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Veröffentlicht am 07.10.2019

Sommerlich-romantische Fortsetzung der Reihe

Sommersehnsucht
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Inhalt und erster Eindruck (kann Spoiler zu Band 1 enthalten):
Emma ist glücklich mit ihrem Leben und auch mit ihrem Beruf. Als Floristin der Hochzeitsagentur "Vows" kann sie ihrer Fantasie freien Lauf ...

Inhalt und erster Eindruck (kann Spoiler zu Band 1 enthalten):
Emma ist glücklich mit ihrem Leben und auch mit ihrem Beruf. Als Floristin der Hochzeitsagentur "Vows" kann sie ihrer Fantasie freien Lauf lassen und mit ihren Händen wahre Kunstwerke formen. So schafft sie es, jeder Hochzeitsdekoration den perfekten letzten Schliff zu geben und jeder Braut einen unvergesslichen Tag zu schenken. Sie ist durch und durch romantisch veranlagt. Schliesslich hat sie in Liebesdingen auch immer ihre Eltern vor Augen, deren Liebesgeschichte kein Auge trocken lässt. Und nun steckt auch noch Mac, eine ihrer drei besten Freundinnen und Mitarbeiterin der Agentur, mitten in ihren eigenen Hochzeitsvorbereitungen. So ist es nur verständlich, dass auch Emma zu träumen beginnt. Es ist aber nicht so, dass sie an keine Männer heran geraten würde. Im Gegenteil: mit ihrer Schönheit und ihrem unwiderstehlichen Charme wickelt sie jeden Mann um den Finger und das Problem ist meistens nicht, einen Mann zu finden, sondern ihn wieder los zu werden oder ihm zu sagen, dass sie kein Interesse hat. Doch in diesem ganz speziellen Fall, geht es nicht um einen Mann für ein paar Dates und eine gemeinsame Nacht, es geht um den Mann fürs Leben. Und ausgerechnet jetzt hat Emma Gefühle für Jack, mit dem sie eine langjährige Freundschaft verbindet und der ausserdem so gar nichts von einer Beziehung, Heiraten und Kinder haben hält. Dass ihre drei Freundinnen und deren Familien auch schon seit Ewigkeiten mit Jack befreundet sind, macht die Sache nicht einfacher. Denn wenn es mit ihnen beiden nicht klappen würde, wären einige Freundschaften zum Scheitern verurteilt oder für lange Zeit belastet.

Lesegefühl:
In der Hochzeitsagentur "Vows" scheint einfach alles perfekt. Vier schöne Frauen üben vier Berufe aus, die sie lieben und sind zudem noch beste Freundinnen. Der Einblick in den Beruf der Floristin und in das fantasievolle Gestalten diverser wundervoller Blumenarrangements hat mir dabei besonders gut gefallen. Es lässt sich gar nicht vermeiden, dass man beim Lesen dieser Wohlfühllektüre ins Träumen gerät und auch dieser zweite Band der Reihe ist meiner Meinung nach sehr gelungen, mit Liebe zum Detail und viel Romantik gestaltet.

Meine Meinung:
Ich wollte die ersten beiden Bände des Jahreszeiten-Zyklus unbedingt nacheinander lesen. Ich finde, dass man so ein besseres Gefühl für die Figuren und die ganze Geschichte bekommt. Auch wenn es in den Büchern von Nora Roberts in der Regel ein Happy End gibt und auch wenn die Geschichten an sich sehr absehbar sind, finde ich sie einfach nur schön zum Lesen. Jedes Problem löst sich irgendwann und jede Geschichte findet ein Ende. Freundinnen halten zusammen und Männer sind einfach nur romantisch. Aber es sind nicht nur diese kitschigen Klischees, welches für mich die Bücher so lesenswert machen. Meiner Meinung nach sind es - und ich wiederhole mich in meinen Rezensionen von Büchern von Nora Roberts - die wunderschönen und detaillierten Beschreibungen, die Liebe zum Detail und die Illusionen perfekter Berufe, Landschaften und Gärten.

Veröffentlicht am 03.10.2019

Romantischer Einstieg in eine Reihe rund um eine Hochzeitsagentur

Frühlingsträume
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Die Protagonistin:
Mac ist eine totale Chaotin. Sie lässt sich von ihrer Mutter unter Druck setzen und immer wieder ein schlechtes Gewissen einreden, wenn sie nicht sofort spurt und auch in ihrer Wohnung ...

Die Protagonistin:
Mac ist eine totale Chaotin. Sie lässt sich von ihrer Mutter unter Druck setzen und immer wieder ein schlechtes Gewissen einreden, wenn sie nicht sofort spurt und auch in ihrer Wohnung sieht es manchmal aus, als hätte ein Wirbelsturm gewütet, was auch immer wieder irgendwie stimmt. Dies hat mir persönlich sehr gut gefallen und mir war Mac von Anfang an total sympathisch. Auch, dass sie zwei verschieden Persönlichkeiten zu haben scheint und ihr Privat- und Berufsleben komplett trennt, gefiel mier sehr gut. In ihrem Job ist Mac nämlich eine totale Perfektionistin und immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Für die Hochzeitsagentur "Vows" die sie mit ihren drei besten Freundinnen betreibt, arbeitet sie als Fotografin. Dies tut sie mit einer sagenhaften Präzision und Hingabe, was was für ihr grosses Herz spricht. Doch in Liebesdingen scheint sie nichts auf die Reihe zu kriegen. Dies ist wenigstens das, was sie sich immer selber einredet. Sie rennt davon, sobald es ernst wird und mit dem schlechten Beispiel ihrer Mutter vor Augen, welche bereits mehrmals verheiratet war und immer wieder neue Typen an der Angel hat, will sie sich eigentlich gar nicht auf Beziehungen einlassen, da diese ja trotzdem zum Scheitern verdammt scheinen. Als dann jedoch der gutaussehende Carter in ihr Leben tritt und dieser ihr gesteht, dass sie sein Leben lang seine grosse Jugendliebe war und auch noch mit seiner charmanten Tollpatschigkeit punktet, beginnt sie, an ihrer Überzeugung zu zweifeln. Zum Glück hat sie so gute Freundinnen, die immer für sie da sind und diese komplizierte Lebenssituation mit ihr durchstehen. Wird es Carter schaffen, ihr Herz zu gewinnen?

Vows:
Es hat mir sehr gut gefallen, wie die vier Freundinnen ihre Hochzeitsagentur führten, ihre Aufgaben verteilten und dass ich so viel Einblick in die unterschiedlichen Arbeitsbereiche erhielt. Natürlich wurde vor allem das Fotografieren, also Macs Aufgabe, besonders intensiv beleuchtet, aber die anderen Berufe und vor allem auch das Zusammenspiel der vier ganz unterschiedlichen Arbeiten, waren wundervoll harmonisch dargestellt.

Meine Empfehlung:
Dies ist erst mein zweites Buch von Nora Roberts und ich schäme mich ein wenig, dass ich nicht schon mehr von ihr gelesen habe. Wo Nora Roberts draufsteht ist für mich ein unterhaltsamer Frauenroman gemischt mit Intelligenz und Tiefgründigkeit drin. Sie hat eine eigene Handschrift, eine ganz besondere Art, ihre Protagonistinnen mit Stolz und Witz auszustatten und ihre Beschreibungen von Landschaften, Wohnsitzen, Gefühlen oder auch ganz oberflächlichen Dingen wie Kleidern und Blumen sind mit einer grossen Liebe zur Geschichte und Freude am Erzählen gespickt.

Veröffentlicht am 01.10.2019

Eine wahre Liebeserklärung an die grüne Insel

Irisches Tagebuch
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Meine Beziehung zu Irland:

Vor drei Jahren habe ich ich mich in die grüne Insel verliebt. Mit einer lieben Freundin war ich da und wollte so gerne bereits ein Jahr später wieder nach Irland reisen und ...

Meine Beziehung zu Irland:

Vor drei Jahren habe ich ich mich in die grüne Insel verliebt. Mit einer lieben Freundin war ich da und wollte so gerne bereits ein Jahr später wieder nach Irland reisen und dem Liebsten die tolle Landschaft und das Lebensgefühl näherbringen. Leider hat dies dann nicht geklappt, wie geplant. Im November ist es aber so weit. Wir werden endlich gemeinsam nach Irland reisen. Und wir nehmen nicht nur warme Kleidung mit, sondern auch vier liebe Menschen und ein weisses Kleid... Der Tag rückt immer näher, der Brautschleier kam am Samstag an, es wird konkret. Nach unserer standesamtlichen Hochzeit vor zwei Wochen dürfen wir uns auch in den wilden Weiten der grünen Insel die ewige Liebe schwören. Was könnte da nun besser passen, als eine Einstimmung durch den Grossmeister der Beschreibungen himself? Heinrich Böll, ein Menschenkenner, ein Künstler mit Wort, Witz und einem kritischen Auge.


Meine Meinung:

Fasziniert habe ich gelesen, wie Böll ein scheinbar aus der Zeit gefallenes Irland vor mehr als fünfzig Jahren erlebte. Ich las von einem grünen Niemandsland, strengem Katholizismus, einer Vorliebe für Tee und intensive Gespräche und erkannte in allen Anekdoten nicht nur den Wandel der Zeit, sondern auch Bölls liebevoll beobachtendes Auge auf Land und Leute. Nicht nur erkennt Böll auf seiner Irlandreise, was in Deutschland nicht läuft, wie es soll, sondern er findet auch immer neue Argumente für einen Besuch dieser Insel, die ihn so gastfreundlich empfangen hat. Natürlich ist ein Buch von Heinrich Böll immer politisch, immer kritisch, immer anti-nationalsozialistisch und vor allem auch immer äusserst scharfsinnig geschrieben. Dennoch erkenne ich im Buch "Irisches Tagebuch" auch eine Gelöstheit, eine Entspannung und ein Wohlwollen, das positiv auffällt und aus Bölls Schaffen herausragt.


Meine Empfehlung:

Dieses Buch hat mich berührt und immer mal wieder zum Schmunzeln gebracht, weil die Sprache einerseits so akribisch genau beschreibt, andererseits aber auch so viele persönliche Erkenntnisse und Erlebnisse des Autors einfliessen lässt. Und weil dieses Buch eine grosse Liebeserklärung an Irland ist und das ist ja eigentlich schon Argument genug

Veröffentlicht am 29.09.2019

Trotz einiger Längen sehr spannend und vielschichtig

Winterbirnen
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Inhalt und erster Eindruck:
Joe ist ein sehr aufmerksamer und sensibler Junge. Er sieht, dass Luisa kein Pausenbrot mitgebracht hat. Aber weil er die schrumpelige aber süsse Birne aus dem Garten dabei ...

Inhalt und erster Eindruck:
Joe ist ein sehr aufmerksamer und sensibler Junge. Er sieht, dass Luisa kein Pausenbrot mitgebracht hat. Aber weil er die schrumpelige aber süsse Birne aus dem Garten dabei hat und selber schon satt ist, gibt er ihr die köstliche Frucht. Seit diesem Tag halten die beiden Kinder zusammen. Gegen Kälte und ihre Familienprobleme und gegen die bösartige Kindergärtnerin Schwester Caritas. Dann beobachtet Joe eines Tages, wie Ben, der Neue, von Schwester Caritas gequält wird. Um ihm ein wenig Trost zu spenden, schenkt er ihm eine der Birnen, die er seit der Begebenheit mit Luisa immer bei sich trägt. Ben greift dankbar zu und gehört von da an auch zu ihrem kleinen Kreis. Dass ihre Freundschaft ein ganzes Leben andauern wird, wissen sie zu diesem Zeitpunkt jedoch noch nicht.
Aber als Joe und Ben bei einer Wanderung von einer Lawine verschüttet werden, beginnt Joe, sich Gedanken über sein Leben und die Freundschaft zu Ben und Luisa und weiteren guten Freunden zu machen. Schwester Amrei kümmert sich im Krankenhaus liebevoll um die beiden Überlebenden und als Joe merkt, dass die bezaubernde Krankenschwester sich für sein Leben zu interessieren scheint, erzählt er ihr die Geschichte ihrer Freundschaft. Von Ben, der immer beliebter bei den Frauen war und sich schlussendlich seine schöne Belle gesichert hat, aber auch mit ihr noch nicht genug hatte. Von Luisa, welche ein Geheimnis mit sich herum trägt und immer den schlichtenden und vermittelnden Part in ihren Beziehungen übernommen hat. Und auch von Lilly und Tom, Paul und Lucas und allen anderen, welche zum Kreis dazu gehören oder sonst irgendwie das Leben eines jeden anderen mitbeeinflussen.

Meine Meinung:
Die Idee der Geschichte mit dieser Rahmenhandlung zwischen Amrei, Ben und Joe und der eigentlichen Geschichte, welche Joe erzählt, finde ich sehr gelungen. Nur wirkt Joe nicht als Erzähler der einzelnen Rückblenden, sondern eine äussere und allwissende Erzählerfigur. Dies hätte aber gut zur Rahmenhandlung gepasst. Und ich finde es schade, dass die Rahmenhandlung, also Amrei und Joe, im Verlauf der Geschichte einschläft, weil fast nichts mehr von ihnen berichtet wird.
Auf 338 Seiten passiert so viel, dass ich den Autor Rolf Ersfeld für diese grandiosen Einfälle und Verstrickungen bewundere. Wie packt man so viel Handlung auf so wenig Seiten? Mein herzliches Kompliment zu diesem wahnsinnig starken Buch, auch wenn man an einigen Stellen die Länge gewisser Szenen bemerkt.

Veröffentlicht am 29.09.2019

Ein wenig zu düster, aber sehr philosophisch

Der andere Ort
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Erste Eindrücke:
Dieses Buch beinhaltet zehn Kurzgeschichten unterschiedlicher Länge. Besonders zu erwähnen ist die erste Geschichte, welche auch dem Buch den Namen gegeben hat und mit Abstand die längste ...

Erste Eindrücke:
Dieses Buch beinhaltet zehn Kurzgeschichten unterschiedlicher Länge. Besonders zu erwähnen ist die erste Geschichte, welche auch dem Buch den Namen gegeben hat und mit Abstand die längste Geschichte ist. Auf hundert Seiten entführt uns Stefan Stergiannis in das Leben eines zehnjährigen Jungen, welcher von seinem alkoholabhängigen Vater nur Zurückweisung und Gewalt erfährt und auch in der Schule von seinen Mitschülern gehänselt wird. Als Tom sich einmal wehrt, werden zwei Mitschüler leicht verletzt und er muss als Strafe Freiwilligenarbeit leisten. Seine Aufgabe ist es, den alten Mann Vladjo zu besuchen, dessen Einkäufe in die Mietwohnung zu schleppen und sich mit ihm zu unterhalten. Und die beiden unterschiedlichen Menschen werden bald so etwas wie Freunde und es ist Vladjo, der eine Lösung für Toms Probleme hat. Tom soll lernen, sich an den "anderen Ort" zu flüchten.
In seinen anderen Kurzgeschichten lässt uns Stefan Stergiannis tief in die Gedanken von Bäumen einblicken und er scheint sogar einen heissen Draht zu Gott zu haben. Auch ein Serienkiller aus dem Mittelalter und ein Heckenmonster kommen in den Geschichten vor und lassen jede einzelne Erzählung zu einem schaurig schönen und philosophischen Märchen werden.

Meine Meinung:
Vor allem die erste und längste Geschichte "der andere Ort" gefällt mir sehr gut. Auch einige der anderen Erzählungen wie "0800-Gott" und "die Rast" sprachen mich sehr an. Insgesamt sind mir die Geschichten in Kombination und somit das ganze Buch ein wenig zu düster und fatalistisch. Es fehlen mir dazwischen einige lebensbejahende und hoffnungsvolle Geschichten mehr. Ansonsten muss ich aber den Schreibstil sehr loben. Alles in allem ein Buch, welches ich neben und zwischen anderen Büchern lesen würde um immer wieder genug Pausen zwischen die einzelnen Geschichten machen zu können.
Mein herzlicher Dank gilt noch einmal dem C. F. Portmann Verlag für dieses philosophische Buch.