Profilbild von Schnick

Schnick

Lesejury Star
offline

Schnick ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Schnick über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.02.2019

Genial!

QualityLand (QualityLand 1)
0

Als Buch ist "QualityLand" schon großartig, aber als Hörbuch ist es genial! Das liegt natürlich an Marc-Uwe Kling, der sein Buch dermaßen gut vorliest, dass es unglaublich unterhaltsam und kurzweilig ist. ...

Als Buch ist "QualityLand" schon großartig, aber als Hörbuch ist es genial! Das liegt natürlich an Marc-Uwe Kling, der sein Buch dermaßen gut vorliest, dass es unglaublich unterhaltsam und kurzweilig ist. Genau genommen liest Kling nicht einfach nur das Buch, sondern spielt es richtiggehend vor und das macht dieses Hörbuch so besonders. Ich hatte selten so viel Spaß, mir ein Hörbuch anzuhören.


Über "QualityLand" selbst muss ich wahrscheinlich gar nicht mehr viel schreiben: Diese Dystopie ist im Grunde genommen nur das, was wir heute schon erleben, nur weitergedacht. Insofern ist das Erzählte für uns gut nachvollziehbar. Klingt schafft es aber, das alles so zu überspitzen, dass es nicht nur erschreckend, sondern eben auch lustig ist. Dadurch ist das Buch zwar einerseits eine durchaus realistische Idee, wohin wir uns entwickeln (können), gleichzeitig aber auch eine sehr witzige Abrechnung des Jetzt. Herrlich!

Jedenfalls: Wer mal ein richtig gutes Buch hören will, sollte sich unbedingt dieses Hörbuch greifen. Es ist herausragend! (Und ehrlich gesagt so gut, dass ich die nächsten Hörbücher schon allein der Sprecher*innen wegen enttäuschend finden werde. Das ist die Gefahr, wenn man ein von Kling vorgesprochenes oder eher vorgespieltes Buch gehört hat.)

Veröffentlicht am 21.02.2019

Ich bin enttäuscht

Ich bin der Zorn
0

Ich muss ehrlich gestehen, dass ich ein bisschen enttäuscht bin, denn "Ich bin der Zorn" fängt zwar gut an, hält sein Niveau ungefähr bis zur Hälfte des Buches, nur um dann dermaßen wirr und unrealistisch ...

Ich muss ehrlich gestehen, dass ich ein bisschen enttäuscht bin, denn "Ich bin der Zorn" fängt zwar gut an, hält sein Niveau ungefähr bis zur Hälfte des Buches, nur um dann dermaßen wirr und unrealistisch zu werden, dass es den Spaß ziemlich versaut.

Nun ist es so, dass die ganze Shepherd-Reihe nicht gerade mit Realismus gesegnet ist. So lange der Unterhaltungswert einigermaßen stimmt, bin ich auch durchaus Willens, das zu verzeihen. Und so ist es anfänglich auch, zumal Ethan Cross' Thriller ein gutes Tempo an den Tag legt, Aber dann wird es so dämlich, dass der Unterhaltungswert immer mehr flöten geht.

Ich habe auch nichts gegen Wendungen - wenn sie halbwegs raffiniert sind, aber die Wendungen hier sind einerseits halbwegs vorhersehbar und andererseits so konstruiert, dass auch das keinen echten Spaß bereitet. Dabei fängt die Story wirklich gut an. Ich hätte mir mehr Geradlinigkeit gewünscht. Für interessante Wendungen reicht Cross' Niveau einfach nicht. Zudem werden die Charaktere schlicht und ergreifend verheizt und das ist besonders schade. Ackerman jr. hält die Fahne einigermaßen hoch, aber selbst sein Potential wird immer wieder verschenkt - und dafür, dass er die einzige interessante Figur unter allen ist (ach, was hätte man aus Demon und Judas machen können!), taucht er einfach zu selten auf.

Maggie und Marcus gehen mir mehr und mehr auf die Nerven. Eine Entwicklung der Figuren ist nicht erkennbar. Andrew ist eh eine Randfigur, die wohl nicht mehr über das "blasser Begleiter"-Stadium hinauswachsen wird.

Ich hoffe, der nächste Band der Reihe ist spannender. Mit dem Kauf werde ich allerdings warten, bis er wie die Vorgänger im Angebot zu haben ist. Denn derzeit veranschlagten Preis von 8,99 Euro bin ich nicht bereit zu zahlen. Was auch viel über die Serie aussagt.

Veröffentlicht am 17.02.2019

Spannend bis zum Schluss

Ich bin der Schmerz
0

Die Shepherd-Reihe steigert sich von Buch zu Buch. Zumindest bisher. Empfand ich den ersten Teil noch als sehr schwach und das Ende als hanebüchen, war der zweite Teil schon eine deutlich bessere und ausgegorene ...

Die Shepherd-Reihe steigert sich von Buch zu Buch. Zumindest bisher. Empfand ich den ersten Teil noch als sehr schwach und das Ende als hanebüchen, war der zweite Teil schon eine deutlich bessere und ausgegorene Angelegenheit. Nun habe ich den dritten Teil gelesen und bin durchaus angetan, denn Ethan Cross lässt Marcus Williams durch die Hölle gehen.


Wie auch schon beim Vorgänger gilt auch hier, dass man die Existenz der Shepherd-Organisation und ihre Fähigkeiten akzeptieren muss, um halbwegs Spaß am Buch zu haben. Mir persönlich ist das gelungen und Francis Ackerman jr. entwickelt sich mehr und mehr zu meinem Liebling, auch wenn seine Entwicklung - vor allem das rasante Tempo - etwas fragwürdig ist.

Wie auch immer: Die Shepherd-Organisation hat sich an die Fersen des "Anstifters" geheftet, einem üblen Serienmörder. Und ob Marcus Williams es will oder nicht, Ackerman jr. versucht, ihn zu unterstützen. Aber der Anstifter ist nicht allein...

Die Charaktere sind nicht zwingend realistisch angelegt. Tatsächlich ist vor allem Marcus Williams ein wandelndes Klischee. Ähnlich verhält es sich mit seinen Mitstreitern und natürlich auch mit Francis Ackerman jr. Interessanterweise ist es vor allem letzterer, dessentwegen ich überhaupt die Serie weiterlese. Denn er ist die einzige Person mit echten Ecken und kannten und - ausgerechnet - menschlichen Zügen. Alle anderen Personen sind dermaßen überzeichnet, dass eine Identifikation - zumindest mir - echt schwer fällt. Mitgefühl für diese Personen aufzubringen, fällt mir streckenweise wirklich schwer. Das ist auch einer der Gründe, weshalb ich die Reihe nicht als herausragend, sondern tendenziell als solide bezeichnen würde.

Immerhin: Ethan Cross hat es diesmal geschafft, einige überraschende Wendungen einzuarbeiten, die mir persönlich Lesespaß bereitet haben. Und auch wenn Ackerman jr. nicht mehr das personifizierte Böse darstellt, ist er derjenige, der innerhalb der Reihe für Unterhaltung sorgt - und das immerhin so gut, dass ich gleich den vierten Teil lesen werde.

Veröffentlicht am 12.02.2019

Solider Thriller

Ich bin die Angst
0

Mit "Ich bin die Angst", dem zweiten Teil rund um Marcus Williams, Francis Ackerman jr. und die Shepherd-Organisation, ist Ethan Cross ein solider Thriller gelungen. Allerdings muss man sich zunächst mit ...

Mit "Ich bin die Angst", dem zweiten Teil rund um Marcus Williams, Francis Ackerman jr. und die Shepherd-Organisation, ist Ethan Cross ein solider Thriller gelungen. Allerdings muss man sich zunächst mit dem Gedanken anfreunden, dass eine Organisation wie Shepherd tatsächlich existieren könnte, um einigermaßen Spaß am Buch zu haben.


Wer eine knallharten, realistischen Thriller erwartet, sollte die Finger von der Reihe lassen, denn bereits die Existenz der Shepherd-Organisation und insbesondere ihre Möglichkeiten, sind nicht besonders realistisch. Aber dieser Aufhänger funktioniert für alle anderen Leser recht gut. So erklärt sich auch, dass die Reihe nach wie vor erfolgreich läuft.

Diesmal also wird "der Anarchist" gesucht. Schon sehr früh erfährt der Leser, wer tatsächlich der Mörder ist und was sein Motiv ist, daher ist es im Wesentlichen wichtig, wie der Mörder gefasst wird. Das zu erzählen, gelingt Ethan Cross recht gut. Das Tempo ist durchweg gut.

Mich hat positiv überrascht, dass Marcus Williams immer noch mit sich und seiner Entscheidung - für die Shepherd-Organisation zu arbeiten und zu töten - hadert. Das wird ganz gut herausgearbeitet und stellt damit auch die Motive der Organisation in Frage. Ich bin gespannt, ob Cross dieses Infragestellen auch im nächsten Roman verfolgt. Ich wünsche es mir fast, obwohl es dann auch irgendwann gut ist.

Etwas bedauerlich ist die Entwicklung von Francis Ackerman jr. War er im ersten Band noch das (mehr oder weniger) personifizierte Böse, wandelt sich sein Charakter nun. Er foltert und ermordet nicht mehr unschuldige Menschen, sondern tut dies Menschen an, von denen der Großteil der Leserinnen wohl ausgeht, dass sie es verdient haben. Nun ja. Kann man machen. Ist dann aber ein bisschen langweilig, weil man mit den Opfern nicht mitfühlt. Schließlich haben die alles verdient, was Ackerman jr. denen antut.

Was die diversen Überraschungen am Ende angeht: Die sind soweit okay - zumindest eine sehr vorhersehbar, aber trotzdem alles in allem in Ordnung. Dass es Überraschungen geben würde, war klar, und die größte Überraschung versteckt sich im letzten Satz des Buches, so dass garantiert wird, dass die Leser
innen dem nächsten Band entgegenfiebern.

Alles in allem ist "Ich bin die Angst" ein solider Thriller, den man durchaus lesen kann, so lange der Anspruch nicht zu hoch ist.

Veröffentlicht am 10.02.2019

Ein ganz tolles Kinderbuch mit vielen unterhaltsam aufbereiteten Informationen

Stell dir vor, du wärst...ein Tier im Wald
0

Ich bin immer wieder überrascht, wie viele Bücher für Kinder es mittlerweile gibt. Zumindest in meiner Erinnerung war die Auswahl früher deutlich begrenzter. Vor allem ist es nicht so, dass permanent lieblos ...

Ich bin immer wieder überrascht, wie viele Bücher für Kinder es mittlerweile gibt. Zumindest in meiner Erinnerung war die Auswahl früher deutlich begrenzter. Vor allem ist es nicht so, dass permanent lieblos zusammengestellte Schrott-Kinderbücher veröffentlicht werden, sondern die Bücher sind auch noch gut! Okay, Reihen wie "Connie" meide ich wie die Pest, aber selbst die hat durchaus ihre Berechtigung. Sie ist nur nicht mein Fall und somit führe ich meinen Sohn auch nicht daran. Viel wichtiger ist aber, dass für jeden Geschmack etwas dabei ist, für jede Altersstufe, zu (fast) jedem Thema. Wie so oft, hat auch dieses Ding seine zwei Seiten: So toll das ist, so schwer fällt oft die Wahl und vor allem türmen sich im Zimmer meines Sohnes mittlerweile die Bücher. Er kommt ganz nach mir.

Lange Rede, kurzer Sinn: Anfang Februar ist wieder ein neues Kinderbuch erschienen, das den Weg in das Kinderzimmer gefunden hat. Diesmal präsentiert der moses. Verlag im Rahmen der "Expedition Natur"-Reihe das Buch "Stell dir vor, du wärst... ein Tier im Wald" (zeitgleich erschien auch ein zweiter Band "Stell dir vor, du wärst... ein Tier im Garten", das ich (noch) nicht habe und somit nicht besprechen kann). Auf manchen Internetseiten sieht es so aus, als handele es sich um ein kleines Pappbüchlein. Doch weit gefehlt! Tatsächlich ist das Buch etwas breiter als ein A4-Blatt und - weil es für Kinder gedacht ist - nicht ganz so hoch wie das A4-Format. Mich hat das tatsächlich ein bisschen überrascht, weil ich mir äußerst selten die Maße eines Buches ansehe. Ich sollte mir das langsam angewöhnen.

Inhaltlich richtet sich "Stell dir vor, du wärst... ein Tier im Wald" an Kinder ab 5 Jahren und ich gehe davon aus, dass das soweit passt. Mein Sohn ist erst vier Jahre alt und so viel Spaß er auch hatte, in einzelne Stellen muss er erst noch hineinwachsen, aber ich denke, dass es nicht mehr lange dauern wird, bis er das Buch komplett genießen kann. Mir gefällt der Aufbau. Bärbel Oftring und Alexandra Helm (Illustrationen) haben tolle Arbeit geleistet:

Jedes Kapitel beginnt mir einer für Kinder gut verständlichen Erklärung, wie das Leben des jeweiligen Tieres so abläuft. Dann folgt ein kleiner Steckbrief mit den wichtigsten Daten (z. B. Körperlänge, Gewicht, Alter, Auffälligkeiten, Feinde). Auf der/n nächste/n Seite/n folgen dann wahlweise liebevoll gestaltete Diagramme, Übersichten mit eigens erstellten Symbolen etc., in denen zum Beispiel auf Sinne, Sprache und "Superkraft" des jeweiligen Tieres eingegangen wird. Das alles ist sehr übersichtlich gestaltet. Texte, Fotografien und die zahlreichen Illustrationen bieten eine bunte Vielfalt, die bestimmt viele Kinder anspricht - auch Kinder, die bereits deutlich älter als 5 Jahre alt sind. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass mein Sohn auch später - wenn er selbst lesen kann - immer wieder gern zu diesem Buch greifen wird.

Auch noch wichtig: Zum Vorlesen ist es teilweise etwas schwierig, es ist auch nicht als klassisches Vorlesebuch gedacht. Aber mit etwas Phantasie kann man einzelne "Stichwort"-Passagen so ergänzen, dass sich für das Kind trotzdem ein schönes Leseerlebnis ergibt - das habe sogar ich als total phantasielose Person hinbekommen!

Mir hat das Buch sehr gut gefallen und der Preis von 12,95 Euro ist angesichts der Tatsache, dass das Buch bestimmt lange Freude bereiten wird, sogar relativ günstig - gerade wenn man Vergleiche zu anderen Kinderbuch-Preisen zieht.

Das Wichtigste aber ist: Meinem Sohn gefällt das Buch. Er nimmt es sich immer wieder und sieht sich die Bilder an, möchte einzelne Passagen vorgelesen bekommen und stellt immer wieder interessiert Fragen. Wenn er zukünftig Fragen zu Waldtieren hat, kann ich sie ihm dank dieses Buch zumindest zu einigen Tieren gut beantworten (wenn er das Buch dann nicht ohnehin schon auswendig kennt). Mehr kann ich als Mutter nicht wollen.<