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Veröffentlicht am 15.09.2016

Kurzkrimis als Adventskalender - gute und weniger gute Geschichten

Türchen, Tod und Tannenbaum
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Zu den Autoren:
In diesem Buch versammeln sich 24 verschiedene, deutschsprachige Autoren, die jeweils eine Kurzgeschichte beitragen. Unter anderem sind Autoren wie Friedrich Ani, Daniel Holbe und Veit ...

Zu den Autoren:
In diesem Buch versammeln sich 24 verschiedene, deutschsprachige Autoren, die jeweils eine Kurzgeschichte beitragen. Unter anderem sind Autoren wie Friedrich Ani, Daniel Holbe und Veit Etzold vertreten.

Zum Cover:
Das Cover ist hauptsächlich in schwarz-weiß-rot gehalten, benennt keinen Autor, sondern nur den Titel und den Hinweis, dass es sich um 24 Krimis handelt, also eine Sammlung an Kurzgeschichten. Abgebildet ist eine Weihnachtskugel, die aus kleinen Totenköpfen besteht. Alles in allem ein zu Weihnachten passendes Titelbild.

Zum Buch/Fazit:
Dieses Buch besteht aus mehreren Kurzgeschichten, die alle mehr oder weniger spannend sind. Sie spielen an verschiedenen Orten in Deutschland und sind hier und da auch in der jeweiligen Mundart geschrieben bzw. lassen die Charaktere entsprechend sprechen. Auch werden einige Traditionen angesprochen und platzieren die kurzen Geschichten somit noch deutlicher in die entsprechenden Regionen. Die Geschichten umfassen jeweils mehr oder weniger 20 Seiten.

Man bekommt einen kurzen Einblick in verschiedene Schreibstile und die Chance Autoren zu lesen, zu denen man sonst vielleicht nicht gegriffen hätte oder die man bisher nicht kannte. Für mich waren diese Eindrücke jedoch zu kurz. Ich bin kein Typ für Kurzgeschichten, fand aber diese Idee eines Lese-Adventskalenders letztes Jahr schon toll, hatte da aber nicht rechtzeitig ein Buch gefunden. Dieses Jahr habe ich mich daher sehr gefreut so ein Buch zu lesen, auch wenn es im Großen und Ganzen nicht mein Fall gewesen ist und ich somit nicht weiß, ob ich mir 2016 wieder weihnachtliche Kurzkrimis anschaffen werde.

Leseempfehlung:
Wer einfach gerne einene Lese-Adventskalender haben möchte - so wie ich - oder Kurzgeschichten mag, der wird an diesem Buch bestimmt Freude haben. Die Geschichten sind schnell gelesen und eignen sich daher wirklich gut, um sie schnell mal zwischendurch zu lesen und die Adventskalender-Taktung einzuhalten.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Mehr brav als filthy, aber leicht zu lesen

Sweet Filthy Boy - Weil du mir gehörst
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Zum Autor:
Christina Lauren ist ein Pseudonym der beiden amerikanischen Autorinnen Christina Hobbs und Lauren Billings. Bereits seit 2009 schreiben sie gemeinsam Bücher und dieses hier ist das erste Buch ...

Zum Autor:
Christina Lauren ist ein Pseudonym der beiden amerikanischen Autorinnen Christina Hobbs und Lauren Billings. Bereits seit 2009 schreiben sie gemeinsam Bücher und dieses hier ist das erste Buch ihrer neuen "wild"-Reihe. Bekannt geworden ist das Duo durch die erfolgreiche "beautiful"-Reihe, die mit "Beautiful Bastard" beginnt und vier Bücher umfasst.

Zum Cover:
Das Cover cover ist orange und zeigt einen Mann von der Seite in schwarz-weiß. Das Gesicht ist, wie auf allen Covern dieser Autorinnen, nicht zu sehen. Alles in allem ist es ein simples Cover, das meine Aufmerksamkeit nicht erregt hätte, wäre es nicht von diesem Autoren-Duo geschrieben.

Zum Buch:
Bei dem Buch handelt es sich um einen erotischen Roman, der zwar ins Detail geht, aber es irgendwie doch noch halbwegs unschuldig darstellt.

Der Roman beginnt in Las Vegas, wechselt aber sehr schnell nach Pairs wo bis auf das Ende die gesamte Handlung spielt. Die eine oder andere Straße wird erwähnt, auch die eine oder andere Sehenswürdigkeit, jedoch würde ich meinen, dass Paris-Liebhaberinnen diese Beschreibung viel zu kurz kommen, daher sollte man in den Schauplatz nicht zu viel Hoffnung setzen.

Die Hauptcharaktere sind ein junger Geschäftsmann/Anwalt und ein etwas jüngeres Mädchen, dass gerade in Las Vegas mit ihren Freundinnen ihren Abschluss gefeiert hat und nun hin und hergerissen ist, was sie studieren möchte. Ihre Leidenschaft zum Tanzen wurde vor einigen Jahren durch einen Unfall jäh beendet und nun möchte ihr Vater sie in einem BWL Studiengang sehen, wo sie sich jedoch noch nicht sehen kann. Als sie den französischen Schönling trifft, kommt es zu einer typischen Las Vegas Aktion aus Büchern: Sie gefallen einander, sie trinken, sie gehen miteinander ins Bett und ooops, am nächsten Morgen ist da ein Ring am Finger. Verheiratet. Es ist ganz nett dargestellt und nicht so übel, wie es hätte sein können, trotzdem, nachdem ich selbst dieses Jahr in Las Vegas gewesen bin, finde ich es sehr cliché-haft. Aber nun gut, ich werde mich damit nicht länger aufhalten. Er reist wieder nach Paris und möchte, dass sie mitkommt. Hals über Kopf tut sie dies auch.

Dann folgt ihre Zeit in Paris, die sie wie ein Tourist verbringt, plus die Zeit mit ihm. Bis sie auf einer Party auf eine seiner Ex-Freundinnen trifft und einiges erfährt, was sie wohl besser früher gewusst hätte.

Die erotischen Teile der Geschichte sind, wie bereits angedeutet, zwar durchaus explizit, kommen aber meiner Meinung nach nicht an einige vorhergehende Romane der Autorinnen heran. Irgendwie scheint alles ein wenig schüchtern, zurückhaltend, verspielt zu sein. Zwar findet viel Rollenspiel statt, aber wenn es dann zum Sex kommt, ist dieser kurz beschrieben und nicht so richtig mitreißend. Es liest sich zwar gut, es scheint nicht aufgesetzt oder lächerlich, aber es hätte ruhig mehr ins Detail bzw. in die Länge geschrieben werden können. Auch habe ich den Funken zwischen den beiden nicht so richtig gespürt.

Fazit:
Die Geschichte ist rund, auch wenn von einigen Clichés behaftet. Sie ließ sich leicht lesen, hatte ein paar Höhepunkte, der einen oder anderen Art, hätte aber noch viel intensiver sein können. Das Buch ähnelt eher einem Liebesroman der heutigen Zeit, plus ein wenig Erotik. Mir hat das Buch trotzdem gut gefallen, da die Autorinnen einen gewissen Stil haben, der sich gut lesen lässt, auch auf Deutsch, was mir bei diesem Genre sonst schwer fällt. Bisher sind sie die einzigen, die mich in diesem Bereich auf Deutsch überzeugen konnten. Da der nächsten Band dieser Reihe wohl noch länger auf sich warten lassen wird, kann ich nicht mit Sicherheit sagen, ob ich ihn mir anschaffen werde.

Leseempfehlung:
Ein erotisch inspirierter Liebesroman mit einer guten Mischung Liebe und Erotik. Wer mehr das eine oder andere Thema bevorzugt, sollte sich lieber wo anders umschauen. Für mehr Erotik empfehle ich das Buch "Beautiful Bastard" des Autorinnen Duos. Dieses hier ist der Einstieg in die neue "wild" Reihe, obwohl ich das Buch nicht wirklich als solche bezeichnen würde. Wer die Autorinnen gerne liest, kann dem Buch guten Gewissens einen Versuch geben, als Einstieg würde ich es jedoch nicht empfehlen. Außer ihr mögt es eher etwas gemäßigt.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Ein tolles Spiel witzig zusammengefasst

7:1 – Das Jahrhundertspiel
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Zum Autor:
Christian Eichler ist Sportredakteur bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und wurde bisher schon mehrmals mit diversen journalistischen Preisen für seinen Sportjournalismus ausgezeichnet. ...

Zum Autor:
Christian Eichler ist Sportredakteur bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und wurde bisher schon mehrmals mit diversen journalistischen Preisen für seinen Sportjournalismus ausgezeichnet. Aufgewachsen ist er im Ruhrgebiet, wo der Fußball dank zahlreicher erstklassiger Vereine einen hohen Stellenwert hat. Er hat bereits verschiedene andere Bücher zum Thema "Fußball" geschrieben, darunter auch Jugendbücher wie "Zuckerpass". (Quelle: Klappentext)

Zum Cover:
Das Cover zeichnet sich für mich durch sein fröhliches grün aus, das meine Aufmerksamkeit schnell erhascht hatte, sowie das große Ergebnis des Fußballspiels Brasilien gegen Deutschland bei der WM 2014. Zudem zeigt es eine Kicker-Stange mit einem sich die Hände vors Gesicht schlangendem brasilianischen Spieler und zwei eher glücklich schauenden Deutschen am Rand. Alles in allem passt das Cover zum Buch und weckt durch die Farbwahl und die große Schriftgröße der Zahlen die Aufmerksamkeit des Käufers.

Zum Buch:
Bei diesem Buch handelt es sich um ein nicht fiktionales Buch. Es basiert auf den wahren Begebenheiten des Halbfinal-Fußballspiels Brasilien gegen Deutschland bei der Herren-Fußball WM 2014 in Brasilien. Es geht das Spiel minutiös durch - jede Minute ist sozusagen ein Kapitel - und beschreibt teils sachlich, teils humorvoll die Geschehennisse auf und nebem dem Platz. Man erfährt nicht nur was zu dem besagten Zeitpunkt im Spiel passiert ist, welcher Spieler welchen Pass oder Schuss abgegeben hat, sondern auch wie die Spieler wirkten, wie die Atmosphäre im Stadion war und auch viele kleine Hintergrundinformationen. All das ist mit dem Humor eines Weltmeisters hinterlegt und wird Menschen, die dieses Spiel selbst irgendwo verfolgt haben sicherlich auch an den persönlichen Abend und die eigenen Gefühle erinnern.

Das Buch ist leicht und locker geschrieben, kein Fußballfachbuch oder Nachschlagewerk, sondern eine nette, gut zu lesende Wiedergabe eines historischen Fußballspiels. Es sammelt alle möglichen Erinnerungen auf 285 Seiten und versetzt einen zurück in den Sommer, in dem Deutschland Fußballweltmeister geworden ist.

Fazit:
Dieses Buch ist eine lustige Lektüre für Fußballfans, die das Spiel verfolgt haben und sich damals schon gefragt haben, was denn dort auf dem Feld gerade passiert, denn genau diese Ungläubigkeit - die auch ich damals empfunden hatte - wird hervorangend in dem Buch wiedergegeben. Es hat mich selbst an meinen Abend im Pub erinnert und hat mich schmunzeln lassen, wie gut der Autor die vielen einzelnen Momente wieder gegeben hat. Klar, ist es an der einen oder anderen Stelle vielleicht etwas zu lang oder die eine oder andere Minute hätte man theoretisch auslassen können, aber das Gesamtwark ist eine Art kleines Kunstwerk. Eine schöne Erinnerung an ein wirklich eindrucksvolles Spiel.

Leseempfehlung:
Leser, die fußballbegeistert sind, aber das Spiel und das Leben nicht zu ernst nehmen, die für Deutschland gejubelt haben und Spaß an dem Halbfinalspiel hatten, die werden sehr wahrscheinlich auch Spaß an dem Buch haben.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Ein interessantes Thema, das weiter vertieft werden müsste

Farbenblind
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Zur Autorin:
Colby Marshall ist eine Frau mit vielen Interessen und eine der wenigen Menschen auf diesem Planeten, die es geschafft haben all ihre Hobbies zum Beruf zu machen. So schreibt sie nicht nur ...

Zur Autorin:
Colby Marshall ist eine Frau mit vielen Interessen und eine der wenigen Menschen auf diesem Planeten, die es geschafft haben all ihre Hobbies zum Beruf zu machen. So schreibt sie nicht nur Thriller, sondern arbeitet auch als Tänzerin und Choreografin und ist Mitglied in verschiedenen Bücher Clubs. Die Farb-Synästhesie, welche die in diesem Buch eien große Rolle spielt, hat sie auch selbst. (Quelle: randomhouse.de)

Zum Cover:
Das Cover ist im Grunde nicht besonders, aber irgendwie finde ich es trotzdem sehr ansprechend. Außer dem Titel und dem Namen der Autorin hat es verschiedene Grautöne mit kleinen Farbklecksen, die jedoch nicht an Blutspritzer oder ähnliches erinnern. Es ist eher un-bunt, aber doch irgendwie mit einem hauch Farbe und passt gut zum Titel.

Zum Buch:
Dieser Thriller spielt in den USA und stellt den Psychopathen und Massenmörder Isaac Keaton, sowie die von ihm speziell angeforderte forensische Psychologin Dr. Jenna Ramey in die Mitte des Geschehens. Er war bisher noch unbekannt, wobei einige Fälle aus der Vergangenheit wohl auf sein Konto gehen, sie dagegen ist eine bekannte Persönlichkeit in ihrem Bereich und hat selbst als Teenager durch ihre Fähigkeit der Farb-Synästhesie - sie verbindet Situationen und Persönlichkeiten mit Farben, die ihr mehr Auskunft über die Lage und die Person geben - ihre Mutter ins Gefängnis gebracht. Das Thema dieser besonderen Gabe ist - wie schon der Titel andeutet - zentral in diesem Thriller. Immer wieder sieht Jenna Farben, die sie mit Charaktereigenschaften und Einschätzungen der jeweiligen Situation assoziiert. Es macht die Geschichte interessant, jedoch könnte das Buch meiner Meinung nach auch ohne die Farben leben, da sie zumindest für mich nicht so ausschlaggebend waren, wie ich es erwartet habe.

Der Thriller ist interessant aufgebaut, da im Anschluss an ein Attentat im Freizeitpark bei dem sich Issac Keaton freiwillig stellt, verschiedene andere Ereignisse folgen, die weder für den Leser noch für die Ermittler wirklich mit den ersten Eregnissen und dem gefassten Psychopathen in Verbindung zu setzen sind. Irgendwie scheint er die Fäden in der Hand zu haben, aber wie? Es ist sicher, dass er einen Partner hatte, aber welche Rolle dieser spielte und ob er alleine weiterhin gefährlich ist, wird nicht sofort deutlich. Außerdem kommt im Laufe des Buches noch ein dritter gefährlicher Charakter hinzu, von dem auch nicht direkt zu erahnen ist, inwiefern er eine wichtige oder gar gefährliche Rolle in dem Ganzen spielt. All diese Handlungsstränge laufen aber stringend, sind nicht verwirrend und wechseln auch nicht zu häufig, so dass sich die Geschichte und die einzelnen Handlungsschritte der Charaktere gut verfolgen lassen.

Auch als im letzten Drittel noch weitere Charaktere, zum Beispiel die Mutter der Psychologin, ins Spiel kommen, bleibt die Linie klar und das Buch lässt sich gut lesen. Es ist zu keiner Zeit vorhersagbar, da man nie zu viel erfährt, aber auch nicht so wenig als dass man ins Schwimmen kommen würde. Der Charakter, Yancy Vogul, erschien mir durchweg sehr mysteriös. Ein Mann, der selbst einmal zur Polizei wollte, der jeoch während seiner Ausbildung so schwer verletzt wurde, dass er ein Bein verlor und sich beruflich umorientieren musste. Er hilft Dr. Ramey, da sie ihm vertraut und immer wieder seine Hilfe und Nähe sucht. Bis zum Schluss war ich mir bei ihm nicht sicher, ob er sich als Gut oder Böse entpuppt, was nicht nur an seinem Charakter, sondern auch an der guten Umsetzung der Autorin lag.

Fazit:
Dieses Buch ist das erste in einer Reihe um die forensische Psychologin Dr. Jenna Ramey. Auf Deutsch ist bisher nur dieses eine Buch erschienen, im Original auf Englisch, bereits schon das zweite "Double Vision" von welchem ich hoffe, dass es im Laufe von 2016 auch ins Deutsche übersetzt wird - ansonsten ziehe ich in Erwägung es auf Englisch zu lesen, da mir die Autorin mit ihrem ersten Buch viel Spaß bereitet hat und ich neugierig bin wie es weiter geht. Auch das Ende des ersten Buches lässt noch viel Spielraum und ich freue mich, dass es tatsächlich weiter gehen wird!

Das Thema "Synästhesie", das zwar zentral ist, fällt jedoch nicht so sehr ins Gewicht, wie ich es am Anfang erwartet habe, da dies auch der Grund war, warum mich das Buch überhaupt interessiert hat. Im Nachhinein finde ich es jedoch gar nicht schlimm, da mich der Stil, die Charaktere und auch die Handlung an sich überzeugt haben. Wer jedoch tiefgründige Einblicke in diese Gabe bekommen möchte oder ein Buch erwartet, bei dem die Ermittlungen wirklich durch diese Gabe entscheident voran kommen, der könnte etwas enttäuscht werden.

Warum dieses Buch am Ende nur vier von fünf Büchern/Sternen bekommen hat, kann ich gar nicht so richtig sagen. Irgendetwas hat gefehlt. Ein bestimmtes Gefühl, das ich benötige um die Höchstpunktzahl zu vergeben. Ich kann es gar nicht genau benennen, aber es sind defintiv gute vier Punkte!

Leseempfehlung:
Ich gebe diesem Buch eine eindeutige Leseempfehlung ohne große Abzüge oder Warnungen. Lediglich sollte man sich nicht allzu sehr auf das Farben Thema fixiieren.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Einblicke in ein willkürliches Leben

Der Würfler
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Anmerkung: Die Rezension ist nach der Lektüre der englischen Version entstanden.

Zum Autor:
Luke Rhinehart ist das Pseudonym des amerikanischen Autors George Cockcroft, der Psychologie studiert hat und ...

Anmerkung: Die Rezension ist nach der Lektüre der englischen Version entstanden.

Zum Autor:
Luke Rhinehart ist das Pseudonym des amerikanischen Autors George Cockcroft, der Psychologie studiert hat und mittlerweile auch mehrere Romane geschrieben hat. Zudem ist Luke Rhinehart auch der Hauptprotagonist des Buches, da es wie eine Autobiographie geschrieben ist - dazu später mehr. (Quelle: Amazon.de)

Zum Cover:
Das Cover der englischen Ausgabe zeigt zwei rote Würfel auf bläulichem Untergrund, sowie den Titel, einen Kommentar zum Buch und den Namen des Autors. Es zeigt damit den Hauptbestandteil der Geschichte - Würfel - weckt aber ansonsten keine großen Erwartungen. Hätte ich von dem Buch und seiner Geschichte nicht anderweitig erfahren, hätte mich das Cover so wie es ist, nicht zu einem Kauf motiviert, wohl auch nicht zu einem ersten Griff im Buchladen.

Das Cover der deutschen Ausgabe ist dagegen etwas anrüchiger und zeigt schemenhaft zwei sich räkelnde Damen auf rötlichem Grund. Dem Inhalt der Geschichte wird das englische Cover eher gerecht, angesprochen hätte mich als unwissende Käuferin das deutsche Cover viel eher.

Zum Buch:
Wie bereits erwähnt ist das Buch aus der ich-Perspektive in Form einer Autobiographie geschrieben. Die Art und Weise wie der ich-Erzähler sein Leben schildert, lässt einen durchaus glauben, dass es sich um eine tatsächliche Biographie handelt, wenig seriös oder beschönigend wie man es von berühmten Persönlichkeiten kennt, aber dafür echt wirkend.

Luke Rhinehart ist ein verheirateter Vater von zwei Kindern und arbeitet als Psychologe als ihm sein Leben eines Tages zu langweilig erscheint. Die täglichen Abläufe, die vorhersagbaren Eregnisse, sein Beruf, einfach alles scheint ihm zu eintönig, doch wirklich ändern tut er erst einmal nichts. Eines Abends jedoch findet er zufällig einen Würfel unter einer Karte, wie dieser dort hin gekommen ist, erfährt niemand weder der Leser noch Luke. Aus einer irwitzigen Idee heraus und da er einen gewissen Kick sucht, sagt er zu sich selbst, dass er bei einem bestimmten Würfelbild noch in derselben Nacht die Frau seines besten Freundes verführt - im Buch wird es als "rape" (Vergewaltigung" bezeichnet, jedoch sind die Schilderungen bei Weiten nicht so, daher würde ich es eher als "Verführung" darstellen. Luke Rhinehart würfelt und es erscheint das entsprechende Würfelbild woraufhin er seine Idee in die Tat umsetzt und mit der Frau seines besten Freundes schläft.

Im Laufe der nächsten Tage befragt er immer wieder den Würfel und lässt diesen alltägliche, simple Entscheidungen treffen. Je mehr er sich jedoch mit dem Würfeln beschäftigt, desto schräger, abwegiger, abnormaler und seine Familie und seinen Job gefährdender werden seine Optionen für die einzelnen Würfelbilder. Ob es nur einzelne Tätigkeiten sind oder Persönlichkeiten, die er für eine geraume Zeit einnehmen muss. Bald überlässt er sein Leben fast ausschließlich dem Würfel, was zum Teil fatale Folgen für seine Umgebung hat.

Durch die überzeugende Schreibart des Autors verliert der Leser an der einen oder anderen Stelle das Gefühl dafür, dass es sich bei der Geschichte um pure Fiktion handelt. Die Geschehennisse und die Persönlichkeit des Luke Rhinehart sind sehr intensiv, sehr detailliert und mit Rückblicken und persönlichen Gedanken gespikt. Gelegentlich fühlt man mit ihm, ein paar Momente später schüttelt man nur wieder den Kopf, je nachdem was der Würfel wieder für ihn ausgesucht hat und wie er selbst darüber zu denken scheint. Ich selbst habe immer wieder zwischen Sympathie und Fassungslosigkeit geschwankt. Die Geschichte ist dabei so realistisch geschrieben, dass man als Leser sogar selbst geneigt ist dieses Würfelspiel auszuprobieren, wenigstens mit simplen Optionen wie dem nächsten Essen. Gemacht habe ich es nicht, aber durch den Kopf ist es mir sehr oft gegangen! Somit ein Buch, das wirklich beeinflussen kann.

Fazit:
Dieses Buch ist eine andere Art der Fiktion, eine fiktive Biographie, der sehr realistisch und überzeugend rüberkommt und durchaus zum Ausprobieren anregt. An gewissen Stellen fühl man mit dem Hauptcharakter an anderen wird es jedoch deutlich, dass es sich unmöglich um eine wahre Gegebenheit handeln kann, zu krass sind die Entscheidungen, die Luke Rhinehart den Würfeln machen lässt, zu groß die Konsequenzen für sein Leben. Ich kann nicht sagen, dass ich glaube, es gäbe niemanden auf der großen weiten Welt, der tatsächlich so leben und handeln würde wie er, jedoch wird es spätestens an dem Punkt als Fiktion deutlich, als von ganzen Kliniken die Rede ist, die diese Art der "Therapie" praktizieren. Es lässt sich - auch auf Englisch - gut und einfach lesen, ist interessant und läd zum Teil auch zum Nachdenken ein. Man dar es nur nicht zu ernst nehmen.

Leseempfehlung:
Leser, die Lust haben mal ein ganz anderes Buch zu lesen, etwas, das sich von vielen regulären Lektüren absetzt und in eine Welt eintauchen wollen, die gleichzeitig sureal und absolut realistisch erscheint, die können Gefallen an der Geschichte des Würflers finden. Man darf jedoch was sexuelle Praktiken, deren Beschreibung und allgemein das entsprechende Vokabular betrifft, nicht zimperlich sein und sowas durchaus zu lesen wünschen. Wer also keine erotischen Romane mag, da sie ihm/ihr zu explizit sind, der sollte besser auch diesem Buch fern bleiben. Denn obwohl es in erster Linie keine erotische Lektüre ist, ist es immer wieder mit expliziten Szenen geschmückt.