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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.11.2020

Rechtzeitig loslegen

Die Gesundheitsformel der 100-Jährigen
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Vom hundersten Lebensjahr bin ich noch fast ein halbes Jahrhundert entfernt. Aber es gilt eben, rechtzeitig loszulegen. Der renommierte Gesundheitsexperte Prof.Dr. Ingo Froböse liefert hier eine Fülle ...

Vom hundersten Lebensjahr bin ich noch fast ein halbes Jahrhundert entfernt. Aber es gilt eben, rechtzeitig loszulegen. Der renommierte Gesundheitsexperte Prof.Dr. Ingo Froböse liefert hier eine Fülle von Informationen und Tipps, die so verständlich und übersichtlich gestaltet sind, dass man stets am Ball bleibt und die Lust am Lesen erhalten bleibt.

Dass Langlebigkeit viel weniger von den Genen gesteuert wird, als die Wissenschaft früher angenommen hat, war für mich zunächst eine recht erleichternde Nachricht. Vielmehr kann jeder Mensch selbst sehr viel tun, um die Dauer seines Lebens positiv zu beeinflussen.

Die sieben Schlüssel, die der Autor dafür präsentiert, sind zwar keine bahnbrechenden Neuigkeiten. Dennoch werden sie pointiert auf den Punkt gebracht, liefern Details, von denen ich noch nichts gehört hatte und leuchten unmittelbar ein. Vor allem bekommt man richtig Lust, dass eine oder andere zusätzlich auszuprobieren und noch mehr für die eigene Gesundheit zu tun. Klassenziel erreicht!




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Veröffentlicht am 21.10.2020

Weltrevolution im Zeitraffer

Blue Sky Black. Ohne Dunkelheit keine Sterne
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Sehr gern hätte ich mehr Freude mit dem Buch gehabt. Insgesamt überwiegen für mich aber die Schwächen die Stärken doch zu deutlich.

Es handelt sich hier gemäß der Buchwerbung um eine Dystopie mit Romantasyanteil. ...

Sehr gern hätte ich mehr Freude mit dem Buch gehabt. Insgesamt überwiegen für mich aber die Schwächen die Stärken doch zu deutlich.

Es handelt sich hier gemäß der Buchwerbung um eine Dystopie mit Romantasyanteil. Eigentlich bietet das dystopische Setting jedoch nur den lediglich skizzenhaft wirkenden Rahmen für eine Liebesgeschichte, die mich mangels Ausarbeitung der Charaktere leider nicht erreicht hat. Wieder einmal treffen wir auf die berühmte instant love, in der die Betroffenen innerhalb kürzester Zeit davon überzeugt sind: Der/die oder keine(r). Nun kann man sagen, so empfindet man in jungen Jahren eben. Um aber die Leser auch ein bisschen verliebt zu machen, braucht es schon plastische, liebenswerte Charaktere. Logan und Mila, so heißt unser Paar, changieren ständig zwischen Superhelden und einem Benehmen, dass eher an unreife Kinder erinnert. Natürlich geht es hier mal wieder um nicht weniger als die Weltherrschaft. Bei der Vorstellung, diese derartigen Protagonisten anzuvertrauen, wird mir eigentlich Angst und Bange. Dass der wichtigste Charakter für mich ein leider nur am Anfang auftauchender herziger Waschbär war, sagt schon viel.

 

Wie schon angedeutet, konnte mich das dystopische Setting leider nicht überzeugen. Hier wird vieles nur angedeutet, wirkt nicht richtig durchdacht oder selbst nicht verstanden. Die wenigen Seiten des Romans werden mit diesem Thema auch heillos überfrachtet. Es ist gar nicht die Zeit, ein solches Worldbuilding überzeugend auszuarbeiten.

Die Story bietet zwar in der Mitte einen interessanten Twist, wartet aber ansonsten mit glücklichen Zufällen zu Hauf auf, die einfach unglaubwürdig wirken. So stolpern die Protagonisten durch die Revolution wie durch ein Märchen.

So war ich dann am Ende froh, dass sich das Buch wenigstens kurzweilig so nebenbei weggelesen hat. Schade!

 

 

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Veröffentlicht am 18.10.2020

Viele Denkanstöße

Connect me - verbunden mit mir selbst
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Wer bin ich, wenn ich niemand mehr sein muss," dieser Frage widmet sich die Autorin und Diplom-Psychologin Jasmin Schott Carvalheiro in ihrem Buch "Connect me". Sich mit sich selbst wieder verbundenener ...

Wer bin ich, wenn ich niemand mehr sein muss," dieser Frage widmet sich die Autorin und Diplom-Psychologin Jasmin Schott Carvalheiro in ihrem Buch "Connect me". Sich mit sich selbst wieder verbundenener zu fühlen, anstatt sich zugunsten der Umwelt zu verbiegen oder, wie es hier heißt, einfach aus der Performance-Falle auszusteigen.

Die Autorin schafft Verbundenheit, indem sie von ihren eigenen Problemen berichtet und den Leser direkt adressiert. Leider wird aber durch die Flut englischer Begriffe auch gleich wieder Distanz aufgebaut. So ging es zumindest mir, obwohl ich das Englische liebe und sehr gut beherrsche. Aber muss einer der Schritte ihres Programms wirklich z.B. growing statt wachsen heißen? Der deutsche Begriff löst bei mir sofort Assoziationen eines üppig wuchernden Urwaldes aus, der englische bleibt für mich steril. Vielleicht lag es daran, dass ich zwar einige Aha-Erlebnisse während des Lebens hatte und über manche Sätze wirklich ins Reflektieren kam, aber trotzdem an der selben Stelle zunächst stocke wie bei thematisch ähnlichen Büchern: Im Kopf ist mir vieles klar, nur mit der täglichen Umsetzung stockt es dann.

Wirklich angenehm fand ich, mit wieviel Fachkompetenz die Autorin schreibt und dennoch anschaulich bleibt. Für mich hätten es gut und gern noch viel mehr Übungen und Meditationen sein können, um mich auf dem Weg zu mir weiter voran zu bringen.

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Veröffentlicht am 04.10.2020

Der Weg des Windes

Das Wörterbuch des Windes
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Nina Blazon gehört schon lange zu meinen Lieblingsautorinnen. Es freut mich, dass sie sich nach "Liebten wir" nun erneut Island, der wunderbaren Insel aus Feuer und Eis widmet. Mehr Islandflair als im ...

Nina Blazon gehört schon lange zu meinen Lieblingsautorinnen. Es freut mich, dass sie sich nach "Liebten wir" nun erneut Island, der wunderbaren Insel aus Feuer und Eis widmet. Mehr Islandflair als im vorliegenden Roman geht fast nicht.
Es sollte eine Versöhnungsreise werden. Doch ausgerechnet mitten in der isländischen Wildnis muss Bankerin Swea erfahren, dass Eheman Henrik, ein bekannter Künstler, sie erneut betrügt. Kurzerhand lässt sie ihn stehen und rast mit dem Mietwagen davon. Leider endet ihre Fahrt im Straßengraben. Einar, ein isländischer Lehrer, der kürzlich aus Deutschland in seine Heimat zurückgekehrt ist, sammelt sie auf. Aufgenommen in seinem Haus lernt sie nicht nur den schweigsamen Einar, sondern auch dessen Untermieter Jón und Islandstute Houdini näher kennen. Doch ähnlich wie Swea scheinen alle Bewohner des malerischen Sommerhauses eine schwere, geheimnisvolle Vergangenheit mit sich zu tragen. Und gibt es dort tatsächlich nur Lebende, oder verbergen sich hinter verschlossenen Türen noch viel größere Geheimnisse?
Mit ihrem beinahe poetischen, bildhaften Stil hat mich Nina Blazon wie immer verzaubert. Etwas gestört hat mich diesmal, dass Haupt-Ich-Erzählerin Swea an wenigen Stellen unvermutet von Einar mitten im Kapitel ohne weitere Kennzeichnung abgelöst wird. Ich bin immer noch Fan des alten Schriftsteller-Grundsatzes, die Perspektive nicht mitten im Kapitel zu wechseln. Zudem ist Sweas Geschichte so lebensprall, dass ich Einar nicht unbedingt gebraucht hätte. Oft war ich fast sprachlos, wie sehr sich Swea, eigentlich selbst ambitionierte Künstlerin, für ihre Familie und ihren Mann aufgegeben hatte. Insofern ist sie mir etwas fremd geblieben. Umso faszinierter war ich aber, Swea dabei zu folgen, wie sie versucht, Stück für Stück zu werden wie der Wind - ebenso ungebunden und flexibel wie er. Und am liebsten hätte ich sofort mein Köfferchen gepackt, um Island selbst zu bereisen. Bitte noch mehr davon!

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Veröffentlicht am 27.09.2020

Urkraft-Entfacherin

Stopp! Burnout Ade - Selbstbestimmt ins neue Leben: Einfache Methoden für mehr Glück und Lebensqualität
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Ich finde es sehr unangenehm, eine schlechte Rezension schreiben zu müssen, insbesondere wenn ich wie in diesem Fall das Buch bei einer Verlosung gewonnen habe. Aber ich habe mich durch die Teilnahme an ...

Ich finde es sehr unangenehm, eine schlechte Rezension schreiben zu müssen, insbesondere wenn ich wie in diesem Fall das Buch bei einer Verlosung gewonnen habe. Aber ich habe mich durch die Teilnahme an der Verlosung zu einer Rezension verpflichtet und kann es daher kaum vermeiden. Ansonsten hätte ich, was bei mir sonst nie geschieht, das Buch abgebrochen. Tatsächlich konnte es mich nicht überzeugen.

Ich lese regelmäßig psychologische Ratgeber. Diese bewegen sich auf einem gewissen Standard, z.B. haben sie ein professionelles Layout und Lektorat, ein fundiertes Quellenverzeichnis, und sind in der Regel von Fachleuten geschrieben. Hier habe ich nicht aufgepasst, denn von außen habe ich übersehen, dass es sich wohl um ein self-publishing Erzeugnis handelt, das meiner Meinung nach diese Standards nicht erfüllt.

Beim Aufschlagen des Buches irritierte mich bereits das Layout. Ungewohnt riesige Schrift, keine Silbentrennung, alles linksbündig. Aber auf den Inhalt kommt es an, dachte ich. Doch auch der enttäuschte mich. Obwohl die Autorin betont, keine Allgemeinplätze liefern zu wollen, tut sie meiner Meinung nach genau das. Oberflächlich streift sie Themen, die ich mir schon lange selbst denken konnte: Schlaf, Bewegung, eine bestimmte Ernährung, sind gut gegen Burnout. Viele Themen, die ich mir zusätzlich selbst erfolgreich erarbeitet habe und die wirklich kein Hexenwerk sind, fehlen dagegen komplett. Stattdessen werden zum Teil seltsame Details gepriesen wie eine Schlafentzugstherapie, vor der die Autorin zurecht gleichzeitig warnt, wenn diese nicht in einer Klinik durchgeführt wird und bestimmte andere Erkrankungen vorliegen. Warum taucht das dann hier auf, fragte ich mich. Besonders eigenartig wirkt das unvermittelt eingestreute Kapitel über Urkraft-Therapie, die die Autorin als sog. Urkraft-Entfacherin anbietet, die aber hier komplett abstrakt bleibt. Ich bin durchaus für Esoterik offen, aber dieses Kapitel wirkte auf mich wie simple Eigenwerbung.

Lediglich zu den von anderen übernommenen und im Buch wiedergegebenen Yoga-Übungen (bilderlos) gibt es Quellenangaben. Und warum? "Das Wissen stammt aus dem Leben und des eigenen Lebensweges" schwärmt der Buchrücken (Grammatikfehler nicht von mir). Leider wird hier allenfalls an der Oberfläche gekratzt.

Im Anschluss habe ich ein Buch über Stressmanagement begonnen, verfasst von einer Diplom-Psychologin und erschienen in einem renommierten Verlag. Es ist populärwissenschaftlich, sogar manchmal witzig und liefert ein Aha-Erlebnis nach dem anderen. Und es tut mir sehr leid sagen zu müssen, zwischen den beiden Büchern liegen Welten.


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