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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.09.2025

Ein sehr hilfreiches Buch

Die Sache mit Israel
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Richard C. Schneider ist es gelungen, auf etwas mehr als 200 Seiten allgemeinverständlich und differenziert auf fünf ausgewählte Fragen zu Israel einzugehen. Die Fragen und damit einhergehenden Themenkomplexe ...

Richard C. Schneider ist es gelungen, auf etwas mehr als 200 Seiten allgemeinverständlich und differenziert auf fünf ausgewählte Fragen zu Israel einzugehen. Die Fragen und damit einhergehenden Themenkomplexe lauten:

Ist Israel eine Demokratie?
Ist Israel ein Apartheitstaat?
Ist Kritik an Israel antisemitisch?
Ist Israel ein fundamentalistischer Staat?
Gehört Palästina den Palästinensern?

Er liefert nicht nur interessante Antworten auf die Fragen, sondern zeigt auf, wie komplex die Situation im Nahen Osten ist. Das ist wichtig, weil es eben leider keine einfachen Antworten gibt, obwohl das viele Menschen gerne so hätten.

Meine Befürchtung war anfangs, dass die Ausführungen einseitig werden würden. Diese Befürchtung wurde aber nicht bestätigt. Im Gegenteil gelingt es Schneider, nicht nur den Ist-Zustand zu beschreiben, sondern auch vergangene und aktuelle Entwicklungen einzuflechten.

Ich musste nach jedem Kapitel eine Pause einlegen, um das, was ich gelesen hatte, zu verarbeiten und zu verinnerlichen. Denn auch wenn ich natürlich schon vorher wusste, dass einfache Antworten nicht greifen, so hat bei mir in den vergangenen Jahren doch ein stark vereinfachtes Denken in Bezug auf Israel Überhand genommen.

Ich empfehle dieses Buch allen, die sich ernsthaft mit dem Themenkomplex Israel auseinander setzen möchten. Es ist ein guter Einstieg.

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Veröffentlicht am 03.09.2025

Ich lieb's!

Witches, Bitches, It-Girls
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Ich gebe es zu: Es hat ein paar Seiten gebraucht, bis ich mit dem Buch warm geworden bin. Das lag nicht an der Thematik, sondern an der Art und Weise, wie Rebekka Endler ihre Erkenntnisse präsentiert: ...

Ich gebe es zu: Es hat ein paar Seiten gebraucht, bis ich mit dem Buch warm geworden bin. Das lag nicht an der Thematik, sondern an der Art und Weise, wie Rebekka Endler ihre Erkenntnisse präsentiert: Ganz richtig steht in der Inhaltsangabe die Formulierung "Ihre anekdotische Spurensuche (...)" und genau das war anfangs gewöhnungsbedürftig für mich.

Gerade am Anfang war es oft so, dass ich mich darauf einstellte, lange Ausführungen zu einem gerade angerissenen Thema präsentiert zu bekommen, was dann aber nicht der Fall war. Ich bekam zwar Ausführungen, aber nicht in der Ausführlichkeit, die ich von anderen Werken gewohnt bin. Anfangs irritierte mich das, aber relativ schnell bin ich in den Fluss gekommen und bin angesichts der Vielfalt dessen, WAS Endler alles zusammengetragen hat, einfach nur froh, dass sie es nicht durch ausschweifende Erläuterungen unnötig in die Länge gezogen hat. Lange Rede, kurzer Sinn: Ich habe mich an den anekdotischen Erzählansatz gewöhnt und bin dankbar, dass er gewählt wurde.

Ich persönlich liebe dieses Buch sehr. Es ist eins der wenigen Bücher, die ich mehr als einmal in die Hand nehmen und lesen werde. Es ist nämlich ein Füllhorn voller interessanter Fakten, Einordnungen und Ideen. Und es gibt - nachdem ich es geradezu verschlungen habe, weil es so verdammt gut und interessant ist - außerdem reichlich Verweise auf andere Werke und Quellen, denen ich in Zukunft ebenfalls meine Aufmerksamkeit widmen möchte.

Es gab natürlich einiges, was ich bereits wusste und sicherlich viele andere LeserInnen bereits wissen, es gab aber auch (zumindest für mich) ein paar echte "WTF?!"-Momente. Aber das ist ehrlich gesagt gar nicht die Essenz für mich. Die Essenz ist für mich, dass das Große Ganze betrachtet und präsentiert wird - und das verdammt unterhaltsam -, Kontext hergestellt wird und zahlreiche Mythen entzaubert werden.

(Und ganz nebenbei: Wie schon Margarete Stokowski schafft es auch Rebekka Endler, das Vorurteil, Feministinnen seien humorlose, verbitterte, verkrampfte und männerhassende Biester, komplett zu entkräften. Ich lieb's!)

Ja, an manchen Stellen hätte ich mir etwas tiefergehende Ausführungen gewünscht, aber das hätte schlicht den Rahmen gesprengt. Und ja, das Anekdotische wirkt manchmal etwas sprunghaft. Letztlich aber überwiegt für mich, dass ich auf unterhaltsame Weise neue Erkenntnisse gewinnen konnte. Was will ich mehr?

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Veröffentlicht am 02.09.2025

Gute Ansätze, teilweise aber zu oberflächlich

Das M-Wort
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Die Autorin hat mit "Das M-Wort. Gegen die Verachtung der Moral" ein Essay abgeliefert, in dem sie uns daran erinnern möchte, dass Moral ein wichtiger Baustein des menschlichen Zusammenlebens bildet.

In ...

Die Autorin hat mit "Das M-Wort. Gegen die Verachtung der Moral" ein Essay abgeliefert, in dem sie uns daran erinnern möchte, dass Moral ein wichtiger Baustein des menschlichen Zusammenlebens bildet.

In Zeiten, in denen Moral scheinbar immer mehr zu einem Schimpfwort abgewertet wird, liefert Anne Rabe mit ihrem Essay einen durchaus wichtigen Beitrag ab.

Ich mag, dass sie auf eigene Erfahrungen zurückgreift und ich mag, dass sie nicht so tut, als schriebe sie wertneutral. Sie schreibt nicht neutral und in Bezug auf die Thematik ist es meiner Meinung nach auch folgerichtig, dass sie Position bezieht.

Tatsächlich stimme ich ihr auch in vielen Punkten zu. Allerdings blieben ihre Ausführungen am Ende hinter meinen Erwartungen zurück. Denn Anne Rabe fokussiert sich stark auf das, was ihrer Ansicht nach falsch läuft, stellt dem aber nur vereinzelt gegenüber, was mit (mehr) moralischem Handeln besser wäre.
Dadurch steht die Empörung über Fehlentwicklungen im Vordergrund, nicht aber das, was der Titel des Buches zumindest mir suggeriert hat: Gründe zu benennen, weshalb Moral gut und wichtig ist, also die positiven Effekte gelebter Moral.

Es gibt immer wieder Momente, in denen durchscheint, was das Buch bzw. die Autorin hätte abliefern können, wäre der Text etwas ausführlicher geworden. In der Summe blieb mir aber alles zu oberflächlich.

Sicher: Wer Moral nicht als Schimpfwort empfindet, sondern als lohnenswertes Konstrukt für ein gesundes Miteinander, der wird während des Lesens wie ich alles in allem viel Zustimmung empfinden, aber ein echtes Plädoyer für die Moral (das im besten Fall sogar einige SkeptikerInnen zumindest zum Nachdenken anregte) ist "Das M-Wort. Gegen die Verachtung der Moral" leider nicht geworden.

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Veröffentlicht am 28.08.2025

Gutes Kochbuch für Schmortopf-Gerichte

Cocotte
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Die Foodbloggerin Amandine Bernardi hat ein Rezeptbuch veröffentlicht, das sich dem Schmoren, Braten und Backen mit der so genannten Cocotte widmet.

Zunächst erklärt sie ein bisschen die Grundlagen: ...

Die Foodbloggerin Amandine Bernardi hat ein Rezeptbuch veröffentlicht, das sich dem Schmoren, Braten und Backen mit der so genannten Cocotte widmet.

Zunächst erklärt sie ein bisschen die Grundlagen: Wie pflegt man eine Cocotte richtig, wie genau schmort, brät oder backt man damit? Dann kommt der Rezeptteil, auf den es mir hauptsächlich ankam.

Der Rezeptteil ist klar gegliedert: Es gibt Rezepte zu Rind, Kalb, Lamm, Schwein, Geflügel und Kaninchen, Fisch und Meeresfrüchte, vegetarische Gerichte und Beilagen, eine Rubrik mit dem Titel "Schmortopf mal anders", in dem Brot und Desserts aus der Cocotte vorgestellt werden. Am Ende gibt es noch einmal Übersichten der Rezepte nach Thematik geordnet sowie ein Register.

Die Rezepte bieten alles in allem eine ganz gute Auswahl. Von einfach bis aufwendig ist so gut wie alles dabei. Mir persönlich war die Rezeptauswahl zu fleischlastig und altmodisch, insgesamt wenig originell. Ich hatte mir mehr Kreativität erhofft. Letztlich ist "Cocotte" eine Ansammlung bereits vielfach bekannter Rezepte für den Schmortopf. "Cocotte" dürfte vor allem für EinsteigerInnen interessant sein.

Aufbau und das schlicht wirkende, aber durchdachte Design des Buches sind gelungen.

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Veröffentlicht am 21.08.2025

Atmosphärisch dichter Kriminalroman

Die Vogelinsel
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Peter Mays "Die Vogelinsel" hat bereits einige Jahre auf dem Buckel: Ursprünglich erschien der Roman bereits 2009, die deutsche Übersetzung folgte 2011.

Der Kampa-Verlag legt die Serie nun neu auf, so ...

Peter Mays "Die Vogelinsel" hat bereits einige Jahre auf dem Buckel: Ursprünglich erschien der Roman bereits 2009, die deutsche Übersetzung folgte 2011.

Der Kampa-Verlag legt die Serie nun neu auf, so dass eine neue Leserschaft Peter Mays Lewis- bzw. Fin-Macleod-Reihe entdecken kann.

Mir hat der erste Teil der Reihe sehr gefallen. Dank Peter Mays Beschreibungen erweckt er nicht nur Lewis, sondern auch die Menschen dort zum Leben. Vor allem die raue Wirklichkeit fängt der Autor sehr wirksam ein. Das führt allerdings dazu, dass die Ermittlungen teilweise in den Hintergrund geraten.

Wer rasantes Tempo bevorzugt, sollte die Finger von diesem Kriminalroman - der auch dramatische Elemente enthält - lassen. Wer allerdings gerne Ermittlungen begleitet, die ihre Zeit nehmen, wer die Atmosphäre eines Ortes förmlich in Schriftform einatmen möchte, wer es mag, wenn sich ein Puzzle nach und nach zusammensetzt, der wird seine Freude an "Die Vogelinsel" haben.

Ich für meinen Teil konnte den Roman kaum aus den Händen legen, obwohl Peter May komplett auf billige Effekte und künstliche Cliffhanger verzichtet. Die Geschichte entwickelt dank seiner Figuren und der durchweg gelungenen Atmosphäre einen Sog, dem ich mich nur schwer entziehen konnte. Abseits davon wollte ich auch schlicht und ergreifend die Lösung des Rätsels erfahren.

Mit Fin Macleod hat Peter May zudem einen angenehm menschlichen Protagonisten geschaffen, dem ich gerne bei den Ermittlungen gefolgt bin.

Lange Rede, kurzer Sinn: Mich hat "Die Vogelinsel" super unterhalten und ich bin sehr gespannt auf Fin Macleods nächsten Fall!

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