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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.05.2023

Hervorragendes Debüt

So weit der Fluss uns trägt
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Die anfangs 17jährige Victoria lebt Ende der 1940er Jahre zusammen mit ihrem Vater, ihrem Bruder und ihrem Onkel auf einer Farm am Rande der Kleinstadt Iola in Colorado und muss seit dem frühen Unfalltod ...

Die anfangs 17jährige Victoria lebt Ende der 1940er Jahre zusammen mit ihrem Vater, ihrem Bruder und ihrem Onkel auf einer Farm am Rande der Kleinstadt Iola in Colorado und muss seit dem frühen Unfalltod ihrer Mutter auf der Farm viel mitarbeiten und auch den kompletten Haushalt führen. Eines Tages begegnet sie in Iola einem fremden dunkelhäutigeren Jungen, zu dem sie sich sofort hingezogen fühlt, der aber von allen anderen im Ort vehement abgelehnt wird. Victoria lässt sich in ihren Gefühlen nicht beirren. Sie ahnt nicht, welches Unglück bald hereinbrechen und sie zwingen wird, schmerzhafte Entscheidungen zu treffen, die ihr Leben für immer verändert werden.

Die Geschichte wird aus Victorias Perspektive in der Ich-Form erzählt und umfasst den Zeitraum zwischen 1948 und 1971. Victorias Schicksal hat mich sehr berührt, und ich habe beim Lesen oft innegehalten und überlegt, wie ich in dieser Situation, in dieser Zeit und unter diesen familiären und gesellschaftlichen Umständen gehandelt hätte. Stellenweise ist das Buch so tieftraurig, dass ich gelegentlich eine Pause eingelegt und das Buch entgegen meiner Gewohnheit über mehrere Tage gelesen habe.

Der Schreibstil des Buches hat mir besonders gut gefallen. Victorias Situation, ihre Gedanken und Gefühle und ihre Entwicklung sind sehr detailliert, lebendig und gut nachvollziehbar geschildert, Victoria war mir sofort sehr nahe und ich konnte mit ihr mitfühlen. Sehr ausführlich und stimmungsvoll beschreibt Read Shelley auch die raue und karge Landschaft Colorados und der Big Blue Wilderness.

Die Geschichte macht trotz vieler trauriger Momente Mut, auf die eigene Stärke zu vertrauen, die Hoffnung nicht aufzugeben und zu seinen Entscheidungen zu stehen. Er zeigt auch, wie wichtig es ist, genau hinzusehen, nicht vorschnell zu urteilen und hinter die Fassaden der anderen zu blicken.

Ich wurde auf das Buch eher zufällig aufmerksam und wurde absolut positiv überrascht - "Soweit der Fluss uns trägt" ist für mich ein wirklich bemerkenswerter Debütroman, den ich nur weiterempfehlen kann!

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Veröffentlicht am 09.05.2023

Grandios!

Elternabend
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Furios, aberwitzig, skurril, urkomisch, nachdenklich, kurzweilig, abwechslungsreich und höchst unterhaltsam - das alles ist für mich "Elternabend" von Sebastian Fitzek, der hier einmal nicht als Thrillerautor ...

Furios, aberwitzig, skurril, urkomisch, nachdenklich, kurzweilig, abwechslungsreich und höchst unterhaltsam - das alles ist für mich "Elternabend" von Sebastian Fitzek, der hier einmal nicht als Thrillerautor unterwegs ist, sondern auf neuen Wegen den Horror eines Elternabends aufs Korn nimmt, mit einem wendungsreichen und grandios abstrusen Plot verquickt und mit viel Wortwitz garniert.

Die einzelnen Charaktere sind wunderbar pointiert getroffen und herrlich überzeichnet, und vermutlich erkennt jeder Hörer und jede Hörerin die ein oder andere Person aus dem eigenen Erfahrungsschatz wieder. Auch ernste Themen wie Suizid, Mobbing und Depressionen werden aufgegriffen, wobei Fitzek auf Mark Twain verweist, demzufolge die verborgene Quelle des Humors nicht Freude, sondern Kummer sei.

Das ungekürzte Hörbuch mit einer Laufzeit von knapp 5 Stunden wurde von dem großartigen Simon Jäger wunderbar flott eingesprochen. Simon Jäger verleiht jeder Figur eine unverwechselbare Note und spricht sie so lebendig und mit so viel Spielfreude, dass ich voll in die Geschichte eintauchen konnte und alles lebhaft vor mir sah. Auch den humorvollen Unterton trifft er wirklich großartig, und ich habe dieses Hörbuch sehr genossen.

Ich kann das Hörbuch rundum weiterempfehlen und hoffe, dass Sebastian Fitzek noch viele weitere Nicht-Thriller folgen lässt!

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Veröffentlicht am 04.05.2023

Hervorragend!

Wolf
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Kemi wird von seiner Mutter zum Ferienlager im Wald angemeldet, da sie in den Ferien keinen Urlaub bekommen hat. Kemi ist alles andere als begeistert - mit Natur kann er nichts anfangen, Ferienlager im ...

Kemi wird von seiner Mutter zum Ferienlager im Wald angemeldet, da sie in den Ferien keinen Urlaub bekommen hat. Kemi ist alles andere als begeistert - mit Natur kann er nichts anfangen, Ferienlager im Wald klingt nach fiesen Insekten und Brennnesseln und nach Gruppenprogramm mit nervigen Kids aus seiner Jahrgangsstufe. Im Ferienlager ist Jörg sein Zimmergenosse. Jörg ist auch ein Außenseiter, gilt als uncool und wird von seinen Mitschülern gehänselt, insbesondere Marko und seine Kumpels  haben es auf ihn abgesehen und machen ihm das Leben schwer.

Nachdem ich bereits das Buch begeistert gelesen habe, war ich nun sehr gespannt auf das Hörbuch, das der Autor selbst eingelesen hat.

Zunächst brauchte ich einen Moment, um mich auf Sasa Stanisic einzuhören, aber nach ein paar Minuten war ich richtig in der Geschichte drin. Es gelingt Sasa Stanisic wunderbar, Kemis Erlebnisse im Zeltlager, seine Gedanken, Zweifel und Ängste auszudrücken und lebendig werden zu lassen. Sehr einfühlsam trifft er genau den richtigen Ton und die richtigen Worte, um Kemis Gefühlswelt spürbar werden zu lassen.

Einiges kam mir aus meiner eigenen Schulzeit bekannt vor, die teils verhängnisvolle Gruppendynamik, kleine Boshaftigkeiten und spöttische Bemerkungen, denen man ausgesetzt ist, wenn man irgendwie aus dem Mainstream ausschert. Wer anders ist, ist schnell aussen vor. Die Betreuer stehen hilf- und ideenlos dabei, sehen vor allem weg.

Zwischen Jörg und Kemi entwickelt sich eine leise Freundschaft, und Kemi lernt, sich seinen Ängsten zu stellen und sie zu überwinden.

Ein leises, sehr gelungen eingesprochenes Hörbuch über das Anderssein, über den Umgang mit Mobbing, über Freundschaft und Toleranz, und über den Mut, zu sich selbst zu stehen.

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Veröffentlicht am 30.04.2023

Spannende Ninja-Abenteuer warten!

LEGO® NINJAGO® – Die Suche nach den magischen Kräften
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Mein Sohn ist ein riesengroßer Ninjago-Fan, kennt bereits viele Ninjago-Bücher und war sofort hellauf begeistert, als er das neue Buch in Händen hielt. Er befühlte sofort das Cover und freute sich über ...

Mein Sohn ist ein riesengroßer Ninjago-Fan, kennt bereits viele Ninjago-Bücher und war sofort hellauf begeistert, als er das neue Buch in Händen hielt. Er befühlte sofort das Cover und freute sich über die Prägung bei den vier Ninjagofiguren. Natürlich wollte er sofort mit der Lektüre starten.

Das Buch enthält vier in sich abgeschlossene Geschichten, die ihrerseits aus 5 Kapiteln bestehen und in denen jeweils einer der Ninjas Kai, Zane, Jay und Cole im Mittelpunkt steht. Mehrere schwarz-weiße Zeichnungen ergänzen den Text. Durch die Einteilung in kürzere Kapitel und die etwas größere Schrift ist das Buch für Kinder ab der 3. Klasse ideal. Die Geschichten vermitteln die Botschaft, niemals aufzugeben, nicht den Mut zu verlieren und an sich zu glauben.  

Am Ende des Buches findet sich noch ein Glossar mit den wichtigsten Ninja-Begriffen, so dass sich auch ein Ninja-Neuling wie ich schnell zurechtfinden konnte.

Mein Sohn (9J) hat das Buch sofort verschlungen und war total begeistert.

Ein wirklich rundum gelungenes Buch für alle Ninjago-Fans und durch das schöne Cover auch ein perfektes Geschenk!

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Veröffentlicht am 30.04.2023

Sehr lesenswert

Willkommen in Auschwitz
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In "Willkommen in Ausschwitz" wurde eine Auswahl
an Erzählungen des polnischen Schriftstellers Tadeusz Borowski in neuer Übersetzung herausgegeben.

Ich habe in diesem Buch erstmals etwas von Tadeusz ...

In "Willkommen in Ausschwitz" wurde eine Auswahl
an Erzählungen des polnischen Schriftstellers Tadeusz Borowski in neuer Übersetzung herausgegeben.

Ich habe in diesem Buch erstmals etwas von Tadeusz Borowski gelesen und war zunächst verstört von seiner Art zu schreiben. Es dauerte daher eine Weile, bis ich mich in die Erzählungen eingelesen hatte. Dann wurde mir die Wucht und Stärke seines lakonischen, teils zynischen Schreibstils bewusst, mit dem er die Hierarchien der Häftlinge, die Normalität des Lageralltags und die Vernichtungsmaschinerie beschrieb. Die Erzählungen zeigen auf erschreckende Weise, wie dünn die Firnis der Kultur, der Moral und Menschlichkeit ist, unter der die Rohheit des Menschen verborgen ist.

Ein sehr wichtiges und lesenswertes Buch mit einem ausführlichen und hilfreichen Vorwort von Artur Becker.

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