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Veröffentlicht am 18.11.2023

Mörderisch, rätselhaft und einfach lustig – lernen Sie die Cunninghams kennen

Die mörderischen Cunninghams. Irgendwen haben wir doch alle auf dem Gewissen (Die mörderischen Cunninghams 1)
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Ein Familientreffen, ein Mord, jede Menge Geheimnisse und eine große Prise Humor … oder zwei, oder drei. Das ist das Erfolgsrezept von „Die mörderischen Cunninghams“ von Benjamin Stevenson.

Um was geht ...

Ein Familientreffen, ein Mord, jede Menge Geheimnisse und eine große Prise Humor … oder zwei, oder drei. Das ist das Erfolgsrezept von „Die mörderischen Cunninghams“ von Benjamin Stevenson.

Um was geht es?
Ernest Cunningham „darf“ nach Jahren mal wieder an einem der vielgehassten Familientreffen teilnehmen, mitten in den Bergen im malerisch gelegenen Sky Lodge Mountain Retreat. Die erste Überraschung lässt nicht lange auf sich warten. Diese kommt nicht in Form seines Bruders Michael, der frisch aus dem Gefängnis entlassen wurde, sondern in Form eines Toten im Schnee. Eindeutig ermordet. Doch wer ist die Leiche und vor allem wer der Mörder? Jeder der Cunninghams hat jemanden auf dem Gewissen. Also ist es naheliegend, dass auch dieser Tote auf das Familienkonto geht. Ernest, Autor von Ratgebern über das Schreiben von Kriminalromanen, macht sich an die Aufklärung und rüttelt dabei an alten Familiengeheimnissen.

Die Cunninghams sind eine ganz und gar mörderische Familie. Ernie, semi-erfolgreicher Autor und geschieden ist bei seiner Familie in Ungnade gefallen. Denn er hat seinen Bruder Michael bei der Polizei verpetzt und ein Cunningham redet nicht mit der Polizei. Entsprechend „begeistert“ fährt er auf das Familientreffen und entsprechend angespannt ist seine Beziehung zu fast allen Familienmitgliedern. Jeder der Cunninghams ist auf seine Art speziell und hat die eine oder andere Leiche im Keller, die er/sie vor den anderen Familienmitgliedern zu verbergen versucht. Es macht als Leser Spaß, die Spannungen und Spitzen, das Umeinander-Herumschleichen und die Konflikte hautnah zu beobachten und nach und nach das eine oder andere Geheimnis zu lüften.

Wer jetzt aber glaubt, dass es sich bei „Die mörderischen Cunninghams“ um einen normalen Krimi handelt, täuscht sich gewaltig. Das Buch hat zwar Facetten eines klassischen Who-Done-It-Krimis à la Agatha Christie, besticht aber gleichzeitig mit einem unglaublich witzigen Schreibstil, scharfzüngigen Dialogen und jeder Menge spontanem Witz. Es macht unglaublich viel Spaß, Ernie auf seinen Ermittlungswegen zu begleiten und zu sehen, wie er von einer seltsamen Situation in die nächste stolpert. Als Leser fliegt man förmlich durch die Seiten bis schließlich das Ende des Buches erreicht ist und man traurig das Buch zuklappt und auf die Seite legt. Aber eine gute Nachricht an alle: Band 2 ist schon angekündigt. Es darf also bald wieder ermittelt und gelacht werden.

Fazit:
Das Buch ist für Fans von klassischen Krimis oder Who-Done-It Geschichten bestens geeignet. Es sind sehr viele Comedy-Elemente enthalten, die mir persönlich extrem viel Spaß gemacht haben. Wer aber keinen Wortwitz in Krimis mag, sollte lieber die Finger von diesem Buch lassen. Denn Lacher sind garantiert 😊

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Veröffentlicht am 16.11.2023

Phyllida ermittelt wieder – auf einem Mord Festival!

Der Cocktailmörderclub
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„Der Cocktailmörderclub“ ist der zweite Band rund um Agatha Christies clevere Haushälterin und Hobby-Detektivin Phyllida Bright. Sie hat auch dieses Mal wieder allerhand zu ermitteln, zu kombinieren und ...

„Der Cocktailmörderclub“ ist der zweite Band rund um Agatha Christies clevere Haushälterin und Hobby-Detektivin Phyllida Bright. Sie hat auch dieses Mal wieder allerhand zu ermitteln, zu kombinieren und rumzuschnüffeln.

Um was geht es?
In Listleigh findet ein Mord Festival statt, eine mehrtägige Wohltätigkeitsveranstaltung die federführend von Agatha Christies Haushälterin Phyllida Bright organisiert wird. Höhepunkt des Festivals soll die Verkündung des Gewinners eines Kurzgeschichten-Wettbewerbs sein. Der Preis: eine internationale Veröffentlichung als Krimiautor. Die Jury: Niemand geringeres als die Mitglieder des berühmten Detection Club unter Vorsitz von Agatha Christie. Natürlich kochen bei den teilnehmenden Hobby-Krimiautoren die Emotionen hoch. Plötzlich geschieht am ersten Abend auf dem Cocktailempfang ein Mord. Phyllida muss ihre kleinen grauen Zellen ganz schön anstrengen, um diesen rätselhaften Fall zu lösen.

Phyllida, die clevere, neugierige, sehr zielstrebige und fleißige Haushälterin von Agatha Christie ermittelt in gewohnter Hercule Poirot Marnier. Wer sie bereits in Band 1 „Die Dreitagemordgesellschaft“ kennen und lieben gelernt hat, wird auch hier voll auf seine Kosten kommen. Unkonventionell, selbstbewusst und immer eine passende Antwort auf den Lippen ermittelt sie sich durch den Fall. Natürlich dürfen auch die witzigen Wortgefechte mit dem Chauffeur Bradford nicht fehlen. Der konservative Butler Dobble ist in diesem Band nicht so stark vertreten wie in Band 1, aber wir und auch Phyllida, lernen ihn dafür von einer menschlicheren Seite kennen. Und dann ist da natürlich noch die liebenswerte Agatha Christie, mit ihren Notizbüchern und Stiften, immer auf der Jagd nach neuen Ideen. Wir erleben ein Wiedersehen mit dem Personal von Mallowan Hall, Inspector Cork und Constable Greensticks sowie dem einen oder anderen bekannten und unbekannten Einwohner. Für Leser, die den ersten Band kennen, ist es ein bißchen wie das Treffen alter Freunde.

Die Story ist gut konstruiert. Bis zuletzt rätselt man mit, hat mal diesen mal jenen Verdächtigen, um zum Schluss doch überrascht zu werden. Die Tat ausgerechnet auf einem Mord Festival stattfinden zu lassen mit dieser Menge an erfolgreichen, aber auch Amateur-Krimiautoren, die allesamt ihre eigenen Theorien haben, ist einfach herrlich. Die Spuren sind clever gelegt und führen einen letztlich zu einer plausiblen, wenn auch unerwarteten Lösung. Das Buch selbst liest sich insgesamt gut. Im ersten Drittel des Buches hat „Der Cocktailmörderclub“ im Vergleich zu „Die Dreitagemordgesellschaft“ ein paar Längen, da sich hier die Ermittlungsarbeit erst mal ausschließlich auf Zeugenbefragungen beschränkt. Doch der Leser wird dafür umso mehr im Rest des Buches „entschädigt“, wenn sich Phyllida in die rasante, nicht immer ungefährliche Ermittlungsarbeit stürzt. Ein rundum gelungener Lesespaß im Stil einer Agatha Christie.

Fazit:
Wer klassische Who-done-it-Geschichten liebt, gerne seine kleinen grauen Zellen beim Miträtseln anstrengt und nette verschrobene Charaktere schätzt, wird diesen Krimi lieben. Insbesondere Agatha Christie Fans kommen voll und ganz auf ihre Kosten. Für hartgesottene Thrillerfans, oder Leser von actiongeladenen Krimis ist das Buch weniger geeignet.

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Veröffentlicht am 06.11.2023

Zwei Wachsleichen im Wald – treibt ein neuer Serientäter sein Unwesen?

Der Mentor
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Mit dem rasanten Thriller „Der Mentor“ legt Svenja Diel ihren Debüt-Roman vor: brutal, mysteriös und voller atemberaubender Spannung.

Um was geht es?
In einem Wald werden die Wachsleichen zweier junger ...

Mit dem rasanten Thriller „Der Mentor“ legt Svenja Diel ihren Debüt-Roman vor: brutal, mysteriös und voller atemberaubender Spannung.

Um was geht es?
In einem Wald werden die Wachsleichen zweier junger Frauen entdeckt. Beide weisen eine Markierung im Nacken auf: I und III. Doch wo ist die Nummer II? Als die Leiche von „Birdwoman“, der Nummer IV, aufgehängt in Bäumen gefunden wird, ist den Ermittlern Jakob Krohn und Yeliz Demir klar: hier treibt ein Serienmörder sein Unwesen. Zusammen mit den Fallanalytikern Magnus Herzberg und Nova Winter vom LKA München begeben sie sich auf die Jagd. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, denn der Jäger hat Nummer V bereits ins Visier genommen.

Protagonisten des Buches sind das Heidelberger Ermittlerduo Jakob Krohn und Yeliz Demir sowie die Fallanalytikerin Nova Winter vom LKA München. Jakob Krohn, der erst einige Monate vorher seine Ehefrau bei einem tragischen Autounfall verloren hat, stürzt sich voll und ganz in die Arbeit und versucht trotzdem noch, seinem Stiefsohn beizustehen. Mit seiner Kollegin Yeliz Demir, alleinerziehende Mutter, verbindet ihn ein freundschaftliches Verhältnis. Nova Winter ist eine Einzelkämpferin. Tough und zielstrebig eckt sie durch mangelnde Diplomatie erst mal kräftig in Heidelberg an, sodass das Verhältnis zwischen ihr und Krohn zunächst schwierig ist. Zudem ist Yeliz ihre Exfreundin, die sie vor fast 10 Jahren ohne eine Erklärung von heute auf morgen verlassen hat, vielleicht auch aufgrund ihrer Vergangenheit, über die wir im Verlauf des Buches mehr erfahren. Auf jeden Fall bietet das Spannungsverhältnis zwischen den Protagonisten viel Entwicklungspotenzial und die charakterlich bedingten unterschiedlichen Vorgehensweisen bei der Ermittlung viel Spannung.

Svenja Diel macht viele kurze Kapitel, was ich persönlich sehr gerne mag. So habe ich vor dem Einschlafen die Möglichkeit, selbst zu entscheiden, ob ich nur fünf Minuten oder eine halbe Stunde lesen möchte. Das kurze Lesen zum Einschlafen war allerdings bei diesem Thriller reines Wunschdenken 😉 Er ist so rasant geschrieben, dass ich ihn einfach nicht weglegen konnte und unbedingt wissen wollte, wie es weitergeht. Ein echter Pageturner, der meinen Kaffeekonsum am Morgen danach enorm gesteigert hat. Die Story ist clever gebaut, der Spannungsbogen flacht nie ab. Durch die Schreibweise kann man sich alles prima vorstellen und sieht innerlich förmlich einen Film ablaufen, bei dem man mitfiebert. Ein wirklich toller Debüt-Thriller. Ich hoffe, dass es zeitnah Nachschub gibt.

Fazit:
Thrillerfans kommen bei „Der Mentor“ voll auf ihre Kosten und halten mit diesem Buch einen echten Pageturner in den Händen. Auch Crime Junkies, die sich für Storys rund um Serienmorde und kultige Anführer interessieren, werden begeistert sein. Das Buch ist in sich abgeschlossen, aber ich hoffe trotzdem auf ein baldiges Wiedersehen mit den Ermittlern.

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Veröffentlicht am 01.11.2023

Wer hat Angst vor dem bösen Wolf?

Rotkäppchen lügt
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„Rotkäppchen lügt“ ist der Auftakt der spannenden Thriller-Trilogie von Elias Haller. Bestialisch und nichts für schwache Nerven.

Um was geht es?
Nora Rothmann ist Sonderermittlerin beim LKA und untersucht ...

„Rotkäppchen lügt“ ist der Auftakt der spannenden Thriller-Trilogie von Elias Haller. Bestialisch und nichts für schwache Nerven.

Um was geht es?
Nora Rothmann ist Sonderermittlerin beim LKA und untersucht Dienstvergehen ihrer Kollegen. Ihr aktueller Fall geht in die obersten Reihen. Sie muss gegen den pensionierten LKA-Präsidenten Bechstein ermitteln. Dieser begeht vor Noras Augen Selbstmord, ohne dass sie eine Chance hat, das zu verhindern. Gleichzeitig beginnt ein böser Wolf in Berlin eine blutige Mordserie. Sein Vorbild scheint das ursprüngliche Rotkäppchen-Märchen zu sein, das die Basis für das gleichnamige Grimm-Märchen bildet. Gibt es einen Zusammenhang zwischen dem Selbstmord und der Mordserie? Und welche Rolle spielt dabei Nora und ihre Vergangenheit?

Im Verlauf der Geschichte lernen wir eine Vielzahl von Personen während unterschiedlicher Handlungsstränge kennen. Im Zentrum der Story steht Nora Rothmann, toughe und empathielose Ermittlerin, die hartnäckig ihre Ziele verfolgt. Traumatisiert von ihrer eigenen Vergangenheit gerät sie im Rahmen der Mordserie in einen Strudel aus Gewalt, der mit einem Erlebnis in ihrer eigenen Jugend zusammenzuhängen scheint. Ein weiterer Protagonist ist der Leiter der Mordkommission, Konrad König, ein engagierter Ermittler, der möglichst schnell die bestialische Mordserie aufklären möchte. Doch Nora entzieht sich ihm auch als Zeugin, was seine „Puzzlearbeit“ nicht gerade erleichtert. Viele weitere Personen spielen in dem Buch eine Rolle, deren Beschreibung an dieser Stelle zu weit führt. Aber alle Charaktere sind sehr unterschiedlich, mit Ecken und Kanten und verschiedenen Interessen. Das macht es spannend, die weiteren Entwicklungen der Figuren und der Beziehungen untereinander zu beobachten.

Die Vielzahl der Personen und der damit verbundenen Handlungsstränge, zwischen denen zunächst kein Zusammenhang zu bestehen scheint, macht das Buch anfangs anstrengend zu lesen. Man muss sich konzentrieren und bei der Sache bleiben, da diese Handlungen später alle relevant werden. Nach und nach werden die Personen und Handlungen miteinander logisch verknüpft und es entspinnt sich daraus eine runde, spannende und vielschichtige Geschichte. Die vielen kurzen Kapitel, geordnet nach den einzelnen Handlungssträngen geben Struktur und machen das Buch unglaublich rasant. Immer passiert irgendwo etwas. Das Buch ist sehr anschaulich geschrieben. Das bedeutet aber auch, dass die bestialischen Morde sehr grafisch beschrieben werden. Wer damit Probleme hat, sollte wirklich die Finger von dem Buch lassen. Denn das ist definitiv nichts für schwache Nerven.

Noch ein Hinweis: „Rotkäppchen lügt“ ist der Auftakt der Grimm-Trilogie. Es bleiben am Ende sehr viele offene Fragen und nur wenig wird wirklich aufgeklärt. Mich persönlich stört das nicht, da ich mich auf alle drei Bücher freue. Aber wer nicht mit vielen offenen Fragen am Ende umgehen kann, sollte besser die Finger von diesem Buch lassen, sonst ist die Enttäuschung zu groß.

Fazit:
Das Buch ist für alle Thriller- und Horrorfans bestens geeignet. Allerdings ist „Rotkäppchen lügt“ nichts für zartbesaitete Gemüter, da die Beschreibungen der bestialischen Morde sehr grafisch sind. Ebenso ist dieses Buch nicht dazu geeignet, Stand-alone gelesen zu werden, da am Ende viele Fragen offenbleiben. Es handelt sich um eine Trilogie, deren Handlung bewusst auf drei Bände aufgeteilt ist und erfordert, dass man für ein befriedigendes Leseerlebnis alle drei Bände liest.

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Veröffentlicht am 19.10.2023

Jugendliche Schläfer – sie sind mitten unter uns

Deep Sleep, Band 1 - Codename: White Knight
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„Deep Sleep – Codename: White Knight” ist der fulminante Auftakt der Deep-Sleep-Trilogie von Chris Morton. Schockierend, skrupellos und spannungsgeladen.

Um was geht es?
"Deep Sleep" entführt uns in die ...

„Deep Sleep – Codename: White Knight” ist der fulminante Auftakt der Deep-Sleep-Trilogie von Chris Morton. Schockierend, skrupellos und spannungsgeladen.

Um was geht es?
"Deep Sleep" entführt uns in die Welt geheimer Militärprogramme. Ausgangspunkt der Geschichte ist eine Reihe von Anschlägen, die von unbescholtenen Jugendlichen verübt wurden – ohne Rücksicht auf ihr eigenes Leben. Wie sich schnell herauskristallisiert, sind/waren diese Jugendlichen Teil eines geheimen Black-Ops-Programms namens "Deep Sleep", dessen Akten verschwunden sind. Doch wer hat die Jugendlichen reaktiviert und zu welchem Zweck? Das versuchen der ehemalige CIA-Agent Stuart Wang und seine degradierte Ex-Kollegin Aby Cane herauszufinden. Beide scheinen von der CIA nicht mehr sehr angetan zu sein und ihre eigenen Ziele nach Gerechtigkeit zu verfolgen. Ihre Mission verfolgen sie zielstrebig und mit allen Mitteln. So schrecken sie auch nicht davor zurück, den Schläfer Ian Brown für ihre Zwecke zu reaktivieren. Ein netter High-School-Junge, der als WHITE KNIGHT ein Elite-Kämpfer zu sein scheint und weitere Anschläge verhindern soll.

Protagonist der Reihe ist Ian alias WHITE KNIGHT alias John. Nach seinem Einsatz als reaktivierter Deep Sleeper verliert er sein Gedächtnis und arbeitet als Schausteller auf einem Jahrmarkt. Doch seine Vergangenheit kehrt als Erinnerungsblitze in Fragmenten zurück. Immer wieder erstaunt über seine Fähigkeiten fragt er sich, wer er eigentlich ist und ob er wohl ein guter Mensch war. Aber erst als er von unterschiedlichen Parteien gejagt wird, setzt er mit seinen neuen Freunden und seinem Mentor nach und nach das Puzzle zusammen und versucht herauszufinden, welche Seite in diesem perfiden Spiel in seinen Augen die Gute ist und wer er überhaupt sein möchte. Seine Freunde Alicia und Julian tragen aber selbst jede Menge Ballast aus der Vergangenheit und Gegenwart mit sich herum, der im Rahmen der Handlung noch für einige zusätzliche Verwirrung sorgt. Ebenso sein väterlicher Freund und Mentor Big Fly, der ihn immer bestärkt, an das Gute in sich zu glauben. Und dann sind da noch Wang und Cane. In diesem Buch gibt es also viele spannende Persönlichkeiten und Beziehungsgeflechte, die enormes Entwicklungspotenzial bieten.

Die Story selbst hat mich wirklich sehr überrascht. Es handelt sich dabei nicht um eine platte Geheimagenten-Attentate-verhindern-Story, sondern um einen intelligent konstruierten Thriller, der in sich schlüssig ist und viele überraschende Wendungen aufweist. Die Entwicklung der Handlung ist rasant, ohne zu viel auf einmal zu wollen. Die unterschiedlichen Handlungsstränge werden geschickt miteinander verwoben. Die Figuren und Beziehungen entwickeln sich schlüssig weiter, mit all ihren Stärken und Schwächen. Der Schreibstil ist sehr bildlich, sodass man das Gefühl hat, Beobachter in einem im Inneren ablaufenden Film zu sein. Ein rundum gelungenes Gesamtpaket 😊

Fazit:
Wer gerne Agenten-Thriller oder Geheimdienstthriller liest, ist hier bestens aufgehoben. Aber dieses Buch kann noch mehr. Es ist so intelligent konstruiert, dass meiner Meinung nach jeder Thrillerfan auf seine Kosten kommen wird. Aber Vorsicht: Das Buch hat echtes Suchtpotenzial 😊 Ich kann das Erscheinen von Teil 2 kaum erwarten.

Hinweis: Das Buch sollte wirklich nicht Standalone gelesen werden. Sicher sind die ersten Geheimnisse am Ende gelüftet. Doch gleichzeitig haben sich so viele neue Fragen ergeben, dass das Lesen der kompletten Trilogie ein Muss ist!

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