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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.08.2023

Außergewöhnliche Protagonistin, sehr feinfühlig umgesetzt

October, October
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October ist glücklich mit ihrem einfachen Leben in der Hütte im Wald. Aber als ihr Vater nach einem schweren Unfall ins Krankenhaus muss, kann sie dort nicht alleine bleiben und muss zu ihrer Mutter in ...

October ist glücklich mit ihrem einfachen Leben in der Hütte im Wald. Aber als ihr Vater nach einem schweren Unfall ins Krankenhaus muss, kann sie dort nicht alleine bleiben und muss zu ihrer Mutter in die laute und verwirrende Großstadt London ziehen.
Diese wunderschöne Geschichte für Kinder ab 11 Jahren gibt jungen (und älteren) Lesern einen Einblick in die Perspektive einer sehr außergewöhnlichen Protagonistin. October wird nicht in eine Schublade gesteckt, aber sie denkt und fühlt auf jeden Fall anders als die meisten Menschen um sie herum. Das wird erst so richtig deutlich, als sie aus ihrer gewohnten Umgebung herausgerissen wird und sich nur schwer zurechtfindet.
Mir hat vor allem der Schreibstil sehr gefallen, mit dem die Autorin hier die Gedanken und Gefühle von October zu Papier gebracht hat. Dadurch wird, ganz ohne dass es ausgesprochen wird, sehr deutlich, wie verwirrend das Leben in der Stadt und der völlig andere Alltag (mit Schule) für sie ist - aber später auch, wie sie nach und nach eine Veränderung durchmacht. Gleichzeitig bleibt sie im Kern aber auch sich selbst treu, was ganz toll gelöst war.
Alles in allem war es eine wirklich bezaubernde Geschichte, die einige wichtige Themen sehr feinfühlig aufarbeitet. Ich habe unglaublich gerne Zeit an Octobers Seite verbracht und kann dieses Buch nur uneingeschränkt weiterempfehlen.

Veröffentlicht am 02.08.2023

Atmosphärisch und vielschichtig

Nachts erzähle ich dir alles
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Als Léas Alltag sie an den Rand eines Burnouts manövriert, zieht sie die Notbremse und entschließt sich, einen Sommer im alten Ferienhaus der Familie im Süden Frankreichs zu verbringen. Dort werden aber ...

Als Léas Alltag sie an den Rand eines Burnouts manövriert, zieht sie die Notbremse und entschließt sich, einen Sommer im alten Ferienhaus der Familie im Süden Frankreichs zu verbringen. Dort werden aber nicht nur unzählige alte Erinnerungen wach, denn durch ein dramatisches Ereignis im Hier und Jetzt steht auf einmal Émile, ein eigentlich unbekannter junger Mann, mit sehr viel Redebedarf vor ihrer Tür.
Diesem Roman gelingt es unvergleichlich, den Leser an die sommerliche Côte d’Azur zu versetzen. Schon direkt nach Léas Ankunft in dem kleinen französischen Ort hat man das Gefühl direkt mit ihr auf der Terrasse zu sitzen und die Auszeit zu genießen. Wobei der Roman alles andere als langweilig ist. Anika Landsteiner gelingt es ganz wunderbar, ruhige und nachdenkliche Passagen mit emotional aufwühlenden Abschnitten abzuwechseln, so dass das Tempo insgesamt einfach perfekt ist.
Léa ist auf jeden Fall eine interessante reflektierte und neugierige Protagonistin, an deren Seite ich gerne durch die Erzählung geflogen bin. Eine Liebesgeschichte, eine Familiengeschichte und auch ein Stück weit ein Appell für die Selbstbestimmung der Frau – dieser Roman hat definitiv viele Schichten, die geschickt miteinander verwoben sind und die es nach und nach zu entdecken gilt.
Mich hat dieses Buch von Anfang an gepackt und bis zur letzten Seite nicht losgelassen, weshalb ich auf jeden Fall eine absolute Leseempfehlung aussprechen kann.

Veröffentlicht am 02.08.2023

Aufregende Achterbahnfahrt

Seaside Hideaway – Unsafe
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Aufgrund von Ereignissen in der jüngeren Vergangenheit befinden sich Nevah und ihre Familie im Zeugenschutzprogramm, was bedeutet: Neue Namen, ein neues Zuhause und möglichst alle anderen auf Abstand halten. ...

Aufgrund von Ereignissen in der jüngeren Vergangenheit befinden sich Nevah und ihre Familie im Zeugenschutzprogramm, was bedeutet: Neue Namen, ein neues Zuhause und möglichst alle anderen auf Abstand halten. Nevah kämpft an sich schon mit den emotionalen und seelischen Folgen, aber nun ist da auch noch Jackson, der Surfer Boy von nebenan, der alle möglichen Gefühle in ihr weckt und alles andere als uninteressant ist.
Die Autorin Leonie Lastella ist für mich eine der wenigen Autorinnen, bei denen es mir wirklich Spaß macht, im New-Adult-Genre zu lesen. Wie auch schon bei ihren vorherigen Büchern gelingt es ihr hier wieder einmal, eine gute Balance zwischen Romance und Drama zu finden, ohne dass etwas davon zu übertrieben wirkt oder die Figuren schablonenhaft daherkommen.
Die Geschichte um Nevah und auch ihren Bruder Miller ist definitiv spannend, da man erst nach und nach erfährt, warum sich die Familie in der Situation befindet, aber sie bringt auch eine ganze Wagenladung Emotionen mit sich, so dass man sich als Leser schon mal auf eine aufregende Achterbahnfahrt gefasst machen sollte. Nevah, Miller und Jackson, aber auch so manche Nebenfiguren, sind mir ziemlich schnell ans Herz gewachsen.
Das ist auch der Grund, weshalb ich mich dann doch noch mit der Tatsache versöhnen konnte, dass es sich nicht um einen Einzelband handelt – so gibt es im nächsten Teil nämlich zumindest ein Wiedersehen mit den dreien. Einzig das Ende des Buches bzw. des ersten Teils empfand ich als etwas zu flach für meinen Geschmack, hier hätte mir noch etwas mehr „Schmackes“ gewünscht.
Alles in allem konnte mich Leonie Lastella aber wieder richtig gut unterhalten und ich freue mich jetzt schon auf die Fortsetzung im Oktober.

Veröffentlicht am 02.08.2023

Leise, feinfühlig und emotional

Wo du mich findest
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Sophie befindet sich bereits in einer Krise, als sie flüchtig einem unbekannten Mann begegnet, der sie in ihren Träumen nicht mehr loslässt. Als das Leben unaufhörlich weiter seinen Lauf nimmt, beschließt ...

Sophie befindet sich bereits in einer Krise, als sie flüchtig einem unbekannten Mann begegnet, der sie in ihren Träumen nicht mehr loslässt. Als das Leben unaufhörlich weiter seinen Lauf nimmt, beschließt sie, sich auf die Suche nach ihm zu machen.
Die Geschichte um Sophie und den Fremden in einem Rügener Café war auf jeden Fall eine außergewöhnliche, die einen emotional mit auf eine Reise nimmt, bei der man nicht von vorneherein weiß, wohin sie geht. Mich hat sie völlig gepackt und ich konnte das Buch erst wieder aus der Hand legen, als ich damit durch war.
Sophie ist mit ihrer erfrischend ehrlichen Art eine ungeheuer sympathische und nahbare Protagonistin. Als Leser erlebt man einige ungemütliche Zeiten mit ihr mit, aber ihre Art sorgt dafür, dass es zwar immer wieder melancholisch, aber nie düster wird.
Auch sprachlich konnte mich das Buch sehr begeistern. Sophies Beruf als Übersetzerin und ihre damit verbundene Sprachgewandtheit kamen sozusagen zwischen den Zeilen nochmals zum Tragen, und das hat mir richtig gut gefallen.
Alles in allem war „Wo du mich findest“ für mich ein wunderschönes kleines Lesehighlight, dem ich – obwohl ich so schnell durch war – sicherlich noch eine ganze Weile nachhängen werde.

Veröffentlicht am 02.08.2023

Außergewöhnliche Geschichte mit etwas schwacher Protagonistin

Askendor – Spiel mit der Wirklichkeit
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Ganz zufällig bekommt die 15jährige Florentine einen Einblick in ein beliebtes Online-Rollenspiel, Askendor. Und obwohl das eigentlich gar nicht ihr Ding ist, wird schlagartig ihr Interesse daran geweckt, ...

Ganz zufällig bekommt die 15jährige Florentine einen Einblick in ein beliebtes Online-Rollenspiel, Askendor. Und obwohl das eigentlich gar nicht ihr Ding ist, wird schlagartig ihr Interesse daran geweckt, denn der gutaussehende Thronfolger von Askendor scheint ihr durch den Bildschirm in die Augen zu sehen…
Die Prämisse zu dieser Geschichte fand ich richtig interessant: Eine Figur aus einem Rollenspiel gelangt in die Realität und muss sich dort zurechtfinden – und die Protagonistin scheint außerdem ein klein wenig ihr Herz an ihn zu verlieren. Dieser Teil der Geschichte hat auf jeden Fall meine Erwartungen erfüllt und es hat sehr viel Spaß gemacht, mir den kriegerischen Thosse von Baar als Austauschschüler Tom vorzustellen.
Allerdings ist bei mir beim Rest der Story nicht so ganz der Funke übergesprungen. Das lag zum einen an der Protagonistin Florentine, die sich mal unglaublich jung und dann wieder viel zu erwachsen verhielt und die gefährlichsten Situationen gefühlt mit einem Schulterzucken abtat. Zum anderen lag es aber auch an dem Rollenspiel-Teil, der sich manchmal sehr schleppend las und gelegentlich etwas unausgegoren wirkte.
Alles in allem war es eine außergewöhnliche Geschichte, die sich gut liest, die mich aber leider nicht komplett überzeugen konnte.