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Veröffentlicht am 01.08.2017

Lovestory aus der Bloggerwelt

Girl Online
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Penny lebt in Brighton, ist Schülerin und lebt Wand an Wand mit ihrem besten Freund Elliot. Er ist auch der einzige, der weiß, dass der nicht ganz unbekannte Blog "Girl online" von Penny betrieben wird. ...

Penny lebt in Brighton, ist Schülerin und lebt Wand an Wand mit ihrem besten Freund Elliot. Er ist auch der einzige, der weiß, dass der nicht ganz unbekannte Blog "Girl online" von Penny betrieben wird. Dann haben die beiden noch das Glück, dass Pennys Eltern für einen Job kurz vor Weihnachten nach New York müssen und die beiden mitnehmen. Dort trifft Penny Noah und es funkt ordentlich. Doch zurück in Brighton bahnt sich eine Katastrophe an...

Durch sein Cover habe ich bei dem Buch schon gezweifelt, ob es nicht zu teeniehaft ist. Umgekehrt haben die positiven Stimmen und die Tatsache, dass es auch um das Bloggen und das Internet als Thematik geht, dafür gesorgt, dass ich auf das Buch neugierig wurde. Und es hat sich durchaus gelohnt: Man merkt dem Buch zwar an, dass es ein Jugendbuch ist, aber es liest sich einfach so flüssig, dass auch ich es nicht mehr aus der Hand legen konnte. Die Protagonisten sind zwar noch nicht volljährig, aber gleichzeitig sind die Themen "Fernbeziehung" und "Geheimnisse in einer Beziehung" in jedem Alter interessant. Dazu kommt, dass Penny kein typisches Teenie-Verhalten an den Tag legt, sondern ziemlich besonnen und reflektiert ist, ähnlich wie auch Noah. Die Punkte, an denen ihr Gedankenkarussell nicht mehr zum Stillstand kommt, sind Punkte, an denen auch bei Erwachsenen der Kopf nicht mehr zum Stillstand kommen würde.

Dazu kommt, dass die eingeflochtene Thematik "Bloggen" sehr interessant ist. Bisher ist mir noch kein Buch begegnet, in dem das Thema so aufgegriffen wird und gleichzeitig im Vorder- wie im Hintergrund steht. Für Jugendliche wie für Erwachsene wird deutlich, dass ein Blog zwar etwas tolles ist, aber unter Umständen auch ziemlich aus dem Ruder laufen kann - auch wenn es nicht immer in dem Ausmaß sein muss wie hier.

Die Liebesgeschichte ist einfach nur schön. Noah und Penny sind so süß zusammen und das merken auch alle anderen, so dass auch Pennys Eltern und Noahs Oma der Beziehung sehr positiv gegenüberstehen. Dass dann andere Probleme dazu kommen, da können sie nichts für.

Fazit: Ein Jugendbuch, das auch für Erwachsene einfach schön ist.

Veröffentlicht am 01.08.2017

Omas und Elsas Märchenwelt

Oma lässt grüßen und sagt, es tut ihr leid
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Elsa (fast 8) und ihre Oma haben eine ganz besondere Beziehung zueinander: Beide reisen, so oft es geht, ins Land fast-noch-wach und erleben dort die spannendsten Abenteuer, entdecken die fantastischsten ...

Elsa (fast 8) und ihre Oma haben eine ganz besondere Beziehung zueinander: Beide reisen, so oft es geht, ins Land fast-noch-wach und erleben dort die spannendsten Abenteuer, entdecken die fantastischsten Wesen,... Doch dann erfährt Elsa durch Zufall, dass ihre Oma schwer krank ist und kurz darauf ist sie tot. Für Elsa bricht eine Welt zusammen, weil ihre Oma ihr einziger Freund war. Doch Oma hat ihr einen Brief hinterlassen, der ihr schreibt, dass ihr als jetzt einzigem Ritter die Aufgabe obliegt, in diesem Land dafür zu sorgen, dass es allen gut geht. Dazu gehört auch, in Omas Auftrag Briefe an die Nachbarn zu verteilen, die Elsa zugespielt werden. In diesen Briefen lässt Oma noch einmal grüßen und entschuldigt sich bei jedem für Dinge, die schief gelaufen sind - denn Oma hatte zu allen Nachbarn ihre je eigene Beziehung.

Dieses war mein erstes Buch von Fredrik Backman und würde "Ein Mann namens Ove" nicht schon auf meinem SuB liegen, weiß ich nicht, ob ich es noch lesen wollen würde. Die Idee zu "Oma lässt grüßen..." fand ich gut, es ist von der Handlung eine Idee, die ich so noch nicht gelesen habe. Die Umsetzung ist allerdings nicht so wirklich meins gewesen: In die Geschichte werden die Märchen, die Oma Elsa erzählt hat, eingeflochten. An sich ist das nicht schlecht, aber Oma hat eine komplette Welt aufgebaut, in der die Märchen spielen, die dann sehr ausführlich und lebendig beschrieben wird. Prinzipiell ist diese Idee nicht schlecht, aber Fantasy ist einfach nicht mein Genre und so habe ich mich mit diesen Passagen sehr schwer getan. Leider wurde diese Welt auch in die Realität hinübergezogen, so dass es für mich zum Teil schwer war, alles zu überschauen. Vieles wurde durchaus aufgelöst, aber bei manchen Wesen z.B. fehlt mir bis jetzt die Phantasie, so dass mein Kopfkino oft eher schleppend lief oder mit weißen Flecken. Das finde ich sehr schade, weil es mir den Zugang zu dem Buch und zu Elsa und Oma durchaus verbaut hat. Dazu kommt, dass die Protagonisten alle sehr eigen sind, weil sie alle ihre eigenen Päckchen mit sich herumtragen. Das hat das Buch spannend gemacht, aber gleichzeitig waren einige davon - angefangen bei Elsa - mitunter so anstrengend, dass auch hier das Lesevergnügen zeitweise gelitten hat.

Dabei ließ sich das Buch vom Stil her ziemlich flüssig lesen. Es war oft so, dass die Seiten so dahinflogen, ich aber nach einem Kapitel kaum noch sagen konnte, was passiert war, weil nicht wirklich viel hängen geblieben war. Zum Teil, weil die Handlung zwischen der Märchenwelt und der Realität sprang, zum Teil aber auch, weil sich mir die Wesen und ihre Fähigkeiten nicht immer so ganz erschlossen haben. So kam es auch, dass bei mir bis zum Schluss leider elementare Fragen offen geblieben sind - und das, nachdem ich so einige Abschnitte auch doppelt gelesen habe. Leider hinterlässt das einen schalen Nachgeschmack, wenn ich jetzt an das Buch denke.

Fazit: Leider fehlte mir an manchen Stellen der Zugang zum Buch, vielleicht war es auch das falsche Buch zur falschen Zeit... Die Idee ist gut, aber die Umsetzung war leider nicht meins.

Veröffentlicht am 01.08.2017

Der Auftragskiller

Blood on Snow. Der Auftrag
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Olav ist Auftragskiller. Er ist gut in seinem Job und so bekommt er auch von seinem Chef einen Auftrag, den dieser nicht vielen zutraut: Olav soll Corina, die Frau seines Chefs ermorden. Doch was macht ...

Olav ist Auftragskiller. Er ist gut in seinem Job und so bekommt er auch von seinem Chef einen Auftrag, den dieser nicht vielen zutraut: Olav soll Corina, die Frau seines Chefs ermorden. Doch was macht ein Auftragskiller, dem Gefühle dazwischenkommen?

Da das Buch mit 187 Seiten ziemlich kurz ist, ist es schwer, nicht zuviel zu verraten. Durch den Hype, der in den sozialen Medien um dieses Buch aufgebaut wurde, habe ich damit gerechnet, dass das Buch mich nicht schlafen lassen würde - doch das war kein Problem. Das Buch baut zwar Spannung auf und nimmt einen mit, aber eher als neutralen Beobachter. Olav erzählt aus der Ich-Perspektive, so dass man das Gefühl hat, man steht neben ihm, ist vielleicht ein guter Freund (was Auftragskiller üblicherweise nicht haben) oder eine Art Therapeut, dem Olav alles erzählt. Das beginnt schon damit, das Olav zu Beginn erklärt, warum er nicht z.B. Zuhälter geworden ist, sondern Auftragskiller.

Der Titel ist durchaus wörtlich zu nehmen: Wir befinden uns im Dezember 1977, kurz vor Weihnachten und in Oslo werden gerade die Kälterekorde geknackt, was mit viel Schnee einhergeht. Nebenbei werden auch einige Tropfen Blut auf Schnee vergossen. Anders als bei anderen Büchern, die in den 60ern/70ern spielen hatte dieses Mal allerdings nicht das "Zeitreise-Feeling", bei dem man sich wundert, warum nicht einfach jemand ein Handy zückt. Woran genau das lag, kann ich nicht sagen, vielleicht ist das auch der Kürze des Buches geschuldet - oder der Tatsache, dass es eben oft darum geht, dass keiner rechtzeitig zum Telefon kommt bzw. die Telefone nicht abgehört werden dürfen.

Das Buch liest sich sehr flüssig, ab der Hälfte wollte ich es wirklich nicht mehr weglegen. Es baut eine Grundspannung auf, die gut ist, mir aber auch nicht das Blut in den Adern gefrieren ließ. Dafür war ich zu sehr in meiner Beobachterrolle und wollte wissen, ob meine Vermutungen und Befürchtungen sich bewahrheiten.

Den Preis von 12,99 € finde ich für ein so kurzes Buch recht hoch. Hätte ich das Buch nicht gewonnen, hätte ich wohl darauf gewartet, dass es in der Onleihe verfügbar ist. Das Cover und der schwarze Schnitt sorgen dafür, dass das Buch sofort auffällt.

Die Fortsetzung, die im Februar 2016 kommen soll, knüpft zwar an eine Figur aus diesem Thriller an, soll aber wohl auch eigenständig zu lesen sein.

Fazit: Ein interessanter Thriller, aus dem man aber auch mehr hätte machen können.

Reihenfolge:
1. Blood on snow. Der Auftrag
2. Blood on snow. Das Versteck

Veröffentlicht am 01.08.2017

spannender Serienauftakt

Aschenputtel
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Es ist der verregnetste Sommer, den Stockholm seit langem erlebt. Eine junge Frau ist mit ihrer kleinen Tochter im Zug von Göteborg nach Stockholm unterwegs. Als der Zug kurz vor Stockholm halten muss, ...

Es ist der verregnetste Sommer, den Stockholm seit langem erlebt. Eine junge Frau ist mit ihrer kleinen Tochter im Zug von Göteborg nach Stockholm unterwegs. Als der Zug kurz vor Stockholm halten muss, steigt sie zum Telefonieren kurz aus, weil ihre Tochter schläft. Auf einmal sieht sie den Zug nur noch wegfahren. Sie lässt sich schnell hinterherfahren, doch in Stockholm ist ihre Tochter wie vom Erdboden verschluckt - und niemand hat etwas gesehen. Das Polizei-Team um Alex Recht tappt komplett im Dunkeln. Wer kommt in Frage? Und vor allem: Warum? Und wo steckt die Kleine?

Dieses Buch ist das erste aus der Reihe um das Ermittler-Team Alex Recht, Fredrika Bergman und Peder Rhyd und ich muss sagen, ich habe es verschlungen! Kristina Ohlsson baut eine Grundspannung auf, die mich dazu gebracht hat, das Buch nicht mehr weglegen zu wollen. Diese Spannung steigert sie immer weiter - und auf die Auflösung bin ich auch nur mit Fredrika und Peder zusammen gekommen, davor war mir auch ziemlich unklar, wer es gewesen sein sollte. Ich hatte viele Theorien und Vermutungen, aber schon allein, warum die Kleine entführt wurde, war eine Frage, bei der ich lange nicht wusste, wie ich sie beantworten sollte. Die Erklärungen waren dann allerdings plausibel, auch wenn dafür lange recherchiert werden musste.

Dazu kommt, dass die Protagonisten so dargestellt werden, dass man zwar etwas über das Privatleben von jedem der Ermittler erfährt, aber für meinen Geschmack nicht zu viel. Es sind bei allen Stränge, die vermutlich weiter verfolgt werden und die ich nicht uninteressant finde. Jeder der Ermittler hat seine Eigenheiten, aber im Gegensatz zu anderen Krimis hat keiner so richtig schlimme Spleens, was ich auch mal sehr angenehm fand. Außerdem fand ich es gut, dass das Team sich erst finden muss und man nicht in ein Team kommt, indem schon jeder seine Rolle und seinen Platz hat, sondern alles noch ziemlich flexibel ist.

Fazit: Ein Krimi, der den Albtraum aller Eltern beschreibt und dabei einfach sehr gut ist.

Reihenfolge:
1. Aschenputtel
2. Tausendschön
3. Sterntaler
4. Himmelsschlüssel
5. Papierjunge

Veröffentlicht am 01.08.2017

hätte man mehr draus machen können

Wir fangen gerade erst an
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Märtha, Snille, Kratze, Stina und Anna-Greta sind schon seit vielen Jahren befreundet und leben nun gemeinsam im Altersheim "Diamant". Seit vielen Jahren singen sie gemeinsam im Chor, doch irgendwas hat ...

Märtha, Snille, Kratze, Stina und Anna-Greta sind schon seit vielen Jahren befreundet und leben nun gemeinsam im Altersheim "Diamant". Seit vielen Jahren singen sie gemeinsam im Chor, doch irgendwas hat sich inzwischen verändert. An sich singen sie immer noch gerne, aber seit einiger Zeit sind sie immer so antriebslos und müde, dass sie selbst dazu keine Lust mehr haben. Im Altersheim ist es einfach langweilig für sie, dabei wollen sie noch etwas erleben und sich eine schöne Zeit machen, solange sie es noch können. In ihnen wächst die Überzeugung, dass es so ziemlich überall besser ist als im Altersheim - und als sie dann zufällig einen Bericht über schwedische Gefängnisse in die Finger kriegen, steht ihr Entschluss fest: Sie werden ein Verbrechen begehen, um auch ins Gefängnis zu kommen. Doch eine kriminelle Laufbahn ist schwieriger, als die Fünf vermutet hätten...

Da die Handlung süß-witzig-interessant klang, habe ich mir das Hörbuch mit ins Auto genommen und mich auf ein paar lustig-spannende Stunden mit einer Prise Sozialkritik gefreut. Allerdings wurde meine Erwartung nicht so ganz erfüllt. Das HB ist zwar durchaus amüsant und die Handlung passiert auch so, wie sie beschrieben wird, aber sie ist leider nicht so wirklich spritzig, sondern oft auch ein bisschen zäh und langatmig.

Dabei sind die Protagonisten zwar alt, aber noch rüstig und motiviert und vor allem noch wirklich fit im Kopf - ich fand ihre Kreativität, welches Verbrechen sie wohl ins Gefängnis bringen würde, einfach klasse! Und an was sie alles denken bzw. was ihnen so in Richtung Plan B alles einfällt, einfach grandios! Da ist es schon schade, dass so manches drumherum einfach zuviel ist oder zu ausführlich beschrieben wird. Glücklicherweise retten die alten Leutchen die Stimmung immer wieder, sie sind einfach cool und goldig gleichzeitig =)

Fazit: Leider hatte das Hörbuch ziemliche Längen, so dass ich mir den zweiten Band nicht anhören werde.

Reihenfolge:

1. Wir fangen gerade erst an

2. Jetzt kriegt jeder was ab