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Veröffentlicht am 16.01.2026

Kleine Startschwierigkeiten, grandiose Entwicklung

Schwarzer Mittwoch
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Inhalt:
Während Frieda sich noch von den schweren Verletzungen erholt, die sie sich bei ihren vergangenen Ermittlungen zugezogen hat, wird eine Leiche gefunden. Eine scheinbar perfekte und überall beliebte ...

Inhalt:
Während Frieda sich noch von den schweren Verletzungen erholt, die sie sich bei ihren vergangenen Ermittlungen zugezogen hat, wird eine Leiche gefunden. Eine scheinbar perfekte und überall beliebte Frau und Mutter ist brutal ermordet worden. Zuerst tappt die Polizei komplett im Dunkeln und plötzlich wird die Liste der Verdächtigen zwar lang und länger, es passt aber trotzdem nichts zusammen. Gleichzeitig ermittelt ein Journalist in einem eigenen Fall und untersucht das Verschwinden junger Frauen. Mittendrin steht Frieda, die sich eigentlich Ruhe gönnen soll und will und die trotzdem am Puls der Ermittlungen entscheidende Hinweise liefert.

Meine Meinung:
Dieses Buch ist der erste Band dieser Reihe, der sich am Anfang ein wenig gezogen hat. Sehr, sehr deutlich wurde dabei aufgezeigt, wie sehr die Polizei im Dunkeln tappt und wie langweilig das Leben der ermordeten Frau gewesen sein soll. Und doch entwickelt sich dann natürlich alles anders und in dem Moment, in dem Frieda ihrem Instinkt zu folgen beginnt, wird die Geschichte so richtig spannend. Tatsächlich hatte ich die ganze Sache (kurz) vor Frieda durchschaut, aber trotzdem hat mich auch das Ende überzeugt.
Auch Friedas Privatleben fährt wieder Achterbahn und es hat mir gefallen, wie realistisch ihre eigene Verletzlichkeit dargestellt wird. Ausserdem mag ich einfach, wie sehr ihr Haus und ihre Gesellschaft jeweils zu physischen und emotionalen Schutzräumen für diverse gestrandete Personen werden. Diese Menschen in ihrem Umfeld werden dabei zugleich zur Belastung als auch zum Dorf von Frieda. Sie alle sind Freundinnen und Freunde dieser sonst eher einzelgängerischen Hauptfigur und diese menschliche und sogar herzliche Komponente der sonst oft ziemlich brutalen Reihe gefällt mir sehr gut.

Meine Empfehlung:
Kleinen Startschwierigkeiten zum Trotz hat mich auch der dritte Band der Reihe überzeugt und ich möchte ihn euch unbedingt ans Herz legen, empfehle euch aber auf jeden Fall, die Reihe chronologisch zu lesen.

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Veröffentlicht am 07.01.2026

Der Schreibstil kann nicht ganz mit der tollen Idee mithalten

Rauhnächte
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Inhalt:
Von einer Sekunde auf die andere ist in Pias Leben nichts mehr, wie es vorher war. Ausgerechnet am 24. Dezember erfährt sie eine unbequeme Wahrheit über ihre Familie, die alles in ganz anderem ...

Inhalt:
Von einer Sekunde auf die andere ist in Pias Leben nichts mehr, wie es vorher war. Ausgerechnet am 24. Dezember erfährt sie eine unbequeme Wahrheit über ihre Familie, die alles in ganz anderem Licht dastehen lässt. In der mystischen Zeit der Raunächte macht sie sich auf die Suche nach Spuren, die tief in die Vergangenheit ihrer Familie führen und bringt sich dabei in grosse Gefahr.

Meine Meinung:
Aufmerksam auf das Buch wurde ich durch die Rezensionen von Martina und Irene vor allem die von ihnen gelobte Spannung und die mystische Stimmung hat mich neugierig gemacht. Tatsächlich empfand ich die Geschichte aber zumindest am Anfang als eher langatmig erzählt. Düster und mystisch war die Geschichte aber und das hat mir sehr gut gefallen. Gegen Ende wurde es aber immer spannender und obwohl ich ein paar Ideen hatte, wie alles zusammenhängen könnte, habe ich doch nicht ganz ins Schwarze getroffen. Leider hat - wie auch andere Rezensent*innen - mich die Hauptfigur Pia, respektive vor allem ihre anfänglich extrem kindliche und naive Art gestört. Die Figur macht zwar im Laufe des Romans eine grosse und dadurch fast unglaubwürdige Entwicklung durch, ich finde aber, dass man dem Roman auch nach dessen gründlicher Überarbeitung immer noch anmerkt, dass er von der Autorin zuerst als Jugendbuch konzipiert worden ist.

Schreibstil und Aufbau:
Die Handlung beginnt übrigens am 24. Dezember und ich habe die Kapitel immer am entsprechenden Datum respektive der entsprechenden Raunacht gelesen und so war das Buch eine Art Kalender zwischen den Jahren, was für mich sehr gut gepasst hat. So kommt die mystische Atmosphäre um so besser zum Zug und an verschneiten, kalten Winterabenden liest sich dieses Buch besonders gut.
Die Figuren bleiben leider ein wenig blass und wie erwähnt hatte ich meine liebe Mühe mit der Protagonistin, da hätte sicher einiges noch besser ausgearbeitet werden können. Leider hat nämlich der Schreibstil nicht ganz mit der wirklich tollen Grundidee mithalten können.
Eine Notiz noch am Rande, die mich eventuell als Nerd enttarnt...: es hat mich gestört und es wundert mich auch, dass sowohl im Titel als auch im Fliesstext die alte Rechtschreibung "Rauhnacht/Rauhnächte" verwendet wird. Mir ist bewusst, dass diese Schreibweise immer noch rege genutzt wird und ich hatte auch schon einige Male den Eindruck, als würden vor allem eher esoterisch angehauchte Kreise daran festhalten, aber irgendwie finde ich, dass in einem so druckfrischen Buch eigentlich die Schreibweise verwendet werden sollte, die auch im Duden zu finden ist (die alte Schreibweise findet sich nicht einmal mehr im Duden). Zuerst habe ich erwartet, dass sich die Entscheidung für diese Schreibweise aus dem Inhalt des Buches erschliesst, aber tatsächlich wurde da im Lektorat wohl einfach falsch entschieden.

Meine Empfehlung:
Wer atemlose Spannung sucht, ist mit diesem Roman sicher falsch beraten, die besondere Mystik der Raunächte und ein gefährliches Geheimnis machen dieses Buch aber zu einem lesenswerten Kalender für die Zeit zwischen den Jahren.

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Veröffentlicht am 30.12.2025

Luft nach oben aber zumindest am Ende spannend

Der Schatten
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Inhalt:
Die Journalistin Norah zieht nach einer Trennung von Berlin nach Wien und tritt dort eine neue Stelle an. Schon bald fühlt sie sich nicht nur verfolgt, sondern ihr wird auch noch von einer Bettlerin ...

Inhalt:
Die Journalistin Norah zieht nach einer Trennung von Berlin nach Wien und tritt dort eine neue Stelle an. Schon bald fühlt sie sich nicht nur verfolgt, sondern ihr wird auch noch von einer Bettlerin prophezeit, dass sie an einem bestimmten Tag völlig freiwillig und mit gutem Grund jemanden umbringen werde. Alte Wunden beginnen zu schmerzen, aber auch Norahs journalistischer Spürsinn wird geweckt. Was hat es mit dieser absurden Prophezeiung auf sich? Wem kann sie trauen? Und wer ist scheinbar unbemerkt in ihre Wohnung gelangt? Das Spiel beginnt.

Meine Meinung:
Während andere Melanie Raabe vor allem für ihre Krimis kennen und schätzen, war ich vor einigen Jahren begeistert von "Kreativität" und erst gerade von "Das Jahr der Wunder". Diese Sachbücher widmen sich dem Schaffen von Kunst, dem Innehalten, dem Entwickeln von Routinen, der Fantasie und dem Zusammenhalt. Und natürlich war ich schon seeeeehr gespannt auf meinen ersten Thriller von "Raabe" und habe "Der Schatten" dann aus einem Bücherschrank mitgenommen.
Ich muss ehrlich sagen, dass ich das Buch nach etwa fünfzig Seiten fast abgebrochen hätte, es war mir einfach zu langsam und ausschweifend erzählt. Ich flog aber nur so durch die Seiten und wollte unbedingt herausfinden, wie sich die Geschichte entwickeln würde. Das Buch wurde immer kurzweiliger und - wohl auch unfreiwillig - schräg und ein wenig unglaubwürdig, aber die letzten hundert Seiten hatten es dann in sich. Plötzlich kam Spannung auf und ganz am Ende hat sich der durchdachte Aufbau von seiner schönsten Seite präsentiert.

Schreibstil und Aufbau:
Mich hat beeindruckt, wie mühelos und klug Melanie Raabe aktuelle politische und gesellschaftliche Themen wie Fragen zur Kunstfreiheit, sexualisierte Gewalt und Victim Blaming in ihren Thriller integriert hat. Allerdings bin ich mit Norah leider nicht ganz warm geworden und habe ihr einige ihrer Handlungen nicht abgenommen, was natürlich im Interesse der Geschichte war. Dennoch fand ich es einfach übertrieben, dass sie sich fast jeden Tag betrinken und mit einem anderen Typen nach Hause gehen musste, um irgendwie wieder zu sich zu finden.
Was mir aber am meisten gefehlt hat, war Spannung und auch wenn diese am Ende wirklich greifbar wird, so zieht sich der Anfang doch viel zu sehr. Ja, das Buch ist wohlüberlegt, wenn auch ein wenig dick aufgetragen konstruiert, aber wer sich hier einen Pageturner erhofft, ist mit diesem Buch definitiv nicht gut beraten.

Meine Empfehlung:
Ich hatte einiges zu kritisieren und ja, Spannung hat mir wirklich gefehlt, aber Raabe zeigt mit "Der Schatten" definitiv, dass sie schreiben kann und ein Händchen für aktuelle Themen und aussergewöhnliche Verstrickungen hat. Ich denke, dass ich weitere Bücher der Autorin lesen werde und empfehle dieses Buch allen weiter, die ein wenig Sitzfleisch haben und beim Miträtseln um die Ecke denken wollen.

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Veröffentlicht am 29.12.2025

Bewegend und sehr wichtig (Rezension für das englische Original)

The Hate U Give
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Inhalt:
Starrs Leben wird nie wieder sein, wie vorher. Vor der Ermordung ihres guten Freundes Khalil durch einen weissen Polizisten. Sie sass auf dem Beifahrersitz, als es geschah und wird nun zum Spielball ...

Inhalt:
Starrs Leben wird nie wieder sein, wie vorher. Vor der Ermordung ihres guten Freundes Khalil durch einen weissen Polizisten. Sie sass auf dem Beifahrersitz, als es geschah und wird nun zum Spielball der verfeindeten Banden, der Polizei und der Medien in ihrem Viertel. Nur sie weiss, was wirklich geschehen ist, doch ihr wird nicht wirklich geglaubt. Gleichzeitig ist sie zum ersten Mal so richtig verliebt, macht sich Gedanken zu ihrer schulischen und beruflichen Zukunft und sorgt sich um ihre jüngeren Geschwister.

Meine Meinung:
Das Buch habe ich im Oktober 2024 (zusammen mit sehr vielen anderen...) von Marija bekommen und nun habe ich es endlich gelesen. Ich muss zugeben, dass ich anfangs Mühe mit den vielen Figuren hatte. Dann aber bin ich gut in die Geschichte gekommen und war beeindruckt und betroffen von den Ereignissen in Garden Heights und berühmt von Starrs Kampf gegen den alltäglichen Rassismus, die (Polizei-)Gewalt und de Bandenkriege in ihrer Siedlung. Besonders gelungen fand ich die Entwicklung der Freundschaft zwischen Starr und ihrer ebenfalls von Rassismus betroffenen Mitschülerin Maya.

Schreibstil und Aufbau:
Ab der ersten Seite ist man mitten im Geschehen dieser meistens rasant erzählten Geschichte angekommen, lediglich der Mittelteil beinhaltet einige Längen. Schüsse knallen, Drogen werden verkauft, verfeindete Banden organisieren ihre gefährlichen Deals. Und mittendrin ist Starr, deren Vater ein ehemaliger Drogenboss ist, der aber den Ausstieg geschafft hat. Somit kennt Starrs Familie alle Seiten der Medaille und weiss, wie man sich in brenzligen Situationen verhält. Die Sprache besteht aus viel Slang und dadurch werden auch die unterschiedlichen sozialen Hintergründe dargestellt und voneinander abgegrenzt. Ich kann mir vorstellen, dass es sehr schwierig ist, dieses Buch authentisch zu übersetzen und würde euch empfehlen, wenn möglich das Englische Original zu lesen.

Meine Empfehlung:
Diese wichtige Geschichte beinhaltet keine leichte Kost und erzählt von einer jungen Frau, welche innerhalb von kurzer Zeit einige lebensverändernde Entscheidungen fällen muss und es lohnt sich sehr, sich die Zeit für dieses wuchtig erzählte Buch zu nehmen.

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Veröffentlicht am 23.12.2025

Das Buch hat mich zwiegespalten zurückgelassen

Winterwunderzeit
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Inhalt:
Laurel und Zach zerbrechen fast an ihrem unerfüllten Kinderwunsch und machen sich zudem immer grössere Sorgen um Laurens Grossmutter Helen, die langsam dement wird. Doch das Geld ist knapp und ...

Inhalt:
Laurel und Zach zerbrechen fast an ihrem unerfüllten Kinderwunsch und machen sich zudem immer grössere Sorgen um Laurens Grossmutter Helen, die langsam dement wird. Doch das Geld ist knapp und kurz vor den Festtagen vertrösten alle Agenturen für Haushaltshilfen die Familie auf das kommende Jahr. Doch plötzlich steht Mrs. Miracle vor der Tür, ein wahres Weihnachtswunder mit direktem Draht nach oben.

Meine Meinung:
Vor vielen Jahren habe ich unzählige Bücher von Debbie Macomber verschlungen. Vor allem die Rose Harbor-Reihe hat es mir angetan. Um so mehr habe ich mich über dieses dünne Weihnachtsbüchlein gefreut, das ich am Freitag im Brocki gefunden habe. Um mich noch einmal so richtig auf die Festtage einzustimmen, habe ich die kurzweilige Geschichte innerhalb von kürzester Zeit verschlungen. Allerdings hat mich dieser dünne Roman eher zwiegespalten zurückgelassen. Mrs. Miracle ist nämlich ein richtiger von Gott gesandter Engel und ich musste mich erst einmal auf dieses sehr religiös angehauchte Buch und seine extrem gläubigen Figuren einlassen. Dies hatte ich so gar nicht erwartet. Ausserdem wird das sehr ernste Thema der ungewollten Kinderlosigkeit in meinen Augen ein wenig gar auf die leichte Schulter genommen und ich habe mich sehr daran gestört, dass Laurel sich immer wieder unvollkommen fühlt, weil sie keine Kinder bekommen kann und auch daran, dass fast alle Figuren stets auf diesem wirklich sehr schmerzhaften Thema herumreiten.
Allerdings hat es Macomber geschafft, eine sehr kurzweilige und vor allem wahrmherzige Geschichte um diese doch ein wenig an den Haaren herbeigezogenen Themen und schrägen Figuren zu flechten und dabei sogar noch richtig viel Weihnachtsstimmung zu zaubern, was mich irgendwie beeindruckt und vor allem auch gut unterhalten hat. Das Buch bleibt definitiv nicht in meinen Regalen stehen, als kurzer Lesesnack zwischen Konzertvorbereitungen, Weihnachtseinkäufen und dem Schreiben der letzten Weihnachtskarten war es aber allemal.

Fazit:
Das Buch hat meine Erwartungen nicht ganz erfüllt und geht auch eher fragwürdig mit dem durchaus schmerzhaften Thema der ungewollten Kinderlosigkeit um. Allerdings hat es mich gut unterhalten und mich im Festtagstrubel ein wenig auf andere Gedanken gebracht.

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