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Veröffentlicht am 12.03.2025

Alleine gelassen

Von hier aus weiter
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Susann Pásztor erzählt in "Von hier aus Weiter" über die Neuausrichtung von Marlene. Ihr Mann ist gestorben und sie ist wütend zurückgeblieben, sie nimmt Valium, trinkt Alkohol und lässt sich gehen. Warum ...

Susann Pásztor erzählt in "Von hier aus Weiter" über die Neuausrichtung von Marlene. Ihr Mann ist gestorben und sie ist wütend zurückgeblieben, sie nimmt Valium, trinkt Alkohol und lässt sich gehen. Warum sie so wütend auf ihren Mann ist, bleibt lange unklar. Sie vernachlässigt den Haushalt, auf warmes Wasser möchte sie aber nicht verzichten und so tritt Klempner Jack auf den Plan. Er ist ein ehemaliger Schüler, der sie in bester Erinnerung behalten hat. Kurzerhand zieht er bei ihr ein, bekocht sie wunderbar und schlägt mit seiner unaufdringlichen Art die eine oder andere Saite in Marlene an. Die Hausärztin Ida lässt sich ebenso wie die Familie des Verstorbenen nicht so leicht abwimmeln. Sie bandelt mit Jack an und zu dritt lassen sie sich auf einen ungewöhnlichen Weg ein.
Mir fehlte es gelegentlich an Tiefe, aber insgesamt habe ich dieses Buch sehr gerne gelesen. Der Autorin ist ein wunderbar leichter Ton gelungen, der Trotz der Schwere des Themas immer wieder Humor mit einbindet, der echt und emphatisch wirkt. Marlenes Wut konnte ich tatsächlich irgendwann mitempfinden, ihre trockenen Beobachtungen über die Kinder und Enkel ihres verstorbenen Mannes waren teils überraschend, auch für Marlene. Der mysteriöse Brief, für den sie sich auf den Weg nach Wien machen soll, bietet einen sehr schönen Abschluss für dieses Buch. Das war wirklich eine Überraschung.
Den Titel fand ich sehr passend gewählt, ich mag es wenn sich ein Bezug zur Geschichte herstellen lässt. Von mir gibt es eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 12.03.2025

Ausbaufähig

Die Schanze
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Die Ärztin Ellen übernimmt die vakante Hausarztpraxis in ihrem Heimatort. Hamburg hat sie nach der Trennung von ihrem Freund den Rücken gekehrt. Schweren Herzens reist sie an. Mit ihrer Heimat und auch ...

Die Ärztin Ellen übernimmt die vakante Hausarztpraxis in ihrem Heimatort. Hamburg hat sie nach der Trennung von ihrem Freund den Rücken gekehrt. Schweren Herzens reist sie an. Mit ihrer Heimat und auch ihrem Vater verbindet sie nur schlechte Gefühle. Sie verletzt sich selbst und hat ein Trauma, das sie nicht bewältigt hat, dies liegt in der Nacht ihrer Abiturfeier begründet und wird nach und nach über Rückblicke offenbart.
An ihrem ersten Abend geht sie joggen und findet einen ihrer Peiniger, er hängt an der Skischanze des Ortes. Viele Menschen scheinen noch mehr als Ellen zu wissen. Es kommt zu weiteren Toten und allerlei mysteriösen Begegnungen und Begebenheiten.
Das hätte eine sehr spannende Geschichte werden können, leider fehlt es an der Ausarbeitung. Die Entwicklung ist wenig authentisch. Die Polizei tritt nicht in Erscheinung, Ellen ermittelt etwas vor sich hin und ansonsten gibt es keine zielgerichteten Handlungen und Ermittlungen. Gelegentlich kommt der Täter zu Wort, das ist ganz gut gemacht und facht die Neugier immer wieder etwas an, wenn man das Buch eigentlich zur Seite legen möchte, weil es einfach nur langweilig ist. Das Ende ist zu glatt und friedvoll, diese Entwicklung habe ich den Figuren nicht abgenommen, es passte nicht zu ihrer Geschichte. Schade. Von mit gibt es gut gemeinte 2,5 Punkte, die ich aufrunde wo es nötig ist.

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Veröffentlicht am 12.03.2025

Schwache Konstruktion

Kummersee
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Aufgrund der Leseprobe war ich sehr neugierig auf dieses Buch. Lena geht als Neunjährige mit ihrem älteren Bruder in einem See schwimmen, der eigentlich gemieden wird. Nach anfänglichem Spaß im Wasser ...

Aufgrund der Leseprobe war ich sehr neugierig auf dieses Buch. Lena geht als Neunjährige mit ihrem älteren Bruder in einem See schwimmen, der eigentlich gemieden wird. Nach anfänglichem Spaß im Wasser kommt es zu einem mysteriösem Angriff. Tom rettet sie und kommt dabei ums Leben. Niemand glaubt der Mädchen und das erlittene Trauma manifestiert sich immer mehr..
Als 42jährige kehrt Lena zurück in das abgeschiedene Heimatdorf, sie begleitet als Polizistin ein Vermessungsteam, das die Eignung des Sees als Endlager prüfen soll.
Das Team und der Zweck der Untersuchung gefallen den Bewohner nicht. Lena wird auch nicht wirklich warmherzig empfangen, nicht einmal von ihrer Mutter, die noch immer dort wohnt. Es kommt zu Auseinandersetzungen und Sabotage, die auch vor Menschen nicht haltmacht. Lenas Trauma kocht wieder hoch. Ihr Kollege Malik ordnet sich ihrem Willen unter, als sie immer wildere Aktionen unternimmt, um die Geheimnisse des Sees zu lüften. Was steckt hinter dem merkwürdigen Verhalten der Menschen dort und was verbergen sie? Diese Frage ließ mich die Geschichte bis zum Ende verfolgen, obwohl ich sie die meiste Zeit unglaubwürdig und langweilig fand, es wirkte schlecht konstruiert. Die Figuren blieben blass und unsympathisch, besonders Lena handelte nicht nachvollziehbar. Das Ende setzte dem Ganzen leider die Krone auf, völlig überzogen und vor allem nicht mehr zeitgemäß. Die Verbindungen zur Geschichte der DDR wurden hier eindeutig überspannt. Von mir gibt es hier leider keine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 09.03.2025

Patchwork Comic

Der süßeste Bruder der Welt ‒ und andere Irrtümer
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In diesem Graphic Novel für Kinder geht es um das Zusammenraufen einer Patchworkfamilie aus der Sicht von Dani, einem jungen Mädchen, das sich von Herzen einen kleinen Bruder wünscht. Bisher hat die alleinerziehende ...

In diesem Graphic Novel für Kinder geht es um das Zusammenraufen einer Patchworkfamilie aus der Sicht von Dani, einem jungen Mädchen, das sich von Herzen einen kleinen Bruder wünscht. Bisher hat die alleinerziehende Mutter diesen Wunsch immer abgeblockt, aber plötzlich verspricht sie Dani einen Bruder. Schon auf dem Cover wird deutlich, dass sich Danis Wunsch nicht so ganz wie gewünscht erfüllt. Nicht nur das der neue Mann in Mamas Leben akzeptiert werden muss, er hat auch einen älteren Sohn. Alle Hoffnungen, dass diese junge Liebe bald ein Ende findet, zerschlagen sich. Schließlich ziehen Dani und ihre Mutter zu ihrem Freund und dessen Sohn ins Haus. Dani muss sich mit der neuen Situation arrangieren, in der neuen Schule Fuß fassen und neue Freunde finden. Keine einfache Lage.
Der Comicstil gibt die Geschichte gut wieder und fokussiert sich aufgrund des Stils auf die wesentlichen Punkte. An manchen Stellen hätte ich etwas mehr Ausführlichkeit gut gefunden. Der Zeichenstil war nicht so ganz meins, aber die Figuren waren klar voneinander zu unterscheiden und haben die wichtigen Emotionen gut ausgedrückt.

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Veröffentlicht am 09.03.2025

humorvolles Bauernhofabenteuer

Helden der Weide - Möge das Horn mit dir sein
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In "Helden der Weide - Möge das Horn mit dir sein" wird ein lustiges Bauernhofabenteuer aus Sicht der Tiere beschrieben. Die bunt und humorvoll illustrierten 123 Seiten mit großer Schrift sind für Erstleser ...

In "Helden der Weide - Möge das Horn mit dir sein" wird ein lustiges Bauernhofabenteuer aus Sicht der Tiere beschrieben. Die bunt und humorvoll illustrierten 123 Seiten mit großer Schrift sind für Erstleser aber auch zum Vorlesen gut geeignet. Die Bilder gefielen mir noch besser als die Geschichte, sie unterstreichen und begleiten diese sehr gut. Die Bilder zeigen die Charaktere deutlich auf und die unterschiedlichen Tiere haben alle eine andere Persönlichkeit. Auf der ersten Doppelseite werden alle Tiere vorgestellt, so dass man sich sofort gut in der Geschichte zurechtfinden kann. Auf der letzten Doppelseite findet sich eine Übersichtskarte des Rosmarinhofs auf dem das Abenteuer erlebt wird.
Shaggy ist das neue Rind auf dem Hof von Bauer Obbo, er ergänzt die bunte Truppe sehr schön. Nach dem ersten Anfreunden wollen die Tiere einen Kräuterdieb stellen. Die gemeinsamen Aktionen sind lustig, die Tiere halten gut zusammen.
Es wird aus der Perspektive der Tiere erzählt, ab und an gefiel mit der Ton untereinander nicht, aber meist ging es humorvoll und freundschaftlich zu. Uns hat das Buch Spaß gemacht und wir freuen uns auf den nächsten Teil.

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