Cover-Bild Schwebende Lasten
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19,99
inkl. MwSt
  • Verlag: C.H.Beck
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Erzählende Literatur
  • Ersterscheinung: 23.04.2025
  • ISBN: 9783406829741
Annett Gröschner

Schwebende Lasten

Roman
Nicht weniger als ein ganzes Leben erzählt Annett Gröschner mit der Geschichte der Blumenbinderin und Kranfahrerin Hanna Krause - mit einer Wucht und Poesie, wie sie nur dort entstehen können, wo die Literatur wirklichkeitssatt ist.

Hanna Krause war Blumenbinderin, bevor das Leben sie zur Kranführerin machte. Sie hat zwei Revolutionen, zwei Diktaturen, einen Aufstand, zwei Weltkriege und zwei Niederlagen, zwei Demokratien, den Kaiser und andere Führer, gute und schlechte Zeiten erlebt, hat sechs Kinder geboren und zwei davon nicht begraben können, was ihr naheging bis zum Lebensende. Hatte später, nachdem ihr Blumenladen längst Geschichte war, von einem Kran in der Halle eines Schwermaschinenbaubetriebes in Magdeburg einen guten Überblick auf die Beziehungen der Menschen zehn Meter unter ihr und starb rechtzeitig, bevor sie die Welt nicht mehr verstand. Hanna Krause blieb bis zu ihrem Tod eine, die das Leben nimmt, wie es kommt. Ihr einziges Credo: anständig bleiben. Annett Gröschners Roman erzählt die Geschichte eines Jahrhunderts in einem einzigen Leben und gibt, mit Hanna, denen ein Gesicht, die zu oft unsichtbar bleiben. Ein Roman über das Ende des Industriezeitalters und seiner Heldinnen im Osten Deutschlands – und über eine gewöhnliche Frau in diesem unfassbaren 20. Jahrhundert.

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.04.2025

Beeindruckend

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Hanna wächst schon unter erschwerten Bedingungen auf, seit dem 4. Lebensjahr ist sie Waise. Bei ihrer Ersatzfamilie entdeckt sie ihre Leidenschaft für Blumen, die sich dann durchs ganze Buch zieht. Sie ...

Hanna wächst schon unter erschwerten Bedingungen auf, seit dem 4. Lebensjahr ist sie Waise. Bei ihrer Ersatzfamilie entdeckt sie ihre Leidenschaft für Blumen, die sich dann durchs ganze Buch zieht. Sie verbringt eine gewisse Zeit in Berlin, kehrt zurück nach Magdeburg, lernt ihren späteren Ehemann kennen, kann sich ihren Traum vom Blumenladen erfüllen. Sie wird mehrfach schwanger, erlebt die schlimme Zeit im Zweiten Weltkrieg mit, die Nachkriegszeit und später die DDR. Mehr will ich gar nicht verraten.

Der Roman hat mich einfach umgehauen. Das, für diese Zeit, völlig normale Leben einer einfachen Frau, die so viel Kraft hat und so viel ertragen musste. Sie hat meinen größten Respekt. Ich hab das Buch an einem Tag durchgelesen, konnte es einfach nicht mehr aus der Hand legen. Der Schreibstil ist toll, die Geschichte ganz wunderbar. Sie erstreckt sich über eine sehr lange Zeit, ohne das ich das Gefühl hatte, es wurde zu schnell erzählt. Ich bin zutiefst berührt und beeindruckt von diesem Roman, er wird mich nicht wieder loslassen und in meinem Herzen bleiben.

Hannas hartes Leben steht hier vermutlich stellvertretend für ganz viele Frauen, die unsere Großmütter sein könnten. Eine Ode, an all die unsichtbaren Frauen, die einfach immer weiter gemacht haben und nie den Mut verloren haben.

Unbedingt lesen!!!

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Veröffentlicht am 22.03.2025

Hannas Blumen für Machdeborch

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Bisher hatte ich noch kein Buch von Annett Gröschner gelesen, nun denke ich, das war ein Fehler. Denn „Schwebende Lasten“ hat nicht umsonst schon einige Vorschusslorbeeren bekommen, auch die großen Tageszeitungen ...

Bisher hatte ich noch kein Buch von Annett Gröschner gelesen, nun denke ich, das war ein Fehler. Denn „Schwebende Lasten“ hat nicht umsonst schon einige Vorschusslorbeeren bekommen, auch die großen Tageszeitungen (WELT, FAZ) ließen es sich nicht nehmen, schon zum Erscheinen sehr umfangreiche und positive Rezensionen zu veröffentlichen. Dass dabei auch jede Menge Spoiler das Licht der Welt erblickten, ließ mich schlagartig zu diesem Buch greifen, das ich nach mehreren Anläufen seit Wochen als Rezensionsexemplar „vor mir hergeschoben“ habe. Und ich wurde nicht enttäuscht. Meine Vorliebe für Familiengeschichte, historische Romane und Geschichte im Allgemeinen, deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts ganz besonders, wird von diesem Buch tatsächlich voll erfüllt.
Hanna, geboren 1913, aufgewachsen ohne Eltern, aber mit ganzen und halben Schwestern, wird Blumenbinderin, sie bevorzugt auch später noch diese Bezeichnung, Floristin will ihr nicht über die Lippen. Sie wird für einige Zeit nach Berlin vermittelt, wird Haushaltshilfe bei ihrer „halben“ Schwester Margarete und schnuppert dort in den frühen 1930er Jahren die Großstadtluft. Wieder zurück in Magdeburg, heiratet sie und hat einen kleinen Blumenladen in der ärmsten Gegend der Stadt, gleich an der Johanniskirche. So wird dann auch ihr Erstgeborener Johannes heißen, Johannis war für den Standesbeamten nichts.
Das erste bisschen Wärme und Zuneigung, die sie in ihrem Leben erfährt, kommt tatsächlich von ihrer Schwiegermutter Sibylle, der eigene Mann ist da wesentlich zurückhaltender. Was aber nicht verhindert, dass Hanna insgesamt sechs Kinder bekommen wird. Sie quält sich mit dem täglichen Leben und Überleben ab, Karl, ihr Ehemann hilft, mehr oder weniger begeistert, besorgt Blumen, fährt Blumen aus. Nur mit der Kindererziehung hat er es nicht so. Beim Großen hat er den Verdacht, dass der von den Großeltern zu sehr „verpimpelt“ wird. Diesen herrlichen Ausdruck habe ich schon ewig nicht gehört, kenne ihn aber aus meiner Kindheit noch gut.
Hanna ist eine Frau mit starkem Willen, mit Humor und Durchsetzungskraft, was ihr nicht nur in den langen Kriegsjahren hilft, auch später wird sie sich nie unterbuttern lassen. Wer, wie ich die erste Hälfte des Lebens in der DDR gelebt hat, wird vieles wiedererkennen oder entdecken, woran er lange nicht gedacht hat. Zum Beispiel der Tag des Lehrers, 12. Juni, den hätte ich fast vergessen. Nun sehe ich aus Blumenhändlersicht, der Tag war wirklich günstiger für einen hübschen Blumenstrauß als der 8. März. Da gab es, wenn überhaupt, eigentlich nur Tulpen.
Die Geschichte der Tochter Judith hat mir persönlich besonders gut gefallen, mich sehr bewegt, ich heiße auch so, bin aber fünf Jahre jünger. Mit einem Republikgeburtstag kann ich nicht mithalten, aber ich kann mir das Leben dieser Judith sehr gut vorstellen. Hier wird die DDR geschildert, wie sie von normalen Leuten eben wahrgenommen wurde. Und das war oftmals sehr ambivalent. Annett Gröschner bietet dem Leser hier die DDR pur und live an. Hanna hat ihr Kreuz damit.
Fast alle Kapitel hat Annett Gröschner mit einem Blumennamen versehen und die Beschreibung mitgeliefert. Erst im Laufe des Lesens kam ich hinter das Geheimnis dieses Blumenarrangements, und da ich nicht glaube, dass alle schon die oben erwähnten Spoiler gelesen haben, will ich das Geheimnis um die Blumenvielfalt hier nicht lüften. Ich fand es wunderschön und sehr poetisch, so wie sich im Buch immer wieder auch Poesie einschleicht in den lakonischen, teilweise auch ironischen Ton der Tatsachenbeschreibungen.
Fazit: Annett Gröschner hat ein Buch geschrieben, das ohne Zweifel auf das oberste Treppchen eines Literaturpreises gehört. Mir hat dieser Roman außergewöhnlich gut gefallen, Hanna bleibt mir gewiss lange in Erinnerung. Unbedingt 5 Sterne!

SchwebendeLasten

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Veröffentlicht am 24.10.2025

Krauses Blumenladen

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Zeitweilig war Hanna Krause als junge Frau in Berlin, doch irgendwann kam sie wieder zurück nach Magdeburg. Dort führt sie ihren Blumenladen mit Freude. Ob ihr Mann Karl so unbedingt ein Hauptgewinn, bezweifelt ...

Zeitweilig war Hanna Krause als junge Frau in Berlin, doch irgendwann kam sie wieder zurück nach Magdeburg. Dort führt sie ihren Blumenladen mit Freude. Ob ihr Mann Karl so unbedingt ein Hauptgewinn, bezweifelt sie manchmal. Doch bald kommt ein Kind nach dem anderen und nicht alle dürfen leben. Die, die es schaffen liegen ihr am Herzen. Im zweiten Weltkrieg jedoch kommt ihr einziger Sohn Johannes im Bombenhagel um. Karl, der in den Gruson Werken arbeitet, wird bei einem Arbeitsunfall so schwer verletzt, dass er ein Bein verliert. Hannas Leben verläuft nicht einfach, doch sie findet Zeit ihres Leben Kraft in den Blumen.

Ein ganzes Leben erzählt die Autorin. Von Hannas Jugendjahren über die Jahr zwischen den Kriegen, den zweiten Weltkrieg und die Zeit danach. Die Blumen geben Hanna Halt und sie versteht sich aufs Blumenbinden. Schade nur, dass es Zeiten gibt, in denen niemand etwas für Blumen übrig hat. Es gibt keine andere Möglichkeit mehr als den Laden zu schließen. Dass sie Karl manchmal aus der Kneipe holen muss, begeistert Hanna auch nicht. Aber man bleibt halt zusammen und da sind ja auch die Mädchen. Nach dem Krieg wird Hanna Kranführerin bei den Gruson Werken, die irgendwann anders heißen.

In der ARD Aufiothek wartet dieses Kleinod auf seine Hörer. Das Buch stand auf der Longlist des Deutschen Buchpreis 2025. Die Erzählung von Hannas Leben ist genau das. In seiner Schlichtheit liegt gerade der Charme dieses Romans. Was soll eine einfache Frau, die nur acht Jahre lang die Schule besuchte, schon zu erzählen haben. Eine ganze Menge, denn sie erlebt schwere Tage und auch schöne Tage, Leid und Freude und sie beißt sich durch. Bei allen Verlusten, die sie erleidet, gibt sie nicht auf. Im Alter hat sie eine ruhige Ausstrahlung gewonnen, bereit den letzten Weg zu gehen. Wie im Klappentext beschrieben, darf sie gehen bevor sie die Welt nicht mehr versteht und die Mädchen können ihr die letzten der geliebten Blumen schenken. Ein ruhiger und doch berührender Roman.

Veröffentlicht am 03.04.2025

Eine beeindruckende Lebensgeschichte

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Erzählt wird die Geschichte der Hanna Krause, einer Frau, die im Jahr 1913 geboren wurde und in ärmlichen Verhältnissen aufwuchs. Zwar ist die Geschichte fiktiv, jedoch steht ihr Schicksal für viele Frauen, ...

Erzählt wird die Geschichte der Hanna Krause, einer Frau, die im Jahr 1913 geboren wurde und in ärmlichen Verhältnissen aufwuchs. Zwar ist die Geschichte fiktiv, jedoch steht ihr Schicksal für viele Frauen, die zwei Weltkriege überlebten. Hanna war Blumenbinderin mit einem eigenen Blumenladen, später Putzfrau und schließlich Kranführerin bei einem Magdeburger Schwermaschinenbaubetrieb. Mit ihrem Ehemann Karl bekam sie sechs Kinder, von denen vier überlebten.
Geprägt ist ihr Leben von Entbehrungen und Leid. Etliche Schicksalsschläge können sie nicht aus der Bahn werfen, immer wieder rappelt sie sich auf. Von ihrem Mann erhält sie keine Unterstützung. Er wendet sich immer mehr dem Alkohol zu.
Annett Gröschner erzählt die Geschichte einer einfachen, jedoch mutigen und kämpferischen Frau, die sich niemals unterkriegen ließ und aufgab. Trotz allen bleibt sie eine bescheidene und aufrechte Frau, die ihre glücklichste Zeit mit ihrem Blumengeschäft hatte.
Es ist eine bewegende Lebensgeschichte, die fast durch das gesamte 20. Jahrhundert führt. Nachvollziehbar, glaubhaft und eindrucksvoll erzählt.
Dieses Buch ist ein Stück Zeitgeschichte, fesselnd und sehr berührend. 4 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 19.03.2025

Niemals aufgeben

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Zum Inhalt:
Das Buch erzählt die Geschichte der Hanna Krause, die aber auch stellvertretend für viele Frauen dieser Generation stehen könnte. Hanna wurde von der Blumenbinderin zur Kranführerin, erlebt ...

Zum Inhalt:
Das Buch erzählt die Geschichte der Hanna Krause, die aber auch stellvertretend für viele Frauen dieser Generation stehen könnte. Hanna wurde von der Blumenbinderin zur Kranführerin, erlebt zwei Revolutionen, zwei Diktaturen, zwei Weltkriege und Niederlagen und vieles mehr in der Weltgeschichte. Bekam sechs Kinder, von denen sie zwei nicht mal beerdigen konnte.
Meine Meinung:
Wenn man das Vorwort liest, weiß man schon, dass man eine emotionale, aber auch kraftvolle Geschichte lesen wird. Es ist eine Geschichte, die mich auch an meine Großeltern erinnern ließ, die ebenfalls genau in dieser Zeit lebte und wahrscheinlich ein ähnlich schweres Leben hatte und dennoch nie den Humor verlor, das Leben nahm wie es kam. Die Geschichte wurde sehr gut und interessant erzählt und bringt einem auch die unterschiedlichen Zeiten aus Sicht einer kämpfenden Frau näher. Hat mir gut gefallen.
Fazit:
Niemals aufgeben