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Veröffentlicht am 24.08.2023

Kleiner Kritik zum Trotz sehr unterhaltsam

Glückssterne über dem kleinen Café an der Mühle
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Inhalt:
Dottis Bistro wird immer bekannter und Gäste aus dem In- und Ausland machen sich auf nach Wümmerscheid-Sollensbach, um sich von der Qualität der ländlichen Küche zu überzeugen. Die Besitzerin Sophie ...

Inhalt:
Dottis Bistro wird immer bekannter und Gäste aus dem In- und Ausland machen sich auf nach Wümmerscheid-Sollensbach, um sich von der Qualität der ländlichen Küche zu überzeugen. Die Besitzerin Sophie strebt aber nach mehr und möchte für Dottis Bistro wortwörtlich die Sterne vom Gastrohimmel holen. Doch ist ihr Koch und Küchenchef Louis die geeignete Besetzung für den Posten? Und lassen sich durchwachte Nächte mit diesen hohen Ambitionen vereinbaren?

Meine Meinung:
Einmal mehr durfte ich zu Sophie von Metten nach Wümmerscheid-Sollensbach reisen und mich kulinarisch verwöhnen lassen. Das Autor*innenduo hat definitiv nicht zu viel versprochen und sogar einige Einblicke in die Sterneküche gewährt, was mir sehr gut gefallen hat. Auch zarte romantische Entwicklungen und mit einem Augenzwinkern erzählte Geschichten rund um den Lattenlurch, der für die grosse Bekanntheit der Region mitverantwortlich ist, haben mich bestens unterhalten.
Weniger gut gefallen hat mir, dass Sophie sich nach der Geburt ihrer Tochter zu einer ganz ekelhaft selbstgerechten Person entwickelt. Dies wird zwar - zum Glück - im weiteren Verlauf der Geschichte noch relativiert und Sophie sieht ein, dass sie sich falsch verhalten hat, aber es passt einfach so gar nicht zu ihrem Charakter. Ausserdem finden sich im Buch einige Kapitel, in denen frischgebackene Mütter sich damit quälen, ihr "altes" Gewicht wieder zu erreichen. Ich frage mich immer, warum es nötig ist, einem Körper, der gerade einen Menschen geschaffen hat, diese Zwänge überzustülpen. Es ist dabei auch komplett egal, wie humorvoll dieses Buch daherkommt, das hat in einer solchen Wohlfühlgeschichte eben genau nichts zu suchen.

Schreibstil und Aufbau:
Am Anfang dieses Buches wird vor allem das Familienleben der Familie von Metten mit ihrem kleinen Töchterchen portraitiert. Das hat mich persönlich nicht so interessiert und wirkte in meinen Augen aus den oben genannten Gründen auch nicht immer ganz rund erzählt. Als es Sophie und Peter aber nach und nach schaffen, ihren Alltag als Familie und die jeweilige Arbeit unter einen Hut zu bringen und sich in dieser nicht ganz einfachen Phase ihres Lebens auch Hilfe holen, wo sie diese benötigen - was ich übrigens sehr schön und realistisch dargestellt fand - wird die Geschichte immer runder. Man bemerkt, dass die Schreibenden sich wieder auf gewohntem Terrain bewegen und die Abstecher in die Küche werden mehr, spannender und vor allem mit viel Hintergrundwissen gespickt erzählt.
Wie in den Vorgängerbänden ergänzen übrigens wieder einige Rezepte die Bücher, das finde ich persönlich immer sehr charmant. Als besonderes Extra hat eine bekannte Sterneköchin nicht nur einen Gastauftritt im Buch, sondern auch noch eines ihrer Rezepte verraten.

Meine Empfehlung:
Meiner Kritik zum Trotz hat mich dieser Roman insgesamt sehr gut unterhalten und es freut mich, dass ich noch einen weiteren Band vor mir habe, der wieder zur Weihnachtszeit spielt und den ich mir im Spätherbst kaufen werde.

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Veröffentlicht am 15.08.2023

Sehr dramatisch und trotzdem leicht erzählt

Hortensiensommer
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Inhalt:
Johanna ist Gärtnerin mit Leib und Seele und pflegt die Gärten in ihrem Kunden- und Freundeskreis mit viel Fachwissen und künstlerischem Geschick. Nur ihr eigener Garten kommt dabei manchmal zu ...

Inhalt:
Johanna ist Gärtnerin mit Leib und Seele und pflegt die Gärten in ihrem Kunden- und Freundeskreis mit viel Fachwissen und künstlerischem Geschick. Nur ihr eigener Garten kommt dabei manchmal zu kurz. Sie trägt ein trauriges Geheimnis mit sich herum, das ihr jegliche Lebensfreude raubt. Als Philipp in ihre Einliegerwohnung einzieht, realisiert sie, dass sie sich ihren Ängsten viel zu lange entzogen hat und beschliesst, ihn Schritt für Schritt in ihr Leben zu lassen.

Meine Meiung:
Von Ulrike Sosnitza habe ich bereits "Die Glücksschneiderin" und "Novemberschokolade" gelesen und möchte gerne auch weiter Bücher von ihr entdecken. An ihrem Schreibstil gefällt mir am besten, dass sie es schafft, sehr tragische, bewegende und/oder nachdenklich stimmende Themen in ihre Geschichten zu integrieren und dabei eine grosse Leichtigkeit und Natürlichkeit zu behalten. Die Geschichte wirkt nicht allzu konstruiert, sondern mitten aus dem Leben gegriffen, wenn auch einzelne Szenen ein wenig überspitzt dargestellt werden. Ausserdem ist das Cover zwar wunderschön, passt aber leider nicht zum Inhalt. Ich bin mir aber sicher, dass es vom Verlag gewählt worden ist, weil es nach "beste Unterhaltung und Sommerromanze" schreit (und somit ein ganz bestimmtes Publikum anzieht) und dass die Autorin wenig bis nichts mit dieser Wahl zu tun hatte.
Sosnitza hat sich übrigens sehr intensiv mit dem Anlegen und Pflegen von Gärten und den unterschiedlichsten Pflanzen auseinandergesetzt, was man auf jeder Seite spürt. Ich finde es immer wundervoll, wenn Autor*innen eigene Recherchen in ihre Geschichten einfliessen lassen und so direkt für ganz viele weitere Facetten und mehr Tiefgang sorgen. Klar, ein wenig Romantik kommt auch noch auf, aber letztendlich geht es in diesem Buch um eine Frau, die dachte, alles verloren zu haben und die durch ein starkes Umfeld und einen neue Bekanntschaft, aber vor allem durch ihren eigenen Mut und Willen wieder ins Leben zurückfindet.

Meine Empfehlung:
Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen und ich möchte es euch gerne empfehlen. Beachtet aber bitte, dass es einige nicht ganz einfache Themen beinhaltet.

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Veröffentlicht am 01.08.2023

Nach langsamem Start sehr unterhaltsam

Das Schweigen des Lemming: Lemmings dritter Fall
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Inhalt:
Alles beginnt mit einem erhängten Pinguin im Tiergarten Schönbrunn, einem aufmüpfigen Vierergespann aus der Kunstakademie, einer Erpressung und einem eigenwilligen Maler. Wie es weitergeht? Mit ...

Inhalt:
Alles beginnt mit einem erhängten Pinguin im Tiergarten Schönbrunn, einem aufmüpfigen Vierergespann aus der Kunstakademie, einer Erpressung und einem eigenwilligen Maler. Wie es weitergeht? Mit viel Chaos, einem ermittelnden Lemming und vielen abenteuerlichen Verstrickungen. Wie es endet? Auf jeden Fall nicht mit einem Akkordeonkonzert...

Meine Meinung:
Gestern Abend (Nacht) habe ich mein letztes Juli-Buch beendet und mich wieder einmal einem Lemming-Krimi gewidmet und ich gebe es zu: der Einstieg ist mir sehr schwer gefallen und war mir einfach irgendwie ein wenig zu zäh. Das wurde aber nach und nach besser, ich habe mich köstlich über den Ermittler und seine Methoden amüsiert und fand die Verstrickungen zwischen Kunstwelt, Politik und Lemmings Privatleben spannend und intelligent erzählt. Besonders gut gefallen hat mir, wie sehr Lemming immer wieder im Dunkeln tappt und sich in der Kunstwelt zuerst einmal zurechtfinden muss. Durch seine Erfahrung als Ermittler und seine Kombinationsgabe schafft er es, sich immer wieder zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu befinden und ausserdem wirkt der Ermittler ein wenig mehr in seinem Leben angekommen, was ihm sehr gut steht.
Nach den anfänglichen Längen hat sich dieser Lemming-Krimi zum bisher unterhaltsamsten entwickelt und ich bin schon gespannt auf die weiteren Bände der Reihe.

Meine Empfehlung:
Das Durchhalten lohnt sich, dieser Lemming-Krimi hat es in sich und ist vor allem ab dem zweiten Drittel an klugem Humor und kunstvollen Fettnäpfchen kaum mehr zu überbieten. Somit kann ich auch den dritten Band der Lemming-Reihe empfehlen.

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Veröffentlicht am 30.07.2023

Kurzweilig aber ohne Tiefgang

Tod im Anflug
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Inhalt:
Als auf einem Campingplatz zuerst ein toter Reiher und später auch noch ein toter Mensch gefunden wird, sind sämtliche geflügelten und flügellosen Zweibeiner in höchster Alarmbereitschaft. Vor ...

Inhalt:
Als auf einem Campingplatz zuerst ein toter Reiher und später auch noch ein toter Mensch gefunden wird, sind sämtliche geflügelten und flügellosen Zweibeiner in höchster Alarmbereitschaft. Vor allem der Nilganter Tom beginnt, eigene Nachforschungen anzustellen, Verhöre zu leiten und den flügellosen Ermittlern über die Schulter zu schauen. Schliesslich ist er als Krimiliebhaber bestens mit den menschlichen Ermittlungsmethoden bekannt.

Meine Meinung:
Gerade im Sommer darf meine Lektüre ein wenig leichter und vor allem auch humorvoller sein und was würde da besser passen, als Morde auf einem Campingplatz und ein ermittelnder Ganter. Dieser hat es mir wirklich angetan und ich kann mir sehr gut vorstellen, wie paradiesisch es für Gänse auf einem Campingplatz sein kann. Von Stellplatz zu Stellplatz watscheln, nur die besten Leckerbissen schnabulieren und immer mal wieder mit den flügellosen Campern gemeinsam CSI und Magnum sehen? Klingt perfekt und natürlich wundert es nicht, dass Ganter Tom so zum wahren Krimiprofi geworden ist. Dass er immer in der Nähe des Geschehens sein und die Menschen unauffällig belauschen kann, macht seine Ermittlungsarbeit sehr einfach und so zieht er manchmal noch vor den Kommissaren gerissene Schlüsse, die nicht immer, aber manchmal genau ins Schwarze treffen.
Was mir weniger gefallen hat, ist die fehlende Interaktion zwischen Tom und den menschlichen Ermittlern. Ja klar, er ist ein Ganter, aber wenn ein Ganter schon ermitteln kann, hätte man die "Spezialeinheiten" doch sicher auch noch mehr zusammenarbeiten lassen können. Ausserdem ist sehr schnell klar, wie die Geschichte ausgeht und gegen Ende wirkt das alles doch ein wenig plump und vor allem oberflächlich.

Fazit:
Das Buch hat mir sehr lustige Lesestunden beschert, ich werde die Reihe aber aufgrund der eher eintönigen Handlung und dem komplett fehlenden Tiefgang nicht weiterverfolgen. Kann man lesen, muss man aber nicht, kurzweilig und schnell liest es sich aber auf jeden Fall. Das Buch ist bereits weitergezogen (auf dem Bild seht ihr mich, wie ich das Buch auf der Heimreise von unserem Urlaub in Basel am Bahnhof in den offenen Bücherschrank stelle) und wird hoffentlich noch andere Menschen unterhalten.

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Veröffentlicht am 27.07.2023

Zu toxische Liebesbeziehung, aber spannende Familiengeschichte

Das Rosencottage
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Inhalt:
Kirsty Paterson erbt das Rosencottage ihrer verstorbenen Oma auf der Hebrideninsel Tiree. Da sie in ihrem Job sehr unglücklich ist, fällt es ihr leicht, ihre Zelte in Edinburgh abzubrechen und ...

Inhalt:
Kirsty Paterson erbt das Rosencottage ihrer verstorbenen Oma auf der Hebrideninsel Tiree. Da sie in ihrem Job sehr unglücklich ist, fällt es ihr leicht, ihre Zelte in Edinburgh abzubrechen und nach Tiree zu reisen. Um das Erbe auch wirklich antreten zu können, muss sie nämlich vor Ort ein Rätsel lösen und sich auf die Suche nach Livie, der Kindheitsfreundin ihrer Oma Fiona machen.
Auf Tiree angekommen wartet aber gleich noch eine weitere Überraschung auf sie. Der weltbekannte Schriftsteller Finlay, der sich nach einer persönlichen Tragödie aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hat, lebt zur Miete im Rosencottage und macht es ihr so gar nicht einfach, dort anzukommen.

Meine Meinung:
Dieses Buch habe ich am 1. Mai im Zug gefunden und war mir nicht sicher, was ich damit machen sollte. Weil es in Schottland spielt und unser Schottland-Urlaub unmittelbar bevorstand, nahm ich es mit und beschloss, das Buch direkt im Urlaub zu lesen. Das hat auch wunderbar gepasst und ich hatte sehr schöne, unterhaltsame und spannende Lesestunden mit der Geschichte. Diese ist zwar sehr tragisch und düster, aber weil die Figuren mich nicht ganz für sich einnehmen konnten, war ich wohl nicht so berührt, wie dies sonst bei so bewegenden Geschichten der Fall ist.

Die Figuren und der Schreibstil:
Eigentlich mochte ich Kirsty Paterson als Protagonistin sehr gerne, aber es ist leider von Anfang an sehr absehbar, dass sich zwischen Finlay und ihr eine Romanze anbahnt. Dies wäre ja eigentlich noch zu erwarten gewesen, aber Finlay hat mir als Figur gar nicht gefallen. Er ist absolut toxisch, spielt mit Kirstys Gefühlen und teilt andauernd aus, ohne auch nur die kleinste Kritik einstecken zu können. Auch wenn er gerade eine ernste Krise durchmacht, ist dieses Verhalten absolut inakzeptabel und dass er dann Kirsty auch noch andauernd ein schlechtes Gewissen macht und ihr das Gefühl gibt, sich entschuldigen zu müssen ist nicht nur nicht in Ordnung, sondern auch super kindisch.
Aber: viele weitere Bewohnende der Insel sowie auch Kirstys beste Freundin sind absolut tolle Menschen und auch ein paar kulinarische Elemente kommen nicht zu kurz, was mir persönlich ja immer sehr gut gefällt. Ausserdem ist Constanze Wilken ein langsam erzählter, aber richtig überzeugender und gut recherchierter Vergangenheitsstrang gelungen. Davon hätte ich gerne noch viel mehr gelesen. Auch Kirstys Arbeit als Künstlerin hätte noch ein wenig mehr Raum einnehmen dürfen.

Meine Empfehlung:
"Das Rosencottage" ist alles in allem eine sehr tragische, spannende Familiengeschichte mit wunderschönen Beschreibungen der wilden Landschaften der Hebrideninsel Tiree und der umliegenden Inseln. Nur Finlay und sein Verhalten gegenüber Kirsty haben mir so gar nicht gefallen.
Trotzdem empfehle ich die sehr spannend erzählte und gut recherchierte Geschichte, die sich auf wahre Aufzeichnungen einer Inselkrankenschwester stützt, gerne weiter. Das Buch habe ich - vor allem, weil ich es auch gefunden habe - direkt in Schottland gelassen und hoffe, dass es bald ein neues Zuhause finden darf.

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