Platzhalter für Profilbild

Shilo_

Lesejury Star
offline

Shilo_ ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Shilo_ über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.02.2025

Eine berührende Familiengeschichte

Lindenblütenzeit
0

Durch ihren Roman "Kornblumenzeit", der mich tief beeindruckt hatte, war mir die Autorin Simona Wernicke bereits bekannt. Deshalb freute ich mich auf ihr neues Buch. Und ich muss gestehen, sie hat mich ...

Durch ihren Roman "Kornblumenzeit", der mich tief beeindruckt hatte, war mir die Autorin Simona Wernicke bereits bekannt. Deshalb freute ich mich auf ihr neues Buch. Und ich muss gestehen, sie hat mich auch dieses Mal nicht enttäuscht.
Im Jahr 1928 verlässt die junge Clara ihre Familie in Kranitz, um in Berlin ihr eigenes Leben zu beginnen. Sie lernt Otto, einen gutaussehenden Friseur kennen und verliebt sich unsterblich in ihn. Nach ihrer Hochzeit machen sie sich mit einem eigenen Friseursalon in Kreuzberg selbständig. Doch die Weltwirtschaftskrise lässt sie scheitern. 1940 wird Otto zum Wehrdienst eingezogen. Jetzt muss Clara, inzwischen Mutter von zwei Kindern, alleine klarkommen. Der neue Friseursalon, die Kinder und der Haushalt müssen bewältigt werden. Doch dann fallen auf Berlin die Bomben und Clara bleibt nichts anderes übrig, als mit ihren Kindern aus Berlin zu fliehen.
Die Autorin versteht es, den Leser schon von Anfang an in das Geschehen eintauchen zu lassen und zu fesseln. So konnte ich mich schon ab den ersten Seiten in Clara hineinversetzen, sie verstehen und ihre Handlungen nachvollziehen. Es war absolut spannend, das Leben der Protagonistin von den 1920er Jahren bis hin in das Jahr 1952 zu verfolgen. Vielschichtig sind die relevanten Charaktere ausgearbeitet und angelegt. Die Handlung ist emotional und reich an Wendungen, jedoch an keiner Stelle kitschig oder unglaubwürdig. Simona Wernicke überzeugt durch einen flüssigen und mitreißenden Schreibstil und stellt das historische Setting lebhaft und nachvollziehbar dar. Auch wenn diese Geschichte fiktiv ist, knüpft sie doch an wahre Begebenheiten an.
Mir hat auch dieses Buch unterhaltsame und emotionale Lesestunden bereitet. Sehr gerne empfehle ich es weiter und vergebe 5 wohlverdiente Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.02.2025

Geht unter die Haut

Bis ans Meer
0

Basierend auf wahren Begebenheiten, erzählt Peggy Patzsche die Geschichte ihrer Familie ab dem Anfang des 20. Jahrhunderts. Es ist die Geschichte ihrer Urgroßmutter Pauline, ihrer Mutter Frieda und deren ...

Basierend auf wahren Begebenheiten, erzählt Peggy Patzsche die Geschichte ihrer Familie ab dem Anfang des 20. Jahrhunderts. Es ist die Geschichte ihrer Urgroßmutter Pauline, ihrer Mutter Frieda und deren Tochter Erika.
Im Januar 1945 muss Frieda mit ihrer kleinen Tochter bei bitterster Kälte aus ihrem Heimatort Brieg in Schlesien vor der Roten Armee fliehen. Karl, ihr Mann, ist an der Front. Doch sie haben geschworen, sich nach dem Krieg wiederzufinden. Doch Frieda wird dafür einen sehr hohen Preis bezahlen müssen.
Jahrzehnte später begibt sich Friedas Enkelin auf Spurensuche und stößt auf eine Geschichte voller Dramatik.
Kurze Kapitel mit jeweils wechselnden Zeitsträngen geben der Handlung Spannung, die mit ihrem Fortschreiten immer mehr an Höhe gewinnt. Mit ihrer bildhaften Schreibweise ließ mich die Autorin sehr schnell in die Handlung eintauchen. Dabei hat mich ganz besonders das Schicksal der Hauptprotagonistin Frieda berührt. Wie sehr habe ich mit ihr mitgelitten, mitgebangt und mitgehofft. Und dabei auch so manche kleine Träne vergossen.
Die verschiedenen Charaktere sind eindrucksvoll und detailliert dargestellt. Unvorhersehbare Wendungen und Geschehen ließen mich diesen aufwühlenden Roman kaum aus der Hand legen. Denn schließlich musste ich ja wissen, wie sich die Story weiterentwickelt.
Dieser Debütroman der Autorin hat mir fesselnde und emotionale Lesestunden bereitet. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung. 5 Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.02.2025

Eine Lebensgeschichte, ergreifend und dramatisch

Nur ein kurzer Sommer
0

Inspiriert von den Aufzeichnungen ihres Vaters und den Schilderungen ihrer Mutter, hat Astrid Lehmann die Geschichte ihrer Großeltern und Eltern zu Papier gebracht.
Im Jahr 1940 wird die bretonische Küstenstadt ...

Inspiriert von den Aufzeichnungen ihres Vaters und den Schilderungen ihrer Mutter, hat Astrid Lehmann die Geschichte ihrer Großeltern und Eltern zu Papier gebracht.
Im Jahr 1940 wird die bretonische Küstenstadt Vannes von den Deutschen besetzt. Genau zu dieser Zeit liegt die junge Anne-Marie in den Wehen und es scheint, dass sie die Geburt nicht überleben wird. Da kommt ihr gerade noch rechtzeitig der Wehrmachtarzt Helmut zu Hilfe und rettet Mutter und Kind das Leben. Im Laufe des Sommers kommen sich Anne-Marie und Helmut näher.
Abgelegen auf einer Waldlichtung lebt der 6jährige Emil mit seinen Eltern auf einem Bauernhof im Schwarzwald. Hier ist der Krieg weit entfernt. Er hilft seiner Mutter auf dem Hof und steht seinem blinden Vater zur Seite.
Erzählt wird dieser fesselnde Roman aus der Perspektive der verschiedenen Protagonisten. Dadurch erhielt ich eine breite Sichtweise und konnte mich in die Handlungen und Gedankengänge sehr gut hineinversetzen, zumal die einzelnen Charaktere vielschichtig von der Autorin angelegt und ausgearbeitet wurden. Deren Schicksale sind sehr gut nachvollziehbar und ergreifend. Die Wendungen der Geschichte sind nicht vorhersehbar, wodurch die Spannung immer mehr steigt. Einmal angefangen, konnte ich mit dem Lesen nicht mehr aufhören. Ich habe das Buch auf einen Rutsch regelrecht verschlungen. Der Schreibstil ist flüssig und lässt sich sehr gut lesen. Die Kapitel sind relativ kurz, was mir auch sehr gut gefallen hat.
Freunden historischer Romane kann ich dieses Buch sehr empfehlen. Ich vergebe 5 von 5 Sternen und eine klare Leseempfehlung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.02.2025

Erinnerung und Wirklichkeit

Nah ist die Erinnerung
0

Johanna wird von ihrer besten Freundin Rachel in das Ferienhaus eingeladen, in dem sie schon etliche wunderbare Sommer verbracht haben. Rachel will mit ihr über Dinge sprechen, die bisher im Verborgenen ...

Johanna wird von ihrer besten Freundin Rachel in das Ferienhaus eingeladen, in dem sie schon etliche wunderbare Sommer verbracht haben. Rachel will mit ihr über Dinge sprechen, die bisher im Verborgenen blieben. Als Johanna eintrifft, wird sie mit Geschehen konfrontiert, die alles infrage stellen werden.
Anstey Harris, eine mir bisher unbekannte Autorin, hat hier einen bewegenden Roman geschrieben. Es geht um Freundschaft, Vergangenheits- und Trauerbewältigung. Und darum, zu erkennen und zu akzeptieren, dass vieles nicht so war, wie es den Anschein hatte. Geheimnisse werden aufgedeckt, die weit zurückführen und deren Auswirkungen erschütternd sind.
Erzählt wird aus unterschiedlichen Perspektiven, sodass ich eine breite Sichtweise erhielt. Die Handlung ist nachvollziehbar, manchmal jedoch etwas ausschweifend. Trotzdem liest sich die Geschichte angenehm und flüssig. Sie ist lebendig und die Dialoge der Protagonisten natürlich.
Dieses Buch hat mich gut unterhalten. Gerne empfehle ich es weiter. 4 Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.02.2025

Beeindruckend

Das Vaterland
0

Heinz Liepman (1905-1966) erzählt die Geschichte der Besatzung des Dampfers „Kulm“, welche nach dreimonatigem Aufenthalt auf See Ende März 1933 in ihren Heimathafen Hamburg zurückkehren. Die Männer haben ...

Heinz Liepman (1905-1966) erzählt die Geschichte der Besatzung des Dampfers „Kulm“, welche nach dreimonatigem Aufenthalt auf See Ende März 1933 in ihren Heimathafen Hamburg zurückkehren. Die Männer haben von den Ereignissen und Geschehen in Deutschland und der Veränderungen seit dem Regierungsantritt der Nazis im Januar, auf See nichts erfahren. Beschrieben werden die mannigfachen Reaktionen der Besatzung. Da gibt es über die bestehende Gewalt Ungläubigkeit und Widerstand, jedoch auch Sympathie für die Bewegung der Nationalsozialisten.
Ausführlich beschreibt der Autor das Verhalten des Kapitäns und der einzelnen Mitglieder seiner Mannschaft, nachdem sie das Schiff verlassen haben. Wie sie das Verhalten der Nazis und der Bevölkerung mit ihren Ängsten und den allgemeinen Wandel wahrnehmen. Auch wird der Alltag im Konzentrationslager Wittmor bei Hamburg bildhaft geschildert. Der Schreibstil ist dokumentarisch ausgearbeitet. Erschreckende Geschehen, die mir bisher unbekannt waren, werden glaubhaft und nachvollziehbar dargestellt. Im Anschluss an den Roman gibt es noch eine interessante Biografie des Schriftstellers.
Dieses Pamphlet, wie Heinz Liepmann dieses Buch bezeichnet, hat mich tief beeindruckt. 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere