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Veröffentlicht am 08.01.2025

Die Jagd nach dem Mörder

Blutrotes Karma
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Die Handlung beginnt mit umfangreichen, seitenlangen Darstellungen von Studentenkrawallen in Paris im Jahr 1968. Zwischen Protesten und der Suche der eigenen Rolle innerhalb dieser findet Hervé die Leiche ...

Die Handlung beginnt mit umfangreichen, seitenlangen Darstellungen von Studentenkrawallen in Paris im Jahr 1968. Zwischen Protesten und der Suche der eigenen Rolle innerhalb dieser findet Hervé die Leiche seiner Freundin, die selbst eine größere Rolle innerhalb der Aufstände hat. Zusammen mit der besten Freundin von Suzanne und seinem Bruder führt Hervé die Spur des
Mörders nach Indien.

Es ist mein erster Roman des Autors, daher wusste ich auch nicht genau was mich erwartet. Der Schreibstil lässt sich gut lesen, ist teilweise aber recht ausschweifend. Grangé neigt dazu, Handlungsorte sehr bildhaft und ausschweifend zu beschreiben und mit geschichtlichen Hintergrundinformationen zu füttern. Für die Geschehnisse in Indien war das durchaus vorteilhaft, so konnte ich mir die Schauplätze gut vorstellen. Es führt allerdings auch dazu, dass durch einige Wendungen in der Handlung ein Thriller mit 608 Seiten entstanden ist. Ich bin mir auch nicht ganz sicher, ob der Autor nicht ursprünglich zwei Ideen hatte und diese hier zu einem Buch verknüpft hat - Studentenaufstand in Paris und religiöse Sekten in Indien.
Eine Empfehlung an Fans von Thrillern mit Schwerpunkt auf religiösen Praktiken und Verstrickungen im Milieu von Sekten. Für mich insgesamt ein solider Thriller, aber zu ausschweifend erzählt.

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Veröffentlicht am 20.12.2024

Frauen auf dem Weg in die Freiheit

When Women were Dragons – Unterdrückt. Entfesselt. Wiedergeboren: Eine feurige, feministische Fabel für Fans von Die Unbändigen
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Im Jahr 1955 verwandeln sich Hunderttausende Frauen in Amerika in Drachen. Auch danach passieren spontane Verwandlungen. Doch dies wird zum Tabuthema. Alex Tante verwandelt sich, ihre Mutter jedoch nicht. ...

Im Jahr 1955 verwandeln sich Hunderttausende Frauen in Amerika in Drachen. Auch danach passieren spontane Verwandlungen. Doch dies wird zum Tabuthema. Alex Tante verwandelt sich, ihre Mutter jedoch nicht. Zum Schweigen gezwungen, entwickelt Alex im Laufe der Zeit immer mehr Fragen.

Zunächst vorab: Dass sich Frauen im Amerika der 50er Jahre aus spontaner Wut in Drachen verwandeln, kann ich bei den in diesem Roman dargestellten männlichen Charakteren absolut nachvollziehen. Allein die Aussage von Alex Vater, dass Frauen sich um Haushalt und Familie zu kümmern haben und dafür keinen höheren Bildungsabschluss benötigen, hätte für meine spontane Verwandlung schon ausgereicht.

Es handelt sich hierbei nicht um ein klassisches Fantasybuch. Die Drachen stehen vielmehr als Allegorie für female empowerment. Neben dem allgemeinen Frauenbild dieser Zeit werden auch Themen wie unbezahlte Care-Arbeit, familiäre Traumata und Identitätsfindung angesprochen. Es wurden auch queere Themen angeschnitten, hier hätte ich mir jedoch einen größeren Fokus gewünscht. Dadurch hätte auch Alex als Hauptcharakter eine tiefere Weiterentwicklung erfahren können. Die Geschichte hatte einige Längen und der Schluss wurde fast schon plötzlich abgehandelt.
Obwohl ich mir mehr Wut und eine intensivere Auseinandersetzung mit den einzelnen Themen gewünscht hätte, kann ich den Roman weiterempfehlen.

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Veröffentlicht am 12.12.2024

Im Kreis der Wächter

Jewel & Blade, Band 1 - Die Wächter von Knightsbridge
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Eine moderne Version der Artus-Sage im heutigen England hat mich auf das Buch aufmerksam gemacht. Und natürlich die Erwähnung einer elitären Geheimgesellschaft in London. Um das gleich vorweg zu nehmen: ...

Eine moderne Version der Artus-Sage im heutigen England hat mich auf das Buch aufmerksam gemacht. Und natürlich die Erwähnung einer elitären Geheimgesellschaft in London. Um das gleich vorweg zu nehmen: Die Wächter sind genau so, wie man sich das in einer Geheimgesellschaft vorstellt. Sie sind enorm reich, abgehoben und manchmal sogar unausstehlich. Harper passt dort so gar nicht hinein. Sie arbeitet am liebsten allein in der Goldschmiede ihrer Familie.
Das Goldschmieden ist jedoch nur zu Beginn Teil der Geschichte und wird im Laufe der Handlung eigentlich erstmal zur Nebensache. Harper selbst war mir relativ sympathisch, auch wenn ich sagen muss, dass sich der Charakter für mich eher nach Young Adult als New Adult anfühlt. Die Beziehung zu ihrer besten Freundin finde ich gut gelungen und realistisch dargestellt. Auch die Love Story wurde langsam aufgebaut und wirkte nicht überstürzt. Trotzdem fehlte mir während der ganzen Suche nach Excalibur das gewisse Etwas. Es kam leider nie richtig Spannung auf. Das konnte auch der Cliffhanger am Ende nicht mehr retten.

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Veröffentlicht am 10.12.2024

Die geheimnisvolle Bibliothek

Mondia-Dilogie 1: Silent Secrets
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Das wunderschöne Cover strahlte mir - in dem Fall sehr passend - in meiner Bibliothek entgegen. Das Konzept der Weltenbibliothek Mondia hat mich direkt beim Lesen des Klappentextes überzeugt und ich musste ...

Das wunderschöne Cover strahlte mir - in dem Fall sehr passend - in meiner Bibliothek entgegen. Das Konzept der Weltenbibliothek Mondia hat mich direkt beim Lesen des Klappentextes überzeugt und ich musste das Buch mitnehmen. Der Schreibstil ist einfach und flüssig zu lesen, was mir den Einstieg in die Geschichte erleichtert hat. Auch der Pariser Charme hat mir gut gefallen.

Mit Remy als Hauptprotagonistin hatte ich im Laufe der Handlung so meine Probleme. Wenn man bedenkt, dass sie 19 Jahre alt ist, erscheinen mir einige Handlungen schon etwas naiv. Wer vertraut sofort völlig fremden Menschen und folgt ihnen in die Tunnel von Paris? Was natürlich sehr romantisch klingt, erscheint mir wenig realistisch. Auch die Suche nach dem Schlüssel war mehr eine Abfolge von Schritten, ein Miträtseln war mir als Leserin gar nicht möglich, da diese Rätsel fast sofort gelöst wurden. Sim und Remy konnten immer wieder ihren Gegenspielern entkommen, ohne größeren Schaden zu nehmen. Die Motive der Novas sind mir bis zum Schluss völlig unklar geblieben. Hier hätte ich mir zumindest einige Andeutungen gewünscht, um auch die Spannung zu erhöhen.
Insgesamt leichte Unterhaltung inkl. Cliffhanger am Ende der Geschichte, die mich nicht vollkommen überzeugen konnte. Ich denke, ich werde den zweiten Teil dennoch lesen.

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Veröffentlicht am 07.12.2024

Ein Klassiker der Vampirliteratur

Carmilla
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Diese Vampirgeschichte entstand bereits vor Dracula, dem wohl bekanntesten Vampir aller Zeiten. Umso gespannter war ich auf die Geschichte von Carmilla, da so einige Kritiker behaupten, sie sei die Inspiration ...

Diese Vampirgeschichte entstand bereits vor Dracula, dem wohl bekanntesten Vampir aller Zeiten. Umso gespannter war ich auf die Geschichte von Carmilla, da so einige Kritiker behaupten, sie sei die Inspiration für alle folgenden Romane um die Blutsauger gewesen. Der Stil erinnert mich tatsächlich an Bram Stokers Roman, da in beiden Erzählungen die Handlung aus Sicht der Hauptfigur niedergeschrieben wird. Hier jedoch nicht in Tagebuchform und der Schreibstil lässt sich - zumindest für mich - viel leichter lesen. In Carmilla geht es zudem um die Anziehung zwischen zwei Frauen, was für die Entstehungszeit aus heutiger Sicht fast schon revolutionär erscheint.

Ich wünschte mir nur, ich hätte diese Geschichte schon früher gelesen. Nach der Lektüre von mehreren Romanen rund um Vampire wirkt Carmilla auf mich fast schon blass und unscheinbar. Und das trotz der Gefühlsbekundungen gegenüber Laura und der düsteren Beschreibungen ihrer Träume. Ein paar Seiten mehr und damit ein umfangreicherer Beziehungsaufbau zwischen den Figuren hätten die Geschichte für mich interessanter gemacht, da mir die Auflösung von Beginn an klar war.
Insgesamt ein Klassiker, den man gelesen haben sollte, der meine hohen Erwartungen jedoch nicht erfüllen konnte.

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