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Veröffentlicht am 28.02.2021

Eine dunkle Nacht: 16 Ermordete, kein einziger Mörder

Dunkelnacht
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Kirsten Boie hat in ihrem Buch Dunkelnacht die wahren Begebenheiten der Tage und Nächte 27.- 29. April 1945 in Pensberg in Bayern beschrieben.
In der Nacht, bevor die Amerikaner kamen, spielte sich Unglaubliches ...

Kirsten Boie hat in ihrem Buch Dunkelnacht die wahren Begebenheiten der Tage und Nächte 27.- 29. April 1945 in Pensberg in Bayern beschrieben.
In der Nacht, bevor die Amerikaner kamen, spielte sich Unglaubliches an diesem an sich beschaulichen Ort ab. Ein Endphasenverbrechen, das auf traurige Weise deutlich macht, wozu „durchschnittliche“ Menschen fähig sind.

Über den Reichssender verkündet die Freiheitsaktion Bayern, dass der Krieg vorbei ist. Einige Bürger der Stadt handeln beherzt, um zu verhindern, dass überzeugte Nazis den Nerobefehl umsetzen und z.B. das Bergwerk sprengen. Außerdem setzen sie den alten Bürgermeister wieder ein, den die Nazis nach Dachau geschickt hatten. Sie glauben sich sicher und denken das Richtige zu tun. Als sich kurze Zeit später das Blatt wieder wendet, ziehen Wehrmacht und Werwölfe diese Männer zur Verantwortung. Die Wehrmacht erschießt die Männer, die im Rathaus dabei waren und überlässt danach der Organisation Werwolf die Stadt. Diese hängt die Männer und Frauen, die auf der Liste stehen, die sie selber kurzerhand aus dem Stehgreif und auf Zuruf zusammenschreibt.
Die Jugendlichen Gustl, Marie und Schorsch stehen zwischen den Fronten und beobachten. Durch ihren Blickwinkel wird diese Nacht schmerzhaft lebendig. Diese drei Charaktere sind erfunden, aber: die Täter und Opfer sind es nicht.
Kirsten Boie schreibt knapp und übersichtlich, die kurzen Kapitel sind mit Daten und Personenangaben betitelt. Auch sprachlich scheint man sich in dem geschilderten Zeitraum zu befinden. Dadurch bekommt dieses Werk eine einmalige authentische Wirkung. Johann von Bülow liest das Buch in einer der Zeit üblichen kurzen und harten Sprechweise, die einen fassungslos lauschen lässt und in die Zeit zurückversetzt, die man zum Glück nicht erleben musste.
Die Autorin hat für dieses Werk intensiv recherchiert und das Grauen knapp aber genau geschildert, keine Nebenstränge lenken ab. Mit dem Abzug der Mörder endet dieses Buch. Im Nachwort schreibt Kirsten Boie noch zu ihrer Intention und auch darüber was danach in Pensberg geschah. Das es 16 Ermordete und keinen Mörder gab, macht fassungslos, gerade weil diese Fälle mehrfach verhandelt wurden.

Das Buch ist keine leichte Kost, aber ich kann es wirklich empfehlen. Da es immer weniger Zeitzeugen gibt, ist es wichtig, an diese Zeit zu erinnern, in der eine politische Führung das Schlimmste in den Menschen zu Tage förderte, auch in Denen, die glaubten sie wären unbeteiligt.



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Veröffentlicht am 27.02.2021

FBI Agent in Schweden

Der andere Sohn (ungekürzt)
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Ein spannender schwedischer Krimireihenauftakt von einem neuen Autorenduo, das von Götz Otto toll eingelesen wurde.
Hauptprotagonist ist John Adderley. Als 12-jähriger nahm ihn sein Vater mit in die USA, ...

Ein spannender schwedischer Krimireihenauftakt von einem neuen Autorenduo, das von Götz Otto toll eingelesen wurde.
Hauptprotagonist ist John Adderley. Als 12-jähriger nahm ihn sein Vater mit in die USA, zu der Mutter und dem Halbbruder Billy in Schweden brach der Kontakt ab. Viele Jahre später ist John ein erfolgreicher Polizist, der für das FBI undercover ermittelt. Nach dramatischen Ereignissen kommen er und ein Kollege ins Zeugenschutzprogramm. John wählt eine neue Identität in Schweden, denn seine Mutter hat bereits öfters versucht ihn zu kontaktieren, da Billy in ernsthaften Schwierigkeiten steckt. Sein Wunsch wird erfüllt, obwohl Probleme wegen der Familie vorprogrammiert scheinen, erhält er eine Stelle bei der Cold Case Abteilung in seinem alten Heimatort.
In Schweden wurde der Bruder vor 10 Jahren verdächtigt eine reiche Unternehmerstochter ermordet zu haben, dies konnte ihm nicht bewiesen werden, seither lebt er mit der Anschuldigung. Seine alkoholkranke Mutter glaubt fest an seine Unschuld, die John nun beweisen soll. Der Fall wird aktuell von der schwedischen Polizei als Cold Case Fall neu aufgerollt. John kann zunächst Erfolge erzielen und wichtige Aspekte in dem Fall aufdecken, da er nicht so einseitig ermittelt, wie die Polizei, die damals wie heute noch auf Billy als Täter sehr festgelegt ist und nicht in andere Richtungen ermittelte.
Aber er selber stolpert auch über familiären Verstrickungen und gerät in Gefahr.
Die Story wird abwechselnd aus verschiedenen Perspektiven erzählt, sowie in zwei Zeitebenen. Zahlreiche kleine Cliffhanger und Wendungen halten die Spannung oben. Die verschiedenen Charaktere sind sehr gut angelegt, so dass man sie sich lebhaft vorstellen kann. Das Buch hat ordentlich Tempo und macht wirklich Spaß, ich konnte es kaum unterbrechen, obwohl es ein paar Mankos gab, wie die neue Identität in der alten Heimat, wo ihn Leute erkennen können, die sehr einseitigen Ermittlungen der schwedischen Polizei und ein paar Entscheidungen seiner schwedischen Bezugsperson im Zeugenschutz wirkten wenig glaubhaft. Aber Menschen handeln nun mal nicht immer regelkonform und so hat dies dem Unterhaltungswert des Buches nicht geschadet. Von mir gibt es 4 Sterne. Ich freue mich schon auf den nächsten Teil, denn dieser hier endete für Johns Privatleben mit einem spannenden Cliffhanger, während der Kriminalfall ordentlich abgeschlossen wurde.

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Veröffentlicht am 27.02.2021

emotionale Geschichte

Warten auf Wind
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Vingas Eltern haben sich getrennt, die Mutter leidet, der Vater gründet eine neue Familie. Das Mädchen driftet in der Schule ab. Die Sommerferien bei Opa auf der einsamen Insel sind wunderbar, dort kann ...

Vingas Eltern haben sich getrennt, die Mutter leidet, der Vater gründet eine neue Familie. Das Mädchen driftet in der Schule ab. Die Sommerferien bei Opa auf der einsamen Insel sind wunderbar, dort kann sie sich wieder erden. Genau wie Opa kommt sie mit wenig Worten aus, liebt das Meer und die Natur. Jeden Tag arbeitet sie an einem kleinen Segelboot, einer Schnigge und freut sich auf die Jungfernfahrt. Selten gehen sie ins Dorf und treffen andere Menschen. In kurzen Kapiteln erfährt man, was Vinga empfindet und wie die Dinge in der letzten Zeit gelaufen sind. Nach einiger Zeit taucht das Mädchen Rut auf, das so ganz anders ist als Vinga, sie plappert viel und hasst alles, was Vinga liebt. Dennoch oder gerade deswegen schließen die Beiden Freundschaft und bald verbindet sie ein ganz besonderes Erlebnis. Für Vinga geht es noch spannend weiter in diesem Sommer, Schönes aber auch Trauriges erlebt sie noch.
Der Erzählstil ist dabei so knapp, wie Vinga es gerne hat. Vieles steht hier zwischen den Zeilen, daher ist das Buch auch für Erwachsene interessant. Trotz der ruhigen Erzählweise bricht hier auch manchmal ein Sturm los. Toller Kinderroman, der es versteht, den Leser zu berühren.

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Veröffentlicht am 24.02.2021

Steinroller, Weichhaar und Otterfang ermitteln

Steinroller. Der Steinzeit-Kommissar
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Gut eingelesenes Hörbuch mit ungewöhnlichem Setting und witzigen Charakteren. Viele Klischees werden verarbeitet, neben Malern, Erfindern, Modedesignern und Kommissaren gibt es auch die üblichen schlimmen ...

Gut eingelesenes Hörbuch mit ungewöhnlichem Setting und witzigen Charakteren. Viele Klischees werden verarbeitet, neben Malern, Erfindern, Modedesignern und Kommissaren gibt es auch die üblichen schlimmen Typen, sei es als Mörder oder Clanoberhaupt, das sich über Regeln hinwegsetzt. Der erste Kriminalfall in der Weltgeschichte wird nach einigem Hinrunde her natürlich aufgeklärt. Hier steht eher die lustige Unterhaltung im Vordergrund, nicht so sehr der Kriminalfall. Das Hörbuch lebt unter anderem von Boris Aljinovics toller Vortragsweise.

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Veröffentlicht am 21.02.2021

von Menschen und Affen

Sprich mit mir
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Ein Experiment mit fatalen Folgen: Der Schimpanse Sam wächst bei der Familie eines Professors wie ein Kind auf. Er kann sich mit Gebärdensprache kommunizieren und wird dort wie ein Mensch behandelt. Eine ...

Ein Experiment mit fatalen Folgen: Der Schimpanse Sam wächst bei der Familie eines Professors wie ein Kind auf. Er kann sich mit Gebärdensprache kommunizieren und wird dort wie ein Mensch behandelt. Eine junge Studentin sieht den Affen in einer Fernsehsendung und ist fasziniert. Sie hat Glück und darf mit ihm arbeiten.
T.C. Boyle schreibt in seinem neusten Werk über einen Professor, der ein Experiment beginnt, weil er an das Menschliche im Tier glaubt. Er möchte herausfinden, wie ähnlich uns die Tiere sind.
Die Geschichte geht nicht gut aus, - in meinen Augen zu Recht, denn das Vorhaben ist verwerflich und so kommt es zu einem bitterbösen Ende, aber der eigentlich Leidtragende konnte von Beginn an keine Wahl treffen.
Der Autor hat hier ein wichtiges Thema aufgegriffen. Die Umsetzung hat mich leider nicht begeistern können, der Plot war mir zu ungenau angelegt, Gegebenheiten erschienen nicht glaubhaft und der Zufall musste auch ab und an bemüht werden, teilweise gab es Längen.
Von einem namhaften Autor hatte ich mehr erwartet. Mir blieb das Ganze zu diffus und auch die Sprache konnte mich nicht begeistern.
Die 2,5 Sterne vergebe ich für das schöne Cover und die gute Idee.

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