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Veröffentlicht am 14.08.2024

Dieses Buch ist ein wahrer Boden-Schatz

Unser größter Schatz: Der Boden
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Unser größter Schatz: Der Boden gehört zu einer Sachbuchreihe bei Beltz & Gelberg, die verspricht, große Themen einfach zu erklären. Für mich war dieses Buch der erste Band daraus und zunächst war ich ...

Unser größter Schatz: Der Boden gehört zu einer Sachbuchreihe bei Beltz & Gelberg, die verspricht, große Themen einfach zu erklären. Für mich war dieses Buch der erste Band daraus und zunächst war ich überrascht, dass das Format kleiner ist als erwartet. Doch beim Lesen konnten wir feststellen, dass das Buch für Grundschüler so genau richtig ist und viel einfacher zu handhaben, als andere Sachbücher. Das Titelbild zeigt einen sehr schönen ersten Überblick über die enthaltenen Facetten des Bodens, welche im Buch besprochen werden. Dazu gehören nicht nur die Entstehung, der Aufbau und die Beschaffenheit des Bodens, es geht auch um seinen Nutzen. Ich finde, das Buch macht sehr deutlich, wie wichtig die Ressource Boden für uns Menschen ist. Themen wie Landwirtschaft, Bebauung, Bodenversiegelung; Desertifikation, Abholzung des Regenwaldes, Moore, Wattenmeer, Bodenschätze, Grundbesitz, Bodenrechte und viele mehr sind mit aktuellen Fakten aufbereitet, die uns erstaunen und auch nachdenklich stimmen. Die Schlagworte zeigen aber auch schon, dass manche Aspekte gar nicht mal so leicht zu erklären sind, ohne Fremdwörter zu benutzen. Häufig werden diese aber gleich im Text geklärt. Das Buch ist ab 7 Jahren empfohlen. Alleinlassen würde ich ein Kind damit in diesem Alter aber nicht unbedingt, sondern die Themen dann gemeinsam durchgehen.

Die Illustrationen im Inneren sind vom selben Stil, wie die auf dem Cover und werden ergänzt durch einfache Grafiken und ggf. Karten, die sehr zum Verständnis beitragen. Wer Wert auf Fotografien legt, der wird hier vergeblich danach suchen. Uns hat das Fehlen aber überhaupt nicht gestört. Die Textmenge ist machbar, da die Bilder die einzelnen Infos gut einteilen, der Schriftgrad ist ebenfalls ok, hätte aber aufgrund des noch vorhandenen Platzes aber auch größer sein können. Ich war positiv überrascht von der Bandbreite der Informationen und allein dafür hat das Buch schon 5 Sterne verdient. Es ist toll, dass der Boden als oft vernachlässigtes Thema hier in einem eigenen Buch hervorgehoben wird. So wird auch Kindern die Wichtigkeit bewusst.

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Veröffentlicht am 13.08.2024

Starkes, fesselndes Buch mit Tiefgang

Das Licht in den Birken
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Die Mittfünfzigerin Thea kehrt nach 25 Jahren im sonnigen Portugal zurück in ihre alte Heimat, die Lüneburger Heide. Dort mietet sie sich mit ihren zwei Ziegen in einem idyllischen alten Bauernhof im Nebenhaus ...

Die Mittfünfzigerin Thea kehrt nach 25 Jahren im sonnigen Portugal zurück in ihre alte Heimat, die Lüneburger Heide. Dort mietet sie sich mit ihren zwei Ziegen in einem idyllischen alten Bauernhof im Nebenhaus ein. Der Eigentümer Benno ist ein menschenscheuer Eigenbrötler, der sich jedoch rührend um seine Gnadentiere und den Nutzgarten kümmert. Nur sehr langsam können sich die Beiden annähern. Im Wald findet Benno die verletzte Jugendliche Juli, die ihre Wanderschaft nach Amsterdam nun unterbrechen muss. Sie möchte damit die letzten Pläne ihres verstorbenen Opas erfüllen. Das mehr oder weniger zufällige Zusammentreffen dieser drei völlig unterschiedlichen Menschen verändert das Leben auf dem Hof von Grund auf.

Jeder hat seine eigenen Sorgen und Probleme zu tragen. Als es aber darum geht, den Gnadenhof vor seinen Gläubigern zu retten, bringt jeder seine Fähigkeiten ein. Die gegenseitige Unterstützung - manchmal auch Einmischung in private Angelegenheiten - ist enorm. Da fliegen auch schon mal die Fetzen. Doch alle haben ein gemeinsames Ziel vor Augen: Eine Heimat für die Tiere und sich selbst zu schaffen und zu erhalten.

Romy Fölck erzählt die Geschichte so anschaulich und lebensnah, dass man meint, Teil dieser Gruppe zu sein. Mit ihren tollen Landschafts- und Naturbeschreibungen erzeugt sie ganz bestimmte Atmosphären, mal eher mystisch, mal heimelig. Die erklärten Arbeitsabläufe sind nachvollziehbar. Die Ausarbeitung der drei Hauptcharaktere ist ihr hervorragend gelungen. Der eher schroffe, schaue Bauer Benno, die mutige, offene Thea, die mit ihrer Vergangenheit abschließen möchte und Juli, die um ihren Opa trauert und sich von ihrer fordernden Mutter befreien will, treffen als Fremde auf dem Hof zusammen und wachsen zu einer Einheit zusammen, die das gemeinsame Ziel, den Gnadenhof zu retten miteinander anpacken.

Ein fesselndes, berührendes Buch über Freundschaft mit Tiefgang und Atmosphäre, das ich gerne weiterempfehle. Fünf verdiente Sterne! Das Landschaftscover mit dem Sonnenaufgang über der Heide spiegelt die mystische Stimmung wider.

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Veröffentlicht am 03.08.2024

Bunter (Vor-)Lesespaß zu den Alltagsthemen Manieren, Höflichkeit und Respekt

Alltagshelden - Gefühle lernen mit Disney: Disney Lilo & Stitch - Benimm dich, Stitch! Über Manieren und Respekt.
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Die Reihe sagte mir gar nichts, tatsächlich ist dies aber schon der vierte Band von "Alltagshelden - Gefühle lernen mit Disney". Den Untertitel fand ich auch etwas komisch formuliert, weil man Gefühle ...

Die Reihe sagte mir gar nichts, tatsächlich ist dies aber schon der vierte Band von "Alltagshelden - Gefühle lernen mit Disney". Den Untertitel fand ich auch etwas komisch formuliert, weil man Gefühle einfach hat, aber den Umgang mit ihnen kann man hier natürlich verbessern.

Lilo und Stitch sitzen gemeinsam am Frühstückstisch, doch Stitch schlingt sein Essen hinunter, kleckert und rülpst ohne Rücksicht. Nani passt das gar nicht und so droht sie Stitch an, dass er nicht am Lu'au-Festessen teilnehmen darf, wenn er bis dahin nicht mit Lilo Manieren lernt. Die beiden geben ihr Bestes, doch es dauert, bis Stitch sich an all diese Regeln gewöhnt und sie verinnerlicht.

Die Geschichte ist optisch sehr gut in die Welt von Disneys Lilo & Stitch übertragen. Perfekter Zeitpunkt, denn gerade sind die beiden wieder überall zu sehen. Meine Enkel haben T-Shirts etc. davon und ich glaube, dass sie das ziemlich motiviert hat, sich anzuhören, was Stitch alles an seinem Benehmen verbessern kann. Der Anfangszustand ist wirklich komplett ohne Regeln. Nani beginnt, indem sie ganz klare Benimmregeln aufzählt, die sie auch von Stitch einfordert. Ob man da jetzt bei diesem knuddeligen lernbereiten Wesen androhen muss, dass es so nicht am Lu'au teilnehmen kann... ich glaube nicht und allgemein ist es doch eher der erhobene Zeigefinger, der hier genutzt wird, doch durch die bunten Illustrationen und die Lieblingscharaktere ist das Kindern vielleicht nicht so bewusst und sie machen gern mit. Nicht umsonst heißt die Reihe Alltagshelden. Über den Tag hinweg kommen Lilo und Stitch immer wieder in Situationen, in denen Neues gelernt werden und angewendet werden muss. Die wichtigsten Regeln werden dabei immer nochmal schriftmäßig hervorgehoben. Die Geschichte selbst ist stimmig. Es geht um die Vorbereitung des Festes und da möchte Stitch natürlich unbedingt auch dabei sein.

Ein bisschen verwirrend ist es, dass er verschiedene Personen (hier ältere Menschen) anders begrüßen soll, als andere. Ich persönlich sehe das nicht so. Eine allgemein freundliche Begrüßung reicht doch auch vollkommen aus. Am Ende des Buches haben Kinder viel gehört über Manieren, Benimmregeln, Freundlichkeit, Respekt und Höflichkeit. Wenn alle diese beachten, dann wird das Zusammenleben harmonischer. Insgesamt war das Buch sehr schön, für mich aber etwas zu viel Zeigefinger und Kritik, wenn nicht alles sofort klappt. 4 Sterne

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Veröffentlicht am 22.07.2024

Romantische, unterhaltsame Lektüre

Die vermisste Tochter
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Nachdem mich Band 1 der verschwundenen Töchter begeistert hat, war die Vorfreude auf Band 2 groß. Aufgebaut ist die Geschichte nach dem gleichen Schema: Die Autorin erzählt in zwei abwechselnden spannenden ...

Nachdem mich Band 1 der verschwundenen Töchter begeistert hat, war die Vorfreude auf Band 2 groß. Aufgebaut ist die Geschichte nach dem gleichen Schema: Die Autorin erzählt in zwei abwechselnden spannenden Erzählsträngen aus Vergangenheit und Gegenwart der Familienherkunft.

Die sympathische Protagonistin Claudia erhält nach dem Tod ihrer Großmutter ein kleines Päckchen aus einem Londoner Frauenhaus überreicht. Darin befindet sich eine alte Visitenkarte mit einer Londoner Adresse und ein skizziertes Familienwappen. Durch Nachforschungen ihres Vaters erfährt Claudia, dass es sich dabei um das Wappen der kubanischen Familie Diaz handeln muss. Ohne zu zögern macht sich Claudia auf nach Havanna, um das Geheimnis der Herkunft ihrer Oma zu lüften. Herzliche, hilfsbereite offene Menschen unterstützen sie bei ihrer Suche im fremden Land. Ganz besonders hat es ihr der Streetcook Mateo angetan, der ihr Herz im Sturm erobert. Gemeinsam begeben sie sich auf Spurensuche. Dabei stoßen sie auf die Geschichte der jungen Esmeralda, die wohlbehütet als älteste Tochter des stolzen Zuckerbarons Julio Diaz aufwächst, der bekanntesten, reichsten Familie Kubas.

Während einer Londonreise 1950 lernt sie den englischen Geschäftsmann Christopher Dutton kennen. Die beiden verlieben sich Hals über Kopf, wohl wissend, dass ihr Vater dieser Verbindung nie zustimmen würde.

Durch die gemeinsame Suche bringt Mateo nicht nur Claudia sein Land näher. Auch die Leser*innen erleben einen eindrucksvollen Einblick in die Facetten des Landes. Die Landschaft, die Menschen, das Meer, die Geschichte, die Herzlichkeit und das Lebensgefühl, selbst die Gerüche des Essens scheint man wahrzunehmen. Der flüssige, leicht lesbare Schreibstil tut sein Übriges dazu, ebenso wie die authentisch ausgearbeiteten Charaktere. Ein gelungener zweiter Band, den ich gerne weiterempfehle. 5 Sterne

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Veröffentlicht am 23.06.2024

Zwei weitere Jahre aus dem Leben der Weilert-Schwestern

Kinderklinik Weißensee – Tage des Lichts (Die Kinderärztin 3)
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Berlin, anno 1929. Marlene Weilert ist eine erfolgreiche Ärztin in der Kinderklinik Weißensee. Ihr Arbeitseifer kennt keine Grenzen. Dies und der unerfüllte Kinderwunsch belasten ihre Ehe mit Maximilian. ...

Berlin, anno 1929. Marlene Weilert ist eine erfolgreiche Ärztin in der Kinderklinik Weißensee. Ihr Arbeitseifer kennt keine Grenzen. Dies und der unerfüllte Kinderwunsch belasten ihre Ehe mit Maximilian. Erst ein Autounfall zwingt sie kürzer zu treten. Die Pause währt jedoch nur kurz, denn ihr Doktorvater benötigt ihre Hilfe bei der Erforschung des Wundermittels Penicillin. Dafür setzt sie ihre Ehe aufs Spiel. Währenddessen hat ihre Schwester Emma, die zur Oberschwester aufgestiegen ist, andere Probleme. Ihre einstige Widersacherin Marie-Luise ist ihre neue Vorgesetzte, die schikaniert und den Ruf der Klinik aufs Spiel setzt. Schwierigkeiten bereitet zudem ihr Sohn Theo, der sich, um dazuzugehören, Freunden in nationalsozialistischen Kreisen anschließt.

Man merkt, dass Antonia Blum die Hintergründe sehr gut recherchiert hat und geschickt deutsche Historie und Fiktion in ihrem flüssigen, bildhaften Schreibstil verbindet. Dadurch wirken der Roman und seine Protagonist*innen so real und authentisch. Als Leserin fühlte ich mich als Teil der fesselnden und berührenden Geschichte. Sowohl der Klinikalltag als auch das häusliche Leben sind plausibel und nachvollziehbar beschrieben. Trotz vieler Rückschläge geben die Schwestern nicht auf, sondern kämpfen - jede auf ihre Weise - für ihre Ideale. Spannend fand ich die Erforschung des Penicillins und die Entwicklung des Rollstuhls.

So war der Roman nicht nur äußerst unterhaltsam sondern auch lehrreich. Dafür gebe ich gern 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

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