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Veröffentlicht am 01.08.2025

historischer Kinderkrimi

Mika Mysteries - Der Ruf des Nachtraben
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Der Autor entführt uns mit diesem historischen Kinderkrimi ab 10 Jahren in den kalten Winter Schwedens. Man spürt die Kälte und die Armut der im Mittelpunkt stehenden Kinder sehr deutlich beim Lesen.
Anfang ...

Der Autor entführt uns mit diesem historischen Kinderkrimi ab 10 Jahren in den kalten Winter Schwedens. Man spürt die Kälte und die Armut der im Mittelpunkt stehenden Kinder sehr deutlich beim Lesen.
Anfang des 19. Jahrhunderts war das Leben noch ein ganz anderes, dies wird trotz der einfachen klaren kurzen Sätze sehr gut vermittelt. Die Lebensumstände der Waisenkinder werden sehr eindrücklich, teils auch schonungslos berichtet.

Das 12jährige aufgeweckte Waisenmädchen Mika kümmert sich um die jüngeren Kinder im Waisenhaus und übernimmt für ihr Alter bereits viel Verantwortung. Sie ist eine sehr gute Beobachterin und kann aus den Betrachtungen gut Zusammenhänge erkennen und intelligent schlussfolgern. Dies zeigt sich auch als ein Baby abgegeben wird und kurz darauf ein Mord geschieht. Sie ist der Polizei eine Nasenlänge voraus und schließlich ermittelt sie gemeinsam mit dem dem zuständigen Polizisten. Dieser ist ein sehr gegensätzlicher Charakter, der auch sehr gut beschrieben ist. Der Fall ist spannend und wird abgeschlossen, es gibt aber einige Andeutungen, die auf eine Fortsetzung hindeuten.

Das Buch beinhaltet einige gewaltsame Szenen, Mord, Tod, Armut und Ungerechtigkeit sind hier beherrschende Themen, daher sollte man das Buch ggfs. vor oder gemeinsam mit seinem Kind lesen.

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Veröffentlicht am 01.08.2025

leichte Romcom

Red Flags
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Red Flags von Sophie Jo ist als Liebesroman für Jugendliche gelistet und verspricht eine leichte softe Unterhaltung, eine Liebesgeschichte mit ein paar Höhen und Tiefen und vorhersehbarem Ende. Der Roman ...

Red Flags von Sophie Jo ist als Liebesroman für Jugendliche gelistet und verspricht eine leichte softe Unterhaltung, eine Liebesgeschichte mit ein paar Höhen und Tiefen und vorhersehbarem Ende. Der Roman hält was er verspricht.
Der Erzählstil ist den jungen Lesern angemessen, der Plot ist niedlich angelegt und wird abwechselnd aus Poppys und Sams Sicht erzählt.
Beide Figuren haben sehr ehrgeizige Ansprüche an einen Partner und so scheitern Beziehung immer schon, bevor sie überhaupt zustande kommen. Beide werden von Freunden herausgefordert, sie müssen es das nächste Mal etwas länger als ein Date aushalten, mindestens zwei Monate, ohne es selbst zu beenden. Klar, dass die Beiden aneinandergeraten und keiner klein beigeben will. So lernen sie sich kennen und trotz aller Gegensätze schätzen.
Die Autorin greift auch ernste Themen auf, wie schwierige Familienverhältnisse, Selbstfürsorge, Ausnutzen etc., jedoch schneidet sie diese nur oberflächlich an. Die Figuren sind ganz nett, bedienen Klischees und lassen es größtenteils an Tiefe vermissen. Dennoch habe ich das Buch ruckzuck als leichte Sommerlektüre gerne gelesen. Eine nette Unterhaltung für zwischendurch um mal abzutauchen. Für die Zielgruppe gut gelungen.

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Veröffentlicht am 18.07.2025

nach der Katastrophe

Überreste
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"Durch die glaslosen Fensterrahmen konnte ich das ruhige Meer sehen. War es wirklich immer schon so blau gewesen?"

Der Super-Taifun Haiyan traf 2013 als einer der schlimmsten Stürme, die je vorkamen, ...

"Durch die glaslosen Fensterrahmen konnte ich das ruhige Meer sehen. War es wirklich immer schon so blau gewesen?"

Der Super-Taifun Haiyan traf 2013 als einer der schlimmsten Stürme, die je vorkamen, auf die Philippinen. Die Zerstörung ist immens und die Folgen verheerend. Die Journalistin Ann, die in dem betroffenen Gebiet aufgewachsenen ist, reist kurz nach der Katastrophe für drei Tage in das zerstörte Gebiet. Sie soll für ihre Organisation Informationen sammeln, verfolgt aber auch private Ziele. In der Zerstörung ist das Fortkommen schwierig und der Leichengeruch ein ständiger Begleiter.

Ann ist sehr in ein eigenes Trauma verstrickt, das sich hier durch die äußeren Einflüsse Bahn bricht. Sie erinnert sich an Erlebnisse aus der Kindheit, die nicht chronologisch sind, führt Gespräche mit ihrer Schwester, teils auch fiktive. Das alles vermischt sich mit den tatsächlichen Erlebnissen und Recherchen vor Ort. Anfangs ist es nicht ganz leicht alles auseinanderzuhalten und richtig einzusortieren, aber mit der Zeit gelingt dies besser. Es werden viel ortstypische Waray-Ausdrücke in den Text eingeflochten, deren Übersetzung, Erklärung und Hintergründe finden sich im Anhang. Durch Anns Erinnerungen erfährt man viel über die Geschichte des Landes.

Ann versucht den Aufgaben, die sie sich vorgenommen hat gerecht zu werden, doch das ist nicht einfach. Der Text transportiert die Schrecken, das Entsetzen und Leiden nach der Katastrophe sehr gut. Besonders durch eingewobene Originalinterviews wird die entsetzliche Realität dieser Zeit spürbar. Diese gefielen mir am Besten.

Teils ist dieses Buch harter Tobak, nichts was man zur Unterhaltung liest. Es kommen wichtige Fragen auf, die nicht ohne weiteres beantwortet werden können. Teils erschüttert, aber auch aufrüttelnd.

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Veröffentlicht am 17.07.2025

Über Freundschaft und Offenheit

Willkommen. Ein Buch über Freundschaft
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"Hier wird niemand ausgeschlossen, denn für eine glückliche Welt brauchen wir alle"

Egal, wie jemand spricht, aussieht oder was er für Vorlieben hat, auch jemand, der ganz anders ist, kann unser bester ...

"Hier wird niemand ausgeschlossen, denn für eine glückliche Welt brauchen wir alle"

Egal, wie jemand spricht, aussieht oder was er für Vorlieben hat, auch jemand, der ganz anders ist, kann unser bester Freund oder unsere beste Freundin werden. Es macht nichts, wenn man unterschiedliche Sprachen spricht, oft reichen Kleinigkeiten, wie lächeln, etwas gemeinsam tun oder auch Hilfe anbieten oder diese annehmen. Manchmal kommt es zum Streit, das ist ganz normal, aber wenn man sich hinterher entschuldigt, klappt das Miteinander wieder.

Das Buch erklärt sehr kindgerecht, liebevoll und dennoch knapp, wie ein gutes Miteinander aussieht. Bei Missverständnissen hilft Freundlichkeit, Verständnis und Hilfsbereitschaft. Wenn alle nett miteinander wären und sich gegenseitig akzeptieren, wäre die Welt eine Bessere. Das Buch richtet sich mit einfachen nachvollziehbaren Botschaften an die Kinder. Es kommt dabei ohne erhobenen Zeigefinder aus, sondern baut stattdessen nachvollziehbare Aussagen mit Szenen aus dem Kinderalltag auf. Es endet mit den Worten: "Lasst uns alle mithelfen, damit das gelingt." Wie schön wäre so eine Welt wohl?

Axel Scheffler hat den Text von Alison Green wunderschön illustriert. Die Figuren sind die unterschiedlichsten Tiere, die wirklich niedlich anzusehen sind und sich gut zuordnen lassen. So findet man auch über die wertvolle Botschaft des Buches hinaus viele Gesprächsanlässe mit den Kindern.

Ein Bilderbuch mit Botschaft, das Spaß macht, wir schauen es immer wieder gerne an.

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Veröffentlicht am 17.07.2025

kaum Krimi drin

Mörderisch verstrickt – Ein Strickclub ermittelt
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Im Sommer am Strand lese ich gerne Cosy Crime, vor allem wenn das Setting an der Küste ist und ich auch. Dies hier war leider ein Reinfall.
Im Wesentlichen geht es um den Strickladen "Strickschick" von ...

Im Sommer am Strand lese ich gerne Cosy Crime, vor allem wenn das Setting an der Küste ist und ich auch. Dies hier war leider ein Reinfall.
Im Wesentlichen geht es um den Strickladen "Strickschick" von Mette, den sie mit Leidenschaft und Herzblut führt und um ihre Freund*innen vom Strickclub, die sich dort regelmäßig treffen und toll zusammenhalten. Anne, Mette, Brunhilde und Gustavsen sind die festen Mitglieder, ihre Strickvorlieben und Projekte werden ausführlich beschrieben. Mette strickt ohnedies in allen Lebenslagen und so gibt es reichlich Gelegenheit über ihre Wolle, deren Vorzüge und die schönen Projekte, die sie annadelt zu schwadronieren. Zudem gibt es Bezüge zum Stricken über Zitate in allen Lebenslagen. Man erfährt viel aus Mettes und Annes Leben und etwas weniger über die anderen Figuren. Nach rund 70 Prozent des Buches endlich ein Verbrechen, dies wird relativ kurz und eher nebenbei zufällig aufgeklärt. Dann kann man sich wieder dem gemütlichen Teil rund um die Wolle widmen.
Mir war das zu viel an unwichtigem Drumherum, wobei der Fokus hauptsächlich auf Wolle und Stricken lag und zu wenig Geschichte rund um die Figuren und vor allem zu wenig Krimi. Sehr schade

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