihr angeblich Fehler.

Hier wird ganz langsam eine Geschichte vieler Ungereimtheiten aufgebaut. Karolin macht für die Schäden wahlweise ihren Mitbewerber um die Firmenleitung, die Noch-Ehefrau ihres Liebhabers und ihren Ex-Ehemann verantwortlich.



Ich habe schon viele gute Psychothriller gelesen, dieser gehört nicht dazu. Hier fehlen sowohl thrill als auch die nötige Spannung. Je länger es dauerte, je mehr Karolin sich in ihrem naiven Gedankenkarussell gedreht und völlig absurde Entscheidungen getroffen hat, desto mehr war ich genervt. Es werden wirklich viele mögliche Täter:innen angeboten, während sich das vermeintliche Opfer auf einen Feind festlegt. Wenn diese Person, deren Verhalten auch nicht nachvollziehbar ist, die Täterin gewesen wär, wäre ich entsetzt gewesen. So wurde zumindest versucht, ein überraschendes Ende zu kreieren.

So nach und nach erfährt die Leser:in mehr über Karolins Vergangenheit, die Probleme ihrer Schwester und ihrer Nichte und die Familie und Freunde ihres Liebhabers. Dadurch gibt es zwar immer mehr mögliche Täter, spannender macht es die Geschichte nicht.



Wer einen ruhigen Krimi zum Mitraten sucht, ist hier richtig. Freund:innen von Psychothrillern sollten eher Abstand nehmen.

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Veröffentlicht am 03.04.2026

Eher langweilig

Moorgold - Ein Erzgebirgskrimi
0

Die Kriminalkommissarin Annalena Krest muss sich um den Todesfalls eines Gauklers in der Wolkensteiner Schweiz kümmern und gleichzeitig als Alleinerziehende um ihren 2jährigen Sohn.
Ihr Kollege Ralf Lorenz ...

Die Kriminalkommissarin Annalena Krest muss sich um den Todesfalls eines Gauklers in der Wolkensteiner Schweiz kümmern und gleichzeitig als Alleinerziehende um ihren 2jährigen Sohn.
Ihr Kollege Ralf Lorenz ist zur Zeit beurlaubt, weswegen sie die Ermittlungen allein führt, unterstützt nur von Nikolaus Bremer, der ihr vom Büro aus behilflich ist.

Hier wird eine Todesfallermittlung in sehr schöne Landschaftsbeschreibungen gebettet. Auch erfährt die Leserin etwas über Sagengestalten des Erzgebirges. Das hat mich neugierig gemacht.

Allerdings nimmt die Gedankenwelt der Kommissarin viel Raum ein. Ständig denkt sie darüber nach, was wohl ihr Kollege tun würde. Auch ihre Handlungen sind teilweise nicht nachvollziehbar. Beispielsweise sucht sie zweimal einen Leichenfundort auf, an dem sie sich sehr unwohl fühlt, obwohl es dort gar nichts zu ermitteln gibt.
Richtig geärgert hat mich, dass ihr Kollege sie geduzt, sie ihn aber gesiezt hat. Das widerspricht jeder Lebenserfahrung.

Insgesamt ist dieser Lokalkrimi gut und flüssig geschrieben, wobei über lange Zeit ein spannendes Element fehlt. Zum Schluss wird es einmal aufregend, da hat die durchschnittliche Leserin das Büchlein schon gelangweilt zur Seite gelegt. Ich war auch kurz davor.

Wer eine ruhige Erzählung aus dem Erzgebirge lesen möchte, wird hier ausreichend unterhalten. Für einen Lokalkrimi ist mir die Geschichte zu langweilig.

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Veröffentlicht am 30.03.2026

80er Jahre Lokalkrimi

Tainted Love
4

Martin Ritter, Bibliothekar und Hobbyfotograf, wohnt im Zonenrandgebiet und lernt während der Suche nach einem verschwundenen Kind die Journalistin Christine Lehmann kennen und lieben.
Der heiße Sommer ...

Martin Ritter, Bibliothekar und Hobbyfotograf, wohnt im Zonenrandgebiet und lernt während der Suche nach einem verschwundenen Kind die Journalistin Christine Lehmann kennen und lieben.
Der heiße Sommer 1986 bringt in einem See ein Luxusauto zum Vorschein. Die Ermittlungen dazu und viele kleine Ereignisse nebenbei sind der Kriminalfall dieses Lokalkrimis.

Die Geschichte spielt in den 80ern und das ist für mich das eigentliche Highlight. Wer diese Zeit miterlebt hat, wird sich an vielen Throw backs erfreuen. Neben der Politik werden Erinnerungen an Filme, Musik, Technik etc. zurückgeholt. Wer erinnert sich nicht an nach kaltem Rauch stinkende Telefonzellen?

Ansonsten ist das keine spannende Erzählung, sondern eher ein ruhiger Lokalkrimi, der trotzdem nicht langweilig wird. Der Autor macht einige Nebenschauplätze auf, legt falsche Fährten, die als lose Fäden zurückbleiben. Da es sich bei Tainted love um den ersten Teil einer Reihe handelt, gehe ich davon aus, dass einiges davon in den Folgebänden aufgenommen wird.
Am Ende überschlagen sich die Ereignisse, wird ganz viel aufgeklärt und entschieden. Das ging mir etwas zu schnell, nachdem die Handlung vorher so ruhig dahingeplätschert ist. Aber das tut dem Gesamt-Leseerlebnis keinen Abbruch.

Daher von mir eine absolute Leseempfehlung mit viel Vorfreude auf den nächsten Teil.

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Veröffentlicht am 18.03.2026

Ärgerlich

39 Grad Mord
0

Hannah soll einen zweiten Krimi schreiben und wird dafür von ihrem Lektor in ein Ferienhaus auf Sizilien geschickt. Hier lernt sie ein schwedisches Ehepaar kennen, übernachtet in deren Villa, wo am Morgen ...

Hannah soll einen zweiten Krimi schreiben und wird dafür von ihrem Lektor in ein Ferienhaus auf Sizilien geschickt. Hier lernt sie ein schwedisches Ehepaar kennen, übernachtet in deren Villa, wo am Morgen die Leiche der Frau gefunden wird. Hannah wird zur Hauptverdächtigen und versucht durch eigene Ermittlungen, ihre Unschuld zu beweisen.

Was sich laut Klappentext nach einem unterhaltsamen Krimi anhört, wird zu einem langatmigen, spannungsarmen, konstruierten Fall mit einer unsympathischen Protagonistin.
Hannah trinkt zuviel, stößt alle Menschen vor den Kopf, macht unsinnige Dinge, mischt sich unnötig ein und tut sich auch noch leid. Bei allem Narzissmus hat sie ständig Angst, dass ihre Geliebte, die ihr mit Mann und Kindern hinterhergereist ist, mit ihr Schluss macht. Was Margrét an Hannah findet, bleibt für mich ein Rätsel.

Dieser Krimi ist leicht zu lesen, hat kurze Kapitel und keine schwer zu durchschauenden Verwicklungen. Hier werden Sonne, Wein, Meer, Mafia, gutes italienisches Essen und eine egozentrische Schriftstellerin zu einem Krimi verwurstet, der mich zeitweise geärgert zum Ende immer mehr gelangweilt hat.

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Veröffentlicht am 11.03.2026

20er Jahre

Mydworth - Intrigen an der Côte d'Azur
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Das Cover zeigt uns ein elegantes Paar auf einer Promenade zwischen Meer und beleuchteten Hotels und gibt damit schon mal einen guten Eindruck davon, wann und wo dieser Kurzkrimi spielt.

Sir Harry Mortimer ...

Das Cover zeigt uns ein elegantes Paar auf einer Promenade zwischen Meer und beleuchteten Hotels und gibt damit schon mal einen guten Eindruck davon, wann und wo dieser Kurzkrimi spielt.

Sir Harry Mortimer und seine Ehefrau Lady Kat reisen in dem berühmten Train Bleu (britisch: Blue Train) an die Côte d‘Azur, wo sie von Sir Harrys Tante Lavinia gebeten werden, sich einem Erpressungsfall anzunehmen. Percy Porter hat ein Verhältnis mit der Sängerin Simone und wird mit Fotos erpresst. Es beginnt ein Ermittlungsfall mit einigen Wendungen, wobei das gute Leben nicht zu kurz kommt.

Da ich die Cherringham-Reihe sehr gut fand, dachte ich, dass ich auch diese Reihe mögen würde. Ich musste aber feststellen, dass mir dieses Milieu doch sehr fremd ist. Eine Lady, die Champagner trinkend durch die Spielhalle wandelt und dann behauptet, sich im Abendkleid verkleidet zu fühlen, ist schon merkwürdig. Auch dass Percy nie das Vertrauen zu demEhepaar verliert, trotzdem sie erstmal kolossal scheitern, empfind ich bei allem Cosy Crime doch als unrealistisch.

Es war mal ganz nett in das Geschehen einzutauchen, das Feeling der 20er Jahre an der Côte d’Azur aufzunehmen und auch der wiederkehrende Trickbetrüger hatte etwas Erheiterndes, aber insgesamt hat mich diese Geschichte nicht mitgerissen.

Auch die Sprecherin war nicht so ganz mein Fall.

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