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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.05.2019

Insgesamt ein sehr romantisches, wenn auch ein wenig sehr ausgeschmücktes Buch

Zwei an einem Tag
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Inhalt:
Emma und Dexter haben ihr Abschlusszeugnis in der Tasche und landen nach einer durchgefeierten Nacht in Emmas kleiner Wohnung, welche sie sich mit ihrer Mitstudentin Tilly Killick teilt. Dort angekommen ...

Inhalt:
Emma und Dexter haben ihr Abschlusszeugnis in der Tasche und landen nach einer durchgefeierten Nacht in Emmas kleiner Wohnung, welche sie sich mit ihrer Mitstudentin Tilly Killick teilt. Dort angekommen fallen aber die beiden nicht einfach übereinander her, sondern sie verbringen die Nacht mit philosophischen, manchmal ironischen und manchmal bissigen Gesprächen über sie beide, ihre jeweilige Zukunft und ihr einsames oder auch gemeinsames weiteres Leben. Sie schlafen im Morgengrauen ein und gehen nach dieser Nacht beide ihren eigenen Weg. Emma arbeitet Tag und Nacht in einem schlechten mexikanischen Restaurant, obwohl sie eigentlich Schriftstellerin werden und Theater und Gedichte veröffentlichen will. Dexter hingegen geniesst sein Leben als Sohn reicher Eltern und tritt eine zuerst kleine und dann immer steilere Laufbahn beim Fernsehen an. Doch die beiden verlieren sich nie ganz aus den Augen. Emma schreibt lange, sehnsüchtige Briefe und Dexter antwortet mit Postkarten. Einmal machen sie sogar Urlaub zusammen und Emma lernt Dexters Eltern kennen. Doch das Leben hat für sie beide ganz unterschiedliche Richtungen vorgesehen und während Emma sich in eine unglückliche Beziehung stürzt und Lehrerin wird, sucht Dexter seinen Trost im Alkohol und Drogen, während er weiterhin in der Welt der Schönen und Reichen unterwegs ist. Und trotzdem kommen die beiden nie so richtig voneinander los.

Meine Meinung:
Ich muss zu meiner grossen Schande gestehen, dass ich zuerst den Film gesehen und dann das Buch gelesen habe. So hat mich die ganze Geschichte und ihre viele Wendungen, Irrungen und Wirrungen leider nicht mehr so überrascht, wie wenn ich das Buch zuerst gelesen hätte. Trotzdem muss ich sagen, dass mich das Buch sehr berührt und mit seinem Schreibstil, seinem Witz und Charme gefesselt hat. Ich konnte mir halt die Figuren nicht mehr selber vorstellen, weil ich immer die Filmbilder im Kopf hatte. Aber ich muss ganz ehrlich sagen, dass der Film ziemlich gelungen ist und die Geschichte sehr gut und sehr nahe am Buch umsetzt.

Leider ist das Buch insgesamt ein wenig seicht, beinhaltet aber ein paar sehr schöne, romantische Szenen und die Grundidee von den zwei Liebenden, die irgendwie nicht miteinander aber auch nicht ohne einander leben können, die hat es schon in sich. Insgesamt waren mir ein paar Längen und Ausschmückungen zu viel, aber der Schreibstil und die sehr ans Herz gehende Geschichte hat dennoch für ein paar schöne Lesestunden gesorgt.

Veröffentlicht am 01.05.2019

Temporeich und sehr spannend

Sehet die Sünder
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Inhalt:
Schon von Anfang an ist man als Leser mitten im Dorfalltag drin. Zuerst werden alle Figuren einmal sehr liebevoll vorgestellt und erhalten einen Charakter und eine Geschichte. So erfährt man zum ...

Inhalt:
Schon von Anfang an ist man als Leser mitten im Dorfalltag drin. Zuerst werden alle Figuren einmal sehr liebevoll vorgestellt und erhalten einen Charakter und eine Geschichte. So erfährt man zum Beispiel, dass der Bauer Mathis nach einer schweren Beinverletzung nicht mehr vollständig genesen wird und sich nun nich mehr würdig fühlt, die schöne und kluge Catheline zu heiraten. Oder man nimmt als Zuschauer an einer Geburt teil, welche die Dorfgemeinschaft um ein Mitglied reicher macht. Doch dann geht die Geschichte richtig los; kaum hat man die Figuren lieb gewonnen, verschwindet Raymond, der Sohn des Schmiedes und wenn man dem Klappentext glauben kann, hat die Geschichte nichts Gutes mit ihm vor. So geht es immer weiter, Menschen verschwinden und Menschen werden tot aufgefunden. Streitereien unter den Dorfbewohnern führen schon bald zu wüsten Anschuldigungen und es geht nicht lange, bis alle Nerven blank liegen. Die Menschen werden neben der Angst und dem Kummer nun zusätzlich durch Zwiste und Hass geschwächt. Die Kirche spielt auch eine sehr starke Rolle, die Geistlichen scheinen immer wieder das letzte Wort zu haben. Doch der junge Bauer Mathis ist zwar körperlich versehrt, aber sein Herz ist immer noch mutig und sein Geist ist stark und so kommt es, dass er sich aufmacht um den Täter und Lösungen für die vielen ungelösten Rätsel zu suchen, immer unterstützt von den starken und mutigen Frauen des Dorfes.

Meine Meinung:
Sehet die Sünder ist ein temporeiches Buch, welches sich an einige geschichtliche Ereignisse und vor allem sehr stark an die politische Situation um 1440 anlehnt. Mit einer jugendlich schnörkellosen und nicht mit historischen Details überladenen Sprache wird der Leser in die Dorfgemeinschaft eingeführt und nimmt von Anfang an an jeglichen Ereignissen Teil. Während immer mehr Leichen gefunden werden, rannte mir die Handlung ein wenig zu sehr davon, die Szenen waren mir zu kurz und liessen nicht mehr viel Zeit, um näher auf das Dorfleben und die Trauer der Angehörigen einzugehen. Doch dann ging es wieder in einem ein wenig langsameren Tempo und somit mit mehr Hintergrund und Tiefe weiter, was der Geschichte sehr förderlich war.
Insgesamt ist Sehet die Sünder ein wirklich gelungenes Jugendbuch für alle, welche historische Romane - welche sich nicht zu sehr in geschichtlichen Details verlieren - mögen.

Veröffentlicht am 29.04.2019

Sprachlich sehr überzeugend, vom Aufbau her aber leider nicht ganz stimmig

Dunmor Castle - Das Licht im Dunkeln
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Darum geht es:
Lexie reist ins mystische Schloss Dunmor Castle um dort die Neugestaltung der Räume zu planen. Immer wieder aber tauchen zuerst nur Träume und Gefühle und später auch Menschen auf, an die ...

Darum geht es:
Lexie reist ins mystische Schloss Dunmor Castle um dort die Neugestaltung der Räume zu planen. Immer wieder aber tauchen zuerst nur Träume und Gefühle und später auch Menschen auf, an die sie sich zu erinnern scheint und die sie ebenfalls zu kennen meinen. Was ist wahr am Getuschel im Dorf? Weshalb kann ihre Gastgeberin sie nicht leiden? Und wie schafft sie es, ihre Arbeit, die Suche nach ihrer Herkunft und die Organisation ihrer Gefühle, die vom irischen Schönling Grayson in Aufruhr gebracht werden, unter einen Hut zu bringen?

Meine Meinung:
Was habe ich mich gefreut, ein Buch lesen zu dürfen, das in Irland spielt. Vor zwei Jahren habe ich mich in die gründe Insel verliebt und konnte es kaum noch erwarten, Lexies geheimnisvollen Gefühlen und Träumen ein wenig genauer auf die Spur zu kommen. Schnell wird klar, dass hier einige Genres zusammenkommen. Erst handelt es sich bei "Licht im Dunkeln" noch um eine Romanze und eine Familiengeschichte, dann überwiegen plötzlich die Krimielemente. Dies hat mir - zumindest von der Idee her - persönlich sehr gut gefallen. Auch sprachlich macht dieses Buch nämlich einiges her. Dass dann aber ein grosser Logikfehler auftaucht, hat mich sehr gestört.

Der Logikfehler:
Es ist nicht möglich, Krimielemente in einem Buch zu verwenden und dann eine schwerwiegende Straftat, die glücklicherweise sehr milde Folgen hat, nahezu vollständig unter den Tisch zu kehren. Würde ich in einer ähnlichen Situation sein, wie das beinahe-Opfer, würde ich alle Hebel in Bewegung setzen und die Kriminalpolizei inklusive Spurensicherung einschalten. Wäre dies allerdings im Buch geschehen, hätten wir viel schneller Antworten auf alle Fragen erhalten und somit würde sich das Buch erübrigen. Klar also, dass dieser Weg nicht gewählt wurde, das Buch so aber leider in diesem Bereich sehr unglaubwürdig wird.

Schreibstil und Handlung:
Vom Schreibstil und der Sprache her ist "Das Licht im Dunkeln" äusserst packend erzählt und mit gekonnt platzierten Cliffhangern ausgestattet. Dass es allerdings mit einem besonders fiesen Cliffhanger endet, war mir dann doch ein wenig zuviel des Guten, zumal das Buch auch doppelt so dick hätte sein können und nicht in zwei Bänden hätte erscheinen müssen. Dies ist aber trotzdem nicht weiter tragisch, weil die Sprache sich sehr flüssig liest, die Figuren und der Ort selber sehr lebensecht beschrieben werden und ich Lexie als Protagonistin ins Herz geschlossen habe. Ein weiterer sprachlicher Punkt hat mich aber leider gestört: im Sinne einer spannenden Lektüre tauchen immer wieder Menschen auf, die mehr zu wissen scheinen, die aber mitten im Satz oder gerade dann, wenn sie zu einer Erklärung ansetzen wollen, unterbrochen werden. Dies ist anfangs packend, weil es mit der Neugier des Lesers spielt, irgendwann ist es aber leider nur noch ermüdend und auch ziemlich vorhersehbar.

Mein Fazit:
Von mir gibt es nicht zwingend eine Empfehlung für dieses Buch. Wer sich aus Logik nicht zu viel macht und grosse Gefühle, Spannung, Familiendrama und vielschichtige Figuren über die inhaltliche Kohärenz einer Geschichte stellt, ist mit diesem wirklich schön erzählten Buch sicher bestens beraten. Mir persönlich war da - dem packenden Schreibstil zum Trotz - zu viel Konstruktion, zu viele Umwege. Das hätte man ein wenig stringenter, evtl. auch schlanker und somit in sich stimmiger erzählen können.

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Veröffentlicht am 26.04.2019

Poetisch, einfühlsam und wunderschön

Die hellen Tage
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Inhalt:
Drei sehr verschiedene Kinder wachsen ganz nahe beieinander auf und werden zu einer Schicksalsgemeinschaft, aus der eine grosse Freundschaft entsteht. Seri und Aja sind beste Freundinnen und wohnen ...

Inhalt:
Drei sehr verschiedene Kinder wachsen ganz nahe beieinander auf und werden zu einer Schicksalsgemeinschaft, aus der eine grosse Freundschaft entsteht. Seri und Aja sind beste Freundinnen und wohnen fast bei Aja zu Hause. Deren Mutter Évi ist im ganzen Ort für ihre bunten Kleider, ihr frohes Gemüt und das schiefe Haus bekannt, in dem sie mit Aja lebt. Und für Seri, welche die ganze Geschichte aus ihrer Perspektive erzählt, is Évi wie eine zweite Mutter, die sich um sie kümmert, wenn ihre Mutter gerade wieder mit sich selbst und dem Verlust ihres Mannes beschäftigt ist. Eines Tages stösst auch Karl, dessen Bruder verschwunden ist, zu den zwei Mädchen. Die drei Kinder verbringen jede freie Minuten zusammen und ihre Mütter finden durch sie zueinander. Sie unterstützen sich gegenseitig dabei, ihren Kindern Freiraum und Halt zu geben und helfen sich auch finanziell über die Runden. Die Kinder werden erwachsen und reisen schliesslich nach Rom, um dort zu studieren und die Welt zu entdecken. Doch was sie finden ist nicht nur die grosse Freiheit, sondern viele Fragen zum Thema Leben und Tod, Liebe, Schuld und Freundschaft.
Diese Geschichte, welche drei so unterschiedliche Kinder durch ihr Leben begleitet, ist wohl nicht in erster Linie eine Geschichte der Kinder, sondern eine Geschichte ihrer Mütter, welche alles dafür geben, Karl und die Mädchen zu reifen und denkenden Menschen zu erziehen und ihnen trotzdem so viel Liebe und Unterstützug mitzugeben, wie sie nur können. Eine Geschichte der Mütter, welche für ihre Kinder ein Leben schaffen wollen, welches aus mehrheitlich hellen Tagen und der Hoffnung auf neue helle Tag besteht.

Meine Meinung:
"Die hellen Tage" hat mich vom ersten Wort an gefesselt. Diese wunderschönen Adjektive, die liebevollen Beschreibungen und die rührenden Geschichten, welche man Aja, Seri und Karl in langen Winternächten erzählt hat, schaffen eine eigene Welt voller Schicksale und Tragödien, welche überstanden und überlebt werden wollen. Da ist Évi, welche mich besoders fasziniert hat, die ein ganzes Jahr lang auf ihren Zigi wartet, dann aufblüht und lebt und die restlichen Monate des Jahres mit Überleben verbringt und deren Träume so unerreichbar und gross scheinen, dass sie sich fast auf das Wesentliche konzentrieren muss. Und Ellen, Karls Mutter, welche ihren Sohn verloren hat und dann plötzlich realisiert, dass es da ja noch einen zweiten Sohn gibt, den sie in ihrem Kummer und ihrer Sorge fast vergessen hat. Oder Seris Mutter, welche ihrem Mann nachtrauert und jahrelang seinen noch vollen Koffer auf ihrem Beifahrersitz spazieren fährt, weil sie es nicht übers Herz bringt, ihn zu öffnen. Dieses Buch ist so schön geschrieben, so real und so traurig und trotzdem von einer grossen Hoffnung auf helle Tage durchzogen und es hat in mir eine unendliche Sehnsucht geweckt nach langen Abenden am Lagerfeuer, Zugreisen nach Rom und durchwachten Nächten.

Veröffentlicht am 25.04.2019

Eine Heimkehr ins gemütliche Budbury

Veranda zum Meer
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Comfort Food Café-Reihe:
1. Frühstück mit Meerblick
2. Weihnachten mit dir
3. Schlittschuhglück und Mandelduft
4. Veranda zum Meer

Handlung:
Endlich ist der vierte Teil der Reihe um das so charmante ...

Comfort Food Café-Reihe:
1. Frühstück mit Meerblick
2. Weihnachten mit dir
3. Schlittschuhglück und Mandelduft
4. Veranda zum Meer

Handlung:
Endlich ist der vierte Teil der Reihe um das so charmante und gemütliche Comfort Food Café erschienen und ich konnte es kaum mehr erwarten, endlich Willow Longville, die sich rührend um ihre demente Mutter kümmert, in der Hauptrolle zu erleben. Willow, diese bunte, mutige und so einfühlsame junge Frau, scheint in ihrem eigenen Leben nur die Nebenrolle zu spielen und tut dies voller Liebe zu ihrer Mutter, aber auch mit einer grossen Portion Selbstzweifel und Selbstmitleid. Vor lauter Aufopferung und Sturheit vergisst Willow nämlich zuweilen, dass sie nicht alles alleine schaffen muss, sondern auch die Hilfe ihrer Freunde in Budbury in Anspruch nehmen darf. Als ein Mensch aus ihrer Vergangenheit überraschend in Willows Leben tritt, sieht sie sich mit Gedanken und Gefühlen konfrontiert, die keinen Platz in ihrem Alltag zu haben scheinen und muss sich ganz neu orientieren und dabei aufpassen, dass auch ihre Mutter nicht die Orientierung verliert.

Schreibstil:
Obwohl mir in diesem Band ein paar orthografische Schnitzer aufgefallen sind, hat dies meinem Lesevergnügen keinen Abbruch getan. Sprachlich schafft es Debbie Johnson nämlich erneut, eine ausgewogene Mischung aus Tiefgang, Romantik, Wohlfühlmomenten, Tragik und Humor zu kreieren. Sie beschreibt ihre Figuren dabei sehr liebevoll, verpasst ihnen allen eine spannende Hintergrundgeschichte und sorgt dabei für eine sehr positive Grundstimmung mit ein wenig Drama, was mir persönlich sehr gut gefällt.

Meine Meinung:
Es wird Frühling in Budbury und für mich war es eine Rückkehr in eine buchige Heimat. Was Debbie Johnson mit ihrer berührenden Reihe um dieses kleine Café am Ende der Welt geschaffen hat, ist eine einzigartige kleine Welt, in der Freundschaft, Mitgefühl, Kuchen und Kaffee zum täglichen Leben dazugehören und in der Schicksale, ganz grosse Gefühle und viele traurige, überraschende, überwältigende und zärtliche Momente aufeinanderprallen. Am liebsten würde ich regelmässig eine Tasse Kaffee mit den Bewohnern von Budbury trinken, ihren Geschichten lauschen und mit ihnen Geburtstage und Hochzeiten feiern. Die Mischung aus Wohlfühlbuch und den teilweise äusserst tragischen Einzelschicksalen hat es in sich. Bei mir sind auch beim Lesen dieses vierten Teils der Reihe ein paar Tränen gekullert und ich konnte das Buch kaum mehr aus der Hand legen.

Meine Empfehlung:
Von mir gibt es auch für diesen Band der Reihe eine klare Leseempfehlung und wer auf der Suche nach einer Reihe ist, mit der man sich rundum wohlfühlen kann, die aber dennoch viel Tiefgang hat, ist mit der Reihe um das Comfort Food Café sehr gut beraten.