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Veröffentlicht am 29.03.2017

charmante Kurzgeschichte

Die Tage in Paris
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Sophie ist bei ihrem Verlobten Edouard Lefèvre, einem bekannten Maler, in Paris zu Gast. Als Mädchen vom Lande findet sie das Leben in der Großstadt spannend und aufregend, aber gleichzeitig ist das Leben ...

Sophie ist bei ihrem Verlobten Edouard Lefèvre, einem bekannten Maler, in Paris zu Gast. Als Mädchen vom Lande findet sie das Leben in der Großstadt spannend und aufregend, aber gleichzeitig ist das Leben als Verlobte eines zwar bekannten, aber nicht wohlhabenden Künstlers nicht nur eitel Sonnenschein. Ungefähr 100 Jahre später sind Liv und David auf Hochzeitsreise in Paris, nachdem sie ziemlich schnell geheiratet haben. Doch als sich für David ein paar lukrative Geschäfte in Paris ergeben, stellt Liv ihre Beziehung in Frage.

Beide Geschichten werden in "Ein Bild von dir" zusammengeführt, dieses Büchlein enthält die Vorgeschichte der beiden Paare, um die es in dem Buch eigentlich geht. Und wie man es von Jojo Moyes nicht anders gewohnt ist, hat man es mit starken Charakteren, einer spannenden Handlung und einem Buch, das man nicht mehr aus der Hand legen möchte zu tun. Beiden Paaren ist nur der Ort, an dem sie sich befinden, gemein, ansonsten könnten sie unterschiedlicher kaum sein. Dennoch haben es beide auf ihre Art nicht leicht und müssen auf ihre eigene Art einen Weg finden, damit umzugehen.

Das eBook liest sich in einem Rutsch weg, es war viel zu schnell vorbei. Dabei hat es Witz und Charme und nicht die Gedrängtheit mancher Kurzgeschichten, in denen irgendwie alles seinen Platz finden muss. Wobei diese Geschichte den Vorteil hat, dass sie "nur" die Vorgeschichte ist und die eigentliche Entfaltung dann in "Ein Bild von dir" folgt, wobei auch das Schreiben einer Vorgeschichte schon eine Kunst sein kann.

Fazit: Für Fans von Jojo Moyes, die "Ein Bild von dir" lesen wollen oder schon gelesen haben sehr zu empfehlen.

Veröffentlicht am 29.03.2017

netter Teenieroman

Solo für Girl Online
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Penny ist wieder zu Hause, nachdem sie Noah während seiner Tournee in Paris verlassen hat. Sie versucht, wieder in den Alltag zu finden - was ihr auch halbwegs gelingt: Sie bloggt wieder, ihr bester Freund ...

Penny ist wieder zu Hause, nachdem sie Noah während seiner Tournee in Paris verlassen hat. Sie versucht, wieder in den Alltag zu finden - was ihr auch halbwegs gelingt: Sie bloggt wieder, ihr bester Freund Elliott hält sie auf Trab und außerdem lädt Megan sie nach London ein, wo sie an ihrer Schauspielschule Posey kennenlernt, die mit üblem Lampenfieber kämpft und Callum, einen charmanten Schotten, der für Penny eindeutig einen zweiten Blick wert ist. Da Noah komplett abgetaucht ist, denkt Penny zwar hin und wieder an ihn, aber ihr Leben geht weiter.

Nachdem ich eigentlich nach Band 2 nicht mehr weiterlesen wollte, kam ich auf einmal doch nicht mehr an "Solo für Girl Online" vorbei. Und ich habe es nicht bereut. Nachdem Penny in "Girl on Tour" ziemlich in Selbstmitleid versunken ist, bis sie mal endlich die Reißleine gezogen hat, ging es im 3. Band wieder deutlich aufwärts mit ihr. Sie bloggt wieder deutlich mehr und ist wieder deutlich fröhlicher und selbstbewusster unterwegs. In manchen Dingen ist sie zwar immer noch ein typischer Teenie, aber das sind dann auch die Punkte, wo ich merke, dass ich das eindeutig nicht mehr bin. Wobei mir schon klar war, dass es sich um ein Jugendbuch handelt und die meisten Protagonisten Jugendliche mit entsprechenden Ansichten, Problemen und Verhaltensweisen sind.

Auch dem Stil merkt man an, dass es mit Penny wieder ein bisschen aufwärts geht: Das Buch liest sich deutlich flüssiger und angenehmer als Band 2. Gut gefallen haben mir vor allem ihre Blogbeiträge. Allerdings ist Penny manchmal schon ziemlich grüblerisch veranlagt und manchmal auch ein bisschen blauäugig, was dazu geführt hat, dass sich das Buch zwar nett lesen ließ, ich aber Penny am liebsten geschüttelt hätte, um sie zur Vernunft zu bringen.

Fazit: Wer Jugendbücher mag, dem kann ich "Solo für Girl Online" nur empfehlen.

Reihenfolge:

1. Girl Online

2. Girl on tour

3. Solo für Girl Online

Veröffentlicht am 29.03.2017

fesselnde Fortsetzung

Minus 18 Grad
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Ein Auto rast nach einer Verfolgungsjad im schwedischen Helsingborg ins Hafenbecken. An sich sieht alles nach einem Unfall aus, doch bei der Obduktion stellt sich heraus, dass der Fahrer schon länger tot ...

Ein Auto rast nach einer Verfolgungsjad im schwedischen Helsingborg ins Hafenbecken. An sich sieht alles nach einem Unfall aus, doch bei der Obduktion stellt sich heraus, dass der Fahrer schon länger tot war. Das Team um Fabian Risk tappt lange im Dunkeln - alle Theorien scheinen zu abwegig. Doch auch der beste Mörder macht irgendwann einen Fehler...

Parallel dazu gibt es im schwedisch-dänischen Grenzgebiet einige Fälle von Morden an Obdachlosen. Da diese oft nach Suizid aussehen und/oder Alkohol im Spiel ist, bleibt auch hier lange ein Rätsel, wer dahinter steckt.

Auch der dritte Band um Fabian Risk und sein Team war wieder spannend bis zur letzten Seite. Ich hatte viele Theorien, wer es warum gewesen sein könnte, aber letzten Endes traf keine zu. Stattdessen tauchten immer wieder neue Fragen auf, die zwar mit der Zeit beantwortet wurden, aber diese Antworten waren mitunter auch ziemlich waghalsig und erschreckend. Stefan Ahnhem gewährt hier Einblicke in die Abgründe der menschlichen Seele, von denen ich hoffe, dass sie wirklich Ausnahmeerscheinungen sind - und das bezieht sich auf beide Handlungsstränge. Nach einigen Geschehnissen musste ich einmal tief durchatmen, weil ich kaum glauben wollte, dass Menschen zu so etwas in der Lage sind.

Die Protagonisten haben alle ihr Päckchen zu tragen, allerdings wird in dieser Reihe das Private nur sehr am Rande behandelt. Familie Risk ist nach wie vor sehr fragil und entsprechend vorsichtig ist der Umgang miteinander. Fabian arbeitet viel, versucht aber, gerade zu seinem Sohn Theo nicht den Kontakt zu verlieren. Da dieser aber mitten in der Pubertät steckt und noch an so einigen Erlebnissen zu knabbern hat, ist das alles andere als einfach.

Der Roman liest sich sehr flüssig, ich hab ihn immer nur ungern aus der Hand gelegt. Die Spannung und Tempo werden ziemlich gut durchgehalten, so dass ich den Ermittlern irgendwann nur noch gewünscht habe, dass sie mal zum Durchatmen und nachdenken kommen.

Die Auflösungen fand ich plausibel, zum Teil auch überraschend, allerdings bleiben einige Stränge offen, inklusive einem kleinen Cliffhanger. Ich hoffe sehr, dass es darum im nächsten Band gehen wird, wobei das dann auch heftig und hässlich werden dürfte.

Fazit: Ein packender Thriller, der mich in einigen Punkten bisher nicht losgelassen hat.

Reihenfolge:
1. Und morgen du
2. Herzsammler
3. Minus 18°

Veröffentlicht am 05.03.2017

fesselnder Jugendroman

To all the boys I’ve loved before
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Lara Jean ist die Mittlere von drei Schwestern, wovon die Ältere gerade zum Studieren das Haus verlassen hat. Jetzt muss sie nicht nur damit klar kommen, dass sie jetzt das Vorbild für ihre kleine Schwester ...

Lara Jean ist die Mittlere von drei Schwestern, wovon die Ältere gerade zum Studieren das Haus verlassen hat. Jetzt muss sie nicht nur damit klar kommen, dass sie jetzt das Vorbild für ihre kleine Schwester ist (ihre Mutter ist schon lange gestorben), sondern erfährt auch noch, dass jemand ihre Liebesbriefe verschickt hat. Bei diesen Liebesbriefen handelt es sich nicht um "normale" Liebesbriefe, sondern um Briefe, die Lara Jean den Jungen geschrieben hat, in die sie einmal verliebt war, mit denen sie aber nie so wirklich zusammengekommen ist. Doch da einige von ihnen nie wirklich aus ihrem Leben verschwunden sind, sondern z.B. noch in ihre Schule gehen, steckt Lara Jean nun - zu allem anderen - noch in Erklärungsnot...

Lara Jean ist für eine Jugendliche (ca. 16/17 Jahre alt) schon recht reif. Sie hat zwar einige Punkte, in denen auch sie noch erwachsen werden muss, aber sie ist keine verzogene Teenie-Göre mit verqueren Ansichten, wie man sie aus manch anderen Jugendromanen kennt. Dazu kommt, dass sie und ihre Schwestern sich sehr nahe stehen, sich aber auch herrlich normal streiten können. So entsteht eine Familie, in die auch ich mich wunderbar eindenken konnte und die mir sehr sympathisch war.

Bei den beiden Jungs, die die wesentlichen Rollen in Lara Jeans Leben spielen, sah es da mit der Sympathie schon anders aus. Josh wirkt wie der Traumtyp einer Jugendlichen, aber an manchen Punkten wird er ziemlich zickig, was ich schon anstrengend fand. Peter dagegen ist der Mädchenschwarm, der gerade von der Beautyqueen des Jahrgangs verlassen wurde, als ihn Lara Jeans Brief erreicht. Er ist der Typ Junge, vor dem man Lara Jean gerne warnen möchte, bei dem man aber merkt, dass sie vielleicht auch ihre Erfahrungen machen muss und dass vielleicht auch er eine Chance verdient, dass sie ihn kennenlernt.

Das Buch liest sich sehr flüssig, die Seiten sind nur so dahingeflogen. Ich konnte richtig in das Buch eintauchen und auch ein ganzes Stück mit Lara Jean mitleben, mitleiden und mitlieben. Mit ihr tauschen würde ich zwar nicht unbedingt wollen, aber an vielen Stellen konnte ich gut nachvollziehen, wie es ihr geht und warum sie handelt, wie sie handelt.

Allerdings bin ich unsicher, ob dieses Buch wirklich eine Fortsetzung braucht oder ob es nicht bei dem Ende hätte bleiben können. Wobei ich auch feststellen muss, dass ich mich auf ein Wiedersehen mit Lara Jean und Co freue, aber die Messlatte liegt schon ziemlich hoch.

Fazit: Nicht nur für Jugendliche ein fesselnder Roman.

Reihenfolge:
1. To all the boy I've loved before
2. I still love you

Veröffentlicht am 05.03.2017

Marits Neuanfang

Liebe, Zimt und Zucker
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Marit ist gerade für ihre große Liebe Toby von Hamburg nach Altenberg gezogen, das man gut mit dem Begriff "Volldorf" beschreiben kann. Aber für die Liebe zieht sie dort gerne hin. Nur leider stellt sich ...

Marit ist gerade für ihre große Liebe Toby von Hamburg nach Altenberg gezogen, das man gut mit dem Begriff "Volldorf" beschreiben kann. Aber für die Liebe zieht sie dort gerne hin. Nur leider stellt sich in Altenberg heraus, dass Toby dort schon eine Freundin hat. Doch Marit hat Glück im Unglück: Eher zufällig kommt sie an einen Job im einzigen Coffeeshop in Altenberg und ein Zimmer im Haus der Besitzerin. Dass sie eigentlich gerade mit ihrem Studium der Literaturwissenschaften fertig geworden ist, findet Marit an der Stelle eher zweitrangig, hauptsache, sie kann sich erst mal über Wasser halten. Und durch ihren Job findet sie im Dorf auch ein bisschen Anschluss, so dass sie erst mal nicht näher darüber nachdenkt, zurück nach Hamburg zu gehen oder sich einen "richtigen" Job zu suchen. Zumal sie eines Tages im Coffeeshop einen USB-Stick findet. Sie nimmt mit dem Besitzer per Mail Kontakt auf, woraus sich ein netter Flirt entwickelt - ein äußerst netter Flirt...

Der Roman liest sich sehr flüssig, die Seiten fliegen nur so dahin. Ich konnte das Buch zwar auch gut mal an die Seite legen, aber es kam auch vor, dass ich 100 Seiten gelesen habe, ohne es zu merken. Julia Hanel hat einen schönen und liebevollen Schreibstil, der gerne mit einem Augenzwinkern daherkommt. Dazu passen auch die Protagonisten des Romans, die (bis vielleicht auf Toby) alle sympathisch sind, aber auch ihre Ecken und Kanten haben.

Angefangen bei Marit, bei der ich mich erst mal gefragt habe, warum sie nach dieser Entdeckung nicht wieder nach Hamburg zurück gegangen ist. Gleichzeitig finde ich es schön, dass sie dem Dorfleben eine Chance gibt und sich dort auch durchaus wohl fühlt. Gleichzeitig wirkt sie manchmal schüchtern, dann schon wieder sehr tough, was gerade am Anfang manchmal nur bedingt stimmig war. Das ändert sich aber im Laufe des Romans glücklicherweise.

Sehr süß ist ihr Mail-Flirt mit Julian, der mir aber von Anfang an irgendwie zu glatt und zu perfekt wirkte. Allerdings ist es natürlich auch immer schwierig, jemanden per Mail richtig kennenzulernen. Das war mit Marits Arbeitskollegen Julian schon einfacher, der sie zwar oft aufzieht, sie am Anfang auch eher als Konkurrenz betrachtet, sie in entscheidenden Momenten aber oft rettet und immer für sie da ist.

Leider ging mir am Ende manches ein bisschen schnell und plötzlich, daher der Stern Abzug. Näher kann ich leider nicht darauf eingehen, sonst verrate ich zu viel, aber durch diese Geschwindigkeit fehlte mir am Ende einfach was.

Fazit: Ein Wohlfühlroman für ein Lesewochenende, zu empfehlen für alle Freundinnen von Frauenbüchern, Liebe und Kaffee