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Veröffentlicht am 18.12.2022

Die Suche nach dem Mini Sams

Das Sams 11. Das Sams und die große Weihnachtssuche
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Ein schöner weihnachtlicher Sams-Band, wie schon das Cover und der Titel verkünden.

Hier geht es um den ersten Weihnachtsfeiertag. Am heiligen Abend waren das Pauker Sams und das Mini Sams zu Besuch, ...

Ein schöner weihnachtlicher Sams-Band, wie schon das Cover und der Titel verkünden.

Hier geht es um den ersten Weihnachtsfeiertag. Am heiligen Abend waren das Pauker Sams und das Mini Sams zu Besuch, das Sams und Papa Taschenbier haben gemeinsam mit ihnen und Frau Rotkohl Weihnachten gefeiert. Das Pauker Sams und das Mini Sams kehren zurück in ihre Welt und versuchen den anderen zu erklären, was Weihnachten ist und wie es gefeiert wird. Die Missverständnisse, die hier zu Tage kommen, sind witzig und sind mit lustigen Reimen unterlegt.

Frau Rotkohl hat einen Narren an dem Mini Sams gefressen und daher lädt das Sams es nochmal zu Besuch ein. Bei der Reise geht einiges schief, das MiniSams kommt am falschen Ort an und erlebt lustige Dinge, die aus seiner Sicht erzählt werden. Ein munteres, selbstbewußtes und pfiffiges Kerlchen. Die Suche nach dem Sams wird beschrieben und wie die Geschichte ausgeht, muss jeder der es wissen möchte bitte selbst nachlesen.

Der Band ist wie die Vorgänger liebenswert gestaltet und illustriert. Die Seiten sind aus festem Papier und die Schrift ist etwas größer, so dass geübte Leser sich hier gut versuchen können. Die Wortwitze sind für etwas ältere Kinder, aber auch die Kleinen haben Spaß an den Verwechslungen und den Erlebnissen des Mini Sams.

Dieser Band baut auf dem vorherigen auf und man sollte die Personen kennen, obwohl sie eingangs nochmal kurz vorgestellt werden. Daher kann ich ihn für Sams Neulinge nicht so empfehlen. Er ist wirklich schön und lustig, kommt aber nicht ganz an die ersten Bände der Reihe heran. Fans der Serie kommen hier voll auf ihre Kosten und das Lesen sowie das Vorlesen macht richtig Laune.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.12.2022

Grönlandkrimi

Der Mondmann - Blutiges Eis
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Der Profiler Jens Lerby aus Kopenhagen agiert beruflich wie privat wie der sprichwörtliche Elefant im Porzellanladen. Nachdem er es allzu arg getrieben hat, beordert sein Chef ihn ad hoc in eine abgelegene ...

Der Profiler Jens Lerby aus Kopenhagen agiert beruflich wie privat wie der sprichwörtliche Elefant im Porzellanladen. Nachdem er es allzu arg getrieben hat, beordert sein Chef ihn ad hoc in eine abgelegene Kleinstadt nach Grönland. Hier sind drei Menschen auf bestialische Weise getötet worden, Lerby soll die örtliche Polizei unterstützen. Lerby reist missmutig an und bleibt sich in seiner poltrigen Art treu. Er trifft dort auf sehr besondere Menschen, die ihm ähnlich misstrauisch gegenüber stehen, wie er ihnen. Jahrelang kamen einschneidende Eingriffe per Dekret aus der fernen Zivilisation, die die Inuit ohne Wenn und Aber umzusetzen hatten, dass man ihnen damit Unrecht tat, ihre Traditionen missachtete und ihnen die Lebensgrundlage entzog kümmerte keinen. So prallen hier zwei Welten aufeinander, die sich jedoch während der folgenden Ermittlungsarbeit annähern. Während die Ermittlungen sich nur stockend entwickeln, lernt Lerby einiges über die Traditionen vor Ort und gewinnt den Respekt der Menschen, weil er es schafft ihnen Respekt zu erweisen. Er ist nicht bereit in dem Fall klein bei zu geben und setzt sich auch schwierigen Situationen aus. Die Beschreibung der Landschaft und des Klimas sind gut eingebunden, die Kälte wird spürbar transportiert. Die Probleme und einige Traditionen und Legenden der Inuit fließen beiläufig in die Geschichte ein. Lerby glaubt nicht wie die Einheimischen an eine Fabelwesen, hartnäckig verfolgt er die kleinen Spuren, die er findet.

Die verschiednen Charaktere sind sehr unterschiedlich und bis in die Nebenfiguren gut ausgearbeitet. Lerby, der Schamane Magnus und seine weltoffene Enkelin Pally, sie schwedischen Gerichtsmedizinerin und die Polizisten verfügen alle über besondere Eigenheiten, sie wirken glaubwürdig und machen teils eine Entwicklung durch, die man gerne verfolgt.

Der Fall endet etwas abrupt, aber doch schlüssig. Die Mischung aus Krimi, Kultur und aktuellen Problemen ist gut gemacht. Mich hat der Krimi gut unterhalten, auch wenn es noch etwas Luft nach oben gab. Es soll wohl der Auftakt einer Reihe sein, ich würde mich freuen nochmal gemeinsam mit Jens Lerby zu ermitteln.

Das Cover und auch der Titel passen sehr gut, was mir besonders gefiel, war die Erklärung des Titels, die sich am Ende noch ergab.

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  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 09.12.2022

überladenes Drama

Fang jetzt bloß nicht an zu lieben
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Harriet Hatley serviert ihren Lebensgefährten ab, nachdem er ihr einen Hochzeitsantrag im Beisein seiner Familie macht. Schließlich wusste er ganz genau, dass sie nicht heiraten wollte. Ihre Abneigung ...

Harriet Hatley serviert ihren Lebensgefährten ab, nachdem er ihr einen Hochzeitsantrag im Beisein seiner Familie macht. Schließlich wusste er ganz genau, dass sie nicht heiraten wollte. Ihre Abneigung hierzu ist etwas unverständlich, denn sie ist eine gefragte Hochzeitsfotografin. Tatsächlich liegt des Rätsels Lösung in der Vergangenheit, über die Harriet jedoch nicht spricht. Nach der Trennung ihres Freundes zieht sie unbesehen in eine WG zu einem jungen Mann, mit dem sie ein peinliches Erlebnis teilt. Nach einigem Hin- und her kommt es zu einer Begegnung, die Harriets Leben dramatisch auf den Kopf stellt und sie zwingt einige Dinge in ihrem Leben zu überdenken und für sich zurechtzurücken. Die neue Liebe kommt bei den ganzen Aktionen etwas kurz und wirkt nicht echt.

Mit Harriet konnte ich nicht warm werden. Als Waisenkind hatte sie es nicht leicht, aber sie ist aus ihrer eigenen Sicht immer das Opfer und alle anderen sind daran Schuld. Das eigene Verhalten wird nicht so in die Waagschale geworfen, wie das der Anderen. In der Geschichte häufen sich die toxischen Beziehungen zwischen den unterschiedlichsten Paaren. Diese Probleme nehmen so viel Raum ein, dass kaum Platz für eine Entwicklung der Charaktere bleibt. Mir gefiel die Vorgehensweise der Protagonisten nicht. Harriets Aktionen konnte ich am wenigsten nachvollziehen. Dass so ein Brimbum wie hier erforderlich ist, um mit der Vergangenheit abzuschließen und Frieden zu finden, finde ich überzogen.

Ich hatte hier auf eine lockere, leichte, romantische und humorvolle Geschichte für zwischendurch gehofft und bin leider enttäuscht. Die Sprecherin hat einen guten Job gemacht und einiges rausgerissen, aber insgesamt kann mich dieses Buch nicht überzeugen. Die Handlung war letztlich vorhersehbar, nichts was man kennen muss oder einen Eindruck hinterlässt.

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Veröffentlicht am 09.12.2022

Fehlgriff

Mörderische Masche
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Der Titel und das Cover mit den Totenköpfen und dem Blut versprechen einen Krimi, den man leider nicht bekommt. Schade.
Die Autorin hat hier eher das Geschehen rund um Henri, den Tod seiner Frau und um ...

Der Titel und das Cover mit den Totenköpfen und dem Blut versprechen einen Krimi, den man leider nicht bekommt. Schade.
Die Autorin hat hier eher das Geschehen rund um Henri, den Tod seiner Frau und um deren Handarbeitsgeschäft geschrieben. Es werden viele Personen vorgestellt, viele sollen urig sein, wirken aber etwas gekünstelt und unecht.

Henris Frau Maike ist als versierte Gutachterin für Pferde auf dem Weg über eine Weide von einem Stier getötet worden. Nach und nach ergeben sich Hinweise darauf, dass sie in eine Falle gelockt wurde. Die Aufklärung des Falls geht in den neuen Bekanntschaften, geplanten und wieder verworfenen Plänen der unterschiedlichen Personen aber etwas verloren. Das Agieren der einzigen Angestellten Edda und der neu gegründete Club sind nicht glaubwürdig. Gut fand ich nur, dass aufgezeigt wurde, dass die Vorurteile der meisten Dorfbewohner eben nicht stimmten und sich die Dinge häufig anders darstellen, als sie vordergründig erscheinen, aber das kam leider sehr spät und als Nebensache zur Sprache.
Insgesamt hat mich dieses Buch leider nicht überzeugt und ich kann es nicht weiterempfehlen.

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Veröffentlicht am 09.12.2022

neue Sten-Reihe

Kalt und still
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Viveca Sten hat eine neue Krimireihe begonnen, die im kalten Polarkreis spielt. In dem beschaulichen Touristenstädtchen passiert eigentlich nie etwas, aber nun wird die 18jährige Amanda vermisst. Sie hat ...

Viveca Sten hat eine neue Krimireihe begonnen, die im kalten Polarkreis spielt. In dem beschaulichen Touristenstädtchen passiert eigentlich nie etwas, aber nun wird die 18jährige Amanda vermisst. Sie hat eine alkoholgetränkte Lucia-Feier alleine verlassen und ist verschwunden. Die klirrende Kälte kann schnell zum Tod führen und so sind alle in Sorge und helfen, sie zu suchen.

Die Handlung strickt sich um den Fall Amandas, aber einen Großteil nehmen die privaten Angelegenheiten der beiden neuen Protagonisten Hanna und Daniel ein, die hier ermitteln. Stockholmerin Hanna ist nicht bereit einen Kollegen zu decken, der mutmaßlich seine Frau in Anwendung häuslicher Gewalt getötet hat. Der Fall wird von den Kollegen und ihrem Chef unter den Tisch gekehrt und plötzlich ist sie eine gemobbte Außenseiterin. So hatte sie sich das nicht gedacht, unversehens bricht ihr der Boden unter den Füßen weg und sie wird vom Chef freigesetzt. Als sie frustriert und angetrunken nach Hause kommt, serviert ihr Freund sie ab. Murphys Gesetz schlägt hier mit voller Härte zu. Hanna verkriecht sich in im Ferienhaus der Schwester und muss ihr Leben dringend wieder in den Griff bekommen. Der Fall Amanda lenkt sie ab und ist froh über die Möglichkeit den Kollegen auf der unterbesetzten Wache vor Ort helfen zu dürfen. Daniel hat indes als junger Familienvater mit schlechten Erfahrungen aus der Kindheit ganz andere Sorgen neben der Arbeit.

Sten versteht ihr Handwerk und schreibt locker und flüssig einen Plot aus verschiedenen Perspektiven, mit kleinen Cliffhanger vor den Wechseln, so dass die Spannung immer erhalten bleibt. Die Hintergründe zum Fall Amanda sind gut erdacht. Über diese Schiene bindet sie aktuelle Missstände in die Handlung ein. Der Fall wird letztendlich gut aufgeklärt.

Der überragende Anteil an Hannas Privatleben gefiel mir letztendlich nicht ganz so gut, auch ihre Reaktionen und Handlungen fand ich nicht immer rational und glaubwürdig für eine gute Polizisten.

Die vielen unterschiedlichen Themen, die hier eingebunden sind, konnten nicht alle gedeckelt werden. Auch die Reaktionen der Eltern Amandas blieben mir zu umkommentiert. Das Schicksal dieser Familie macht einen fassungslos, das ist gut dargestellt.

Ich hätte mir den Fokus mehr auf dem Fall gewünscht. Die Auflösung war ab einem gewissen Zeitpunkt vorhersehbar. Sehr gelungen waren dagegen die Landschaftsschilderungen und die Beschreibung der Kälte.

Solide geschriebener Krimi, der Reihenauftakt hat aber noch Luft nach oben. Beim zweiten Teil bin ich gerne wieder mit dabei. Von mir gibt es eine Leseempfehlung und 3,5 Sterne.

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