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Veröffentlicht am 08.09.2025

Der radelnde Detektiv 1 - Der Sensenmann

Post, Mord und Provinzgeflüster - Der Mörder ohne Adresse
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Nach einem Schicksalsschlag zieht der Fallanalytiker Sully Morland bei seiner Patentante in Luxemburg ein. Da er das BKA hinter sich gelassen hat, beginnt er in Luxemburg als Hilfspostbote - immer mit ...

Nach einem Schicksalsschlag zieht der Fallanalytiker Sully Morland bei seiner Patentante in Luxemburg ein. Da er das BKA hinter sich gelassen hat, beginnt er in Luxemburg als Hilfspostbote - immer mit seinem Fahrrad unterwegs. Als er im Zuge seiner Tätigkeit den Bürgermeister nackt und tot im Regen vor seinem Haus findet, erwachen seine analytischen Fähigkeiten wieder. Denn er hält es nicht für einen Unfall, wie die Polizei. Nur die Polizistin Claire Bofferding glaubt auch nicht nach einem Unfall, vor allem als ein weiterer "Unfall" geschieht, der einen Sensenmann gesehen haben will. Patentante und Krimifan Rose ist natürlich gleich mit von der Partie und so gründen sie im geheimen die "radelnde Detektei".

Das Cover passt zu einem Cosy-Crime-Buch und ist ansprechend gemacht.

Der Schreibstil der Autorin ist ausgezeichnet; Charaktere und Orte werden bildhaft dargestellt und man merkt die Liebe der Autorin zu Luxemburg, obwohl sie in Ostfriesland beheimatet ist. Dadurch macht das Buch so richtig Lust Luxemburg einmal zu besuchen.

Die Idee find ich genial: Ein ehemaliger Fallanalytiker wird praktisch Detektiv in Luxemburg, wo ihm sein Job als Briefträger natürlich hilft. Er wirkt sympathisch, ebenso wie seine Patentante und deren Familie. Auch die Polizistin Claire passt hervorragend und hat definitiv - wie auch Sully selbst - noch einiges an sich, das man im 1. Band noch nicht erfährt.

Der Fall/Plot ist ebenfalls sehr gut und passt ausgezeichnet als Einstieg. Die Spannung ist das ganze Buch über auf sehr gutem Niveau; auch wenn man als Krimileser wohl ab der Mitte den Täter kennen wird. Auch Spuren von Humor sind hier definitiv vorhanden.

Das Buch endet dann mit der Einleitung sozusagen zum 2. Fall von Sully & Co.

Ich fühlte mich jedenfalls grandios unterhalten und bin gespannt wie es mit Sully und Claire weitergeht.

Fazit: Solider Einstieg in die Luxemburger Cosy-Crime-Reihe. 5 von 5 Sternen

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  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 06.09.2025

Roadtrip zu dir selbst

So weit die Liebe uns trägt (Liebesroman)
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Mit 8 Jahren wurde Lana von ihrem Vater verlassen. Nun steckt sie mit 34 Jahren in ihrem Leben fest. Einsam, eher trostlos, geplagt von Ängsten, starren Routinen und einem Job als Kellnerin in einem Cafe ...

Mit 8 Jahren wurde Lana von ihrem Vater verlassen. Nun steckt sie mit 34 Jahren in ihrem Leben fest. Einsam, eher trostlos, geplagt von Ängsten, starren Routinen und einem Job als Kellnerin in einem Cafe mit einem arroganten Chef. Als Anton ihre Hilfe benötigt, der unterwegs ist für einen geliebten Menschen einen Roadtrip durch Deutschland zu machen und sein Reisetagebuch zu vervollständigen, bieten sich ihr einige Möglichkeiten, da sie sich auch zu Anton hingezogen fühlt. So wächst ihrer beide Liebe zu einander - bis Lana erfährt, wer Anton wirklich ist.

Das Cover passt nicht nur hervorragend zu den Büchern der Autorin, sondern auch zu diesem Buch und ist ein echter Hingucker.

Der Schreibstil der Autorin ist wie gewohnt ausgezeichnet; Orte und Personen werden bildhaft (manchmal schon etwas zu viel) beschrieben.

Der Plot ist wie bei allen Büchern der Autorin wieder ausgezeichnet, denn wie immer handelt es sich um viel mehr als eine Liebesgeschichte. Es handelt sich wieder um eine Story, die zum Nachdenken anregt und starke Emotionen beim Leser hervorruft, obwohl es in diesem Buch etwas länger gedauert hat.

Auch nichts Neues ist, dass die Geschichten der Autorin zwar spannend sind, aber im Großteil auch sehr vorhersehbar. Nichtsdestotrotz gibt es aber auch immer die eine oder andere kleine Überraschung bzw. Wendung und man kann - vor allem aufgrund der Gefühle beim Lesen - das Buch kaum aus der Hand legen.

Was mich immer wieder fasziniert, ist , wie die Autorin in ihren Büchern Szenen hat, die wohl jeden an eine Situation in seinem Leben triggern. Also bei mir ist es jedenfalls so.

Fazit: Wieder sehr emotional, auch wenn es diesmal etwas länger dauert. 5 von 5 Sternen

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Veröffentlicht am 02.09.2025

Der burgenländische Columbo 2 - Wein und Cluj

Uhudler-Verschwörung
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Gruppeninspektor Sifkovits kommt zufällig beim Uhudler-Erzeuger Stipsits vorbei, der tot in seinem Keller aufgefunden wurde. Alles sieht nach einem Gärgasunfall aus, doch der Ermittler glaubt nicht daran. ...

Gruppeninspektor Sifkovits kommt zufällig beim Uhudler-Erzeuger Stipsits vorbei, der tot in seinem Keller aufgefunden wurde. Alles sieht nach einem Gärgasunfall aus, doch der Ermittler glaubt nicht daran. Sein Vorgesetzter teilt seine Meinung nicht und so übernimmt er die Ermittlungen im Geheimen - unterstützt von seiner Mutter und der restlichen "Kopftuchmafia", die ihn mit Informationen versorgen.

Das Cover des Buches ist ein echter Hingucker und auch passend, da es bei einem Heurigen in Stinatz aufgenommen wurde.

Der Schreibstil des Autors ist ausgezeichnet; Orte werden bildhaft dargestellt; bei den Charakteren nur die neuen, die den Fall betreffen. Es ist eben der 2. Fall vom Gruppeninspektor; für mich war es allerdings der erste gelesene.

Der Autor, den ich als Kabarettist und Schauspieler schätze, beweist hier seine Vielfältigkeit. Denn auch das Schreiben scheint ihm sehr zu liegen. Er schreibt über seine Heimat im burgenländisch-steirischen Grenzgebiet und hat mit Sifkovits einen Ermittler, der sehr an Columbo (den der Autor auch mag) erinnert. So wird auch über seine Frau immer nur geredet und er kehrt immer wieder um: "Noch eine Frage". Und seine Getränkvorliebe ist speziell: Käsepappeltee, wo er immer einen Beutel mithat.

Der Fall ist interessant und spannend auch zum Miträtseln; die Spannung ist hoch und auch der Humor ist deutlich zu spüren.

Das Lokalkolorit, das der Autor natürlich bestens kennt, ist auch mir nicht ganz unbekannt, da ich die Umgebung familienbedingt auch kenne.

Ich fühlte mich wunderbar unterhalten, was sich auch zeigte, indem ich das Buch an einem Tag gelesen habe (naja die Nacht war dazwischen). Und bald schon kommt der nächste Teil dran.

Fazit: witzig und spannend mit gutem Lokalkolorit. 5 von 5 Sternen

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Veröffentlicht am 01.09.2025

Eric Holler 3 - Zeugenschutz

Eric Holler: Gelsenkiller!
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Eric Holler fällt in den Zeitungen auf, dass im neuen Jahr 3 junge Mädchen verschwunden sind. Kriminalhauptkommissar Werthofen holt ihn dafür sogar als Berater dazu - obwohl es keine offizielle Vermisstenanzeige ...

Eric Holler fällt in den Zeitungen auf, dass im neuen Jahr 3 junge Mädchen verschwunden sind. Kriminalhauptkommissar Werthofen holt ihn dafür sogar als Berater dazu - obwohl es keine offizielle Vermisstenanzeige gibt. Als plötzlich das BKA auftaucht und Werthofen und dessen Chef unter Druck setzt, läuten nicht nur bei Holler die Alarmglocken.

Das Cover des Buches macht neugierig, obwohl es nicht wirklich viel aussagt.

Der Schreibstil des Autors ist gut. Man kann das Buch auch als Einzelband lesen, allerdings weiß man dann nur das nötigste über Holler und Werthofen.

Der Plot ist ausgezeichnet gewählt; der Spannungsbogen sehr hoch und überraschende Wendungen bekommt man viele zu lesen. Auch die Auflösung lässt keine Fragen offen und ist logisch konstruiert.

Positiv zu vermerken ist auch, dass sowohl Holler als auch sein Pendant bei der Polizei definitiv das Zeug für eine Reihe haben. Und so können die beiden sicher noch einige Fälle lösen.

Allerdings störte mich diesmal doch der sehr nüchterne, eher emotionslose Schreibstil des Autors in diesem Fall. Die Charaktere konnten so auch keine Tiefe bekommen und wirklich überzeugen.

Nichtsdestotrotz fühlte ich mich gut unterhalten und die Bewertung steigt gegenüber den ersten beiden Bänden erneut.

Fazit: kurzweiliger, aber sehr nüchterner Thriller/Krimi. 4,5 von 5 Sternen

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Veröffentlicht am 30.08.2025

Kalkbrenner 5 - Hänsel und Gretel

Märchenwald
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Der 10-jährige Max wird zusammen mit seiner 4-jährigen Schwester Ellie geweckt und in den Wandschrank gesperrt. Ihre letzten Worte: Geht... zu Opa...auf...Fall! Da sie keine Spur ihrer Mutter finden, machen ...

Der 10-jährige Max wird zusammen mit seiner 4-jährigen Schwester Ellie geweckt und in den Wandschrank gesperrt. Ihre letzten Worte: Geht... zu Opa...auf...Fall! Da sie keine Spur ihrer Mutter finden, machen sie sich auf den weg zu ihrem Großvater. Währenddessen bekommt es Kommissar Paul Kalkbrenner in Berlin mit gleich 2 Fällen zu tun: Einerseits wird ein Einbruch bei einem Friseur verübt, bei dem ein Einbrecher durch einen Unfall stirbt und der andere spurlos verschwunden ist. Zum anderen wird ein älterer Mann tot aufgefunden - ein Herzinfarkt. Doch tauchen in seiner Tiefkühltruhe Dinge auf, die eine Ermittlung nach sich ziehen. Zoe wacht währenddessen auf der Straße auf und kann sich an nichts erinnern.

Das Buch ist unter verschiedenen Covers erschienen - ich habe das weiße mit den Bäumen. Es ist wunderbar gemacht ist, passt zum Titel des Buches aber ist auch ein wenig nichtssagend. Nichtsdestotrotz lässt es einem das Buch in die Hand nehmen.

Der Schreibstil des Autors - es handelt sich um Marcel Feiges Pseudonym - ist hervorragend. Orte und Charaktere werden bildhaft dargestellt.

Die Spannung ist von der ersten bis zur letzten Seite auf maximal hohem Niveau, ohne jemals abzusinken. Überraschende Wendungen sind zuhauf vorhanden und der Plot ist hervorragend konstruiert. Ebenso die Protagonisten, allen voran natürlich Kommissar Paul Kalkbrenner, der mich schmunzeln ließ, weil es ja auch einen DJ mit gleichem Namen gibt.

Kalkbrenner ist authentisch und hat mit seinem Privatleben auch einige Baustellen, die in diesem Fall auch eine wichtige Rolle einnehmen. Zum einen will seine schwangere Tochter in Paris studieren, zum anderen kämpft seine demente Mutter nach einem Schlaganfall um ihr Leben. Seine Ex-Frau, die ihn in keinster Weise versteht, ist da auch nicht wirklich eine Hilfe. Er ist eher ein Einzelgänger, hat aber eine Partnerin und ein Team um sich.

Natürlich kann man als Leser erahnen, was Max´ Mutter wirklich meint, aber für Kinder ist es nachvollziehbar. Und ich konnte mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie der Autor die 2 Fälle von Kalkbrenner und die Geschichten um Zoe und Max unter einen Hut bringt, was dem Autor aber auf logische Art gelingt. Zudem gelingt es dem Autor auch einige Nebenhandlungen einzubauen, das dem Leser auch nur bedingt zu Luft kommen lässt.

Ja, am Ende gibt es für den Leser die eine oder andere ungelöste Frage, die man vielleicht noch einbauen hätte können, weil am Ende einfach alles schnell geht. Aber dies ist wirklich Meckern auf hohem Niveau.

Genauso muss ein Thriller sein.

Für mich war es der 1. Band um Kalkbrenner, aber sicher nicht der letzte. Man kann das Buch aber definitiv auch für sich lesen.

Fazit: spannend, überraschend, authentisch - und eklig. 5 von 5 Sternen

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