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Veröffentlicht am 22.01.2023

Mitmachbuch zum Wohlfühlen

Jetzt bin ich dran!
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Monica Meier-Ivancan hat hier einen Ratgeber geschrieben, der Leser*innen 21 Tage lang mit neuen Impulse begleitet, um zu mehr Balance im Leben zu gelangen. In den drei Wochen kann man zu unterschiedlichen ...

Monica Meier-Ivancan hat hier einen Ratgeber geschrieben, der Leser*innen 21 Tage lang mit neuen Impulse begleitet, um zu mehr Balance im Leben zu gelangen. In den drei Wochen kann man zu unterschiedlichen Themen reflektieren, um sein eigenes Sein mit gewählten Grenzen in den Mittelpunkt zu rücken, aber auch neue Rezepte oder Bewegungstipps erfahren, um sich fitter und wohler zu fühlen. Eine schöne Mischung mit vielen kleinen Tipps, die sich tatsächlich umsetzen und dauerhaft in den Alltag integrieren lassen. Die Autorin lädt dazu ein, sich täglich selbst etwas Zeit zu widmen, dies kommt gerade bei Frauen mit Mehrfachbelastung zu kurz oder sie hadern mit anerzogenen Handbremsen, die sie bisher noch nicht abschütteln konnten. Regelmäßig findet sich Platz für eigene Eintragungen und Gedanken.

Das DreiWochenProgramm ist in sieben Säulen unterteilt: Ernährung, Bewegung, Schlaf, Meditation, Selbstfürsorge, Selbstwert und Selbstschutz.

Schön aufgemachter Ratgeber, der sich leicht lesen aber auch gut umsetzen lässt. Zugegeben, das Rad wurde hier nicht neu erfunden, es sind häufig altbekannte Weisheiten. Schön ist hier die Mischung und Aufmachung: Die Texte sind einfach und kurz, die Ansprache bringt einen dazu die Anregungen und Tipps für sich selbst zu hinterfragen, so kommt man leichter in die Umsetzung. Hier findet jeder etwas, das ohne Probleme im Alltag Platz findet und leicht zur Routine werden kann, was wiederum eine Auswirkung auf das Selbstwertgefühl und das Wohlbefinden hat.

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Veröffentlicht am 18.01.2023

Modernes spannendes Märchen, das Werte vermittelt

Der Hoffnungsvogel
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Kirsten Boie hat hier ein sehr schönes Märchen geschrieben, dass die Kinder zu einem besonderen Abenteuer mitnimmt und nebenbei wichtige Werte (Freundschaft, Hilfsbereitschaft, Höflichkeit, Streitkultur) ...

Kirsten Boie hat hier ein sehr schönes Märchen geschrieben, dass die Kinder zu einem besonderen Abenteuer mitnimmt und nebenbei wichtige Werte (Freundschaft, Hilfsbereitschaft, Höflichkeit, Streitkultur) vermittelt.

Optisch und haptisch ist das Buch wunderschön, die kurzen Kapitel eignen sich super für Erstleser, aber auch zum Vorlesen.

Die freundlichen Menschen im glücklichen Land merken gar nicht, dass eine schleichende Veränderung sie in aggressive, ungeduldige und egoistische Menschen verwandelt. Die Gute Königin und der freundliche Prinz Jabu wollen den Prozess aufhalten, sie hoffen die Lage bessert sich, wenn der Hoffnungsvogel zurückkehrt. Jabu bricht auf, um den Vogel zu suchen. Unterstützung erhält er von Alva, der Tochter der Leuchtturmwärterin. Die Beiden erleben ein spannendes Abenteuer, dass mit einer märchenhaften Wendung endet, die sich jedoch ganz anders entwickelt, als in den altgedienten Märchen.

Boie nutzt hier eine besondere Erzählform, die Kinder werden direkt angesprochen und oft auch einbezogen, so entsteht eine schöne Einbindung, die zum Mitdenken und Hinterfragen anregt. Es gelingt ihr mühelos immer wieder nebenbei Werte zu vermitteln ohne zu belehren oder den erhobenen Zeigefinger zu erheben. Die Hinweise für die Kinder sind sehr nachvollziehbar.

Uns hat sehr gut gefallen, dass das typische klischeehaften Rollenverständnis hier aufgebrochen wurde, jeder kann jeden Beruf ergreifen, ohne Rücksicht auf Geschlecht oder Hautfarbe. Diese gelebte Gleichberechtigung wirkt in der Geschichte so authentisch, wie man es sich für die Realität wünscht.

Jabu und Alva haben hier eine schwere Aufgabe vor sich, sie werden alleine losgeschickt. Ihr Mut und ihre Zuversicht sind sehr hilfreich, sie treffen aber auch immer wieder auf hilfsbereite Menschen, die sie unterstützen. Ihr Gerechtigkeitsempfinden und ihre Beharrlichkeit zahlen sich letztendlich aus. Das Ende fand ich sehr schön, es wird gut vermittelt, dass man bereit sein sollte zweite Chancen zu geben, aber auch diese zu nutzen, wenn sie angeboten werden.

Die Welt wäre ein viel schönerer Ort, wenn alle hilfsbereit und freundlich wären, die Menschen im glücklichen Land haben es geschafft, sich diese Werte zu erhalten, wie schön wäre es , wenn man es außerhalb der Buchseiten auch hinbekäme.

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Veröffentlicht am 06.01.2023

Langatmig

Die Frau des Polizisten
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Erika wird von ihrem Mann Göran seelisch und körperlich misshandelt. Er profiliert sich auf ihre Kosten, sie muss sich völlig unterwerfen, sonst tickt er aus. Obwohl Erika wie ihr Mann bei der Polizei ...

Erika wird von ihrem Mann Göran seelisch und körperlich misshandelt. Er profiliert sich auf ihre Kosten, sie muss sich völlig unterwerfen, sonst tickt er aus. Obwohl Erika wie ihr Mann bei der Polizei arbeitet und sie sich u.a. für misshandelte Frauen einsetzt, gelingt es ihr selbst nicht, sich aus der toxischen Beziehung zu befreien. In einer Nacht und Nebel Aktion flieht sie zu einer Freundin in eine andere Stadt und versucht dort neu anzufangen, sie möchte die Scheidung einreichen und ein neues selbstbestimmtes Leben beginnen. Erwartungsgemäß gelingt dies nicht ohne weiteres, denn Göran taucht in der neuen Dienststelle auf und spielt seine gewohnten Manipulationen geschickt aus. Dieser Handlungsstrang wird parallel zu dem Fall, den Erika als Polizistin bearbeitet, erzählt. Eine Architektin wird vermisst, sie hatte viele Feinde und die Ermittlungen gestalten sich für die Polizei schwierig.

Die beiden Fälle hätten sehr spannend sein können. Leider wird schon alles bezüglich Erikas Schicksal im Klappentext verraten. Der Fall um die verschwunden Frau ist sehr durchsichtig und daher eher langweilig. Ich hatte bis zuletzt noch auf eine spannende Wendung gehofft, wurde aber enttäuscht. Sehr schade, was hier an Potential verschenkt wurde. Die toxische Beziehung einer Polizistin, die beruflich für misshandelte Frauen einsteht, hätte besser ausgebaut sein können. Am besten war noch Erikas Verbitterung über das Wörtchen "nur", das gerne vor die Tipps gestellt wird, die man Frauen in Notlagen mit auf den Weg gibt. "Du musst ihn nur anzeigen ... du musst ihn nur verlassen." Dass gerade dies in vielen Fällen aufgrund der Angst oder der bewußt aufgebauten Abhängigkeit nicht ohne weiteres möglich ist, können Außenstehende häufig schwer nachzuvollziehen. Von mir gibts gut gemeinte 2,5 Sternchen, die ich aufrunde.

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Veröffentlicht am 04.01.2023

Was Mattis Opa im Himmel erlebt

Mama, gibt’s im Himmel Dinos?
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Dieses Kinderbuch behandelt das Thema Tod auf eine sehr versöhnliche Weise ohne düster zu wirken. Die hellen Bilder und die Idee des Jungen , der seine Mutter trösten will, sind liebevoll.

Mattis Opa ...

Dieses Kinderbuch behandelt das Thema Tod auf eine sehr versöhnliche Weise ohne düster zu wirken. Die hellen Bilder und die Idee des Jungen , der seine Mutter trösten will, sind liebevoll.

Mattis Opa ist gestorben, seine Mutter ist seitdem sehr traurig und das ist für Matti schlimm. Er versteht nicht so richtig, was der Tod ist. Wenn es wie bei Dornröschen oder Schneewittchen ist, kann es eigentlich nicht so schlimm sein, findet er. Er fragt sich auch, wie es für Opa in dem dunklen Grab ist. Hauptsächlich möchte er seine Mutter endlich mal wieder lachen sehen, aber das passiert nicht und seine Fragen scheinen es nicht besser zu machen. Die Mutter versucht auf den Jungen einzugehen, aber es ist deutlich zu sehen, wie schwer es ihr fällt. Über ihre Erklärungen und die Betrachtung der Wolken am Himmel kommt Matti zu der Frage, ob auch alle Tiere in den Himmel kommen. Als die Mutter etwas Ruhe braucht, malt Matti lustige Abenteuer für seinen Opa im Himmel. Das entstehende Daumenkino lässt den Opa für einen Moment wieder lebendig werden, so kann die Mutter erstmals wieder lächeln.

Das Thema wird sehr einfühlsam umgesetzt. Der Verlag gibt hier die Zielgruppe ab 3 Jahren an und zum Selbstlesen ab 6 Jahren. Diese Einschätzung teile ich. Das Buch ist im Querformat mit festerem Papier ausgestattet und wirkt sehr hell und fröhlich. Die Bilder sind kindgerecht, sehr deutlich und nicht zu überladen, so dass Emotionen der Personen und die Einfälle des Jungen gut erkennbar sind und über den Text hinaus Gesprächsanlässe bieten. Das hier ein Junge die Hauptperson ist und es nebenbei auch um Dinosaurier geht, finde ich sehr schön. Häufig richten sich Bücher eher an Mädchen und deren Interessen. Dem Buch liegt ein Bastelbogen für ein Daumenkino bei, so wie Matti sich eines bastelt, zudem gibt es eine Internetanschrift zum Selbstausdrucken eines Daumenkinos.

Der kleine Matti versteht nicht wirklich was passiert ist und ist wegen der traurigen Mutter betrübt. Eine gute Darstellung, denn für Kinder dieses Alters ist das tatsächlich häufig der Fall, sie wollen verstehen, aber auch die Eltern wieder froh sehen. Auf den Bilder ist gut zu erkennen, wie sehr der Mutter die Fragen und die Antworten zusetzen, bis es zu einem hoffnungsfrohen Ende kommt. Mir gefällt die Umsetzung des Themas sehr und es ist bestimmt eine gute Unterstützung in einer Zeit, in der einem manchmal die richtigen Worte fehlen und man nicht weiß, wie man sein Kind auf das Thema Sterben und Tod vorbereiten bzw. ansprechen soll. Durch die fröhlichen Bilder und die Anregung zum Malen und Nachbastlen, die im Buch enthalten sind, ist es möglich mit Kindern gezielt ins Gespräch und Tun zu kommen.

Empfehlenswert.

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Veröffentlicht am 04.01.2023

Abschied vom geliebten Opa

Opa hat seinen Hut vergessen
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Greta sagt: "Meine Oma ist auch schon tot. Jetzt ist sie im Himmel."

"Wie, im Himmel?" fragt Ida. "Fällt sie da nicht runter?"



Ida wird jeden Donnerstag von ihrem Opa aus dem Kindergarten abgeholt, ...

Greta sagt: "Meine Oma ist auch schon tot. Jetzt ist sie im Himmel."

"Wie, im Himmel?" fragt Ida. "Fällt sie da nicht runter?"



Ida wird jeden Donnerstag von ihrem Opa aus dem Kindergarten abgeholt, dann verbringen sie Zeit zusammen, am liebsten mit Schaukeln. Doch an diesem Donnerstag kommt stattdessen Idas Papa.

Wir erfahren wie Opa und die kleine Ida sich geliebt und wie sie die gemeinsame Zeit miteinander verbracht haben. Opas Glatze war immer mit einem Hut oder einer Mütze bedeckt, sie haben gemeinsam hoch geschaukelt und Opa hat Geschichten über Raben erzählt.

Ida erlebt, wie unterschiedlich die Menschen trauern, jeder auf seine Art und auch die Freundinnen im Kindergarten kennen verschiedene Erklärungen, was nach dem Tod mit der Seele geschieht. Idas Patentante ist Biologin und versucht sachlich mit ihr über das Thema zu sprechen. Dass Opa ohne seinen allgegenwärtigen Hut begraben wird, gefällt Ida nicht so gut, sie löst das Problem auf ihre Art.

Das großformatige Bilderbuch ist sehr hell gestaltet und mit zarten Aquarellzeichnungen illustriert, die sich auf das Wesentliche beschränken. Die wichtigen Elemente aus dem Text sind immer vorhanden und können klar zugeordnet werden. Die Menschen wirken durchweg sehr freundlich.

Der Autorin ist es gelungen das schwere Thema mit einer lebensbejahenden positiven Sichtweise darzustellen. Das Abschiednehmen fällt schwer und für jeden Menschen gestaltet es sich unterschiedlich. Da ist es gut, wenn man wie Ida wertvolle Erinnerungen hat, die fröhlich stimmen. Wie verscheiden Menschen auf den Verlust reagieren, zeigt sich bei den Eltern Idas und der Oma, jeder macht es anders. Hier wird nicht gewertet, sondern beobachtet. Im Kindergarten beim Spielen werden unterschiedliche Glaubenssätze für das "Danach" angedeutet, die jedoch vage bleiben, so dass individuell entschieden werden kann, was man seinem Kind hierzu erklären möchte. Idas Patentante, eine Biologin, erklärt das Geschehen sachlich als Kreislauf des Lebens.

Mit dem einfühlsamen Buch können Fragen zu Sterben und Tod mit Kindern besprochen werden. Eine schöne Unterstützung im Gespräch, mir gefällt, dass es hier kaum düstere Momente gibt.

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