Sehr berührend
Der ErinnerungshändlerDas nachtblaue Hardcover mit dem gelben Mond auf dem ein altes Fahrzeug mit einem Mann und einem Kind fährt sowie der Titel Der Erinnerungshändler machen hier auf den Inhalt sehr neugierig. Orit Gidaldi ...
Das nachtblaue Hardcover mit dem gelben Mond auf dem ein altes Fahrzeug mit einem Mann und einem Kind fährt sowie der Titel Der Erinnerungshändler machen hier auf den Inhalt sehr neugierig. Orit Gidaldi hat ein modernes Märchen erschaffen, in dem sie ein poetisches Bilderbuch erschaffen hat, das sich mit schönen Erinnerungen beschäftigt. Es wurde aus dem hebräischen von Lucia Engelbrecht übersetzt, hat 32 Seiten und ist im Vermes Verlag erschienen. Die Illustrationen stammen aus der Feder von Tami Bezaleli.
Der Erinnerungshändler fährt mit seinem Sohn durch die Gegend und versucht allen Leuten ihre Erinnerungen abzukaufen. Hört sich zunächst einmal ziemlich unspektakulär an. Was sind schon alte Erinnerungen, wenn man dafür noch Geld erhalten kann? Braucht man die überhaupt noch? Kann man die tauschen?
Toll, wie das hier verarbeitet wurde. Schnell wird jedem klar,was alte Erinnerungen doch bedeuten und wie wertvoll diese für einen sind. Poetisch, offen und ehrlich wird die Thematik hier behandelt. Jede Doppelseite ist mit Bleistiftzeichnungen ausgefüllt, der Text dazu kurz, aber doch prägnant. Meine Enkel lieben normal eher bunte Illustrationen, diese Zeichnungen konnten sie aber total begeistern, gibt es doch reichlich zu sehen, weil es ziemlich detailverliebt gezeichnet wurde. Selbst die wertvollen Erinnerungen haben sie sofort auf den Seiten gefunden, denn das ist das einzig farbige, dargestellt wie Goldstaub.
Hier fanden alle Generationen an dem Buch gefallen. Es ist berührend, lebt durch seine zauberhaften Bleistiftzeichnungen, stimmt nachdenklich und bietet einiges an Redebedarf.