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Silkem

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.11.2022

Gelungener Auftakt

Erzfieber
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"Erzfieber" ist der erste Band der Bergstadtkrimi-Reihe von Marcus Wächtler.
Klappentext:
Eine anonyme Millionenspende und das Verschwinden des Stadtkämmerers halten ganz Freiberg in Aufregung.
Was hat ...

"Erzfieber" ist der erste Band der Bergstadtkrimi-Reihe von Marcus Wächtler.
Klappentext:
Eine anonyme Millionenspende und das Verschwinden des Stadtkämmerers halten ganz Freiberg in Aufregung.
Was hat das alles aber mit dem Selbstmord eines städtischen Beamten zu tun? Die junge Arzthelferin Ariane Itzen wollte eigentlich nur eine gute Tat vollbringen. Stattdessen gerät sie ins Visier einer mörderischen Verschwörung. Kann sie das Rätsel um »Erzfieber« lösen?
Der Krimi fängt eher geruhsam an, doch Ariane Itzen ist so eine sympathische Protagonistin, dass mich das Buch von Anfang an gefesselt hat und ich sehr gut in die Geschichte hinein gekommen bin.
Das liegt sicher auch an dem sehr flüssigen Stil des Autors. Ungewohnt war für mich der auktoriale Erzählstil. Das ist heute ja kaum noch üblich bei Krimis und verhinderte an einigen Stellen, dass ich mich noch besser in die handelnden Figuren hineinversetzen konnte.
Im Laufe der Geschichte wird es noch richtig spannend. Ariane wird - auch aufgrund ihrer manchmal naiven, aber immer nachvollziehbaren Handlungen - immer tiefer in die Geschehnisse hineingezogen und kommt einer großen Verschwörung auf die Spur. Dabei wird sie mehr oder weniger widerstrebend von Kommissar Ben Benserler unterstützt, der als Kommissar beim Kriminaldauerdienst mit einem Teil der Ermittlungen betraut ist.
Gestört hat mich ein wenig das Ende, das zu viele Fragen offen lässt und sicher dazu ermutigen soll, den Folgeband zu lesen. Dieser Art von Cliffhanger bedienen sich immer mehr Autoren. Mich stört es. Ich mag einen Schlusspunkt, auch wenn ich sicher gerne den 2.Band der Reihe "Erzglitzern" lese werde.
Fazit: Ein gelungener Regionalkrimi, der als Auftakt einer Reihe Lust auf weitere spannende Geschichten mit der sympathischen Ariana Itzen macht.

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Veröffentlicht am 25.10.2022

Banale High-School-Story

Vier Frauen und ein See
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"Vier Frauen und ein See" von Viola Shipman ist kein "Wohlfühlbuch" wie vom Verlag angekündigt, sondern eher ein nachdenkliches, melancholisches Buch über die Tücken einer Mädchenfreundschaft. Also eigentlich ...

"Vier Frauen und ein See" von Viola Shipman ist kein "Wohlfühlbuch" wie vom Verlag angekündigt, sondern eher ein nachdenkliches, melancholisches Buch über die Tücken einer Mädchenfreundschaft. Also eigentlich ein Buch, das ich gerne lese. Trotzdem konnte es mich nicht völlig überzeugen.
Klappentext:
Elizabeth, Veronica, Rachel und Emily lernten sich im Feriencamp kennen, wo sie vier Sommer lang die Clover Girls waren - unzertrennlich für diese magischen Wochen der Freiheit. Bis kleine Intrigen und ein großer Verrat das Kleeblatt auseinander riss. Jetzt, in mittlerem Alter, kämpfen die Frauen mit ihren Ehen, ihren Kindern und ihren Karrieren, als Liz, V und Rachel plötzlich jeweils einen Brief von Emily erhalten. Sie bittet die drei, die einst ihre besten Freundinnen waren, noch ein Mal im Camp Birchwood am Lake Michigan zusammenzukommen. Eine Woche, um sich an die Mädchenträume von damals zu erinnern und alte Wunden zu heilen. Werden sie sich überhaupt noch etwas zu sagen haben? Eine Woche Auszeit vom eigenen erwachsenen Leben erscheint doch ganz schön lang. Was hat Emily sich dabei nur gedacht?
Ich bin mit den vier Frauen nicht wirklich warm geworden, keine konnte mich in ihrer Art mitreißen. Besonders irritierend fand ich die Rückblicke in die 80er Jahre. In welcher Welt haben Mädchen damals in den USA gelebt? Ich war selbst in den 80er Jahren jung, fühlte mich aber bei den Schilderungen eher an die Jugend meiner Mutter zurückversetzt. Es gab keine Emanzipation, die 68er waren spurlos vergangen. Überhaupt war mir das alles viel zu amerikanisch.
Auch die Landschaftsschilderungen - so schön sie auch geschrieben sind - waren nicht so meins. Michigan ist mir fremd und es ist mir fremd geblieben, zumal sich die Beschreibungen immer wiederholten.
Die Grundidee ist gut, der Plotaufbau nachvollziehbar, der Schreibstil der Autorin flüssig und es gibt einige wunderbar nachdenkliche Stellen. Und trotzdem ein eher blutleeres Buch, das mich nicht überzeugen konnte.
Fazit: Sicher ein tolles Buch für Menschen, die gerne amerikanische High-School-Filme gesehen haben und die Michigan lieben. Mich konnte das Buch leider nicht fesseln. War/sind die USA wirklich so oberflächlich?

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Veröffentlicht am 23.10.2022

Ein Regionalkrimi - aus dem Leben gegriffen

Stollenfahrt
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Bei einem Urlaub im Harz ist es doch selbstverständlich, auch einmal einen Harzkrimi zu lesen. Oder auch zwei oder drei? Die mystische Landschaft des Harzes lädt ja geradezu zum Krimi schreiben und lesen ...

Bei einem Urlaub im Harz ist es doch selbstverständlich, auch einmal einen Harzkrimi zu lesen. Oder auch zwei oder drei? Die mystische Landschaft des Harzes lädt ja geradezu zum Krimi schreiben und lesen ein.
Weniger mystisch, aber richtig spannend ist der Krimi "Stollenfahrt" von Andrea Illgen. Es ist der erste Band von "Wolkenreich im Harz", wobei natürlich nicht das Wetter sondern die Hauptfigur des Buches, Friederike Wolkenreich" gemeint ist.
Klappentext:
Als ihr Mann Mario vor zwei Jahren spurlos verschwindet, bricht für Friederike Wolkenreich eine Welt zusammen. Die fünfzigjährige Sängerin kehrt zurück aus Schweden und bezieht im Harzer Universitätsstädtchen Clausthal-Zellerfeld eine ehemalige Bergmannskapelle. Hier erhofft sie sich, endlich Abstand zu gewinnen und über den Verlust hinwegzukommen. Wäre da nicht Heino, der stellvertretende Bergamtsdirektor und ein Freund des Verschwundenen, der offenbar mehr weiß, als er zugibt. Ein altes Gemälde, zwielichtige Gestalten und ein dunkles Geheimnis aus der Vergangenheit lassen in Friederike detektivische Fähigkeiten entstehen. Unbeirrbar macht sie sich mit ihren neuen Freunden ans Werk, um den Rätseln auf den Grund zu gehen. Ihre folgenden Abenteuer mit einer Motorradgang, zwei Bäckerinnen mit Vergangenheit und einem Organisten halten den Leser in Atem und entführen ihn auf eine Reise durch die Wälder, Berge und unterirdischen Wasserläufe des Harzes. Ein Buch, das bei aller Spannung, die sich langsam aufbaut, den Leser rührt und zum Lachen bringt.
Andrea Illgen beweist, dass nicht immer viel Blut fließen muss, damit ein Krimi spannend ist. Die verschiedenen Spuren, denen Friederike nachgeht, die liebevoll gezeichneten Menschen des Harzes und einige geheimnisvolle Entwicklungen sorgen für genug Spannung bis zur letzten Seite.
So bietet das Buch für alle etwas: Einen spannenden Kriminalfall, etwas zur Bergbaugeschichte des Harzes, Kunst und Musik und ein wenig Liebe. Und das alles flüssig und spannend geschrieben.
Fazit: Für mich sicher nicht das letzte Buch von Andrea Illgen und ein guter Einstieg in "Wolkenreich im Harz". Inzwischen sind bereits sechs Bände erschienen. Ein Leseempfehlung für Freund:innen guter Regionalkrimis mit Flair, Spannung aber ohne unrealistisches Blutvergießen. Ein Krimi - direkt aus dem Leben gegriffen.

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Veröffentlicht am 23.10.2022

Mystischer Harz

Die Hexenquelle
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Corina Klengel schafft in ihrem Harzkrimi "Die Hexenquelle" etwas ganz Außergewöhnliches. Sie verbindet die Geschichte einer Frau unserer Zeit mit der Hexenverfolgung des Mittelalters und einem wunderbaren ...

Corina Klengel schafft in ihrem Harzkrimi "Die Hexenquelle" etwas ganz Außergewöhnliches. Sie verbindet die Geschichte einer Frau unserer Zeit mit der Hexenverfolgung des Mittelalters und einem wunderbaren Märchen.
Klappentext:
Auf der Flucht vor ihrem gewaltbereiten Ex-Ehemann verschlägt es Sarah Leitner und ihre kleine Tochter in ein einsames Dorf im Harz. Anfangs ist sie nur verwundert über die Ablehnung, die sie dort erfährt. Sie beginnt zu ahnen, dass die Menschen in diesem Dorf ein dunkles Geheimnis hüten, welches Sarah fast zum Verhängnis wird, als ihr ein Büchlein aus der Zeit der Hexenverfolgung in die Hände fällt. Denn genau dieses Dorf war einst Schauplatz eines grausamen Hexenprozesses, der an einer sagenumwobenen Quelle endete. Löste der Prozess tatsächlich einen Fluch aus? Was hat es mit dem rätselhaften Steinkreis auf sich? Warum mussten die Vorbesitzer von Sarahs Haus sterben? Zusammen mit dem jungen Pfarrer des Dorfes kommt sie dem Geheimnis auf die Spur. Doch dann taucht Sarahs Mann auf…
Die Geschichte einer Frau, die vor ihrem gewalttätigen Mann flieht, ist nicht neu. Doch in Verbindung mit der Geschichte der als Hexe verfolgten Klara, erhält das Ganze eine ungewöhnliche tiefe. Und dann ist da noch das Märchen, dass Sarah ihrer Tochter erzählt ....
Alle drei Geschichten sind auf ihre Art spannend und abwechslungsreich erzählt.
Und dann ist da noch das Dorf mit seinen so unterschiedlichen Menschen. Abgelegen, mystisch wird es zu einem ganz ungewöhnlichen Handlungsort, der viel verbirgt.
Unrealistisch? Wer den Harz kennt, die verwunschenen Täler, die fantastischen Steingebilde und die vielen Legenden, der kann sich gut vorstellen, dass Silberborn existiert. Ein Ort, in dem die Zeit stehen geblieben ist, in dem Traditionen - die guten und die schlechten - die Zeit überdauert haben.
Und die Menschen aus Silberborn? Die gibt es mit ihren Wünschen und ihren Träumen, ihrem Neid und ihrer Boshaftigkeit überall.
Fazit: Ein spannendes Buch, das tief in die Geschichte des Harzes eintaucht und trotzdem modern ist. Ein Buch, dass zeigt, wie wenig sich die Welt verändert hat und trotzdem Hoffnung macht. Absolute Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 23.10.2022

Gelungene Fortsetzung

Nina
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Ebenso wie "Nina: Das Flüstern der Pferde" konnte mich auch der zweite Band "Nina: Entgegen aller Zweifel" von Carina Warnstädt überzeugen. Wieder ist der Autorin ein wunderbares Buch gelungen, das ihr ...

Ebenso wie "Nina: Das Flüstern der Pferde" konnte mich auch der zweite Band "Nina: Entgegen aller Zweifel" von Carina Warnstädt überzeugen. Wieder ist der Autorin ein wunderbares Buch gelungen, das ihr tiefes Verständnis sowohl für Pferde als auch für Menschen mit Handicap zeigt.
Klappentext:
Ein eigenes Pferd bedeutet viel Verantwortung. Ganz besonders, wenn man absoluter Anfänger auf diesem Gebiet ist. Und das Pferd nicht ganz gesund. Doch als wäre das nicht schon genug, wird Nina von ihrem Reitlehrer Simon mit einer herausfordernden Aufgabe betraut. Um seiner Schwester Emelie zu helfen, muss Nina viel Mut aufbringen und über sich selbst hinauswachsen. Dabei kommt sie einem Geheimnis auf die Spur, das Simon eigentlich vor ihr verbergen wollte. Eines, das ihre Welt auf den Kopf stellt. Wem muss sie hier wirklich helfen? Emelie, Simon, oder doch sich selbst? Ein Buch voller Pferde, Spannung und Psychologie.
Besonders gefallen hat mir, dass es Carina Warnstädt gelungen ist, eine Entwicklung aufzuzeigen. Hier wird eine Geschichte wirklich fortgeschrieben und nicht nur fortgesetzt.
Nina ist gereift, sie hat eine Entwicklung durchgemacht, kann sich besser öffnen und schafft Dinge, die sie im ersten Band nicht einmal versucht hätte. Trotzdem bleibt sie glaubwürdig, hadert mich sich selbst und ist eben nicht die "Superfrau", die alle Hürden auf Anhieb nimmt.
Das ist etwas, was mir besonders gut gefällt und was dieses Buch von anderen unterscheidet: Es ist nicht alles rosarot und es wird auch nicht alles auf einmal gut. Es zeigt den langen, manchmal steinigen Weg zur Veränderung.
Wieder lerne ich beim Lesen Einiges über Pferde - und trotzdem ist es kein Pferdebuch.
Die Geschichte zwischen Nina und Simon entwickelt sich - und trotzdem ist es kein Liebesroman.
Ich erfahre Einiges über psychische Probleme - und trotzdem ist es kein Ratgeber.
Fazit:
"Nina: Entgegen aller Zweifel" ist ein gelungener Roman, spannend, gut geschrieben und liebevoll gestaltet. Ein Roman zum Wohlfühlen, der trotzdem zum Nachdenken anregt.

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