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Veröffentlicht am 14.09.2024

Abschlussband

Vielleicht können wir glücklich sein
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Mit diesem Teil endet die Trilogie um Klara und Täve, sie erleben in diesem Band die letzte Zeit des Krieges und die Nachkriegsjahre.

Isabells Strang (die Enkelin Klaras) in der Gegenwart fällt eher gering ...

Mit diesem Teil endet die Trilogie um Klara und Täve, sie erleben in diesem Band die letzte Zeit des Krieges und die Nachkriegsjahre.

Isabells Strang (die Enkelin Klaras) in der Gegenwart fällt eher gering aus. Sie hält eine kurze Rede auf der Beerdigung Klaras und beschließt ein Buch über die Großmutter zu schreiben, die sie durch die vielen Kassetten ganz neu kennengelernt hat. Die Geschichte des Mädchens Tolla hat sie berührt und sie möchte gerne wissen, was aus dem Mädchen geworden ist.

Klara muss zum Ende des Krieges alleine mit den Kindern den Alltag bewältigen. Die Bomben fallen bedrohlich nahe, doch die Versorgungssituation ist relativ gut. Täve ist an der Front, kann aber einige Male auf Urlaub zu seiner kleinen Familie stoßen. Klara versucht sich den Aufgaben in der Frauenschaft zu entziehen, das ist nicht so einfach, einige überzeugte Nazis setzen ihr zu, die Drohungen sind nicht nur unterschwellig zu spüren. Die Sorge um ihren Mann, aber auch um die Freundin und die Familie setzen ihr zu.

Nach Kriegsende gibt es noch eine Einquartierung in Klaras Haus, später findet die Familie wieder zusammen und fängt neu an.

Obwohl in dieser Zeit viel passiert ist, gib es hier einiges an Längen, im Vergleich zu den ersten Bänden gibt es hier nur wenig Handlung, was die Spannung etwas mindert. Dem braven Gehorsam der Kinder, in der gefährlichen Zeit sicherlich sinnvoll, wird viel Raum gegeben. Die Erlebnisse werden teilweise ausschweifend erzählt und dann geht es plötzlich durch die Zeit dem Ende zu, ohne dass man noch viel zu bestimmten Personen erfährt.

Insgesamt ein guter Abschluss der Reihe, trotz der kleinen Schwächen. Eine interessante Vorstellung einer schweren Zeit, die beim Lesen die Frage hervorruft: "Wie hätte ich damals entschieden? Was hätte ich getan?"

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Veröffentlicht am 14.09.2024

6 Tage auf der Hallig

Die Gräfin
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Die Hauptperson dieses Romans gab es tatsächlich, die Autorin hat sie hier in einer 6 Tage Szene zu Leben erweckt und Historie und Fiktion verwoben.

Die 80jährige Diana Gräfin von Reventlow-Criminil ...

Die Hauptperson dieses Romans gab es tatsächlich, die Autorin hat sie hier in einer 6 Tage Szene zu Leben erweckt und Historie und Fiktion verwoben.

Die 80jährige Diana Gräfin von Reventlow-Criminil lebt auf ihrer Hallig Südfall gemeinsam mit ihrem Hausmädchen Meta und dem Hausmeister Maschmann. Durch ihren aufmerksamen Hund findet die Gräfin im Sommer 1944 einen abgestürzten britischen Piloten im Watt vor der Hallig. Sie versteckt ihn und das Flugzeug. Ein befreundeter Arzt vom Festland hilft dem Verletzten.

Die verschrobene Gräfin mag das zurückgezogene Leben und vertraut nur wenigen Menschen. Das Misstrauen ist angebracht, denn sie verhilft Menschen zur Flucht vor den Nazis.
Die Landschaft und das Wetter sind immer wieder Thema, die poetisch ruhigen Beschreibungen wirken eindrücklich. Über Erinnerungen der Gräfin erfährt man etwas aus ihrem Leben und über ihre Familie, ansonsten erlebt man als Leser die Geschehnisse der beschriebenen 6 Tage, was davor und danach geschieht, kann nur vermutet werden.

Warum der Pilot abgestürzt ist, wird nicht klar, über seinen Auftrag schweigt er. Er ist ungeduldig bezüglich seines Aufenthalts, was sich verstärkt als ein weiterer Flüchtling auf die Hallig kommt.
Die Verhältnisse auf dem Festland werden angedeutet, durch plattdeutsche Einschübe wirken die Dialoge authentisch. Die Neugier einiger Bewohner deutet auf das Denunziantentum der Zeit hin.
Die Zeit und auch das beschriebene Geschehen ist dramatisch, dennoch plätschert die Handlung dahin, als ob die flirrend beschriebene Hitze der Tage alles lähmen würde.
Obwohl ich das kleine Büchlein gerne gelesen habe, lässt es mich etwas ratlos zurück. Warum das Schlaglicht genau auf diese 6 Tage gelegt wurde, erschloss sich mir nicht. Irgendwie fehlte es mir etwas an Handlung. Die Dramatik der Zeit wird nicht genügen herausgearbeitet, die Figuren haben nicht ausreichend Konturen gewonnen. Offene Ende mag ich, aber hier war es mir zu abrupt, aufgrund der neuen Figur am Ende hätte ich mir hier noch ein paar Seiten gewünscht. Da die Autorin verstorben ist, wird es keine Fortsetzung geben.
Von mir gibt es eine eingeschränkte Leseempfehlung und 3,5 Sterne, die ich aufrunde, wo es nötig ist.

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Veröffentlicht am 14.09.2024

Tochter in zwei Familien

Und dahinter das Meer
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Im London 1940 fliegen die Bomben und das Leben ist gefährlich. Schweren Herzens schicken die Thompsons ihre Tochter Beatrix in die USA zu einer Gastfamilie, damit sie dort in Sicherheit ist und die Schrecken ...


Im London 1940 fliegen die Bomben und das Leben ist gefährlich. Schweren Herzens schicken die Thompsons ihre Tochter Beatrix in die USA zu einer Gastfamilie, damit sie dort in Sicherheit ist und die Schrecken des Krieges nicht hautnah miterleben muss. Vater und Mutter bleiben in England und engagieren sich, wo sie können.
Bea wird von der warmherzigen Familie Gregory in den USA aufgenommen. Die Gasteltern und die beiden Söhne werden zu einer neuen Familie für sie.
Die Erwachsenen informieren einander über besondere Vorkommnisse per Brief, aber sie werden nicht miteinander warm.
Als der Krieg zu Ende ist möchte Beatrix gerne noch bleiben, doch sie muss überstürzt zurück nach London.
Die Geschichte geht dann noch über einige Jahre weiter, man erfährt wie aus den Kindern junge Erwachsene werden. Familiäre Entwicklungen voller Spannungen, berufliche Werdegänge, dramatische Todesfälle u.a. werden angeschnitten.

Die Geschichte wird recht ruhig aus den unterschiedlichen Blickwinkeln der Beteiligten erzählt. So könnte man eigentlich einen guten und vielseitigen Einblick bekommen. Leider plätschert das Geschehen hier so vor sich hin, entwickelt Längen und Vieles wird nur angeschnitten. Man hätte mehr aus dieser Idee machen können und auch interessante Zeitdetails mit einarbeiten können.
Hier dreht sich alles um die Figuren und wie sie mit der Situation zurechtkommen. Das Zusammenwachsen und Abschied nehmen ist für Alle eine Herausforderung, aber auch diese Aspekte werden nicht ausreichend beleuchtet. Schade, aber er Autorin war mehr daran gelegenen eine Liebesgeschichte mit einzuarbeiten, die zu sehr gewollt wirkte.

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Veröffentlicht am 14.09.2024

Mrs Potts dritter Fall

Mrs Potts’ Mordclub und der tote Bürgermeister
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Der Bürgermeister von Marlow wird während einer Stadtratssitzung vergiftet. Die Umstände sind mysteriös, keiner kann es gewesen sein. Suzie ist in der Sitzung dabei und informiert sofort ihre Freundinnen. ...

Der Bürgermeister von Marlow wird während einer Stadtratssitzung vergiftet. Die Umstände sind mysteriös, keiner kann es gewesen sein. Suzie ist in der Sitzung dabei und informiert sofort ihre Freundinnen. Judith und Becks sind sofort zur Stelle und erhalten wieder die offizielle Erlaubnis als Gehilfen der Polizei zu agieren. So liegt auch diese Ermittlung wieder ganz in privater Hand unter Judith Potts Leitung. Sie hat hier diesmal stark die Federführung, ihre Freundinnen sind nicht so sehr eingebunden.

Der Bürgermeister war ein emphatischer freundlicher Mann, der sich für seine Bürger eingesetzt hat, dennoch ergeben sich mit der Zeit diverse Motive, denen die Damen nachgehen. Einige Wendungen und etwas Humor lassen das Hörbuch zu einer kurzweiligen Unterhaltung nebenbei werden. Ich war durchweg neugierig, wer denn nun schlussendlich der Täter war, aber dennoch störte mich doch einiges an dem Buch. Einige Alibis wurden erst spät erhoben, bzw. die Abstimmung zwischen den Beteiligten war nicht gegeben. Die Damen finden offensichtliche Hinweise und Indizien, die der Polizei natürlich verborgen blieben, weil sie nicht gründlich suchten oder nachdachten. Diese Szenen finde ich nicht sehr glaubwürdig. Zudem wurde nicht in alle Richtungen ermittelt. Da der vergiftete Kaffee aus einer Teeküche stammte, in der Selbstbedienung herrschte, hätte sehr wohl jemand anderes das Ziel sein können. Dies war nie eine Überlegung wert.
Das Ende war wie in den Vorgängern ein wenig haarsträubend und unrealistisch, auf den Kalleffekt möchte der Autor wohl nicht verzichten.
Zum nebenbei Hören ein humorvoller Cosy Crime, bei dem man nicht alles auf die Goldwaage legen darf. Christine Prayon liest auch den dritten Teil sehr gekonnt und unterhaltsam.
Von mir gibt es eine Empfehlung an Fans der Serie und Cosy Crime Liebhaber, die etwas Humor in der Handlung mögen.

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Veröffentlicht am 14.09.2024

Stresscoaching

Lass die anderen reden
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Vanessa Engelstädter hat hier einen Ratgeber veröffentlicht, der sich an Mensch-Hunde-Teams richtet, aber hauptsächlich den Menschen in den Fokus nimmt. Das ist sinnvoll, den Stimmungen übertragen sich ...

Vanessa Engelstädter hat hier einen Ratgeber veröffentlicht, der sich an Mensch-Hunde-Teams richtet, aber hauptsächlich den Menschen in den Fokus nimmt. Das ist sinnvoll, den Stimmungen übertragen sich häufig auf die Hunde, das kann zu guten aber auch zu schweren Rahmenbedingungen und Situationen führen. Insgesamt betrachtet können die Tipps und Beispiele aber auch von Menschen ohne Hund umgesetzt bzw. genutzt werden.
Der Ratgeber gliedert sich in fünf Kapitel:
1. Stress: Entstehung und Auswirkung
2. Du und dein Hund
3. Du
4. Körperpsyche
5. Du, dein Hund und die Anderen
Die jeweiligen Kapitel sind in weitere Unterthemen gegliedert. Die Texte sind trotz fachlicher Erläuterungen verständlich geschrieben und lassen sich aufgrund der klaren Gliederung gut lesen.
Selbsttests, Anregungen, Beispiele und Beobachtungen wirken auflockernd und helfen das Gelesene in den Alltag zu übertragen.
Da ich mich mit dem Thema schon beschäftigt habe, konnte ich hier nicht bahnbrechend Neues erfahren, aber das habe ich auch nicht erwartet. Das Buch bietet einen guten Einstieg in das Thema Stresscoaching und bietet umsetzbare Tipps, die den Umgang mit Stress erleichtern, das der Alltag mit Hund auch berücksichtigt wird, gefällt mir gut.

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