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Sanne

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.11.2019

Mord in Schwedens Wäldern

Totenstille
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Schweden, viel Natur, dichte Wälder, schrullige Einwohner, jeder ist mit jedem verwandt, und sei es über viele Ecken. Jahre zurückliegende Morde: im Wald erschossene Männer, denen die Augen herausgeschnitten ...

Schweden, viel Natur, dichte Wälder, schrullige Einwohner, jeder ist mit jedem verwandt, und sei es über viele Ecken. Jahre zurückliegende Morde: im Wald erschossene Männer, denen die Augen herausgeschnitten wurden.
Tuva, eine junge Journalistin recherchiert die alltäglichen Geschehnisse für die lokale Zeitung. Das feuchte Klima ist so gar nicht gut für ihre Hörgeräte, auf die sie auf Grund ihrer Taubheit angewiesen ist.
Ein neuer Mord nach altem Muster schreckt die Bevölkerung auf. Tuva ermittelt eifrig, um mit einer Sensationsgeschichte den Sprung zu einer angesehenen überregionalen Zeitung zu schaffen.
Will Dean zeichnet die verschiedensten Charaktere; eigenartige, eklige, sehr unsympathische. Tuva mochte ich am wenigsten. Die ständige ausführliche Fixierung auf die Hörgeräte nervt. Auch sonst hatte sie nichts Liebenswertes, etwas Empathie hätte ich mir für sie gewünscht.
Die Suche nach dem Mörder verläuft unspektakulär, die Geschichte hat viele Längen. Erst im allerletzten Teil stellt sich Spannung ein.
Aus dem Englischen übersetzt von S. Schilasky, veröffentlicht vom Lübbe Verlag.

Veröffentlicht am 30.10.2019

Jeder könnte es gewesen sein

Der zehnte Gast
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Abgeschnitten von der Außenwelt, eingeschlossen in einem kleinen, aber feinen Hotel wollen sie ein erholsames Wochenende verbringen. Sie, das sind zehn unterschiedliche Charaktere, angereist als verliebtes ...

Abgeschnitten von der Außenwelt, eingeschlossen in einem kleinen, aber feinen Hotel wollen sie ein erholsames Wochenende verbringen. Sie, das sind zehn unterschiedliche Charaktere, angereist als verliebtes Pärchen, Ruhe suchende Schriftstellerin oder um einfach einmal abzuschalten. Strom, Telefon und Heizung fallen aus, auch das Personal ist nicht vollständig, aber in der Lobby am Kamin kann es angenehm sein. Der Besitzer und sein Sohn mühen sich redlich, den Gästen Komfort zu bieten.
Allerdings: am nächsten Morgen macht eine von ihnen eine schreckliche Entdeckung - am Fuße der Treppe liegt eine Leiche! Wer könnte der Mörder sein? Vielleicht der attraktive Anwalt, der in Verdacht stand, seine Frau ermordet zu haben? Vielleicht die Schriftstellerin auf der Suche nach Inspiration für ihren neuen Roman? Jeder der Anwesenden hat ein Geheimnis, manches davon sogar recht düster. Die Situation spitzt sich zu, jeder misstraut jedem.
Shari Lapena versteht es wieder, eine geheimnisvolle, gefährliche Atmosphäre zu schaffen. Das gegenseitige Misstrauen ist spürbar, die Schockwirkung unerwarteter Ereignisse greift auch auf den Leser über. Besonders im letzten Drittel steigt die Spannung enorm.
Super zu lesen, ein fesselnder Thriller aus dem Lübbe Verlag.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Spannung
  • Idee
  • Geschichte
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 27.10.2019

Ein perfider Plan

In the Dark - Keiner weiß, wer sie sind
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Wenn Handwerker in einem maroden Keller eine eingesperrte und entkräftete junge Frau mit ihrem zweijährigen Sohn finden, ist etwas Schreckliches vorausgegangen. Der alte, an Alzheimer erkrankte Besitzer ...

Wenn Handwerker in einem maroden Keller eine eingesperrte und entkräftete junge Frau mit ihrem zweijährigen Sohn finden, ist etwas Schreckliches vorausgegangen. Der alte, an Alzheimer erkrankte Besitzer bestreitet jedes Wissen dazu. DI Adam Fawley ermittelt in viele Richtungen. Ist der betreuende Sozialarbeiter in die Angelegenheit verwickelt? Oder ein entfernter Verwandter, der die Chance auf Reichtum wittert? Gab es nicht schon eine in dieser Gegend verschwundene Frau? Allerdings wurde deren Sohn gefunden. Hat vielleicht deren Ehemann.....?
Fawley und sein Team sind nicht unfehlbar, aber hartnäckig. Unwahrscheinliches, Unerwartetes tritt zu Tage. Den Ermittlern hilft, dass sie aus gelesenen Büchern wertvolle Hinweise ableiten können.
Sehr fesselnd, sehr raffiniert konstruiert. Schade, dass die Charaktere etwas blass bleiben, nur das Böse wirkt lebendig. Lange wird gerätselt, glaubhafte, aber falsche Hinweise sorgen für Verwirrung. Unterhaltsam zu lesen.
Spannendes von Cara Hunter aus dem Aufbau Verlag.

Veröffentlicht am 25.10.2019

Spannung, Verrat und Gewalt

Wenn die Zeit gekommen ist
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Kommissar Jan Tommen jagt den Schläfenmörder, einen brutalen Gangster, der in zwei Jahren sechs Menschen auf die gleiche Weise ermordet hat: durch einen Nahschuss in die Schläfe. Jetzt hat er offenbar ...

Kommissar Jan Tommen jagt den Schläfenmörder, einen brutalen Gangster, der in zwei Jahren sechs Menschen auf die gleiche Weise ermordet hat: durch einen Nahschuss in die Schläfe. Jetzt hat er offenbar wieder zugeschlagen, die Polizei ist elektrisiert. Tommen verfolgt Erfolgversprechendes, gerät aber in eine Falle. Seine Kollegen schwören Rache.
Chandu, ein Kerl wie ein Schrank, Max, Hackergenie, beide sympathisch und Zoe, eiskalte Rechtsmedizinerin, mit einem Benehmen wie ein unerzogenes Kind, bilden einTeam, welches mit nicht immer legalen Methoden ermittelt. Verfolgungs- und Verbrecherjagden wie in amerikanischen Thrillern, hier allerdings in Berlin, bestimmen die Ermittlungen, konkurrierende Banden bekämpfen sich. Durchaus unterhaltsam.
Spannung, Verrat, Gewalt und zahllose Leichen finden sich in Alexander Hartungs Krimi.
Ein rasanter, einfacher Erzählstil zieht sich durch diese Lektüre für Actionfans.
Unterhaltung aus dem Edition M Verlag.

Veröffentlicht am 23.10.2019

Sieben Jahre später

Postscript - Was ich dir noch sagen möchte
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Gerry war Hollys große Liebe und sie die seine. Als er vor sieben Jahren starb, hatte er Briefe hinterlassen, die sie monatsweise öffnen durfte. In jedem war eine Aufgabe, die aus gemeinsamen Erinnerungen ...

Gerry war Hollys große Liebe und sie die seine. Als er vor sieben Jahren starb, hatte er Briefe hinterlassen, die sie monatsweise öffnen durfte. In jedem war eine Aufgabe, die aus gemeinsamen Erinnerungen resultierte und Holly zurück ins Leben bringen sollte. Sieben Jahre sind vergangen, Holly geht es gut. Sie hat einen tollen Partner, einen Job und die Unterstützung von Familie und Freunden. Plötzlich allerdings wirft sie etwas aus der Bahn.
Mitglieder eines „PS: Ich liebe dich- Clubs“ wollen ihre Hilfe bei Briefen, die sie, da sie selbst bald sterben, ihren Angehörigen hinterlassen wollen. Kann und will Holly alles wieder aufrühren?
Cecilia Ahern hat emotional berührende Schicksale zusammengeführt. Sehr gefühlvoll Menschen mit einem letzten großen Ziel geschildert. Alle Clubmitglieder haben eine Geschichte, alle wollen, dass etwas von ihnen bleibt. Ich bewundere jeden von ihnen, besonders aber Ginika, die unglaublich stark in ihrer wirklich tragischen Situation bleibt. Holly bringt sich selbstlos ein.
Aber was macht dieses Engagement mit Ihr? Glaubhaft beschreibt Cecilia Ahern ihren Weg von Ablehnung über den Plan, sich nur kurz blicken zu lassen bis hin zu großem Einsatz. Hollys Leben gerät aus den Fugen.
Sie sieht Gerrys Briefe, die sie so stark beeinflusst haben, in einem neuen Licht. DAS ist es, was ausserdem so stark beeindruckt in diesem berührenden Buch. Holly verändert sich, kommt aus ihrer Komfortzone heraus und hat eine neue Stärke erlangt.
Cecilia Ahorn nimmt den Leser auf eine neue Gefühlsreise mit und stellt Dinge in Frage, die perfekt erschienen.
Sehr Nachdenkens- und Lesenswertes aus dem S. Fischer Verlag, aus dem Englischen übersetzt von Christiane Strüh.