Absolut fesselnd!
To Cage a Wild BirdZur Info: Dies ist der erste Band einer Reihe. Macht euch darauf gefasst, dass ihr weiterlesen wollen werdet.
Schreibstil:
Brooke Fast ist selbst Buchbloggerin und ganz vielleicht hätte ich ein paar ...
Zur Info: Dies ist der erste Band einer Reihe. Macht euch darauf gefasst, dass ihr weiterlesen wollen werdet.
Schreibstil:
Brooke Fast ist selbst Buchbloggerin und ganz vielleicht hätte ich ein paar Vorurteile gehabt, wenn ich das früher gewusst hätte. So habe ich es erst im Nachhinein erfahren und kann sagen: das Buch fühlt sich keineswegs nach einem Debüt an! Der Schreibstil ist klar und roh. Es brauchte hier nicht viele Wörter, um starke Emotionen ganz unterbewusst zu vermitteln. Ich mochte es, wie flüssig und spannend es geschrieben war und wie gut ich die Welt durch die Beschreibungen fassen konnte.
Die Geschichte: Tahereh Mafi meets Tribute von Panem & macht es zu was ganz eigenem!
Ich muss gestehen, dass ich mich nach den ersten Seiten gefühlt habe, als würde ich in eine bekannte Welt treten. Eine Mischung aus Bekanntem, die Spannung einzig darauf aufbauend, dass ich nicht wusste, wie genau das System dahinter verändert wurde.
Diesen Gedanken habe ich aber wirklich schnell verworfen, denn es wurde schnell zu etwas eigenem, das mich absolut fesseln konnte!
Erzählt wird aus zwei Perspektiven: Raven und Vale. Beide sind sehr bedächtig in dem, was sie aussprechen oder denken. Sie wirken fast distanziert. Vielmehr versteht man aber schnell, dass es Vorsicht ist, die die beiden zurückhält und damit hat man den Grundvibe des Buches: hier zählt jede Handlung, jeder Gedanke, jedes Wort für die Figuren.
Raven – Kopfgeldjägerin, ältere Schwester, beschützend & taff, aber auch distanziert
Man wird direkt in die Geschichte hineingeworfen und verfolgt Raven bei einer Verhaftung, die sie als Kopfgeldjägerin öfters durchführt. Zunächst fühlte ich mich dadurch natürlich etwas orientierungslos, aber ich war auch direkt in der Handlung drin, habe mir Gedanken gemacht, Vermutungen angestellt und war gierig nach jedem Fitzelchen Hintergrundinformation.
Diese kommen dann auch bald: Raven ist die ältere Schwester von Jed. Und der kommt in das Gefängnis, das den Tod bedeutet. Es ist keine Frage, dass sie ihm folgt. Und genau das beschreibt sie sehr gut. Raven tut immer alles für ihren Bruder. An sich selbst denkt sie selten. Beziehungen zu anderen Menschen sind Schwächen. Die taffe Kopfgeldjägerin wird zu schnell zu einer starken Figur, der ich gerne gefolgt bin, da sie selbst noch so viel zu lernen hat und viel Entwicklungspotential in ihr schwärte. Das bestätigte sich zum Glück auch. Ich habe gerne von ihr gelesen:)
Vale – empathisch, hilfsbereit, Gefühl für Unrecht & ein durchtriebener Denker
Wenn man nie weiß, ob man einer Figur gänzlich vertrauen kann, dann ist das potentiell schwierig, mit ihr Freundschaft zu schließen als Leser:in. Bei Vale allerdings zweifelt zwar Raven, ich war aber sofort von seinem Herzen überzeugt. Nicht nur, weil wir durch seine Perspektive direkt in seinen Kopf gucken können (was aufgrund der gut überlegten Informationsweitergabe auch nicht unbedingt Allwissenheit garantiert), sondern vor allem durch seine Taten und seine Beziehungen zu den Nebenfiguren der Geschichte. Ich mochte an ihm, dass er alles tut, was in seiner Macht steht. Dass er nicht zögert. Dass er immer einen kühlen Kopf bewahrt und Raven mit Gefühlen vertraut macht, die sie selbst nicht wahrhaben möchte. Und dabei geht es nicht nur um die Gefühle innerhalb ihrer Liebesbeziehung.
Ich fand einfach, dass er der Typ Kerl war, an den man sich anlehnen kann und weiß, dass man komplett in Sicherheit ist und der gleichzeitig alles für seine Freunde tut, ohne kopflos zu werden. Oh und nicht zu vergessen: der dabei auch noch unfassbar sexy ist. Wer könnte ihn nicht mögen? XD
Endlock – grausames Gefängnis, Schmelztiegel aller Emotionen, Ort für Freundschaften & Tod
Das Prinzip rund um Endlock, in dem sich Vale und Raven und all die anderen treffen, die ich ebenfalls sofort ins Herz geschlossen habe, ist grausam. Gleichzeitig war es für mich als Leserin aber auch erfrischend und super spannend. Irgendwie war es umso schlimmer, dadurch, dass die Insass:innen immer wieder in die Jagd geschickt werden. So lange, bis sie nicht mehr sind.
Für Raven ist Endlock aber auch der Ort, wo sie sich gezwungenermaßen mit Menschen auseinandersetzen muss und vor allem mit ihren Gefühlen zu ihnen. So entstehen Freundschaften, die Aufopferungsbereitschaft erfordern, und eine Liebe, die einen Vertrauensvorschuss benötigt. Es dreht sich nicht mehr alles nur um sie und ihren Bruder.
Man könnt jetzt mäkeln, dass alles ein wenig zu glatt im Gefängnis läuft. Alle kennen die passenden Personen, kommen an die passenden Informationen und haben das passende Wissen – aber ich persönlich fand das nicht so aufdringlich verharmlost. Vielmehr war ich so an die Seiten gebannt, dass ich voller Spannung mitverfolgt habe, wie alle Hoffnung sammeln und Niederschläge hinnehmen, um dann… ja, was? Wie endet es? Ich kann nicht so viel dazu sagen, ohne zu spoilern, aber ich kann sagen, dass sich diese Dystopie nicht ihrer brutalen Realität entzieht.
Liebe zwischen einer Insassin & einem Wächter – unmöglich, leidenschaftlich & voller Gefahren
Das Besondere an Raven und Vale ist, dass die Anziehung von Anfang an da ist. Es ist kein langsames Verlieben, es ist eine starke Anziehung zueinander, die immer stärker wird. Also wer gerne Romance liebt, kommt hier definitiv auf seine/ihre Kosten!
Ich fand es total gut aufgebaut, wie beide erst ihre Unsicherheiten zum jeweils anderen ablegen müssen und sich lernen müssen, zu vertrauen. Denn auch, wenn die Anziehung stark ist, so sind die äußeren Umstände keinesfalls leicht. Für die ein oder anderen mag die Liebesgeschichte hier fast zu viel Raum eingenommen haben, ich mochte es so aber richtig gerne. Es ist quasi eine dystopische Romance-Geschichte, die noch dazu richtiges Knistern liefert und es leicht macht, nicht nur mit der Haupthandlung, sondern auch mit den beiden Liebenden mitzufiebern.
Für mich war es passend und hat die gesamte Handlung sinnvoll ergänzt.
Der Handlungsverlauf – viel Planen, viele Rückschläge & emotionale Blocker
Ich weiß nicht so genau wieso, aber ich habe das Buch in einem durchgelesen. Für mich gab es keine Längen. Vielleicht aber vor allem deshalb, weil ich immer sehr viel Verständnis für emotionale Blocker aufbringe. Und die gibt es in diesem Buch an so mancher Stelle.
Das, was die Figuren in Endlock vorhaben, ist nicht an einem Tag geschafft. Man könnte das Buch fast als Kammerspiel bezeichnen, so stark konzentriert es sich auf diese eine Sache. Dadurch kann es auf einige vielleicht etwas langweilig wirken, schließlich kommen sie nicht voran. Für mich allerdings war es genau so passend, wie es war, denn ich fand es überaus authentisch erzählt. Zu ihrem Plan gehören viele Überlegungen, Informationssammlung und Ausprobieren – und das alles funktioniert natürlich nicht reibungslos. So gehört hier warten ganz natürlich dazu. Es hat mir Spaß gemacht zu lesen, wie sich nach und nach die Puzzleteile zusammenfügen. Immer mehr komplexe Hintergrunderzählstränge kamen hinzu und machten die Welt immer größer und verzwickter. Das bedeutete nicht nur mehr Power für diesen Band, sondern auch gehöriges Potential für die Fortsetzung, auf die ich schon sehr gespannt bin!
Fazit:
Für mich eine wirklich spannende Dystopie mit starkem Romance-Anteil, deren Figuren ich schnell ins Herz geschlossen haben und deren Schreibstil mich hat durch die Seiten fliegen lassen. Ich fand es sehr interessant, in die Welt von Dividum einzutauchen und nach und nach immer mehr über die Hintergründe und Menschen darin zu erfahren. Und dann noch das Knistern zwischen den Hauptprotagonisten… es waren einfach wirklich schöne Lesestunden!
Von mir gibt es 5 von 5 Sternen!
Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar!