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Veröffentlicht am 19.06.2022

Neue Krimiserie startet mit aktuellem Thema

Poppy. Dein Kind verschwindet. Und die ganze Welt sieht zu. (Die Emer-Murphy-Serie 1)
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Ein Serienstart um eine Ermittlerin aus Oslo, die mit gesundheitlichen Problemen kämpft. Emer Murphy ist krank geschrieben, sie hat sich verausgabt, weil sie immer alles gibt und die Trauer um ihre kleine ...

Ein Serienstart um eine Ermittlerin aus Oslo, die mit gesundheitlichen Problemen kämpft. Emer Murphy ist krank geschrieben, sie hat sich verausgabt, weil sie immer alles gibt und die Trauer um ihre kleine Tochter noch nicht überwunden hat. Die verschriebenen Pillen setzt sie auf eigene Verantwortung ab, als sie durch die Medien auf einen aktuellen Fall aufmerksam wird, in dem sie unbedingt mit ermitteln möchte. Ihr Kollege ist ähnlich unkonventionell, die Chefin setzt auf das Duo, da sie eine hohe Aufklärungsrate versprechen und drückt beide Augen zu.

Die zweijährige Poppy ist verschwunden. Ihre Familie wird angeblich von einem Stalker belästigt. Liegt ein Verbrechen vor, ist das Kind weggelaufen oder liegt ein familiäres Desaster vor? Da die Eltern zur Bestreitung des Lebensunterhalts das Kind erfolgreich vermarkten und ihre Leben öffentlich auf diversen Kanälen teilen, gestaltet sich die Aufklärung schwierig. Die Mutter Lotte scheint keine Familie zu haben, über ihre Vergangenheit ist nichts bekannt. Der Vater kommt aus einer einflussreichen Osloer Familie, die Vorbehalte gegen die Schwiegertochter hat.

Erzählt wird mit gutem Tempo und aus unterschiedlichen Perspektiven, auch die Follower kommen zu Wort. Die Handlung ist wendungsreich und wird zunehmend verzwickter, als immer weitere Details offenbart werden und neue Verdächtige erscheinen. Die persönliche Situation der Ermittlerin nimmt ebenfalls einigen Raum ein, da es sich hier um einen Serienauftakt handelt.

Mir hat das Buch gut gefallen, durch die vielen Perspektivwechsel entsteht ein gutes Tempo, auch die kurzen Kapitel verleiten zum weiterlesen. Obwohl ich nach zwei Dritteln auf der richtigen Fährte war, machte das Buch beim Lesen großen Spaß, schließlich musst man ja erst mal bis zur Auflösung kommen. Das Ende konnte nochmals überraschen. Der Fall wurde gut aufgeklärt, es blieben keine offenen Fragen, bezüglich des Teams sieht das natürlich ganz anders aus.

Guter Start mit Potential, ich bin neugierig auf den nächsten Teil.

Für Krimiliebhaber aber auch Kritiker an Social Media ein tolles Buch.

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Veröffentlicht am 19.06.2022

Gespräche mit Gott

Herzens-Zeit mit Gott
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Die Autorin findet für sich selbst Ruhe, Hoffnung und Trost in ihren Gebeten. Mit diesem Buch möchte sie Andere einladen auch mit Gott ins Gespräch zu kommen und mit ihm Zeit zu verbringen. Das Büchlein ...

Die Autorin findet für sich selbst Ruhe, Hoffnung und Trost in ihren Gebeten. Mit diesem Buch möchte sie Andere einladen auch mit Gott ins Gespräch zu kommen und mit ihm Zeit zu verbringen. Das Büchlein enthält 53 Gespräche die sie mit Gott zu Themen Hoffnung, Angst, Vergebung, Mut u.v.m. geführt hat. Zu jedem Gespräch gibt es noch einen Bibelvers und drei Angaben zu passenden Bibelstellen zum eigenständigen Nachlesen und Vertiefen. Aufgrund der Anzahl bietet sich das Büchlein als Jahresbegleiter an.

Die Sprechstunden beginnen ritualisiert immer mit denselben Wortlaut und Aufbau.

Mir hat rund die Hälfte der Texte gefallen, das ist bei solchen Sammlungen kein schlechter Schnitt. Insgesamt waren mir die Texte jedoch alle zu kurz, es handelt sich eher um Anstöße; ich hätte mir etwas mehr gewünscht, das zum Nachdenken anregt. Da hätte man den vielen Platz mit den immer gleichen Anfangssätzen lieber anders nutzen können. Auch das eine oder andere passende Bild hätte mir gut gefallen.

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Veröffentlicht am 19.06.2022

mit Trauer umgehen

Wie lange dauert Traurigsein?
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Die Autorin ist Kinderpsychologin und wendet sich mit diesem Buch an Kinder und Jugendliche, die einen nahen Verwandten oder eine geliebte Person verloren haben. Sie spricht den Leser direkt an und ist ...

Die Autorin ist Kinderpsychologin und wendet sich mit diesem Buch an Kinder und Jugendliche, die einen nahen Verwandten oder eine geliebte Person verloren haben. Sie spricht den Leser direkt an und ist sehr einfühlsam. Das Lesen vermittelt ein Angenommen sein und die Tipps und Erklärungen sind sehr eingängig und hilfreich.

Sie setzt sich mit vielen Fragen rund um den Tod und das Trauern auseinander, sie lässt auch unliebsame Fragen zu und versucht Wege zu finden, mit der jeweiligen Situation bzw. Gefühlslage umzugehen. Die Texte werden durch geeignet kleine Zeichnungen effektiv unterstützt. Durch eine gute Gliederung kann man auch direkt auf bestimmte Fragen zugreifen. Das Schlussthema: "Wenn es nicht besser wird" bringt nochmals gute Hinweise, was Kinder tun können, wenn sie die Trauer nicht bewältigen können und wo es weitere Hilfe gibt. Das finde ich sehr gelungen, denn es ist nicht selbstverständlich, dass die Trauer überwunden wird.

Mir gefällt der kleine Ratgeber sehr gut. Der Inhalt hat mich berührt und auch mir noch neue Erkenntnisse für meine Trauer gebracht. Ich denke, dass dies Buch wirklich Hilfe bringen kann, frage mich aber dennoch, ob so ein Buch in der Trauer von einem betroffenen Kind gelesen wird. Ohne Unterstützung wird es dies vielleicht gar nicht finden oder überhaupt nach einem Buch greifen.

Für trauernde Minderjährige bzw. deren Begleitung sehr zu empfehlen.

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Veröffentlicht am 11.06.2022

schwacher 2. Teil

Die Dorfschullehrerin
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In diesem Band kehrt Helene mit ihrer Tochter zurück nach Kirchdorf. Sie erhält dort die Leitung der Schule und soll im Zuge von Umstrukturierungen die Zusammenlegung mehrerer Dorfschulen organisieren. ...

In diesem Band kehrt Helene mit ihrer Tochter zurück nach Kirchdorf. Sie erhält dort die Leitung der Schule und soll im Zuge von Umstrukturierungen die Zusammenlegung mehrerer Dorfschulen organisieren. Ihre Tochter Marie ist nicht so begeistert, obwohl ihr geliebter Opa dort eine Tierarztpraxis führt. Durch die Rückkehr nach Kirchdorf trifft man auf viele alte Bekannte: Die Hebamme Isabella, die GI´s, Harald der Bürgermeister, Tobias und sein Sohn, Agnes u.v.a.

In der Zwischenzeit sind drei Jahre vergangen, Helene und Tobias haben sich getrennt und auch zwischen Isabella und Harald kam es zum Bruch.

Während Helene in Arbeit ertrinkt und sich nicht so recht um Marie kümmern kann, findet sie doch Zeit wieder mit Tobias anzubandeln. Christa wird ernsthaft krank und macht alles mit sich allein aus. Isabella ist ungewollt schwanger und fürchtet ein farbiges Kind zu bekommen, in dieser Zeit ein Skandal. Agnes versteckt ihren desertierten Freund und sorgt sich um die schwer kranke Mutter, die Bevölkerung spaltet sich wegen der Schulreform, ein Mädchen erleidet einen schlimmen Unfall und erkrankt an Epilepsie ... ...

Es gibt sehr viele Handlungsstränge, die alle mit Happy End abgeschlossen werden. Mir war es von Beidem zu viel. Dass immer alles gut ausgeht ist schön, aber in der Vielzahl kaum zu glauben, auch das eine Depression wegen ein wenig gemeinsam verbrachter Zeit vergeht, ist mehr als unglaubwürdig. Hier wären etwas weniger Themen doch mehr gewesen. Die Dorfschullehrerin ist in dem Gesamtbild sehr kurz gekommen, vieles wurde nur angeschnitten, dabei ging es ja eigentlich um sie.

Insgesamt war mir dieser Band zu kitschig und oberflächlich, manches kam mir auch zu unglaubwürdig vor. Schade.

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Veröffentlicht am 11.06.2022

Kurzgeschichten über Mensch am Rand der Gesellschaft

JAB
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Das Buch trägt den Titel der ersten Geschichte, hier wird erklärt, dass ein JAB eine schnell geschlagene Gerade ist, die oft wiederholt wird. Dieser Schlag dringt immer wieder in den Raum des Gegner ein ...

Das Buch trägt den Titel der ersten Geschichte, hier wird erklärt, dass ein JAB eine schnell geschlagene Gerade ist, die oft wiederholt wird. Dieser Schlag dringt immer wieder in den Raum des Gegner ein und zermürbt ihn. Dieses Sinnbild steht für die Geschichten in dem Buch, die den Leser fordern.

Es geht ein allen acht Geschichten um Menschen am Rande der Gesellschaft, mit eher trostloser und hoffnungsloser Perspektive, doch alle halten am Leben fest. Die Geschichten haben unterschiedliches Niveau, aber der Großteil hat mich auch lange nach dem Lesen noch beschäftigt, immer wieder kamen mir Gedanken zu einem möglichen Fortgang. Hier werden Suizid, Alkoholabhängigkeit, Bankraub, Lügen und Betrügen, Krankheit und Prostituion u.a. thematisiert. Jede Geschichte unterscheidet sich grundlegend von den anderen, weiß aber zu fesseln. Der Autor zeigt fremde Lebensumstände und wie diese auf die Menschen wirken, die ihnen ausgesetzt sind. Einiges kam mir nicht unbedingt typisch koreanisch vor, es hätte auch irgendwo in der westlichen Welt angesiedelt sein können. Der Erzählton ist modern und direkt, dennoch teilweise raffiniert und humorvoll. Mich hat das Buch sehr angesprochen. Der Autor zeigt die Dinge nur auf und überlässt dem Leser die Deutung der Handlung und damit auch die Entwicklung einer gesellschaftskritischen Meinung.

Mir hat das Buch gut gefallen und ich denke es ist für alle geeignet, die sich gerne aufgeschlossen auf Neues einlassen.

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