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Veröffentlicht am 19.09.2024

Veganes Gebäck

My Vegan Bakery
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Das ansprechend gestaltete Backbuch kann inhaltlich und optisch überzeugen. Die Rezepte sind alle vegan, einige sind glutenfrei oder proteinreich oder benötigen nur wenig Fett oder Zucker.

Die allgemeine ...

Das ansprechend gestaltete Backbuch kann inhaltlich und optisch überzeugen. Die Rezepte sind alle vegan, einige sind glutenfrei oder proteinreich oder benötigen nur wenig Fett oder Zucker.

Die allgemeine Einführung kommt mit 38 Seiten kurz und knackig daher, hier finden sich u.a. Begriffserklärungen, Tipps und Hinweise speziell zum veganen Backen, dieser Teil ist ansprechend bebildert mit Fotos und Zeichnungen. Der Rezeptteil gliedert sich in - Basics fürs Backen - Frühstück - Brot und Brötchen - Muffins, Cookies, Brownie und Bars - Kuchen, Tartes und Pies - No-Bake-Sweets - Weihnachten. Ein Register für Rezepte und eines für Zutaten runden das Buch ab, so kann man rasch etwas heraussuchen.

Für jedes Rezept gibt es eine Doppelseite. Auf einer ist ein großformatiges Bild des Endproduktes zu sehen, alles ist wirklich appetitlich in Szene gesetzt. Auf der anderen Seite findet sich das Rezept. Unter dem Titel befindet sich immer ein persönlicher Einleitungssatz der Autorin, dann kommen die für das Rezept zutreffenden Angaben Nussfrei, Glutenfrei, Proteinreich, Ballaststoffreich. Eine übersichtliche Zutatenliste, die Zubereitungszeit und Nährwerte sind immer angegeben. Die Zubereitungsschritte sind nachvollziehbar beschrieben, die Anweisungen sind klar gegliedert.

Die meisten Zutaten lassen sich problemlos besorgen. Nicht alle Rezepte sprechen mich an, aber das erwarte ich auch gar nicht. Was wir ausprobiert haben, hat einwandfrei funktioniert und war lecker. Das Schokoladen Granola zum Frühstück und das Knäckebrot haben es uns angetan. Die Heidelbeer- und die Schokoladenmuffins sind sehr lecker, ebenso der Karottenkuchen mit Apfel und Buchweizen. Nun blättern wir tatsächlich schon in der Rubrik Weihnachten herum und überlegen, was wir dann ausprobieren wollen.

Ein sehr schönes Backbuch, dass ich empfehlen kann.

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Veröffentlicht am 17.09.2024

Enttäuschend

Wir treffen uns im nächsten Kapitel
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Hier hat mich der Klappentext angefixt. Ein Buch, in dem sich zwei Menschen über ihre Liebe zu Büchern und dem Lesen kennenlernen, finde ich als Leseratte grundsätzlich gut.
Erin bringt versehentlich ...

Hier hat mich der Klappentext angefixt. Ein Buch, in dem sich zwei Menschen über ihre Liebe zu Büchern und dem Lesen kennenlernen, finde ich als Leseratte grundsätzlich gut.
Erin bringt versehentlich ihr Lieblingsbuch inclusive eines Andenkens an ihre verstorbene Freundin in einen Bücherschrank. Als sie den Fehler bemerkt, holt sie es zurück und sieht, das jmd auf ihre zahlreichen Randbemerkungen geantwortet hat. Sie wird ihrerseits zu einem Buch eingeladen, um gemeinsam zu kommentieren.
Leider geht es im Folgenden nicht so sehr um die gemeinsam gelesenen Bücher, auch nicht um die passenden Randbemerkungen, sondern um das private Geplänkel, dass auf der letzten Seite über Fragen und Antworten ausgetauscht wird. Erins Lesepartner ist James. Die beiden begegnen einander zunächst nicht.
Es wird abwechselnd aus Sicht von Erin und James erzählt. Beide haben mehr oder weniger schwere Zeiten hinter sich und schleppen Probleme mit sich herum. Sie sind beide mit ihrem aktuellen Leben unzufrieden und versuchen bzw. überlegen einen Neustart.
Die aktuelle Handlung und auch die zahlreichen Erlebnisse aus der Jugend fand ich unglaubwürdig.
Erin ist eine fürchterlich Person, die nur sich selbst sieht und sich um ihre alten Probleme dreht. Sie ist nicht in der Lage ihre Mitmenschen wirklich zu sehen oder zu verstehen, weil sie selbst immer an erster Stelle kommt. Empathie, ein Hineinversetzen in Andere oder auch Verzeihen liegt ihr nicht. Ihre Mutter lässt sie seit Jahren links liegen, weil diese sich in einen anderen Mann verliebt hat. Dass der Vater damit klar kommt, mildert ihre Einstellung nicht. Eine narzistische Dramaqueen, die ich nicht live erleben möchte. Ohne zu Spoilern kann ich dazu nur schlecht mehr berichten.
James wird als Kind und der Schule gemobbt, dies ging bis zur Misshandlung. Obwohl die Lehrer, der Bruder und die Freunde davon wissen, passiert nichts. Die Lage wird als gegeben hingenommen und akzeptiert. Seine Mutter ist krank und er glaubt daran Schuld zu sein. Aus diesen Gründen ist er in bestimmten Verhaltensmustern gefangen. Er ist etwas sympathischer als Erin, aber definitiv anstrengend.
Die Aufklärungen am Ende waren teils dramatisch, aber nicht gut genug um derartig nachtragendes und selbstsüchtiges Verhalten zu erklären. Ob eine Heilung der emotionalen Verletzungen so ohne weiteres möglich ist, möchte ich mir gar nicht mehr überlegen.
Für die schöne Idee zum Buch und das niedliche Cover gerne noch zwei Sterne.

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Veröffentlicht am 17.09.2024

viele aktuelle Probleme aufgegriffen

Tode, die wir sterben
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Ein neuer Reihenauftakt um eine neues Ermittlerteam in Malmö, der noch Luft nach oben hat.

Jon kommt nach einer Pause zurück in den Polizeidienst. Er hat seine Frau verloren und muss sich in dem neuen ...


Ein neuer Reihenauftakt um eine neues Ermittlerteam in Malmö, der noch Luft nach oben hat.

Jon kommt nach einer Pause zurück in den Polizeidienst. Er hat seine Frau verloren und muss sich in dem neuen Lebensabschnitt als alleinerziehender Vater noch zurechtfinden. Seine Frau starb bei einem Verkehrsunfall, gemeinsam mit Jons Kollegen, mit dem sie ein Verhältnis hatte. Die Situation für den Witwer ist nicht einfach und die Mordermittlung ist fordernd, die Versorgung der Kinder wird zum Problem. Ihm wird die neue Kollegin Svea aus Stockholm zur Seite gestellt. Die junge Undercover Ermittlerin soll aus der Schusslinie genommen werden, ihr letzter Einsatz endete dramatisch und folgenschwer für sie. Diese Konstellation sorgt schon für genügend aktuelle Probleme, denen hier auch großzügig Raum gegeben wird.
Während die Beiden sich zusammenraufen, an ihren eigenen Problemen knabbern und den neuen Fall unter Zeitdruck bearbeiten, geht es natürlich auch um einen Mordfall. Ein Junge wurde erschossen, die Umstände führen zu Fragen, die wiederum aktuelle Probleme (Migration, Armut, Gangkriminalität etc.) aufwerfen.
Der Erzählstil hat an einigen Stellen Längen, das liegt vermutlich auch an der Vielzahl der Themen, die hier untergebracht sind. Etwas weniger wäre mehr gewesen. Die Figuren werden ausführlich vorgestellt, alle mit Ecken und Kanten, aber nicht unbedingt liebenswert.
Eine gewisse politische Dimension wird eingeführt, die die Entscheidungen von oben beeinflusst, denen sich die Ermittler fügen müssen.
Die Vororte Malmös mit ihren Brennpunkten werden gut dargestellt.
Die Alleingänge der Ermittler fand ich teilweise fragwürdig, sie sorgten jedoch für Spannung.

Durch das Aufgreifen vieler aktueller Probleme ist der Krimi etwas überfrachtet, ich würde den zweiten Teil aber gerne lesen, um zu erfahren, wie sich die Dinge um die beiden Hauptfiguren weiter entwicklen. Von mir gibt es 3,5 Sterne, die ich aufrunde wo es nötig ist.

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Veröffentlicht am 14.09.2024

Abschlussband

Vielleicht können wir glücklich sein
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Mit diesem Teil endet die Trilogie um Klara und Täve, sie erleben in diesem Band die letzte Zeit des Krieges und die Nachkriegsjahre.

Isabells Strang (die Enkelin Klaras) in der Gegenwart fällt eher gering ...

Mit diesem Teil endet die Trilogie um Klara und Täve, sie erleben in diesem Band die letzte Zeit des Krieges und die Nachkriegsjahre.

Isabells Strang (die Enkelin Klaras) in der Gegenwart fällt eher gering aus. Sie hält eine kurze Rede auf der Beerdigung Klaras und beschließt ein Buch über die Großmutter zu schreiben, die sie durch die vielen Kassetten ganz neu kennengelernt hat. Die Geschichte des Mädchens Tolla hat sie berührt und sie möchte gerne wissen, was aus dem Mädchen geworden ist.

Klara muss zum Ende des Krieges alleine mit den Kindern den Alltag bewältigen. Die Bomben fallen bedrohlich nahe, doch die Versorgungssituation ist relativ gut. Täve ist an der Front, kann aber einige Male auf Urlaub zu seiner kleinen Familie stoßen. Klara versucht sich den Aufgaben in der Frauenschaft zu entziehen, das ist nicht so einfach, einige überzeugte Nazis setzen ihr zu, die Drohungen sind nicht nur unterschwellig zu spüren. Die Sorge um ihren Mann, aber auch um die Freundin und die Familie setzen ihr zu.

Nach Kriegsende gibt es noch eine Einquartierung in Klaras Haus, später findet die Familie wieder zusammen und fängt neu an.

Obwohl in dieser Zeit viel passiert ist, gib es hier einiges an Längen, im Vergleich zu den ersten Bänden gibt es hier nur wenig Handlung, was die Spannung etwas mindert. Dem braven Gehorsam der Kinder, in der gefährlichen Zeit sicherlich sinnvoll, wird viel Raum gegeben. Die Erlebnisse werden teilweise ausschweifend erzählt und dann geht es plötzlich durch die Zeit dem Ende zu, ohne dass man noch viel zu bestimmten Personen erfährt.

Insgesamt ein guter Abschluss der Reihe, trotz der kleinen Schwächen. Eine interessante Vorstellung einer schweren Zeit, die beim Lesen die Frage hervorruft: "Wie hätte ich damals entschieden? Was hätte ich getan?"

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Veröffentlicht am 14.09.2024

6 Tage auf der Hallig

Die Gräfin
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Die Hauptperson dieses Romans gab es tatsächlich, die Autorin hat sie hier in einer 6 Tage Szene zu Leben erweckt und Historie und Fiktion verwoben.

Die 80jährige Diana Gräfin von Reventlow-Criminil ...

Die Hauptperson dieses Romans gab es tatsächlich, die Autorin hat sie hier in einer 6 Tage Szene zu Leben erweckt und Historie und Fiktion verwoben.

Die 80jährige Diana Gräfin von Reventlow-Criminil lebt auf ihrer Hallig Südfall gemeinsam mit ihrem Hausmädchen Meta und dem Hausmeister Maschmann. Durch ihren aufmerksamen Hund findet die Gräfin im Sommer 1944 einen abgestürzten britischen Piloten im Watt vor der Hallig. Sie versteckt ihn und das Flugzeug. Ein befreundeter Arzt vom Festland hilft dem Verletzten.

Die verschrobene Gräfin mag das zurückgezogene Leben und vertraut nur wenigen Menschen. Das Misstrauen ist angebracht, denn sie verhilft Menschen zur Flucht vor den Nazis.
Die Landschaft und das Wetter sind immer wieder Thema, die poetisch ruhigen Beschreibungen wirken eindrücklich. Über Erinnerungen der Gräfin erfährt man etwas aus ihrem Leben und über ihre Familie, ansonsten erlebt man als Leser die Geschehnisse der beschriebenen 6 Tage, was davor und danach geschieht, kann nur vermutet werden.

Warum der Pilot abgestürzt ist, wird nicht klar, über seinen Auftrag schweigt er. Er ist ungeduldig bezüglich seines Aufenthalts, was sich verstärkt als ein weiterer Flüchtling auf die Hallig kommt.
Die Verhältnisse auf dem Festland werden angedeutet, durch plattdeutsche Einschübe wirken die Dialoge authentisch. Die Neugier einiger Bewohner deutet auf das Denunziantentum der Zeit hin.
Die Zeit und auch das beschriebene Geschehen ist dramatisch, dennoch plätschert die Handlung dahin, als ob die flirrend beschriebene Hitze der Tage alles lähmen würde.
Obwohl ich das kleine Büchlein gerne gelesen habe, lässt es mich etwas ratlos zurück. Warum das Schlaglicht genau auf diese 6 Tage gelegt wurde, erschloss sich mir nicht. Irgendwie fehlte es mir etwas an Handlung. Die Dramatik der Zeit wird nicht genügen herausgearbeitet, die Figuren haben nicht ausreichend Konturen gewonnen. Offene Ende mag ich, aber hier war es mir zu abrupt, aufgrund der neuen Figur am Ende hätte ich mir hier noch ein paar Seiten gewünscht. Da die Autorin verstorben ist, wird es keine Fortsetzung geben.
Von mir gibt es eine eingeschränkte Leseempfehlung und 3,5 Sterne, die ich aufrunde, wo es nötig ist.

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