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Samira0112

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.09.2025

Langsamer Einstieg, starkes Finale

Der Fluch von Ashburn House
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Das Buch hat mich zwiegespalten zurückgelassen. Der Anfang zieht sich ziemlich, das Pacing ist sehr langsam und es dauert eine ganze Weile, bis wirklich Spannung aufkommt. Adrienne wirkt für mich oft zu ...

Das Buch hat mich zwiegespalten zurückgelassen. Der Anfang zieht sich ziemlich, das Pacing ist sehr langsam und es dauert eine ganze Weile, bis wirklich Spannung aufkommt. Adrienne wirkt für mich oft zu passiv und flach, gerade weil man die ganze Zeit aus ihrer Perspektive liest und sich die meiste Zeit nur im Haus aufhält, hätte ich mir mehr Einblicke in sie gewünscht. Das Buch ist aus der dritten Person geschrieben, was ich grundsätzlich interessant finde, aber bei dem langsamen Tempo hätte es für mich mehr Tiefe gebraucht, um die Handlung fesselnder zu machen.

Die Atmosphäre ist auf jeden Fall düster und unheimlich, aber ich hätte mir noch mehr Beschreibungen gewünscht, die das Haus und die Umgebung richtig lebendig und bedrückend machen. Wolfgang, Adriennes Katze, mochte ich richtig gern, er bringt kleine Highlights zwischen all der Bedrohung und Unheimlichkeit.

Nach der Hälfte nimmt das Buch dann endlich Fahrt auf, und besonders das Ende hat mich richtig überrascht. Es ist spannend, gruselig und unheimlich, genau das, was ich mir von einem Horrorbuch erhoffe. Trotzdem reicht das tolle Finale für mich nicht aus, um den langsamen, zähen Anfang und die Mitte komplett auszugleichen.

Das Buch hat seine Stärken, aber auch seine Schwächen. Wer geduldig ist, wird am Ende mit Spannung und Horror belohnt, aber der langsame Einstieg und Adriennes passive Art machen es stellenweise schwer, dranzubleiben.

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Veröffentlicht am 25.09.2025

Ein Krimi voller Charm und Spannung

Death at Morning House
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Dieses Buch hat mich richtig gefesselt. Erzählt wird aus Marlowes Ich-Perspektive, und man spürt sofort, wie sympathisch sie ist. Ihre Gedanken und Gefühle sind sehr nachvollziehbar. Am meisten haben mich ...

Dieses Buch hat mich richtig gefesselt. Erzählt wird aus Marlowes Ich-Perspektive, und man spürt sofort, wie sympathisch sie ist. Ihre Gedanken und Gefühle sind sehr nachvollziehbar. Am meisten haben mich der Schreibstil und der Humor überzeugt. Sie machen das Lesen leicht, unterhaltsam und bringen einen immer wieder zum Schmunzeln. Besonders schön fand ich außerdem, dass Marlowe zwischendurch direkt die Leser/innen anspricht. Das verleiht der Geschichte einen charmanten Ton, ohne aufgesetzt zu wirken.

Das Buch spielt in zwei verschiedenen Zeiten: Zum einen die Gegenwart auf der abgelegenen Insel, zum anderen die Vergangenheit der Villa in den Dreißigern. Dieser Aufbau gibt der Geschichte viel Tiefe und macht sie besonders spannend, weil sich Stück für Stück erschließt.

Auch die anderen Charaktere wachsen einem ans Herz. Die Dynamik innerhalb der Freundesgruppe ist sehr schön und macht viele Szenen lebendig. Die Lovestory bleibt im Hintergrund, wodurch das Buch trotzdem ein schnelles und flüssiges Tempo hat.

Die Ermittlungen treten erst nach der Hälfte stärker in den Vordergrund, wer auf klassische Krimis mit vielen Hinweisen hofft, könnte hier etwas anderes erwarten. Trotzdem ist die Handlung nie vorhersehbar und hat diese Mischung aus Humor, Gusel und Geheimnis, die richtig Spaß macht.

Insgesamt ist es ein spannendes und unterhaltsames Buch, das man kaum aus der Hand legen möchte.

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Veröffentlicht am 29.08.2025

Nicht der typische Thriller, aber fesselnd

I Know Where You Buried Your Husband
3

Das Buch war völlig anders, als ich es mir vorgestellt habe, und genau das war für mich zugleich positiv und negativ.

Der Schreibstil ist sehr leicht, manchmal fast zu kommentarlos, weil Dinge einfach ...

Das Buch war völlig anders, als ich es mir vorgestellt habe, und genau das war für mich zugleich positiv und negativ.

Der Schreibstil ist sehr leicht, manchmal fast zu kommentarlos, weil Dinge einfach im Raum stehen bleiben und keine Einordnung bekommen. Das sorgt zwar für eine besondere Atmosphäre, aber es macht die Geschichte auch leiser und langsamer. Wer hier auf viele Thrillerelemente hofft, könnte enttäuscht sein, denn der Fokus liegt klar auf den fünf Hauptfiguren und ihren Leben. Erzählt wird in der Ich-Perspektive, was für Nähe sorgt, aber eben auch still wirkt.

Sehr positiv fand ich, wie sehr mich das Buch in seinen Bann ziehen konnte. Die Figuren sind realistisch, vielfältig und nicht sympathisch gezeichnet und alle haben ihre Macken, was sie unglaublich menschlich macht. Das hat mir beim Lesen richtig gefallen, weil ich sie dadurch leicht auseinanderhalten und jede auf ihre Art interessant fand. Manche Szenen waren zudem so emotional geschrieben, dass ich sie erstmal verarbeiten musste.

Beworben wird das Buch mit schwarzem Humor, den habe ich allerdings kaum gefunden. Auch feministisch habe ich es nicht so stark wahrgenommen, wie ich erwartet hatte. Viele wichtige Themen werden angeschnitten, wie etwa internalisierte Misogynie oder White Feminism, aber ohne wirkliche Erklärung oder Wertung. Ich glaube, dass man schon ein gewisses Vorwissen braucht, um die Themen wirklich einordnen zu können.

Negativ aufgefallen sind mir außerdem die ständigen Harry-Potter-Bezüge. Für mich passt das nicht in einen Roman, der aktuelle feministische Fragen aufgreifen will, weil man J. K. Rowling als Autorin nicht weiter Plattform bieten sollte. Auch eine Content Note hätte ich mir sehr gewünscht.

Am Ende bleibt für mich ein leiser, nachdenklicher Roman. Kein Pageturner, aber ein Buch, das mit interessanten Figuren, intensiven Szenen und wichtigen Themen überzeugt, auch wenn nicht alles ganz rund war.

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Veröffentlicht am 14.08.2025

Gute Idee, mäßige Umsetzung

A Dance of Lies
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Zu Beginn hat mich das Buch positiv überrascht. Vasalie ist keine typische starke Heldin, sondern macht die Geschichte durch ihre körperliche Einschränkung interessant. Das Thema der Tänze ist erfrischend ...

Zu Beginn hat mich das Buch positiv überrascht. Vasalie ist keine typische starke Heldin, sondern macht die Geschichte durch ihre körperliche Einschränkung interessant. Das Thema der Tänze ist erfrischend anders und gibt der Geschichte eine schöne Atmosphäre. Die Spannung entsteht durch die langsam enthüllte Vergangenheit und die geheimnisvollen Beziehungen zwischen den Figuren. Auffällig ist, dass die Fantasy-Elemente eher zurückhaltend sind, was mich persönlich aber nicht gestört hat.

Im Verlauf wurden einige Entwicklungen für mich weniger glaubwürdig. So scheint es fast schon zu einfach, dass sich gleich mehrere wichtige Männer sehr schnell zu Vasalie hingezogen fühlen. Das wirkte für mich wenig nachvollziehbar. Außerdem wirkt es oft so, als würden die Figuren ihr zu schnell verzeihen und vertrauen, trotz der Folgen, die sie verursacht hat. Das Schwarz-Weiß-Denken hat die Tiefe der Charaktere für mich etwas geschmalert. Dazu kam dann noch der Kosename „Mäuschen", den ich unangenehm fand.

Auch der körperliche Zustand von Vasalie, der anfangs noch präsent und bedeutsam wirkte, spielt später kaum noch eine Rolle, was ich schade fand. Die Liebesgeschichte war für mich nicht stimmig, die Beziehungen fühlten sich oft konstruiert an. Das Tanzen bleibt trotz der zentralen Rolle eher eine schöne Kulisse, ohne ganz in die Tiefe zu gehen.

Sprachlich punktet das Buch mit einem atmosphärischen Stil, der viele Szenen lebendig macht. Einige Momente haben mich wirklich gepackt und für Spannung gesorgt. Das Ende wirkte für mich jedoch etwas gehetzt und emotional distanziert.

Insgesamt ist es eine Romantasy, die sich durch interessante Ideen und eine ungewöhnliche Heldin vom Genre abhebt, mich aber nicht allen Punkten überzeugt hat.

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Veröffentlicht am 07.08.2025

Ein intelligenter Thriller mit Sogwirkung

Der Da Vinci Code
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Die Geschichte startet direkt mit Spannung und wird von Seite zu Seite intensiver. Erzählt wird aus der dritten Person mit wechselnden Perspektiven, was die Handlung noch undurchschaubarer macht.
Niemand ...

Die Geschichte startet direkt mit Spannung und wird von Seite zu Seite intensiver. Erzählt wird aus der dritten Person mit wechselnden Perspektiven, was die Handlung noch undurchschaubarer macht.
Niemand zeigt sofort sein wahres Gesicht. Jeder Charakter wirkt, als würde er etwas verbergen, selbst die, die man eigentlich sympathisch findet.

Robert Langdon ist ein ruhiger, kluger und angenehm sachlicher Charakter. Seine Gedanken beim Lösen der Rätsel sind nachvollziehbar und spannend zugleich.
Die Story entwickelt sich rasant. Kaum wurde ein Geheimnis gelöst, wartet schon das nächste.

Besonders spannend ist, dass die Kapitel sehr kurz sind und oft mit Cliffhangern enden. Das sorgt dafür, dass man immer weiterlesen muss, weil man unbedingt wissen will, wie es weitergeht.

Der Schreibstil ist leicht zugänglich, aber trotzdem klug und durchdacht. Er passt perfekt zur Atmosphäre der Geschichte, die gleichzeitig mysteriös, geschichtlich aufgeladen und voller geheimer Codes ist.

Besonders gefallen haben mir die Themen des Buches: Geheimbünde, Heidentum, Kunstgeschichte, religiöse Ursprünge und unterschwellige Kritik am Patriarchat. Ein Teil der Auflösung ließ sich erahnen, aber das große Ganze kam völlig überraschend.
Dieses Buch ist ein Pageturner, wie man ihn sich wünscht.

⚠️ Im Buch wird das Wort „Zigeuner" verwendet - ein Begriff, der heute als abwertend und diskriminierengilt und nicht mehr genutzt werden sollte. ⚠️

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