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Veröffentlicht am 30.05.2025

Der Strickzirkel ermittelt

Mord bei Schietwetter
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Nach dem Tod ihres Mannes zieht Sefa Pannkok wieder zurück nach Norddeich, den Ort ihrer Kindheit. Sie bewohnt eine kleine Einliegerwohnung im Haus ihres Schulfreundes Derk, einem pensionierten Kriminalhauptkommissar. ...

Nach dem Tod ihres Mannes zieht Sefa Pannkok wieder zurück nach Norddeich, den Ort ihrer Kindheit. Sie bewohnt eine kleine Einliegerwohnung im Haus ihres Schulfreundes Derk, einem pensionierten Kriminalhauptkommissar. Zusammen mit Edith, ihrer besten Freundin aus Schultagen, ist sie Mitglied des Strickzirkels, dem ferner die Strickfluencerin Rita, die patente und lebenslustige Gunda und Conni, Inhaberin der Wollstuuv, angehören. Als sechstes Mitglied komplettiert Derk die Runde, wobei sein Interesse mehr Sefa gilt als dem Maschenzählen. Als bei einem Treffen des Strickzirkels Conni entgegen ihrer Gewohnheit nicht auftaucht, wollen die fünf bei Conni nach dem Rechten sehen und machen eine schreckliche Entdeckung: Conni wurde ermordet. Ihre Strickfreunde sind fest entschlossen, die Polizei bei den Ermittlungen zu unterstützen. Als diese ihren Hinweisen jedoch eher halbherzig nachgeht, nehmen sie die Sache selbst in die Hand.

Ich bin schon länger ein Fan von Manuela Sannes Rosa-Fink-Reihe, und so war ich sehr neugierig auf das neue Cozy-Crime-Setting rund um einen Strickzirkel. Und meine Erwartungen wurden voll und ganz erfüllt: Der Fall ist spannend und unterhaltsam erzählt, mit einem feinen Sinn für Humor, und die liebenswerten Figuren wirken wie direkt aus dem Leben gegriffen. Das ist eines der Dinge, die ich an Manuela Sannes Krimis so sehr mag: Die Charaktere sind immer authentisch, und man hat beim Lesen den Eindruck, dass der Fall tatsächlich so passieren könnte. Ich habe mich beim Lesen auch sehr über die eingestreuten Sätze auf Plattdeutsch gefreut, die auch für mich als Bayerin sehr gut zu verstehen waren bzw. im Text direkt übersetzt wurden.

Ich habe Sefa, Derk, Rita, Edith und Gunda schon richtig ins Herz geschlossen und hoffe sehr, dass der Strickzirkel noch weitere Fälle lösen darf. Mein heimlicher Wunsch wäre ein Crossover-Krimi mit den fleißigen Stricker:innen aus Norddeich und Rosa und Sebi aus Dangast: Die knapp 100 km sind ja nur ein Katzensprung, und ich könnte mir alle lebhaft zusammen vorstellen.

Von mir volle 5 Sterne, und ich freue mich schon auf ein Wiedersehen mit den fünfen!

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Veröffentlicht am 29.05.2025

witzig, flott geschrieben und wunderschön illustriert: ein tolles Kinderbuch!

Krakadu
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„Mitgeklebt – was erlebt“ – dieses Motto gilt für Prof, den schlauen Seestern, der an der kleinen Krake Krakadu klebt. Die beiden sind ziemlich unterschiedlich, kabbeln sich gerne, sind aber im Grunde ...

„Mitgeklebt – was erlebt“ – dieses Motto gilt für Prof, den schlauen Seestern, der an der kleinen Krake Krakadu klebt. Die beiden sind ziemlich unterschiedlich, kabbeln sich gerne, sind aber im Grunde beste Freunde. Krakadu ist ein bisschen tollpatschig und der Prof weiß immer alles besser.

Das Buch besteht zum großen Teil aus herrlich witzigen, schlagfertigen Dialogen, die die Geschichte äußerst vergnüglich und lebendig machen. Manche Wortwitze oder Anspielungen werden Kinder ab 5 Jahren noch nicht verstehen (etwa Elvis-Tolle oder Fishfluencer), doch so haben auch die Erwachsenen oder älteren Geschwister beim Vorlesen ihren Spaß.
Unbedingt hervorheben möchte ich die wunderschönen Illustrationen von Lisa Nollenberger. Sie sie sind liebevoll gestaltet, sehr detailliert, schön bunt, aber nicht knallig. Manche erstrecken sich gar über eine komplette Doppelseite. Auch auf den Zeichnungen kann man bei genauer Betrachtung viele witzige Details erkennen.

Mich erinnert das Buch erinnert qualitativ etwas an die wunderbare "Karl-Heinz und Bisy"-Reihe von Kai Pannen, die unsere ganze Familie sehr liebt (hervorragende Illustrationen, sehr witzige Geschichte mit schlagfertigen Dialogen, zwei Tiere, die sich kabbeln, aber befreundet sind).

„Krakadu“ ist ein äußerst unterhaltsames Kinderbuch, das sich ab 5 Jahren zum Vorlesen eignet, an dem aber auch ältere Kinder während der gesamten Grundschulzeit ihren Spaß haben dürften. Auch als Erwachsene habe ich mich beim Lesen köstlich amüsiert. Genau so sollte ein gutes Kinderbuch sein! Wir würden uns über weitere gemeinsame Abenteuer von Krakadu und Prof sehr freuen und empfehlen „Krakadu“ rundum weiter!

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Veröffentlicht am 29.05.2025

Die Agenda hinter Trumps Politik

Der Masterplan der Trump-Regierung
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„Der Masterplan der Trump-Regierung“ beschäftigt sich mit dem Project 2025 der ultrarechten Heritage Foundation. Auch wenn Trump immer wieder Verbindungen zu dieser Gruppierung zurückweist, hat er bereits ...

„Der Masterplan der Trump-Regierung“ beschäftigt sich mit dem Project 2025 der ultrarechten Heritage Foundation. Auch wenn Trump immer wieder Verbindungen zu dieser Gruppierung zurückweist, hat er bereits in den ersten Monaten seiner zweiten Amtszeit viele Punkte, die in Project 2025 beschrieben sind, umgesetzt. Schlüsselpositionen wurden mit Personen besetzt, die der Heritage Foundation nahestehen und am Project 2025 wesentlich beteiligt waren.

Der Autor David a. Graham zeigt auf, welchen radikalen Masterplan die amerikanische Rechte verfolgt, und beleuchtet die Auswirkungen auf Gesellschaft, soziale Fragen, Wirtschaft, Klima, Außenpolitik, Energie, Umweltpolitik, Forschung, Immigration u.a. Hierdurch wird deutlich, wie gefährlich die aktuelle Regierung nicht nur für die amerikanische Gesellschaft, sondern für die gesamte westliche Welt ist. Die Entwicklung in Amerika dient zudem in vielerlei Hinsicht als Blaupause und als Katalysator für die Rechten in Europa.

Graham hat dieses Buch für den amerikanischen Markt geschrieben, daher ist an vielen Stellen ein gewisses Vorwissen über die amerikanische Politik und Gesellschaft hilfreich. Er liefert einen guten Überblick über die aktuellen Vorgänge und Zusammenhänge, geht allerdings nicht allzu weit in die Tiefe. Ich würde dieses Buch allen empfehlen, die sich ein Bild davon machen möchten, welche Agenda hinter Trumps Politik steht. Sehr lesenswert!

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Veröffentlicht am 26.05.2025

Ein echtes Schmuckstück!

Der alte Mann und das Meer
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„Der alte Mann und das Meer“ von 1951 ist eines der bekanntesten Werke Ernest Hemingways und trug mit dazu bei, dass ihm 1954 der Nobelpreis für Literatur verliehen wurde.
Santiago, der seit 84 Tagen ...

„Der alte Mann und das Meer“ von 1951 ist eines der bekanntesten Werke Ernest Hemingways und trug mit dazu bei, dass ihm 1954 der Nobelpreis für Literatur verliehen wurde.
Santiago, der seit 84 Tagen glücklose Fischer, fährt weit aufs Meer hinaus, entschlossen, einen großen Fang zu machen. Es beißt auch tatsächlich ein riesiger Marlin an, und es beginnt ein Kräftemessen zwischen dem alten Fischer und dem Tier, ein Kampf auf Leben und Tod.
Hemingway greift in dieser Novelle bekannte Motive aus seinen anderen Werken auf wie die Bewahrung der Würde im Scheitern und die Niederlage im Sieg. Aus heutiger Sicht recht veraltet erschienen mir seine Darstellung und sein Verständnis von Männlichkeit, das sehr stark dem Bild der damaligen Zeit entspricht.
Die Schmuckausgabe von arsEdition wurde von Jorghi Poll wunderschön illustriert. Bereits das Cover ist ein absoluter Blickfang in jedem Buchregal, und die ganz- bzw. doppelseitigen, sehr detaillierten Zeichnungen in kräftigen, aber sehr angenehmen Farben lassen Hemingways Text lebendig werden. Die vorherrschenden Blautöne sind perfekt gewählt, und die Szenen sind ausdrucksstark und dynamisch. Einzelne Textzeilen sind wellenförmig angeordnet und in blauer, kräftiger Schrift hervorgehoben.
Ich bin wirklich begeistert von der Gestaltung dieser Ausgabe, und hoffe, dass Jorghi Poll noch weitere Werke der Weltliteratur für arsEdition gestalten darf. Er hat hier ein echtes Schmuckstück geschaffen, das das Herz jedes Buchliebhabers höher schlagen lässt.

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Veröffentlicht am 25.05.2025

Nicht Lehanes bestes Buch

Moonlight Mile
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Die Neuauflage von „Moonlight Mile“ ist der sechste und abschließende Teil um das Ermittlerduo Patrck Kenzie und Angie Gennaro. Dieser nimmt thematisch Bezug auf den vierten Band „Gone Baby Gone“ und setzt ...

Die Neuauflage von „Moonlight Mile“ ist der sechste und abschließende Teil um das Ermittlerduo Patrck Kenzie und Angie Gennaro. Dieser nimmt thematisch Bezug auf den vierten Band „Gone Baby Gone“ und setzt 12 Jahre später an, als Amanda, damals vier Jahre alt, nun mit knapp 17 erneut verschwindet und ihre Tante Bea Patrick Kenzie wieder um Hilfe bittet, Amanda zu finden.

Für mich war dieser Band um Kenzie und Gennaro mein erster, und es ist problemlos möglich, diesen unabhängig von den Vorgängern zu lesen. Dennoch würde ich empfehlen, zumindest „Gone Baby Gone“ vorab zu lesen, um ein umfassenderes Bild der beteiligten Personen und der Vorgeschichte zu bekommen.

Dennis Lehane spart nicht mit sozial- und gesellschaftskritischen Anspielungen auf das Amerika der frühen 2000er Jahre (der Roman erschien im Original erstmals 2010) und lässt auch Patrick und Angie gereift und reflektiert erscheinen. Beide haben inzwischen geheiratet und eine vierjährige Tochter, die sie für ihre Gegner verwundbar macht. Sie haben Schwierigkeiten, finanziell über die Runden gekommen und Patrick ist gezwungen, moralisch fragwürdige Aufträge anzunehmen, um das Familieneinkommen zu sichern, während Angie einen Studienabschluss macht.
Ich kannte von Dennis Lehane bisher nur „Sekunden der Gnade“, und da mich dieser Roman sehr begeistert hat, war ich neugierig auf „Moonlight Mile“: Leider sprang hier der Funke bei mir nicht richtig über. Das mag sicher damit zusammenhängen, dass ich grundsätzlich kein ausgewiesener Fan von Hardboiled-Detective-Romanen und deren typischen Sprachstils bin. Die Sprücheklopferei nervt mich da eher. Mit Kenzie, Gennaro und alle anderen Charaktere dieses Falls wurde ich bis zum Schluss nicht warm, so dass mich die Geschichte nicht richtig fesseln konnte und ich mit keiner Person mitfieberte. Hinzu kommt, dass der Fall recht künstlich und konstruiert wirkt und ich gleichzeitig ab ca. zwei Dritteln des Buches eine Ahnung hatte, worauf es hinauslaufen würde.

Fazit: Für echte Kenzie & Gennaro-Fans ist dieser Reihenabschluss sicher ein Muss. Ich werde mich eher Lehanes weiteren Einzelwerken zuwenden.

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