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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.01.2026

Eine intensive und schmerzhafte Neuerzählung

Medea
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„Medea“ von Rosie Hewlett war für mich ein absolutes Jahreshighlight und ein Buch, das mich emotional komplett aufgewühlt hat. Selten hat mich eine Geschichte so viele Gefühle gleichzeitig spüren lassen ...

„Medea“ von Rosie Hewlett war für mich ein absolutes Jahreshighlight und ein Buch, das mich emotional komplett aufgewühlt hat. Selten hat mich eine Geschichte so viele Gefühle gleichzeitig spüren lassen Wut, Trauer, Eifersucht, Mitleid und eine tiefe, schmerzhafte Verbundenheit zu einer Figur. Die Erzählweise ist grandios, dauerhaft spannend und dabei stark charakterfokussiert. Alles fühlt sich eindringlich und nachvollziehbar an, sodass man Medeas Schmerz, ihre Hoffnung und ihre innere Zerrissenheit nicht nur versteht, sondern selbst erlebt.



Ich kannte Medeas Geschichte vorher nicht und war vollkommen ahnungslos, wie sich alles entwickeln würde, was die Lektüre noch intensiver gemacht hat. Die komplexen Beziehungen und Dynamiken wirkten erschreckend zeitlos, denn obwohl es sich um historisches Fantasy handelt, könnten viele dieser Machtverhältnisse genauso gut in der heutigen Welt existieren. Dieses Buch zeigt eindrucksvoll, dass ein Charakter nicht sympathisch sein muss, um Mitgefühl auszulösen.



Die Geschichte baut über Seiten hinweg eine stille, beklemmende Spannung auf, die sich schließlich in einem der emotional intensivsten Höhepunkte entlädt, die ich je gelesen habe. In den letzten Kapiteln musste ich immer wieder innehalten und tief durchatmen. Rosie Hewlett schreibt mit einer Schönheit, die weh tut, jedes Wort trägt Gefühl und Rhythmus in sich. Medea erscheint in ihrer ganzen Macht, ihrem Schmerz und ihrem Schrecken erschütternd vollkommen.



Das ist kein einfaches Retelling, sondern eine Richtigstellung im Namen aller Frauen. Feministisch, düster, ergreifend und eine Geschichte, die mich bitterlich hat weinen lassen und die mich nie wieder loslassen wird.

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Veröffentlicht am 18.11.2025

Viel Potenzial, aber nicht das, was ich erhofft hatte

Rosen & Violen - Rosenholm-Trilogie (#1)
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Ich war mir eigentlich ziemlich sicher, dass ich diese Reihe lieben würde, allein schon wegen der wunderschönen Aufmachung und den Themen, die genau meinen Geschmack treffen. Vielleicht waren meine Erwartungen ...

Ich war mir eigentlich ziemlich sicher, dass ich diese Reihe lieben würde, allein schon wegen der wunderschönen Aufmachung und den Themen, die genau meinen Geschmack treffen. Vielleicht waren meine Erwartungen deshalb etwas zu hoch, denn der Schreibstil ist insgesamt recht einfach gehalten und ich hatte mir gerade wegen der Thematik ein wenig mehr erhofft. Wirklich schwierig fand ich die romantisierte Lehrer-Schülerin-Dynamik. Die Mädchen sind 15 bis 16, der Love Interest ist sechs Jahre älter und ein Referendar, der sie sogar unterrichtet. Das Buch stellt diese Beziehung leider positiv dar, was ich problematisch finde. Auch andere altere Love Interests werden als aufregend beschrieben, auch wenn diese zumindest noch in einem akzeptablen Altersrahmen bleiben. Für so junge Protagonistinnen ist das kein angemessenes Bild.

Trotzdem hatte das Buch auch schöne Aspekte. Es ist eine leichte, angenehme Unterhaltung mit vier Perspektiven, was ich sehr mag, und die Ich-Perspektive macht alles nahbarer. Besonders der Found-Family-Aspekt hat mir gut gefallen. Anfangs hatte ich Schwierigkeiten, die Mädchen auseinanderzuhalten, aber das wurde besser. Ab etwa 60 Prozent hat mir das Buch deutlich mehr Spaß gemacht, weil der Mystery-Teil stärker in den Vordergrund rückt. Insgesamt hätte ich mir mehr Tiefe gewünscht, denn sowohl Charaktere als auch Unterrichtseinblicke bleiben eher oberflächlich. Der Plot verläuft geradeaus, ohne große Wendungen. Am spannendsten fand ich tatsächlich den Antagonisten, weil er zumindest leichte Ansätze einer komplexeren Psyche zeigt.

Am Ende wurde ich unterhalten, aber nicht beeindruckt. Kein schlechtes Buch, nur eines, das hinter meinen Erwartungen zurückgeblieben ist und in Teilen problematisch ist. Die Reihe möchte ich trotzdem weiterverfolgen.

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Veröffentlicht am 16.11.2025

Ein fesselndes, emotionales Finale, das alles übertrifft

As Good as Dead
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Der Abschlussband hat die Reihe auf ein ganz neues Level gehoben. Schon von Anfang an spürt man die Bedrohung und die emotionale Tiefe, die den Thriller ausmachen. Pip wird noch greifbarer, ihre inneren ...

Der Abschlussband hat die Reihe auf ein ganz neues Level gehoben. Schon von Anfang an spürt man die Bedrohung und die emotionale Tiefe, die den Thriller ausmachen. Pip wird noch greifbarer, ihre inneren Konflikte und moralischen Entscheidungen sind spürbar, und die Geschichte steigert sich von einem YA-Krimi zu einem psychologisch intensiven Thriller.

Die Wendungen sind clever, die Spannung konstant und die Emotionen intensiv. Neben dem Thriller-Aspekt gibt es weiterhin kleine Einblicke in Pips Alltag, die die Protagonistin nahbar und menschlich machen. Das Ende ist stark, berührend und lässt die Reihe noch einmal in einem intensiven Licht erscheinen. Von Band zu Band steigert sich die Handlung an Komplexität, Emotion und Spannung, dieses Finale übertrifft alles zuvor Gelesene und hinterlässt einen bleibenden Eindruck. Absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 16.11.2025

Noch emotionaler und spannender als Band 1

Good Girl, Bad Blood
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Der zweite Band der Reihe hat mich emotional noch mehr gepackt. Die Handlung entwickelt sich komplexer, die Bedrohung spürbarer und die Wendungen so clever, dass ich ständig überrascht wurde. Pip muss ...

Der zweite Band der Reihe hat mich emotional noch mehr gepackt. Die Handlung entwickelt sich komplexer, die Bedrohung spürbarer und die Wendungen so clever, dass ich ständig überrascht wurde. Pip muss erneut Ermittlungen anstellen, während sie gleichzeitig mit persönlichen Herausforderungen kämpft. Man leidet, fiebert und rätselt Seite für Seite mit.



Holly Jackson schafft es, die Balance zwischen Spannung, Emotionen und moralischen Fragen zu halten. Neben den Ermittlungen wird auch die wundervolle Beziehung zwischen Pip und Ravi sichtbar, die der Geschichte Wärme und Tiefe verleiht, ohne die Spannung zu unterbrechen. Dieser Band ist intensiver, emotionaler und dunkler als der erste, zeigt die Entwicklung von Pip eindrucksvoll und lässt den Leser*innen keinen Moment der Ruhe. Unglaublich fesselnd, clever konstruiert und emotional stark.

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Veröffentlicht am 16.11.2025

Ein perfekter Auftakt

A Good Girl’s Guide to Murder
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Der erste Band der Reihe hat mich von der ersten Seite an gefesselt. Pip ist sofort sympathisch: schlau, neugierig und gleichzeitig so menschlich mit all ihren Unsicherheiten, dass man sich direkt mit ...

Der erste Band der Reihe hat mich von der ersten Seite an gefesselt. Pip ist sofort sympathisch: schlau, neugierig und gleichzeitig so menschlich mit all ihren Unsicherheiten, dass man sich direkt mit ihr verbunden fühlt. Die Geschichte wird aus der dritten Person erzählt, wodurch alles klar strukturiert ist, aber trotzdem greifbar und nah wirkt. Besonders gefallen haben mir die Einschübe von Protokollen, Karten und Aufzeichnungen, die die Ermittlungen lebendig machen und den Text fast dokumentarisch wirken lassen.

Die Handlung ist spannend und unvorhersehbar, hält immer den Fokus auf dem Fall, aber lässt auch Raum für kleine Einblicke in Pips Alltag. Schule, Freundschaften und persönliche Momente verleihen der Geschichte Tiefe. Die leichte Lovestory ist dezent eingearbeitet und stört die Spannung überhaupt nicht, sie fühlt sich natürlich und authentisch an. Emotional, clever und mit Herz geschrieben, dieser Band hat mir alles geliefert, was ich mir von einem YA-Krimi erhofft habe. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen und war sofort neugierig auf die Fortsetzung.

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