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Veröffentlicht am 15.06.2026

Ein spannender Roman für Kinder!

Gregor 1. Gregor und die graue Prophezeiung
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Bevor Suzanne Collins die "Hunger Games"-Reihe für Jugendliche schrieb, schuf sie bereits die "Unterland"-Chroniken rund um Gregor. Bereits ab 2005 veröffentlichte der Oetinger-Verlag die deutsche Übersetzung ...

Bevor Suzanne Collins die "Hunger Games"-Reihe für Jugendliche schrieb, schuf sie bereits die "Unterland"-Chroniken rund um Gregor. Bereits ab 2005 veröffentlichte der Oetinger-Verlag die deutsche Übersetzung als Hardcover. Ab 2026 veröffentlicht der Verlag die Bücher endlich als günstigere Taschenbuch-Ausgaben.

Gregor ist ein ziemlich normaler Junge, bis er eines Tages gemeinsam mit seiner kleinen Schwester durch einen Lüftungsschacht fällt und im so genannten Unterland von riesigen Kakerlaken gefunden wird. Gregor hat nur einen Gedanken: mit seiner kleinen Schwester möglichst schnell wieder nach Hause zu kommen. Das ist aber natürlich gar nicht so einfach...

Meinem elfjährigen Sohn und mir hat Gregor sehr gut gefallen. Mein Sohn hatte das Buch innerhalb von zwei Abenden verschlungen und auch ich konnte das Buch im Anschluss kaum aus der Hand legen. Ja, es gibt aus Erwachsenen-Sicht allerlei Klischees, aber meinem Sohn sind die überhaupt nicht aufgefallen. Er fand Gregor sehr sympathisch und hat mit ihm gelacht, geweint und mitgefiebert. Es gab einige erstaunliche Entwicklungen, die für mein Kind nicht vorhersehbar waren - und ich persönlich fand gut, dass es nicht nur Gut und Böse in dem Roman gibt, sondern auch Grautöne.

Vor allem gefiel mir, dass Gregor dazu lernt, dass er akzeptiert, dass Andersartigkeit nicht unbedingt schlechter sein muss und dass man nicht nur nach dem gehen kann, was man sieht oder erwartet. Mir gefiel auch, dass Gregor kein Überheld ist, sondern auf ein starkes Team angewiesen ist. Und ohne seine grandiose zweijährige Schwester Boots hätte er sicherlich vor einigen noch größeren Problemen gestanden.

"Gregor" ist ein gelungener Auftakt der Serie. Die Charaktere und vor allem das Unterland sind super herausgearbeitet. Der Roman bietet eine tolle Mischung, die neben Spannung auch Witz, Nachdenkliches und noch viel mehr bietet. Kinder ab 10 Jahren kommen hier voll auf ihre Kosten!

Und was auch noch toll ist? Am Ende ist das erste Abenteuer abgeschlossen. Es gibt keinen fiesen Cliffhanger, aber natürlich wissen alle Leser*innen dank diverser Fährten, dass es durchaus weitere Abenteuer geben wird. So bereitet eine Roman-Serie/Reihe Spaß!

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Veröffentlicht am 07.06.2026

Gelungenes Crossover

Die Olchis und das Sams. Die kaputte Wunschmaschine
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Mein Sohn ist ein großer Fan von Paul Maars "Sams". So war klar, dass er unbedingt auch "Die Olchis und das Sams. Die kaputte Wunschmaschine" lesen wollte. Er wurde nicht enttäuscht.

Crossover können ...

Mein Sohn ist ein großer Fan von Paul Maars "Sams". So war klar, dass er unbedingt auch "Die Olchis und das Sams. Die kaputte Wunschmaschine" lesen wollte. Er wurde nicht enttäuscht.

Crossover können durchaus schiefgehen. Das vom "Sams" und den "Olchis" ist aber super! Mein Sohn hatte einen Riesenspaß bei der Lektüre. Aus seiner Sicht gab es nur eine Sache zu bemängeln - nämlich dass die Geschichte zu kurz war.

Wie nicht anders zu erwarten ist, bietet das Zusammentreffen von Sams und Olchis allerlei skurrile und chaotische Momente, die bei Kindern (und Erwachsenen) für große Erheiterung sorgen. Für Spannung ist auch noch gesorgt: denn die Frage, ob Herr Taschenbier wieder zum Erwachsenen werden kann, ist für Kinder natürlich nicht ganz so vorhersehbar wie für Erwachsene.

Die Olchis waren meinem Sohn und mir vorher unbekannt und es war ziemlich witzig zu sehen, wie das reimende, freche Sams und die Schmutz und Gestank feiernden Olchi-Kinder aufeinander treffen.

Schön ist, dass die Geschichte und somit das Aufeinandertreffen dieser beiden Kinderbuch-Welten Sinn ergeben. Es stellt sich nie die Frage, was das Ganze soll, sondern fühlt sich alles ganz natürlich und richtig an. Dadurch konnte auch ich als Erwachsene das Buch einfach nur genießen, konnte schmunzeln und hatte genauso viel Spaß wie mein Sohn.

Abgerundet wird das Ganze mit tollen Illustrationen von Stephanie Stickel.

Fazit: Gerne mehr davon! Mein Sohn und ich haben uns prächtig amüsiert. Das Sams und die Olchis passen wunderbar zusammen und sorgen für beste Unterhaltung!

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Veröffentlicht am 27.05.2026

Feiert die Kreativität

Tante Polly
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Paul Maars "Tante Polly - Ehrlich geflunkert" wird vom Verlag für LeserInnen ab einem Alter von 8 Jahren empfohlen. Ich schließe mich dieser Empfehlung an.

Die Geschichte rund um Mirko und seiner Tante ...

Paul Maars "Tante Polly - Ehrlich geflunkert" wird vom Verlag für LeserInnen ab einem Alter von 8 Jahren empfohlen. Ich schließe mich dieser Empfehlung an.

Die Geschichte rund um Mirko und seiner Tante Polly umfasst gerade einmal 128 Seiten - und ist mit tollen Bildern von Nikolai Ringer ergänzt. Entsprechend schnell ist dieses Buch gelesen - aber es lohnt sich meiner Meinung nach sehr, sich und/oder dem Kind dieses Werk zu gönnen.

"Tante Polly - Ehrlich geflunkert" ist ein typischer Paul Maar: Skurrile, liebenswerte Charaktere und sein Humor machen dieses Buch zu einem kleinen Erlebnis. Es ist so witzig, wie sich viele (anfangs getroffene) Annahmen immer wieder in Luft auflösen, weil Paul Maar geschickt die Wahrheit hinter der (angeblichen) Flunkerei herausarbeitet.

Dass "Tante Polly - Ehrlich geflunkert" ganz nebenbei auch noch die Kreativität feiert, ist für mich Grund genug, dieses Büchlein zu empfehlen.

Zum Abschluss noch ein Wort zu den Bildern: Ich persönlich finde die Zeichnungen im Buch gelungen, denn sie untermalen im wahrsten Sinne des Wortes die Geschichte, bereichern und ergänzen sie ganz wunderbar.

Alles in allem ist "Tante Polly - Ehrlich geflunkert" ein sehr empfehlenswertes Buch, das ich sicherlich öfter in die Hand nehmen und lesen werde.

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Veröffentlicht am 15.05.2026

Ein guter Krimi mit tollen Protagonistinnen

Ein guter Blick fürs Böse
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Elizabeth Arnotts "Ein guter Blick fürs Böse" hat mich sehr gut unterhalten.

Im Mittelpunkt der Geschichte stehen die Freundinnen Beverley, Margot und Elsie - alle drei Ex-Frauen von Serienmördern -, ...

Elizabeth Arnotts "Ein guter Blick fürs Böse" hat mich sehr gut unterhalten.

Im Mittelpunkt der Geschichte stehen die Freundinnen Beverley, Margot und Elsie - alle drei Ex-Frauen von Serienmördern -, die im Jahr 1966 in Kalifornien leben. Mehrere ermordete Frauen und eine untätige Polizei rufen die drei Freundinnen auf den Plan: Sie greifen auf ihre eigenen Erfahrungen zurück und versuchen, den Mörder enttarnen.

Elizabeth Arnott hat für ihren Kriminalroman nicht nur eine tolle Prämisse gewählt, sondern diese auch super umgesetzt. Zum einen wären da Beverley, Margot und Elsie. Jede von ihnen geht anders damit um, mit einem Serienmörder verheiratet gewesen zu sein. Jede von ihnen geht anders damit um, von der Öffentlichkeit quasi mitschuldig gesprochen worden zu sein. Und jede von ihnen - so unterschiedlich sie sind - war mir fast auf Anhieb sympathisch.

Besonders gut hat mir gefallen, dass der Fokus zwar auf den Frauen liegt, dabei aber der Kriminalfall selbst nicht unter die Räder gerät. Gesellschaftliche Verhältnisse, die Geschichte der Frauen, der Umgang von Polizei, Medien und der Öffentlichkeit mit diesen Frauen sowie die Morde als auch die Ermittlungsarbeit der Frauen bilden eine spannende, teilweise witzige, immer sehr unterhaltsame Einheit ohne Effekthascherei.

Der Fall selbst ist gut durchdacht und mir hat gefallen, dass die drei Hobby-Ermittlerinnen nicht professionell agieren, sondern (teils witzige, teils gefährliche) Wege einschlagen und Fehler machen, die auch wir ganz normalen realen Menschen machen würden.

Das letzte Drittel bietet einige Überraschungen und viel Spannung. Ich fand den Aufbau des Romans dahingehend sehr gelungen, habe mitgefiebert, war erstaunt und war am Ende sogar ein bisschen traurig, dass der Krimi schon vorbei war.

Fazit: "Ein guter Blick fürs Böse" ist ein meiner Meinung nach gelungener Kriminalroman, der von den drei Protagonistinnen lebt, aber auch sonst eine tolle Mischung aus kalifornischem Lokalkolorit, die Gesellschaft der 1960er Jahre und noch viel mehr zu einer unterhaltsamen und zum Ende hin sehr spannenden Lektüre vermengt. Ich hätte gerne mehr davon!

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Veröffentlicht am 13.05.2026

Starker Anfang, schwaches Ende

Mit anderen Augen
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Jane Taras Roman "Mit anderen Augen" hat mich wegen seiner Prämisse angesprochen: Tilda Finch stellt eines Tages fest, dass ihr kleiner Finger unsichtbar geworden ist. Die Ärztin stellt eine vernichtende ...

Jane Taras Roman "Mit anderen Augen" hat mich wegen seiner Prämisse angesprochen: Tilda Finch stellt eines Tages fest, dass ihr kleiner Finger unsichtbar geworden ist. Die Ärztin stellt eine vernichtende Diagnose: Tilda leidet an Unsichtbar, eine Krankheit, die vor allem Frauen betrifft und für die es keine Heilung gibt. Tilda will sich damit nicht abfinden und versucht, ein Mittel gegen die Unsichtbarkeit zu finden.

Und was soll ich sagen? Der Roman beginnt wirklich stark. Es werden auf humorvolle und angenehm leichte Weise viele gesellschaftliche Themen eingeflochten (wie zum Beispiel Gelder Health Gap, Benachteiligung von weiblich gelesenen Menschen im Beruf und so weiter), Diversität wird sprachlich auf sehr angenehme Weise abgebildet und die im Roman auftauchenden Frauen sind mir fast durchweg sympathisch gewesen. Kurz: Fast die ganze erste Hälfte des Romans war grandios: Gesellschaftskritik mit Leichtigkeit und Humor statt Schwermut - das muss man erst einmal hinbekommen.

Einziger Wermutstropfen war anfangs im Grunde genommen nur de völlig unkritisch transportierte hohe Alkoholkonsum - gerade im Kontext eines Romans der Selbstreflexion & Co. feiert, finde ich es merkwürdig, wenn die Protagonistin ständig Alkohol braucht und das auch noch positiv dargestellt wird.

Wie dem auch sei: Der Anfang des Romans ist wirklich super und wäre es auf dem Niveau weitergegangen, hätte es locker für eine 4-Sterne-Bewertung gereicht. Aber leider finden die gesellschaftskritischen Elemente spätestens in der zweiten Hälfte des Romans überhaupt nicht mehr statt (ich meine das genau so - sie geraten nicht etwa in den Hintergrund, sondern sind überhaupt nicht mehr vorhanden), genauso tauchen angeblich total wichtige Freundinnen - abgesehen von einer Ausnahme - kaum noch auf. Stattdessen driftet der Roman komplett in eine weichgespülte Esoterik-Welt ab, in der Selbstfindung und Meditation quasi alle Probleme behebt.

Die zweite Hälfte war furchtbar zu lesen, zumal es einfach auch langweilig wurde und mir der Roman viel zu sehr Denver-Clan-Glitzer-Gefilde abdriftete (allerdings ohne die Intrigen). Sinnbild dafür ist Patrick, der ohne Ecken und Kanten, dafür aber mit umso mehr sexy Schönheit, Verständnis, Geld und was weiß ich noch alles ausgestattet ist (und natürlich gut küsst und sexuelle Glanzleistungen abliefert), dass ich irgendwann nur noch genervt auf ihn reagiert habe.

Das Schlimmste aber war, dass der Roman, der so stark begonnen hatte, immer belangloser wurde. Ja, der Humor und die Leichtigkeit waren immer noch da. Ja, rein sprachlich war der Roman ist immer noch super zu lesen. Aber inhaltlich bot der Roman ein Niveau, das über "Du musst dich selbst sehen, um gesehen zu werden" nicht hinauskam. Die Vielfalt der anfänglichen Themenkomplexe blieb auf der Strecke, die Charaktere wurden im Verlauf immer schablonenhafter und der Selbstfindungsprozess verlief derart problemlos, dass es den Anfang des Romans konterkariert.

Schade.

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