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Veröffentlicht am 22.09.2025

Informativ und inspirierend!

Wo die Zukunft der Raumfahrt beginnt
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Dank Anika Mehlis' "Wo die Zukunft der Raumfahrt beginnt" weiß ich nun, dass es nicht nur AstronautInnen (bzw. KosmonautInnen, TaikonautInnen und so weiter), sondern auch Analog-AstronautInnen gibt.

Analog-AstronautInnen ...

Dank Anika Mehlis' "Wo die Zukunft der Raumfahrt beginnt" weiß ich nun, dass es nicht nur AstronautInnen (bzw. KosmonautInnen, TaikonautInnen und so weiter), sondern auch Analog-AstronautInnen gibt.

Analog-AstronautInnen sind die Menschen, die neue Technologien und Verfahren testen und verifizieren, die für Flüge in den Weltraum benötigt werden. Sie testen also zum Beispiel Raumanzüge, neue Geräte wie Drohnen oder (Mars-)Rover, aber auch medizinische Geräte und noch vieles (!) mehr (was alles, erfährt man im Buch).

Anika Mehlis erzählt zunächst einmal ein bisschen über sich selbst und darüber, wie sie durch Zufall auf eine Anzeige stieß, die sie dazu veranlasste, sich um eine Position als Analog-Astronautin zu bewerben, in diesem Zuge erfahren wir auch ein bisschen über den Bewerbungsprozess. Ich fand diesen Teil einerseits interessant. Andererseits fand ich es schade, dass wir nicht etwas tiefer in den Bewerbungsprozess eindringen konnten, es wirkte auf mich oberflächlich. Informativ war dieser Teil natürlich trotzdem.

Im weiteren Verlauf erzählt Frau Mehlis ein bisschen über die Ausbildung - auch hier hätte ich mir ein bisschen mehr Tiefgang gewünscht. Trotzdem ist es natürlich spannend gewesen, überhaupt etwas über die Grundausbildung zu erfahren.

Am interessantesten und detailliertesten sind erfreulicherweise die Missionen selbst beschrieben. Anika Mehlis hat sich die Zeit genommen, zwei Missionen zu beschreiben - eine in Israel und eine in Armenien. Es ist toll, dass wir viele Einzelheiten dazu erfahren, was genau alles getestet wird und warum. Es ist ein sehr umfangreiches Programm, das absolviert wird und es war unglaublich zu lesen, wie viel Zeit die Arbeit in Anspruch nimmt. Unfassbar, was da geleistet wird!

Gut gefallen hat mir auch, dass Anika Mehlis nicht nur auf die technischen Abläufe, sondern auch auf die zwischenmenschlichen und psychologischen Aspekte eingegangen ist. Auch dass sie uns LeserInnen die körperlichen Anstrengungen nahebringt, fand ich super. Das sind Aspekte, die sonst oft zur Nebensächlichkeit geraten, wenn wir an Raumfahrt denken oder wenn in Medien über Raumfahrt berichtet wird.

Es gibt ein paar wirklich schöne Erkenntnisse, die wir als LeserInnen mitnehmen können: Zum einen, dass wir gemeinsam unglaublich viel erreichen können (gerade auch, wenn unterschiedliche Persönlichkeiten zusammenarbeiten, können sie sich im besten Fall wunderbar ergänzen). Zum anderen, dass wir Fehler nicht immer zwanghaft vermeiden müssen, sondern sie gezielt nutzen können, um daraus Erkenntnisse gewinnen und Verbesserungen resultieren lassen zu können. Auch, neugierig zu bleiben und Neues zu lernen und mitzunehmen, ist ein wunderbarer Ansatz. Klar, solche Dinge liest man immer wieder, aber ich fand das im Kontext der beiden Missionen toll herausgearbeitet und viel, viel eindringlicher als in irgendwelchen Wohlfühl-Sprüche-Sammlungen. Das sind nur drei Beispiele, aber das Buch ist wirklich in vielerlei Hinsicht nicht nur informativ, sondern auch inspirierend.

Alles in allem habe ich "Wo die Zukunft der Raumfahrt beginnt" als ein sehr interessantes Buch empfunden. Ja, es gab Passagen, bei denen ich mir mehr Details zu den Abläufen gewünscht hätte, aber das hätte vielleicht auch zu weit geführt (und andere LeserInnen sehen das womöglich ganz anders als ich 😉). Wir LeserInnen erfahren nämlich trotzdem eine ganze Menge, und ich habe das Buch insgesamt als eine echte Bereicherung empfunden.

Ich habe das E-Book gelesen. Dort befindet sich am Ende noch ein Bildteil (in Farbe) mit Bildbeschreibungen. Auch das fand ich sehr toll, denn die Bilder ergänzen den Text sehr gut. Abschließend gibt's noch eine Übersicht der Abkürzungen (die aber auch schon im laufenden Text erläutert werden) zum Nachschauen sowie Quellennachweise.

Fazit: Anika Mehlis' "Wo die Zukunft der Raumfahrt beginnt" ist ein informatives, interessantes Buch über die Arbeit von Analog-AstronautInnen. Ich habe es als Bereicherung empfunden und empfehle es gerne weiter.

(Anmerkung: Es gibt reichlich popkulturelle Referenzen - die habe ich natürlich geliebt!)

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.09.2025

Informativ und inspirierend

Wo die Zukunft der Raumfahrt beginnt
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Dank Anika Mehlis' "Wo die Zukunft der Raumfahrt beginnt" weiß ich nun, dass es nicht nur AstronautInnen (bzw. KosmonautInnen, TaikonautInnen und so weiter), sondern auch Analog-AstronautInnen gibt.

Analog-AstronautInnen ...

Dank Anika Mehlis' "Wo die Zukunft der Raumfahrt beginnt" weiß ich nun, dass es nicht nur AstronautInnen (bzw. KosmonautInnen, TaikonautInnen und so weiter), sondern auch Analog-AstronautInnen gibt.

Analog-AstronautInnen sind die Menschen, die neue Technologien und Verfahren testen und verifizieren, die für Flüge in den Weltraum benötigt werden. Sie testen also zum Beispiel Raumanzüge, neue Geräte wie Drohnen oder (Mars-)Rover, aber auch medizinische Geräte und noch vieles (!) mehr (was alles, erfährt man im Buch).

Anika Mehlis erzählt zunächst einmal ein bisschen über sich selbst und darüber, wie sie durch Zufall auf eine Anzeige stieß, die sie dazu veranlasste, sich um eine Position als Analog-Astronautin zu bewerben, in diesem Zuge erfahren wir auch ein bisschen über den Bewerbungsprozess. Ich fand diesen Teil einerseits interessant. Andererseits fand ich es schade, dass wir nicht etwas tiefer in den Bewerbungsprozess eindringen konnten, es wirkte auf mich oberflächlich. Informativ war dieser Teil natürlich trotzdem.

Im weiteren Verlauf erzählt Frau Mehlis ein bisschen über die Ausbildung - auch hier hätte ich mir ein bisschen mehr Tiefgang gewünscht. Trotzdem ist es natürlich spannend gewesen, überhaupt etwas über die Grundausbildung zu erfahren.

Am interessantesten und detailliertesten sind erfreulicherweise die Missionen selbst beschrieben. Anika Mehlis hat sich die Zeit genommen, zwei Missionen zu beschreiben - eine in Israel und eine in Armenien. Es ist toll, dass wir viele Einzelheiten dazu erfahren, was genau alles getestet wird und warum. Es ist ein sehr umfangreiches Programm, das absolviert wird und es war unglaublich zu lesen, wie viel Zeit die Arbeit in Anspruch nimmt. Unfassbar, was da geleistet wird!

Gut gefallen hat mir auch, dass Anika Mehlis nicht nur auf die technischen Abläufe, sondern auch auf die zwischenmenschlichen und psychologischen Aspekte eingegangen ist. Auch dass sie uns LeserInnen die körperlichen Anstrengungen nahebringt, fand ich super. Das sind Aspekte, die sonst oft zur Nebensächlichkeit geraten, wenn wir an Raumfahrt denken oder wenn in Medien über Raumfahrt berichtet wird.

Es gibt ein paar wirklich schöne Erkenntnisse, die wir als LeserInnen mitnehmen können: Zum einen, dass wir gemeinsam unglaublich viel erreichen können (gerade auch, wenn unterschiedliche Persönlichkeiten zusammenarbeiten, können sie sich im besten Fall wunderbar ergänzen). Zum anderen, dass wir Fehler nicht immer zwanghaft vermeiden müssen, sondern sie gezielt nutzen können, um daraus Erkenntnisse gewinnen und Verbesserungen resultieren lassen zu können. Auch, neugierig zu bleiben und Neues zu lernen und mitzunehmen, ist ein wunderbarer Ansatz. Klar, solche Dinge liest man immer wieder, aber ich fand das im Kontext der beiden Missionen toll herausgearbeitet und viel, viel eindringlicher als in irgendwelchen Wohlfühl-Sprüche-Sammlungen. Das sind nur drei Beispiele, aber das Buch ist wirklich in vielerlei Hinsicht nicht nur informativ, sondern auch inspirierend.

Alles in allem habe ich "Wo die Zukunft der Raumfahrt beginnt" als ein sehr interessantes Buch empfunden. Ja, es gab Passagen, bei denen ich mir mehr Details zu den Abläufen gewünscht hätte, aber das hätte vielleicht auch zu weit geführt (und andere LeserInnen sehen das womöglich ganz anders als ich 😉). Wir LeserInnen erfahren nämlich trotzdem eine ganze Menge, und ich habe das Buch insgesamt als eine echte Bereicherung empfunden.

Ich habe das E-Book gelesen. Dort befindet sich am Ende noch ein Bildteil (in Farbe) mit Bildbeschreibungen. Auch das fand ich sehr toll, denn die Bilder ergänzen den Text sehr gut. Abschließend gibt's noch eine Übersicht der Abkürzungen (die aber auch schon im laufenden Text erläutert werden) zum Nachschauen sowie Quellennachweise.

Fazit: Anika Mehlis' "Wo die Zukunft der Raumfahrt beginnt" ist ein informatives, interessantes Buch über die Arbeit von Analog-AstronautInnen. Ich habe es als Bereicherung empfunden und empfehle es gerne weiter.

(Anmerkung: Es gibt reichlich popkulturelle Referenzen - die habe ich natürlich geliebt!)

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Veröffentlicht am 13.09.2025

Ein Büchlein wie eine Umarmung

Goldrichtig
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"Goldrichtig" ist das erste Buch, das ich von Nora Imlau gelesen habe. Dank der wunderbaren Illustrationen von Frau Annika ist es zudem ein echter Hingucker.

"Goldrichtig" gehört in die Kategorie der ...

"Goldrichtig" ist das erste Buch, das ich von Nora Imlau gelesen habe. Dank der wunderbaren Illustrationen von Frau Annika ist es zudem ein echter Hingucker.

"Goldrichtig" gehört in die Kategorie der Geschenkbücher. Entsprechend schmal ist das Buch. Man sollte insofern auch keinen Eltern- oder gar Erziehungs-Ratgeber im herkömmlichen Sinne erwarten. Vielmehr reduziert Nora Imlau in diesem Büchlein die Aussagen auf das Wesentliche. Im Fokus steht dabei, den Eltern ein gutes Gefühl zu vermitteln, auch wenn nicht immer alles perfekt läuft.

Ein paar Tipps gibt es natürlich - ich fand die Idee mit dem Bärchentoast und dem Duftkuchen super (letzteren werde ich in den nächsten Tagen austesten), insgesamt steht der Wohlfühlcharakter im Vordergrund.

Das Buch ist vor allem für Menschen geeignet, die gerade erst Eltern geworden sind, kann aber sicherlich auch Menschen begeistern, deren Kind oder Kinder schon etwas älter sind. Für mich mit meinem elfjährigen Kind ist das Buch aber nicht (mehr) geeignet.

Besonders gut haben mir die Arbeiten von Frau Annika für dieses Buch gefallen. Die sind so gelungen, dass sie sich für mich wie eine Kuscheldecke angefühlt haben.

Fazit: Ein sehr gelungenes Geschenkbuch, das im wahrsten Sinne des Wortes Wohlfühl-Momente liefert. Es eignet sich gut, um immer mal wieder in die Hand genommen und gelesen/betrachtet zu werden.

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Veröffentlicht am 13.09.2025

Unterhaltsame Queer-Romance-Fantasy

Totennacht
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Ich muss ehrlich gestehen, dass ich erst mit falscher Erwartungshaltung an "Totennacht" herangegangen bin. Aufgrund der Beschreibung bin ich davon ausgegangen, dass es sich um einen Krimi mit Fantasy- ...

Ich muss ehrlich gestehen, dass ich erst mit falscher Erwartungshaltung an "Totennacht" herangegangen bin. Aufgrund der Beschreibung bin ich davon ausgegangen, dass es sich um einen Krimi mit Fantasy- und eventuell Queer-Romance-Anteilen handelt. Tatsächlich handelt es sich aber eher um einen Queer-Romance-Fantasy-Roman mit vereinzelten Krimi-Versatzstücken.

Durch dieses Missverständnis habe ich mich anfangs ziemlich aufgeregt, denn es wird praktisch nicht ermittelt, sondern hauptsächlich das Gefühlsleben des Protagonisten Mafed sowie seine romantischen Gefühle für Ian - und all die Probleme, die sie bereiten - ausgebreitet. Der Kriminalfall ist also Nebensache und wenn man das weiß, kann man damit leben, dass die Ermittlungsarbeit nur am Rande stattfindet, diese dann mal eben für einen Entzug komplett eingestellt wird, ohne dass sich in der Zwischenzeit jemand darum kümmert, der Fall mehr oder weniger durch Zufall gelöst wird und so weiter und so fort.

Wichtig ist die Liebesgeschichte und die ist durchaus gelungen, auch wenn reichlich Klischees bedient werden. Aber ganz ehrlich: Wer angesichts der Tatsache, dass Mafed ein Gott ist, harten Realismus erwartet, sollte gar nicht erst zum Buch greifen. Es gibt die üblichen Missverständnisse, die vor allem daraus resultieren, dass niemand ordentlich kommuniziert. Es gibt ein paar Rückblenden, um ein paar tragische Momente einzuflechten (die aber nebenbei aufzeigen, wie hart es vor gar nicht mal allzu langer Zeit war, queer zu sein), es gibt ein paar nette Sexszenen und so weiter und so fort.

Das Ganze wird aber flüssig und unterhaltsam erzählt und auch wenn mir persönlich die Irrungen und Wirrungen teilweise zu viel waren und ich Mafed und Ian ab und zu gerne angeschrien hätte ob ihrer Unfähigkeit, einfach mal Klartext zu sprechen, wurde ich alles in allem doch gut unterhalten. Ich gehe mal davon aus, dass Fans von Queer-Romance-Fantasy-Romanen voll auf ihre Kosten kommen werden. Jenny Wood liefert letztlich, was ihrer LeserInnen - und nicht Verirrte wie ich 😅 - erwarten.

Abseits dessen hätte ich mir allerdings etwas mehr Detailfreude gewünscht: New York als Ort bleibt sehr blass, Beschreibungen kommen praktisch nicht vor, so dass ich mir wenig vorstellen konnte: das gilt für Mafeds Appartement genauso wie für alle anderen Orte und Menschen. So bleibt alles irgendwie nichtssagend. (Dass Jenny Wood durchaus ins Detail gehen kann, wenn sie will, zeigt sie bei den Sexszenen.)

Hätte ich gewusst, was mich erwartet, hätte ich den Roman natürlich nicht zu lesen angefangen, denn ich stehe nicht auf Liebesromane. ABER: Ich sehe das positiv, denn ich habe nun meinen ersten Queer-Romance-Roman gelesen und ehrlich gesagt sehe ich die Zeit, die ich mit dem Roman verbracht habe, als Horizonterweiterung und nicht als Zeitverschwendung.

Fazit: Für Fans des Genres ist der Roman meiner Meinung nach absolut empfehlenswert. Jenny Wood schreibt gut, lediglich bei der Detailfreudigkeit hapert es meiner Meinung nach.

Toll fand ich die Content Notes am Anfang des Romans und speziell vor einem ziemlich heftigen Kapitel. Ich mag in der Hinsicht die Rücksichtnahme von Jenny Wood.

Und noch ein Hinweis: Ich konnte, obwohl ich die Vorgänger-Romane nicht kannte, den Geschehnissen gut folgen. Die Vorgänger zu kennen, ist aber sicherlich hilfreich.

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Veröffentlicht am 10.09.2025

Solider Krimi mit fiesem Cliffhanger

VIER
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Andy Neumanns "Vier" liefert nach fünf Jahren die Fortsetzung zu "Zehn". Ich habe "Zehn" bisher nicht gelesen, konnte dem Geschehen in "Vier" aber problemlos folgen. "Vier" lässt sich locker nach einem ...

Andy Neumanns "Vier" liefert nach fünf Jahren die Fortsetzung zu "Zehn". Ich habe "Zehn" bisher nicht gelesen, konnte dem Geschehen in "Vier" aber problemlos folgen. "Vier" lässt sich locker nach einem Arbeitstag in der Bahn oder im Bus lesen, ohne dass es anstrengend wird.

Es gibt ein paar Aspekte, die mir an "Vier" gefallen haben:

Das Erzähltempo ist super gewählt, auch wenn ich den Roman weniger als Thriller, sondern mehr als Kriminalroman empfunden habe. Mir hat auch gefallen, dass Andy Neumann einen grundsätzlich bodenständigen Kriminalroman abgeliefert hat. Die Charaktere sind in sich schlüssig und es wird tatsächlich ermittelt und nicht nur auf Zufälle gehofft (auch wenn Zufälle trotzdem eine Rolle spielen).

Sprachlich ist der Roman nicht allzu anspruchsvoll, wodurch er sich schnell lesen lässt und auch feierabendtauglich ist. Ich persönlich hätte mir allerdings weniger Sätze, die mit "Und" beginnen gewünscht; das ist natürlich Geschmacksache, es war allerdings auffallend im Verlauf des Romans.

Da der Fall im Zusammenhang mit den Ereignissen aus "Zehn" steht, gibt es immer wieder Verweise auf den Vorgänger-Roman. Der Autor hat geschickt Erklärungen eingeflochten, so dass weder KennerInnen des ersten Teils genervt noch NeueinsteigerInnen wie ich überfordert sind.

Der Fall selbst ist spannend und ich habe im während des Lesens immer wieder Vermutungen angestellt, werden denn der/die TäterIn sein mag. Auch wenn ich so meine Ideen hatte, am Ende hatte ich den Eindruck, dass ich doch daneben gelegen habe.

Womit wir beim Ärgernis angekommen wären: das Ende bzw. das Nicht-Ende. Ich HASSE Cliffhanger sowieso, aber das, was der Autor hier abliefert, ist kein Cliffhanger, sondern ein Abbruch mitten im Roman, denn nichts ist abgeschlossen - kein einziger Handlungsstrang des Krimis ist auch nur ansatzweise aufgelöst oder kann als beendet bezeichnet werden. Es ist - freundlich ausgedrückt - eine Frechheit. Hinzu kommen auf den letzten Seiten satte drei (!) Epiloge, die offenbar dazu führen sollen, dass man sich den Folgeband kauft. Soviel zum Vertrauen des Autors in sein eigenes Werk.

Fazit: "Vier" ist über weite Strecken ein solider, durchaus unterhaltsamer Kriminalroman für Zwischendurch. Das Nicht-Ende ist allerdings sehr ärgerlich.

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