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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.07.2019

Vexierspiel

Kalte Wasser
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Den Namen dieser Autorin werde ich mir in jedem Falle merken. Ich freue mich, dass sie bereits an ihrem zweiten Buch schreibt. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich schon einmal so ein gekonntes Vexierspiel ...

Den Namen dieser Autorin werde ich mir in jedem Falle merken. Ich freue mich, dass sie bereits an ihrem zweiten Buch schreibt. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich schon einmal so ein gekonntes Vexierspiel mit mutmaßlich Übersinnlichem, Märchen, Elfenglauben, Krimi und Psychologie gelesen habe.

Lauren ist frischgebackene Mutter von Zwillingssöhnen, Morgan und Riley. Doch schon im Krankenhaus beginnen nach der Geburt die unheimlichen Vorfälle. Eine verwahrlost wirkende Frau verschafft sich nachts Zutritt zu Laurens Krankenzimmer und bietet Lauren einen erschreckenden Tausch an: Einen von Laurens Söhnen gegen einen ihrer eigenen Zwillinge. Lauren kann fliehen, doch niemand glaubt ihr. Das große Rätselraten beginnt: Bildet sich Lauren alles nur ein, ist ihrem Ehemann zu trauen, möchte tatsächlich jemand die Babys stehlen oder sind hier übernatürliche Mächte am Werk?

Niemand glaubt Lauren, bis auf die ermittelnde Polizistin Harper. Aber lässt sich Harper vielleicht nur durch Erlebnisse ihrer eigenen tragischen Mutterschaft blenden? Virtuos lässt Melanie Golding die Leser bis zum Schluss im Dunkeln tappen und schafft dabei eine unglaublich bedrohliche, gruselige Stimmung, vor allem durch das immer wieder auftauchende Wechselbalg-Motiv. Für junge Mütter dürfte der Thriller nur schwer zu ertragen sein. Ich dagegen konnte das Weiterlesen kaum erwarten, um dann doch zu bedauern, dass Buch beendet zu haben. Es war einfach unheimlich spannend, im wahrsten Sinne des Wortes. Schade, dass der Verlag diesem Pageturner kein auffälligeres Cover gegönnt hat, auch wenn es zugegebenermaßen zum Inhalt passt. So ist es leider leicht zu übersehen. Und das wäre wirklich schade.

Veröffentlicht am 07.07.2019

Märchenhaft und finster

Elias & Laia - In den Fängen der Finsternis
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Hier handelt es sich um den dritten und voraussichtlich vorletzten Teil einer Serie. Wer Teil 1 und 2 vor längerer Zeit gelesen hat, ist gut beraten, sich noch einmal einen Überblick zu verschaffen. Leider ...

Hier handelt es sich um den dritten und voraussichtlich vorletzten Teil einer Serie. Wer Teil 1 und 2 vor längerer Zeit gelesen hat, ist gut beraten, sich noch einmal einen Überblick zu verschaffen. Leider ist der letzte Band bereits vor über zwei Jahren erschienen. Die Handlung ist auch vielschichtig und wird weiterhin aus drei Perspektiven erzählt: der von Laia, von Elias und von Helena. Keinesfalls sollte man mit diesem Band erst einsteigen.

Wieder gelingt es Sabaa Tahir, ein absolut exotische, märchenhaftes und gleichzeitig finstere, oft auch grausame Welt zu erschaffen. Virtuos behält sie den Überblick über die Erzählstränge, die diesmal weitestgehend parallel laufen. Den Fokus legt sie dabei auf Helena, die sogar von sich selbst nur noch als Blutgreif spricht. Fans von Helena dürfte das freuen. Mir dagegen blieben Laia und vor allem Elias in diesem Teil ein wenig zu blass.

Atempausen sucht man in diesem Buch vergebens. Dafür scheint die Phalanx der Gegner beinahe übermächtig. Der Nachtbringer, der die Dschinns zu befreien trachtet, die Kommandantin und Imperator Marcus -jeder verfolgt seine eigenen Ziele. Elias dagegen ringt vor allem mit sich selbst und seiner Liebe zu Laia, die er loslassen muss, um die Kontrolle über die Zwischenwelt zu erlangen.

Besonders gelungen ist, dass der weitere Verlauf wenig voraussehbar erscheint. Welches Ende wird Sabaa Tahir ihren Protagonisten im letzten Teil wohl bescheren?

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Geschichte
  • Erzählstil
  • Figuren
  • Spannung
Veröffentlicht am 30.06.2019

Perfekte Mischung

Bienen helfen heilen
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Ein derartig gelungenes Sachbuch habe ich lange nicht gelesen. Zunächst erfahren wir alles über die Bienen an sich, den Aufbau und die Rollenverteilung in einem Stock sowie die Bedeutung der Bienenvölker ...

Ein derartig gelungenes Sachbuch habe ich lange nicht gelesen. Zunächst erfahren wir alles über die Bienen an sich, den Aufbau und die Rollenverteilung in einem Stock sowie die Bedeutung der Bienenvölker für das Ökosystem. Fundiert und gut verständlich werden sodann die Ursachen für das Bienensterben erläutert.

Nachdem das wohl bekannteste Produkt der Bienen, der Honig, näher beleuchtet wurde, geht es weiter zur sogenannten Apitherapie. Denn egal ob Honig, Pollen, Gelee royale, Propolis oder sogar Bienenstockluft - sie alle halten eine Fülle an Inhaltsstoffen bereit, die die Gesundheit nachhaltig positiv beeinflussen. Dabei weist der Autor auch daraufhin, welche Gewinnungsmethoden bienenfreundlich ausfallen und welche nicht.

Der Text wird ergänzt durch wirklich wunderschöne Fotos, die das Buch zu einem Genuss machen. Ich hoffe, es findet viele Leser, denen wie mir die Bienen nach dem Lesen noch sympathischer und schützenswerter erscheinen.

Veröffentlicht am 16.06.2019

Buddy Comedy?

Wilder Winter
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Leider konnte mich der Auftakt der Hap & Leonard-Krimireihe nicht für sich gewinnen. Das Buch wird gleichzeitig als Buddy Comedy beworben, aber bedauerlicherweise fand ich es nicht witzig. Joe R. Lansdale ...

Leider konnte mich der Auftakt der Hap & Leonard-Krimireihe nicht für sich gewinnen. Das Buch wird gleichzeitig als Buddy Comedy beworben, aber bedauerlicherweise fand ich es nicht witzig. Joe R. Lansdale lässt seine beiden sehr unterschiedlichen Protagonisten zwar äußerst dialoglastig zu Wort kommen, was sich jedoch eher in Schimpfwörtern als Komik erschöpft.

Hap ist ehemaliger 68er und hängt noch immer seiner Exfrau Trudy nach, während der farbige, homosexuelle Vietnam-Veteran Leonard härter im nehmen ist.

Leonard weiß sofort, als Trudy wieder bei Hap auftaucht, bedeutet das nichts Gutes. Tatsächlich will Trudy mit ihrem derzeitigen Freund und ein paar Handlangern eine Beute aus einem Bankraub bergen. Ausgerechnet Hap soll das Geld aus einem Fluss fischen.

Hap und Leonard sind die einzigen sympathischen Figuren, während Trudy und die übrige Bande fast abstoßend wirken. Leider haben auch Hap und Leonard nicht genügend Charisma entfaltet, um mich zum Mitfiebern zu bringen. Es wurde auch einfach viel zu viel geredet, so dass es wirklich dauert, bis die Geschichte überhaupt Fahrt aufnimmt und es zum Showdown kommt. Bis dahin hatte ich aber irgendwie die Geduld verloren.

Veröffentlicht am 09.06.2019

Stark wie eine Löwin

Alles, was mich stark macht
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Aus der Feder von Sigrid Engelbrecht stammen bereits zahlreiche lesenswerte Ratgeber. Hier legt sie ein Arbeitsbuch vor mit 52 zugehörigen Impulskarten. Die Beschäftigung damit ist auf ein ganzes Jahr ...

Aus der Feder von Sigrid Engelbrecht stammen bereits zahlreiche lesenswerte Ratgeber. Hier legt sie ein Arbeitsbuch vor mit 52 zugehörigen Impulskarten. Die Beschäftigung damit ist auf ein ganzes Jahr ausgelegt und geht damit, intensiv angewandt, wirklich in die Tiefe.

Ein Jahr Zeit, um sich bewusst zu machen, über welche Stärken man verfügt, wo sie herkommen, was sie mit den eigenen Schwächen zu tun haben und auf welche Weise sie für die eigenen Ziele genutzt werden könnten.

Die Fragestellungen des Arbeitsbuches finden sich jeweils auch auf den zugehörigen Karten, so dass man sie als Erinnerung bei sich tragen kann. Das ganze Set ist einheitlich in Orange gehalten. Diese Farbe mag ich am wenigsten. Ich wäre über Blau begeistert gewesen, aber das ist absolute Geschmackssache. Das Symbol der Löwin mag ich sehr. Trotzdem hätte es mir noch besser gefallen, wenn sie sich verschieden präsentiert hätte. Das Arbeitsbuch ist nicht zum Hineinschreiben gedacht, was für mich kein Nachteil war, da ich eher bildhaft damit arbeite. Man kann sich aber ohne weiteres jedes einfache Notizbuch dazunehmen.

Das Jahr ist noch lange nicht rum. Ich kann aber bereits sagen, dass ich wirklich interessante Impulse erhalten habe.