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Silkem

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.07.2022

Langsam wiederholt sich alles

Blinde Furcht
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"Blinde Furcht" von Linda Castillo habe ich wieder gerne gelesen. Es ist der dreizehnte Fall für Polizeichefin Kate Burkholder. Es war ein bisschen wie nach Hause kommen. Alles war vertraut, fühlte sich ...

"Blinde Furcht" von Linda Castillo habe ich wieder gerne gelesen. Es ist der dreizehnte Fall für Polizeichefin Kate Burkholder. Es war ein bisschen wie nach Hause kommen. Alles war vertraut, fühlte sich an wie immer - und es gab auch keine Überraschungen. Was die Serie ehrlich gesagt auf Dauer auch ein wenig langweilig macht.
Klappentext:
In einem Motel in Painters Mill wird die Leiche einer jungen Frau gefunden – brutal ermordet. Als Kate Burkholder zum Tatort gerufen wird, ist sie schockiert. Sie kennt das Opfer von früher. Rachael Schwartz war eine charmante, aber auch rebellische junge Frau, die der strengen Ordnung ihrer amischen Familie vor vielen Jahren für immer entfloh. Doch warum kehrte sie jetzt zurück? Und wer hat sie so brutal umgebracht?
Kate erinnert sich, dass Rachael als Kind und Teenager genauso aufsässig war wie sie selbst damals, Rachael hielt sich nicht an die Regeln, beachtete keine Konventionen und hinterließ Familie und Freunde nach ihrer Flucht völlig zerstört. Es gab einige, die ihr nichts Gutes nachsagten. Doch was nur wenige wussten: Rachael hütete ein dunkles Geheimnis. Und derjenige, der Rachael getötet hat, wird alles daran setzen, dass ihr Geheimnis nicht ans Tageslicht kommt. Dafür ist ihm jedes Mittel recht.
Der Stil war wie immer gut lesbar. Mir gefallen ja besonders die amischen Stellen in Deitsch.
Ansonsten war eigentlich alles wie immer und kurz habe ich gedacht: Das habe ich doch schon gelesen. Stimmt aber nicht, denn das Buch ist erst im Juli 2022 erschienen.
Selbst die Handlung gleicht sich von Band zu Band immer mehr, die Amischen werden teilweise wortgleich beschrieben und auch Kate verändert sich nicht, trotz der schrecklichen Erfahrungen, die sie in jedem Band machen muss. Auch ihr Verhältnis zu Tomasetti bleibt immer gleich, keine Konflikte, noch immer nicht offiziell. Vielleicht sollte sie im nächsten Band wenigstens mal seinen Heiratsantrag annehmen.
Fazit: Ich lese diese Reihe wirklich gern, aber ich wünsche mir doch mal ein wenig Entwicklung. so ist es irgendwann doch der letzte Band der Reihe, den ich lese.

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Veröffentlicht am 17.07.2022

Rasanter Krimi

Nichts ist vergessen
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Am Anfang fiel es mir etwas schwer, in den Krimi "Nichts ist vergessen" von Ursula Schmid-Spreer hineinzukommen. Es beginnt rasant, die einzelnen Szenen sind extrem kurz und auch die Erzählperspektive ...

Am Anfang fiel es mir etwas schwer, in den Krimi "Nichts ist vergessen" von Ursula Schmid-Spreer hineinzukommen. Es beginnt rasant, die einzelnen Szenen sind extrem kurz und auch die Erzählperspektive wechselt häufig. Doch nach einiger Zeit entwickelte sie Geschichte einen Sog, dem ich mich kaum entziehen konnte.
Klappentext:
Vor 30 Jahren wurde die Leiche einer Hausfrau gefunden, erwürgt mit einer Strumpfhose. Ein Fall, der nie gelöst wurde – auch wenn Spuren ins Rotlichtmilieu führten. Nur rollt ein Journalist die Sache neu auf und Oberkommissar Hofmockel muss die vielen Puzzlesteinchen zusammensetzen, um diesen Mord aufzuklären. Was hat seine Freundin Cora mit der Sache zu tun? Welche Rolle spielt ihre Großmutter? Gibt es ein Familiengeheimnis? Kann der Fall etwa durch ein altes Tagebuch aufgeklärt werden?
Kommissar Hofmockel ist ein Kommissar mit harter Schale und doch weichem Kern. Seine Sprüche und Wortspielereien sorgen immer wieder für ein Lächeln auf dem Gesicht - nur nur bei seiner Kollegin Belu sondern auch bei mir. Überhaupt dominieren die umgangssprachlichen Dialoge viele Szenen und sorgen für eine lebendige Atmosphäre.
Im Laufe der Geschichte werden die einzelnen Szenen länger, was der Story gut tut.
Die Geschichte ist spannend und zwar in beiden Handlungssträngen. Was ist damals passiert? Warum musste Karin Grünberg sterben? Dieser Cold Case ist der Ausgangspunkt der Ermittlungen und prägt den Krimi. Aber auch die aktuelle Handlung sorgt für spannende Momente.
Gut gefallen hat mir die Darstellung der Prostitution. Hier schafft es Ursula Schmid-Spreer nicht einfach schwarz-weiß zu malen, sondern stellt unterschiedliche Facetten dar.
Leider war ich noch nie in Nürnberg, aber das schön gestaltete cover und manche Ortsbeschreibung haben mich neugierig gemacht.
Fazit: Ein rasanter Krimi, sowohl was Schreibstil als auch Handlung betrifft. Lesenswert.

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Veröffentlicht am 15.07.2022

Konnte nicht wirklich überzeugen

Leichenschilf
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Die Maria-Wern-Krimis von Anna Jansson habe ich immer gerne gelesen und auch die Verfilmungen gefallen mir gut. So war ich gespannt auf ihre neue Reihe mit dem Kommissar Kristoffer Bark.
Klappentext:
Jedes ...

Die Maria-Wern-Krimis von Anna Jansson habe ich immer gerne gelesen und auch die Verfilmungen gefallen mir gut. So war ich gespannt auf ihre neue Reihe mit dem Kommissar Kristoffer Bark.
Klappentext:
Jedes Jahr am Karfreitag schreitet der Polizeiermittler Kristoffer Bark am Ufer des Hjälmarensees entlang. Er sucht nach seiner Tochter – vergeblich. Denn vor fünf Jahren verschwand Vera am Abend ihrer Junggesellinnenfeier spurlos, nachdem sie auf den See hinausgerudert war. Ihre Leiche wurde nie gefunden … Als nun eine Tote auftaucht, die Kristoffers Tochter verblüffend ähnlich sieht, lässt ihm die Vorstellung, dass beide Fälle miteinander verknüpft sind, keine Ruhe. Und obwohl ihm bei der Polizei niemand Glauben schenkt, lässt sich der hartnäckige Ermittler nicht abwimmeln.
Für mich hat die Reihe nicht das Potential der Gotlandkrimis mit Maria Wern. Dazu ist Kristoffer Bark einfach zu klischeehaft gezeichnet. Er ist ein einsamer Wolf, hat seine Impulse nicht unter Kontrolle und ist in erster Linie unfreundlich. Erst ganz zum Ende des Krimis gelang es mir, an ihm auch sympathische Seiten zu finden. Das gilt für das gesamte Ermittlungsteam, das eigentlich nur aus kaputten Typen besteht.
Eigentlich handelt es sich um eine Cold Case Ermittlung, an deren Aufklärung außer Bark niemand interessiert ist - und auch ihn interessiert nur das Verschwinden seiner Tochter.
Am Anfang zieht sich die Geschichte sehr in die Länge, überhaupt gibt es - wie für skandinavische Krimis ja oft üblich - mehr Nebenhandlungen als Haupthandlungen. Leider wiederholen sich hier die Geschichten oft. Immer wieder muss Bark sich um seine geschiedene Frau Ella kümmern, immer wieder ist ein Kollege kindkrank, immer wieder machte der andere Kollege die gleichen Fehler.
Die Grundidee ist gut und zum Ende hin fand ich die Geschichte richtig spannend. Dabei war die Auflösung dann für mich recht früh klar. Besonders weil alle gelegten Spuren zu konstruiert wirkten und ... - aber ich will hier nicht spoilern.
Fazit: Ein typischer Schwedenkrimi mit einem sehr klischeehaften Ermittlungsteam. Eine tolle Grundidee, aber einfach sehr langatmig geschrieben.

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Veröffentlicht am 13.07.2022

Eher Thriller als Krimi

Schwarz Wald Nacht
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"Schwarz Wald Nacht" von Lisa Straubinger war auf jeden Fall spannend. Ein düsteres Familiengeheimnis macht diesen Krimi fast zu einem Thriller.
Klappentext:
Eine eingeschworene Gemeinde, mysteriöse Todesfälle... ...

"Schwarz Wald Nacht" von Lisa Straubinger war auf jeden Fall spannend. Ein düsteres Familiengeheimnis macht diesen Krimi fast zu einem Thriller.
Klappentext:
Eine eingeschworene Gemeinde, mysteriöse Todesfälle... und ein lange zurückliegendes Verbrechen. Sanne Stoll hat geschworen, nie mehr in ihr Heimatdorf im Südschwarzwald zurückzukehren. Neun Jahre später bricht sie diesen Schwur, um an der Beerdigung ihrer Großmutter teilzunehmen. Doch bereits die Fahrt dorthin verheißt nichts Gutes: Eine Frau läuft ihr vors Auto, kurz darauf wird deren Leiche im Wald gefunden und Sanne des Mordes verdächtigt. Um ihre Unschuld zu beweisen, muss sie selbst nachforschen und stößt dabei auf ein düsteres Familiengeheimnis.
Lisa Straubinger gelingt es, von der ersten bis zur letzten Seite die Spannung zu halten, auch wenn mir relativ schnell klar war, wer der Täter ist. Das liegt auch an ihrem Schreibtstil, der das Innenleben der Personen sehr gut zeigt. Dabei ist es mir an manchen Stellen aber ein bisschen zu viel, zu gehetzt. Überhaupt erinnert der Stil eher an einen Thriller als an einen Krimi. Es dominieren kurze Hauptsätze.
Ähnlich ging es mir mit den Figuren. Wer steht im Mittelpunkt der Geschichte? Wessen Geschichte wird hier eigentlich erzählt? Die von Sanne, die Opfer ist und ein ganz klein wenig ermittelt? Oder die der Kommissarin Petra Wolf? Wobei ich mich mit Sanne leider nicht wirklich identifizieren konnte. Sie handelt für mich nicht schlüssig sondern widersprüchlich und auch ihre Gedankengänge kann ich nicht immer nachvollziehen. Das fällt mir bei Petra Wolf schon leichter. Mit ihr als Kommissarin könnte ich mir gut eine Fortsetzung vorstellen. Allerdings sollte sie dann im Mittelpunkt der Geschichte stehen.
Fazit: Ein spannender Krimi mit vielen Thriller-Elementen. Er konnte mich allerdings nicht vollständig überzeugen.

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Veröffentlicht am 10.07.2022

Zu viele Nebenhandlungen

Gefrorenes Herz
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"Diese Autorinnen wissen genau, wie die Ermittlungsarbeit im echten Leben abläuft" schreibt der ehemalige Leiter der Mordkommission Kopenhagen zum Krimi-Debüt "Gefrorenes Herz" von Line Holm und Stine ...

"Diese Autorinnen wissen genau, wie die Ermittlungsarbeit im echten Leben abläuft" schreibt der ehemalige Leiter der Mordkommission Kopenhagen zum Krimi-Debüt "Gefrorenes Herz" von Line Holm und Stine Bolther. Tatsächlich wird der Mord nicht in 90 Minuten sondern in mehreren Wochen aufgeklärt und die beiden Cold Case erst nach über 50 Jahren. Das mag realistisch sein, führt aber im Buch zu einigen Längen und Wiederholungen, zumal ich als Leserin immer mehr wusste als die Ermittler und die Polizeihistorikerin Maria.
Klappentext:
Polizeihistorikerin Maria Just bereitet gerade eine Ausstellung zum Thema »100 Jahre ungelöste Mordfälle« im Polizeimuseum von Kopenhagen vor. Da wird mitten in der Stadt der Generalsekretär des Roten Kreuzes auf bestialische Art ermordet. Der Tote hängt gekreuzigt an einem Geländer, auf seinem Körper wurde ein rätselhaftes Zeichen eingeritzt. Die Polizei ermittelt unter hohem Druck von Presse und Politik. Doch es ist Maria, die schließlich eine Verbindung zu einem ungeklärten Doppelmord entdeckt, der über fünfzig Jahre zurückliegt. Ein dunkles Kapitel dänischer Geschichte dringt ans Licht. So dunkel, dass jemand auch nach Jahrzehnten noch Vergeltung sucht. Kann Maria den Rachefeldzug stoppen, bevor es zu spät ist?
Nach einem wirklich mühsamen Beginn nahm die Geschichte dann doch noch Fahrt auf und wurde am Ende richtig spannend. Trotzdem wirkte alles auf mich sehr konstruiert. Musste Maria tatsächlich auch noch eines der Opfer persönlich kennen? Musste wirklich jede Nebenfigur noch eine eigene tragische Geschichte haben? Dadurch wurde der Lesefluss oft durchbrochen.
Ich mag normalerweise gerade diese Nebengeschichten, aber hier wurde es selbst mir etwas zu viel.
Und dann das Thema: Klar, der Krimi ist politisch (mag ich) und es ging um Kinder (funktioniert eigentlich immer). Aber auch hier wieder zu viel des Guten. Die Autorinnen moralisieren häufig und erklären immer wieder, warum das alles so schrecklich ist - bis auch die letzte Leser:in die Zeilen nur noch überfliegt.
Fazit: Ein dänischer Krimi mit einem spannenden, gut recherchierten Thema und einem interessanten Ermittlungsansatz. Doch leider von allem ein bisschen zuviel. Weniger als 569 Seiten hätten auch gereicht.

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