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Veröffentlicht am 09.07.2024

Tolle Fortführung mit Powercouple

Coldhart - Deep & Shallow
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Meine Meinung:
Dank Lena Kiefers flüssigem Schreibstil ist man schnell wieder in der Geschichte drin und verfolgt die Protagonisten jeweils aus (fast immer) abwechselnden POVs. Nach dem Cut aus Band 1 ...

Meine Meinung:
Dank Lena Kiefers flüssigem Schreibstil ist man schnell wieder in der Geschichte drin und verfolgt die Protagonisten jeweils aus (fast immer) abwechselnden POVs. Nach dem Cut aus Band 1 ist Eli zu Anfang dieses Buches gar nicht in New York und arbeitet stattdessen als eine Art Detektiv – an seinem eigenen Verbrechen. Und da geht es tatsächlich Schlag auf Schlag. Er verfolgt Spuren, lässt uns gebannt miterleben, wie er jemanden verfolgt usw. Schon hier kann man also sehen, welch kriminalistischen Einschlag das Buch und generell die ganze Reihe hat. Im Vergleich zu WestWell (wenn man diesen denn ziehen möchte) wissen wir hier aber schon, wer der Übeltäter ist und das eröffnet ganz neue Möglichkeiten.

Felicity dagegen bleibt nichts anderes übrig, als ihr Leben einfach weiterzuleben. Auch, wenn ihr sämtliche Lebensfreude abhandengekommen scheint. Das Tolle aber an ihr ist, dass sie nicht mit Gram an Elijah denkt, sondern nach einer vernünftigen Erklärung sucht. So verrennt sie sich nicht in irgendwas und kann noch bedingt logisch denken. Das hat die Geschichte immer wieder sehr gut vorangebracht und ihr letztlich auch die Schärfe genommen, die wir bei einem Paar wie Felicity und Eli gar nicht brauchen. Denn eins sollte in Band 1 deutlich geworden sein: Die beiden lieben sich. Und dann braucht es schon mehr, als ein paar Lügen, um dies zu durchbrechen. Auf künstliche Dramatik wird hier also verzichtet, was ich immer sehr gutheiße.

Der Spannungverlauf ist trotz dessen zu Anfang etwas schwach. Ich habe circa ein Drittel des Buches gebraucht, um sagen zu können: jetzt zieht es richtig. Das lag wohl am meisten mit daran, dass die beiden ziemlich lange getrennt voneinander agieren. Sobald dann das erste richtige Gespräch wieder stattfindet, ist auch die Spannung sofort da und ich habe richtig mitgefiebert.

Obwohl die Grundidee die von Romeo und Julia ist, wird darauf nicht so lange rumgeritten. Die beiden sind sehr daran interessiert, ihren „Fall“ aufzuklären und die Ereignisse kommen Schlag auf Schlag. So geschieht das Annähern beinahe nebenbei und in winzig kleinen Schritten, was ich super fand. Die große Unsicherheit in dem allen ist wohl Felicity, denn sie wurde verletzt und muss nun entscheiden: Kann sie ihm verzeihen? Hättet ihr das Buch jetzt schon gelesen, wüsstet ihr, dass meine Frage nicht ganz unschuldig ist. So aber kann ich euch sagen, dass die beiden in alle Richtungen argumentieren, Verständnis füreinander aufbringen, Eli es keineswegs auf die leichte Schulter nimmt und Felicity sich von allen Seiten viel anhören muss, sie sich aber letztlich für ihren Weg entscheiden. Dafür, was sie fühlen und wie sie sich damit fühlen. Das ist so typisch Eli und Felicity, dass ich es nur loben kann. Ich fand es super, dass sie ihren eigenen Charakter bekommen haben und die Antwort auf einige Fragen einfach lautet: solange es ein Wir gibt. Und nein, von blauäugig kann hier keine Rede sein. Seid unbesorgt!

Ein wesentlicher Unterschied zu WestWell (sorry, ich muss das hier jetzt erwähnen, weil es einige von euch überzeugen wird) ist, dass die beiden schneller ehrlich zueinander sind. Ich habe echt den ersten Teil des Buches die Luft angehalten und gebetet, dass es jetzt nicht ewig so weiter geht. Geht es zum Glück nicht. Und auch die anderen Protagonisten (Helena und Jess, Trish und Logan, Elis Freunde usw.) bekommen ihren Platz in der Handlung. Das Universum „Coldwell“ ist mittlerweile so groß und sie alle sind hier präsent und zeigen uns ihre Beteiligung an dem Leben der anderen. Ihr könnt euch sicher denken, dass ich das großartig fand und nur begrüßen kann.

Und dann sind wir jetzt auch schon am Ende angelangt, denn wenn ich noch mehr schreibe, spoilere ich euch letztlich noch. Also: Das Ende kommt unerwartet. So viel kann ich sagen. Kein riesiger Cliffhänger, aber auch keine easy Regenbogensituation. Der Übergang zu Band 3 wird aller Voraussicht nach flüssig sein und ich bin schon sehr gespannt. Denn ähnlich wie bei Actionenfilmen, in denen der Verbrecher bekannt ist, sieht man manchmal anfangs nicht alles, was hinter diesem steht bzw. was er noch in petto hat. Also wird da wahrscheinlich noch so einiges kommen und auch Eli und Felicity haben noch viel aufzuräumen. Can’t wait!

Fazit:
Eine gelungene Fortsetzung, die zwar etwas brauchte, um mich wieder vollkommen in ihren Bann zu reißen, dann aber wieder mit seinen Protagonisten und der kriminalistisch angehauchten Story punkten konnte. Ich fand es super, dass es nicht ganz so viel hin und her ging und man als Leser:in dadurch fix an ein Vorankommen gelang und nicht so viel auf der Stelle trat. Loved it!

4 von 5 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 19.06.2024

Der Reihe die Krone aufgesetzt

Dark Sigils – Wen das Schicksal betrügt
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Zum Schreibstil:
Was Anna Benning einfach unheimlich gut kann, ist, uns bildhaft in eine Welt einzuführen und mitzunehmen, die sie komplett erfunden hat. Ja, es spielt irgendwie auch in London, aber hauptsächlich ...

Zum Schreibstil:
Was Anna Benning einfach unheimlich gut kann, ist, uns bildhaft in eine Welt einzuführen und mitzunehmen, die sie komplett erfunden hat. Ja, es spielt irgendwie auch in London, aber hauptsächlich geht es hier um die fiktive Welt des Mirrors und die hat ihre eigenen Gesetze. Ihre eigene Magie, ihre eigenen Magic Places, ihre eigenen Bewohner. Und an keiner Stelle ist es, als würde ich durch eine imaginäre Welt stapfen, sondern zu jeder Zeit habe ich ein genaues Bild davon vor Augen, wo ich mich gerade mit wem und was in der Hand befinde. Das ist außerordentlich, wie ich finde, denn die Welt, die sie hier schafft, ist mehr als komplex. Ganz nebenbei lässt sich ihr Schreibstil auch noch unheimlich gut lesen und transportiert super viele Inhalte einfach erklärt. Es ist jedes Mal ein Fest, eines ihrer Bücher zu lesen.

Zur Geschichte allgemein:
Jedes Mal, wenn ich einen neuen Band begonnen habe, brauchte ich immer ein paar Seiten, um wieder völlig einzusteigen. Einfach, weil die Welt so unheimlich komplex ist und auch, weil die Figuren ebenso brauchen, um mit den Cliffhängern der vorangegangenen Bände klarzukommen. So ist es auch hier. Rayne ist Mirrorlady, Adam hat noch nicht einmal mehr Kräfte und Adams Mutter ist vollkommen durchgeknallt und so gefährlich wie noch nie. (Wen ich hier jetzt spoilere, der liest die Rezension zum falschen Band.) Ähnlich wie wir Leser:innen jedoch dann fix wieder in die Geschichte finden, besinnt sich auch Rayne hier, denn es geht um alles. So stehen gleich wieder wichtige Entscheidungen an, die den ganzen Verlauf der Handlung bestimmen.
Vieles in diesem Band folgt einem Plan. Denn das ist es, was Rayne und ihre Freunde tun müssen: Sie müssen einen Plan schmieden, der für alle die Rettung verspricht, denn sie sind nicht nur für sich selbst verantwortlich, sondern für den kompletten Mirror und Prime gleich mit. Diese Verantwortung spürte man deutlich auf Raynes Schultern und dennoch lässt sie sich davon nicht unterkriegen. Sie bleibt wie gewohnt resolut, trotzdem unheimlich menschlich und zugänglich durch ihre Unsicherheiten und ihre Empathie. Das mochte ich schon immer an ihr und das zeigt sie auch hier wieder.

Während alle also einem großen Plan folgen, den Rayne verspricht, muss Rayne diesen mit ihren Freunden entwerfen. Und umwerfen. Und neu überdenken. Und an die Geschehnisse anpassen. Es geht ums Ganze, um das große Finale und das merkt man hier auf jeder Seite. Spannend daran ist wohl, dass natürlich nicht alles nach Plan funktioniert, sondern immer wieder etwas dazwischenkommt, was keiner vorhergesehen hat. Es tun sich Verräter auf, die Protagonisten lernen ihre eigene Welt noch besser kennen und die böse Widersacherin Leanora rückt immer näher.

Erstmals kommt Rayne dabei auch ihrem Vater immer näher. Das fand ich super, weil man nochmal viel mehr über die Vergangenheit erfuhr und begriff, wie weitreichend Geschehnisse, die hier zum Tragen kommen, schon angesiedelt sind. Nur ein weiterer Beweis für die großartige Komplexität, die Anna Benning in ihrer Welt geschaffen hat.

Und wieder, wie es meiner Meinung nach zu einem guten Fantasybuch gehört, gehört auch Schmerz zu dieser Geschichte. Ich glaube, ich habe in keinem der Bände bisher so gelitten wie hier. Und das, obwohl die Beziehung zwischen Adam und Rayne hier gar nicht mehr so viel Grund dazu gibt. Der Handlungsverlauf pulsiert einfach vor Lebendigkeit und spannenden Wendungen, die man nicht kommen sieht. Ich dachte wirklich, ich hätte mittlerweile alles verstanden, was die Welt so hergibt. Aber hier schmeißt sie alles nochmal um. Stellt die komplette Struktur der Sigils in Frage, stellt die Existenz des Mirrors in der Frage und geht geradezu im epischen Maße an ihre Welt heran, sodass man fast von Dekonstruktion reden kann.
Ich bin einfach nur staunend durch die Geschichte geflogen und war mehr als impressed, als am Ende alles zusammenpasst. Jeder Erzählstrang bündelt sich hier in einem Finale, das keine Fragen offenlässt und mich erstaunlich happy zurücklässt. Denn die Autorin hat für alles eine Lösung gefunden – ob gut oder schlecht, wir bekommen sie und können nur den Hut davor ziehen, wie grandios sie alles zusammenbringt, ohne, dass die Geschichte an Authentizität verliert.

Fazit:
Ein grandioser Abschluss für eine wirklich tolle Reihe. Die Autorin setzt ihrem World-Building, ihren authentischen Charakteren und ihrer spannend, lebendigen und komplexen Erzählung hier nochmal die Krone auf und lässt uns mit einem beinahe epischen Finale zurück. Ich habe nichts auszusetzen und kann nur sagen: Lest diese Reihe!

5 von 5 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 19.06.2024

Bully Romance meets Gossip Girl

Kings of Cypress Pointe - Sweet Revenge
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Schreibstil:
Jedes Mal wenn ich lese, dass es sich um ein Autorenduo handelt, denke ich, dass ich irgendwo merken müsste, wann wer schreibt. Aber so wie fast immer, ist es auch hier unmöglich zu erkennen. ...

Schreibstil:
Jedes Mal wenn ich lese, dass es sich um ein Autorenduo handelt, denke ich, dass ich irgendwo merken müsste, wann wer schreibt. Aber so wie fast immer, ist es auch hier unmöglich zu erkennen. Stattdessen kann ich sagen, dass der Schreibstil super flüssig und bildlich ist und man der Handlung sehr leicht folgen kann. Dazu kommt, dass es zwar Spice gibt, es damit aber auch nicht übertrieben wird und man trotz der offensichtlichen Anziehung die tieferen Gefühle spürt.

Zur Geschichte allgemein:
Erst einmal muss glaube ich bei dieser Geschichte dazusagen, dass es sich um Bully Romance handelt. Das heißt, dass wir es hier mit Hass, Rache und Mobbing zu tun haben, was nicht unbedingt für jeden was ist, bzw. auf jeden Fall einer Triggerwarnung bedarf. Ich persönlich wusste, worauf ich mich einlasse, weshalb es dann letztlich einfach meinen Erwartungen entsprach.

Jetzt aber richtig zur Geschichte. Sie beginnt mit einem Prolog, der ein paar Monate vor den aktuellen Geschehnissen passiert. Die erste Begegnung der Hauptfiguren und der Moment, in dem alles noch so easy ist und hätte sein können. Das ist ein typisches Motiv, das man immer wieder bei solchen Büchern findet und deshalb nichts besonderes. Hier hat es dafür gesorgt, dass man mehr an das Gute glauben konnte, was manchmal ganz gut war.
Ebenfalls vorneweg kommt dann aber auch der Grund für alle Missgunst in dieser Geschichte und auch da eine Vorwarnung, denn die ganze Story basiert auf einem Missverständnis. Ich persönlich tue mich mit sowas immer sehr schwer, weil wir doch mittlerweile alle Fans von offener Kommunikation und der daraus entstehenden Tiefe sind. Ich glaube aber, Bully Romance fragt manchmal nicht nach gesundem Menschenverstand, sondern nach Spannungen, die sich eben nicht so schnell auflösen lassen. So war dieses Missverständnis letztlich ein sehr guter Grund für all die kommenden Geschehnisse und schloss sich zum Ende hin als Motiv auch nochmal, sodass es nicht in Vergangenheit geriet. Das fand ich ganz gut, zumal es irgendwo auch für eine gewisse Spannung führte. Denn mit dem Missverständnis kommt ein riesiges Geheimnis zutage, dass sich nicht erklären lässt, so sehr wir und West es sich auch wünschen.

"Ich werde nicht zulassen, dass West Golden gewinnt. Jedenfalls nicht kampflos." – KINGS OF CYPRESS POINTE – SWEET REVENGE

Die Handlung nimmt dann erst richtig ihren Anfang. Hauptsächlich wird aus Blues Perspektive erzählt, die aus ärmlichen Verhältnissen stammt und deshalb schon früh Verantwortung übernehmen musste. Dazu ist sie aber auch unheimlich taff, selbstbewusst und schlagfertig, was die Handlung immer wieder zu ungeahnten Wendungen führt. Sie prallt nämlich ziemlich schnell auf den King of Cypress – den König der High School und seinen Brüdern. Und von Anfang an ist das eine explosive Paarung. Ich habe es wirklich geliebt, wie die beiden aufeinander losgehen, wie sie sich in Spielchen verwickeln, die , mal mehr mal weniger fair, entschieden werden und sich dabei auch nicht voneinander fernhalten können. Dabei blieb es sehr abwechslungsreich und auch unterschiedlich motiviert. Denn obwohl es West eigentlich darum geht, Blue das Leben schwer zu machen und Blue darum, sich zu wehren, ist es eigentlich ein Wettkampf. Es geht darum, wer dem anderen länger widerstehen kann. Und das merkt man auch in der Entwicklung dieser Spielchen, denn auch wenn keiner es richtig einsehen will, ändern sich die Methoden, werden sie seichter, überlegter und weniger ernst.
Ich mochte dieses Hin und Her zwischen den beiden überraschend gerne. Es wurde nie langweilig, weil man neugierig darauf war, wie weit sie jeweils bereit sind zu gehen und wann sie kneifen. Denn das tun sie irgendwann. Denn da sind Gefühle. Und die kann keiner von ihnen leugnen. So ist es ein Wettkampf, der in alle Richtungen pure Versuchung versprüht. Zwischen ihnen ist eine Spannung, die mich als Leserin an die Seiten gefesselt und auf einen guten Ausgang hat hoffen lassen.



"Er entzieht mir die Taubheit, das mentale Novocain, das mir geholfen hat, den ganzen Schmerz und das Elend durchzustehen. Er bringt mich dazu, allem ins Gesicht zusehen. Alles zu fühlen." – KINGS OF CYPRESS POINTE – SWEET REVENGE



Was ich auch ganz cool fand, war, wie diese Entwicklung sich auch auf den Background der beiden auswirkte. West schafft es mehr und mehr in Blues Leben zu finden. Wir lernen ihr Leben mit ihrem Vater und ihrer Schwester kennen, tauchen in ihre Vergangenheit ein und lernen einiges über ihre Motivation und ihre Hoffnung auf die Zukunft. Wests Verhalten scheint im Vergleich dazu geradezu albern und das war für mich irgendwie ein Knackpunkt der Geschichte. Denn klar, Wests Verhalten ist albern. Wenn er ein Problem hat, dann soll er es aussprechen usw. Aber wir wissen ja, Bully Romance und es wird auch begründet, warum es nicht so einfach ist. Gleichzeitig nimmt die Ernsthaftigkeit, die mehr und mehr durch das nähere Kennenlernen der Figuren Einzug nimmt, der Handlung etwas der Albernheit. Denn West merkt zum Glück, wann es zu viel ist. Wann er über Grenzen geht und wo vor allem die von Blue liegen. Deshalb ist es am Ende immer irgendwo noch in einem Rahmen, den man irgendwie vertreten kann und das fand ich sehr gut.

So erreicht diese Geschichte trotz des Settings eine erstaunliche Tiefe. Ich muss ehrlich zugeben, dass mich das High School Thema erstmal komplett abgeschreckt hat und ich erst im zweiten Moment auf das Buch angesprungen bin. Einfach, weil in der High School so viele Dinge wichtig sind, die mir nicht wichtig sind, bzw. auch niemals waren. Sowohl Blue als auch West wirken aber älter als das Setting es eigentlich vermuten lässt. Sie haben beide aufgrund ihrer familiären Situation mit ungewöhnlichen Situationen zu kämpfen und beweisen so im Laufe der Handlung mehr und mehr, dass sie über die kindischen Aspekte der High School schon hinausgewachsen sind. Wäre mein Empfinden in diesem Punkt nicht so, hätte ich es glaube ich nicht ertragen.

Was ich auch gut fand war, dass wir hauptsächlich aus Blues Perspektive lesen und West nur ergänzt. So blieb er stets geheimnisvoll und ein Stück weit unerreichbar – gleich einem König, wie er ja auch dargestellt wird.
Zudem mochte ich, wie die sexuelle Beziehung zwischen den beiden funktioniert. Was das betrifft, spielen sie nämlich nicht miteinander. Sie sind ehrlich, wenn auch auf komplizierte Art und Weise. So gibt es keine Lügen, was das betrifft, und auch keine unnötigen Eskapaden mit anderen Figuren. Stattdessen merkt man als Leser:in schnell, wie ein zartes Band zwischen ihnen entsteht, dass sich mehr und mehr festig. Weil zu erkennen ist, dass West nicht aus seiner eigenen Motivation heraus grausam ist, sondern eigentlich ein gutes Herz hat. Und weil Blue eigentlich an dieses Gute glaubt, ohne naiv zu sein.

Wenn ihr dieses Buch lest, werdet ihr euch übrigens nicht nur in West, sondern auch in seine Brüder verlieben. Ich war plötzlich auf den letzten Seiten und erst noch fest davon überzeugt, dass ich im nächsten Buch endlich erfahre, wie es mit dem PrettyBoy weitergeht. Stattdessen wurde mir bewusst, dass die Geschichte von West und Blue noch nicht zu Ende ist. Ich glaube, da kommt noch einiges auf uns zu, denn die Basis für etwas sehr Großes ist jetzt gelegt. Und doch ist da ein Cliffhänger, der plötzlich alles wieder in Frage stellt und die Beziehung der beiden sehr gut spiegelt. Am Ende bleibt wohl nur die Frage, wem West letztlich am meisten Vertrauen schenkt. Sehr spannend!
Und dann ist da auch noch ein Handlungsstrang in Blues Welt, der sich gerade zum Ende hin sehr öffnet und noch einige Spannungen verspricht. Ich habe schon ein paar Ideen, möchte aber nicht spoilern, also lest selbst:)

Ein kleines Highlight des Buches noch am Ende: Ähnlich wie bei Gossip Girl gibt es auch an der Cypress Pointe eine Queen of Gossip. Qween Pandora verbreitet zu jedem Kapitelanfang den neuesten Tratsch an die Schülerhaft der Cypress und alle anderen gleich mit. Das sorgt für eine ganz andere Dynamik zwischen den Figuren, weil Geheimnisse schnell herauskommen und weil auch Blues Exfreund beispielsweise mitbekommt, was an der Schule passiert. Eine coole Idee, um mehr Abwechslung zu schaffen und auch andere Figuren in dieses feste Konstrukt der High School zu integrieren.

Fazit:
Für mich eine Geschichte mit ordentlich Spannung. Sowohl sexuell als auch für meine Nerven, denn die beiden meinen es wirklich ernst mit ihrem Spiel. Bully Romance wie man sie kennt und doch so spannend und irgendwie auch tiefgreifend und gefühlvoll, dass man nicht aufhören möchte, zu lesen. Das Ende zerreißt einen und macht neugierig auf den nächsten Teil. Ich hoffe nur das Beste für die beiden, denn ich habe sie echt lieb gewonnen!

5 von 5 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 18.06.2024

Konnte mich nicht überzeugen

Der Vertraute
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Schreibstil:
Ich habe schon Bücher der Autorin gelesen und doch war es hier nochmal eine ganz andere Erfahrung. Zwar ließ sich alles flüssig lesen und ich mochte den düsteren Charakter, den die Erzählung ...

Schreibstil:
Ich habe schon Bücher der Autorin gelesen und doch war es hier nochmal eine ganz andere Erfahrung. Zwar ließ sich alles flüssig lesen und ich mochte den düsteren Charakter, den die Erzählung hatte, aber im Vergleich zu den anderen Büchern konnte ich hier vieles nicht richtig greifen. Der eher sachliche, ruhige Schreibstil hat dies nicht positiv beeinflusst, sondern mich über lange Strecken im Nichts gehalten. Das fand ich sehr schade. Dazu kam, dass die Mundart nicht zu dem Zeitalter passte. Das hätte ich für so ein historisches Setting authentischer gefunden.

Zur Geschichte allgemein:
Ich muss ehrlich gestehen, dass ich ohne Erwartungen an die Story gegangen bin und dann überrascht war, wie schwer es mir gefallen ist, in die Geschichte einzusteigen. Es sind erst einmal unheimlich viele Namen, die sich teilweise auch noch sehr ähnlich klingen, eine Protagonistin, die sich durch nichts besonders auszeichnet und ein Setting, dass zwar historisch interessant ist, aber nicht besonders ausgeschmückt wird. So habe ich sage und schreibe 200 Seiten gebraucht, um das erste Mal den „Sog der Geschichte“ zu spüren. Davor war es ein dahinplätschern.
Aber von Anfang an: Lucia ist eine Bedienstete in einem Herrenhaus in Spanien im 15. Jahrhundert. Sie wird als hässlich, dumm und einfältig dargestellt und es wird zudem noch herausgestellt, dass sie Jüdin ist. Da wir vornehmlich aus ihrer Perspektive lesen, konnte man aber nichts davon so richtig fassen. Sie wirkte nie dumm, dafür aber sehr verschwiegen den Leser:innen gegenüber. Ich konnte sie überhaupt nicht einschätzen und war auch nicht wirklich neugierig darauf, etwas zu erfahren, weil keine Andeutungen auf ein „Mehr“ gegeben waren.
Neben Lucia treten dann noch viel mehr Figuren auf, die alle mehr oder minder wichtig für die Geschichte sind. Es ist anfangs wirklich schwer, alle richtig einzuordnen, weil einige auch erwähnt werden und dann erst dreihundert Seiten später das nächste Mal auftauchen. Es war also eigentlich ein großes Durcheinander, in dem niemand so richtig interessant und fassbar war. Dazu kommt, dass es viele Perspektivwechsel gibt, die genau die Stimmen, dieser scheinbar unwichtigen Personen aufnehmen und uns ihre Seite der Geschichte erleben lassen.
Zum Glück wird dieses Wirrwarr mit der Zeit immer besser verständlich. Wie gesagt, nach ungefähr zweihundert Seiten steigt man langsam durch die Bedeutung all dessen und kann sich erstmals auf den Handlungsverlauf konzentrieren. Mir persönlich war diese „Einführungszeit“ so aber zu lang.

Besonders stechen ab dann Lucia als Hauptprotagonistin und Santangel, der Vertraute, hervor. Lucia selbst entwickelt sich rasant, nimmt uns aber nicht unbedingt mit in diesem Prozess. Sie wirkt Magie, bekommt auf einmal eine Schlüsselposition in der Geschichte, in der alle um sie herumschwirren, und deutet mehr und mehr an, dass sie mit viel Berechnung handelt. Diese Entwicklung an sich fand ich gut. Man hat endlich etwas gespürt: ihren unbedingten Willen, Freiheit zu erlangen. An diesem Ziel arbeitet sie konkret und beweist mehr und mehr, was sie dafür zu opfern bereit ist. Was ich nur schade fand war, dass man trotz allem keinen richtigen Zugang zu ihr bekam und vieles nur über sie las, ohne es ungesagt zu erkennen. Lucia wirkt, als stünde sie über der Handlung und hätte kein Interesse daran, uns Leser:innen daran teilhaben zu lassen. Das sorgt nicht unbedingt dafür, dass man sie sympathisch findet. Was dagegen ein wenig mein Herz erwärmt hat, war ihre Liebe für Santangel, die erst mit der Zeit entsteht, aber so ziemlich die einzige Konstante in der Geschichte ist, die einen mitfiebern lässt.
Santangel an sich ist wohl das Spannendste an der Geschichte. Er ist ein Vertrauter, vielleicht englisch ein familiar, jemand, der Magie kanalisiert und unterstützend zur Seite steht. Wem er zur Seite steht, ist der große Knackpunkt der Geschichte. Er verbirgt aber noch viel mehr Geheimisse und Sehnsüchte, die in der Beziehung zu Lucia ganz langsam und teilweise auch auf metaphorischer Ebene ans Licht kommen. Das fand ich tatsächlich ganz gut gemacht. Ein Slow Burn, wie man ihn sich passend für diese Zeit vorstellt und der sehr gut zur Szenerie und der allgemeinen Stimmung passte. So war die Beziehung der beiden für mich als einziges gut fassbar und hat mich gut unterhalten. Schade war in diesem ganze Konstrukt nur, dass der Begriff des Vertrauten nicht richtig erklärt wurde und nur auf vorausgesetztem Wissen fußte.

Das ist wohl auch das Grundproblem des ganzen Settings. Statt dass uns der historische Kontext erklärt wird und vielleicht auch eine Rolle spielt, bleibt es komplett im Hintergrund und nimmt quasi gar keinen Einfluss auf die Handlung. Auch fehlen sämtliche Beschreibungen zum Setting. So spielt alles vorrangig in den dunklen Häusern der Herrenhäuser und wenig an irgendeinem erkennbar historischen Ort. Das fand ich wirklich schade, weil man schon das Gefühl hatte, man würde den historischen Hintergrund komplett außer Acht lassen und befände sich in einem Fantasiekonstrukt abseits der wirklichen (intradiegetischen) Welt.
Einzig Lucias Zugehörigkeit zur jüdischen Konfession schien in Bezug auf den historischen Kontext nehmen zu wollen. Das hat aber nicht wirklich funktioniert, da auch hier sämtliche Erklärungen fehlten. Zudem hatte man nur begrenzt das Gefühl, dass Lucia sich überhaupt mit der Religion identifiziert. Es ist so wie mit allem, was Lucia betrifft: es wird über sie gesagt, aber man bekommt es nicht durch sie selbst zu spüren.

Und dann sind wir auch schon beim Thema Fantasy. Auch in dieses Genre wird das Buch eingeordnet und ja, es gibt definitiv Fantasieelemente. Das trickige an der Geschichte ist aber wohl, dass man die Grenzen und Möglichkeiten der Welt nicht definiert bekommt. Man hat keine verlässlichen Quellen darüber, wer Magie wirken kann und wer nicht und bis wohin Magie möglich ist. Stattdessen hat man Lucia, die definitiv irgendeine Art von Magie wirken kann sowie Santangel, der einem Fluch zum Opfer gefallen ist. An keiner Stelle im Buch konnte ich jedoch sagen: das müsste doch möglich sein oder das kann doch nicht möglich sein! Denn letztlich hatte ich keine Ahnung davon, was möglich ist und ob überhaupt noch irgendwer außer den beiden magisch ist. Meine Freundinnen fühlten sich von diesem Aspekt nicht so gestört, denn ja, die Grenzen der magischen Welt müssen nie komplett ausdefiniert sein. Immerhin will man sich ja auch überraschen lassen und Weiteres entdecken. Dadurch aber, dass man vielen „Magiewirkenden“ in dieser Geschichte nicht trauen kann und die Magie ohne Erklärung auf nur wenige beschränkt ist, hat man keinerlei Konstante, mit der man sich die Welt erklären kann. Dadurch rauschte auch dieser Aspekt wieder nur sehr unberührt an mir vorbei.
Ein eher typisches Fantasyelement dagegen ist das Turnier, an dem Lucia teilnehmen muss. Genau hier geht es um Magie und es wird schnell deutlich, dass Magie in diesem Rahmen stets Gott zugeschrieben und damit gedeckt wird. Was ich an sich ganz gut und sehr passend für die Zeit fand. Das Turnier selbst zeigte aber wieder wenig Raffinesse. Es wurde nicht richtig erklärt, Lucia stolperte eher zufällig dort hinein und mir fehlte bei so einem klischeehaften Element die neue Idee, die es spannend gemacht hätte.

So war es auch geradezu verrückt, wie das Turnier und damit fast die ganze Geschichte endete. Denn plötzlich wurden Figuren wichtig, die man noch gar nicht richtig kennengelernt hatte und war verstrickt in einen Komplott, der Motive abseits der Handlung um Santangel und Lucia enthielt. Mir war das alles recht weit hergeholt und durch die fehlende Anknüpfung an die Kerngeschichte auch nicht sehr überzeugend. Auch hier war ich wieder nur reine Beobachterin und habe mich letztlich gefragt, was mir das nun alles gebracht hat.

Das Ende passt dazu, denn letztlich hätte das Ergebnis auch jederzeit vorher entstehen können. Zudem hätte ich mir auch hier mehr Raffinesse gewünscht, denn alles, was die Geschichte besonders eindrücklich oder interessant hätte machen können, wurde hier einfach ignoriert. Stattdessen ist es ein Ende, mit dem man zufrieden sein kann, dass aber für mich nicht zur sonstigen Qualität der Autorin passte.
Nur eins kann man festhalten: Die „schlechten“ Figuren in diesem Buch bekommen ihr verdientes Ende, während die „guten“ Figuren eine positive Entwicklung durchmachen. Ein schwarz weiß Denken, dass zwar befriedigend ist, aber wohl sinnbildlich für die fehlenden Graufacetten dieser Geschichte steht.

Fazit:
„Der Vertraute“ und ich konnten nicht so richtig miteinander wahr werden. Erstens passten meine durch das Genre evozierten Erwartungen nicht zu dem tatsächlichen Inhalt der Geschichte und dann fehlte mir auch großteilig die Spannung und Detailverliebtheit. An vielen Stellen war es hinsichtlich der Charaktergestaltung, der Art und Weise des Erzählens und der Komplexität der Handlung meiner Meinung nach nicht ganz zu Ende gedacht, weshalb ich das Buch persönlich nicht unbedingt empfehlen kann.

3 von 5 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 09.06.2024

Fantasy hätte noch mehr sein können

Divine Rivals
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Schreibstil:
Den Schreibstil der Autorin fand ich wirklich schön. Er war geradezu poetisch, was sich besonders in den Briefen zeigte, die sich die Protagonisten hin und her schicken. Sie hat es sehr schön ...

Schreibstil:
Den Schreibstil der Autorin fand ich wirklich schön. Er war geradezu poetisch, was sich besonders in den Briefen zeigte, die sich die Protagonisten hin und her schicken. Sie hat es sehr schön geschafft, die düstere Atmosphäre einer Welt aufzugreifen, die von einem Krieg bedroht wird. So hatte man stets die Endgültigkeit einiger Situationen und Handlungen auch erzählerisch vor Augen. Alles scheint gewichtiger, viele heftige Themen integrieren sich scheinbar mühelos und Gefühle wiegen ganz anders.

Zur Geschichte allgemein:
FIGUREN – Ich war überrascht, wie ruhig die Geschichte startet und auch bleibt. Iris ist eine leise Protagonistin, die sich vornehmlich von der Liebe zu ihrem Bruder leiten lässt. Ansonsten ist sie eher unwissend und lebt von einem Tag in den anderen. Ich fand sie etwas flach in ihren Handlungen, da sie zwar durch die Settingwechsel und die Handlungen um sie herum zum Handeln gezwungen wurde, von ihr selbst aber nicht ganz so viel kam.

Roman ist ein wenig anders. Er ist anfangs auch sehr ruhig und beinahe gemütlich in seiner Bubble, entwickelt sich aber geradezu in einen Actionhelden. Er begibt sich in Gefahren, kämpft für das, was er liebt und ist im Gegensatz zu Iris etwas weitsichtiger. So fand ich seine Entwicklung über den Handlungsverlauf hinweg ganz gut gelungen.

LOVESTORY – Die Beziehung zwischen den beiden funktioniert beinahe andersherum. Erst aufregend, dann etwas langsamer. Es ist zunächst eine Rivals-to-Lovers Story, die dann in ein Slow Burn übergeht. Das hatte natürlich jeweils seine ganz eigenen Vor- und Nachteile. An dem Anfang mochte ich besonders, dass die beiden sich gegenseitig herausfordern und sich dabei immer wieder überraschen. Denn Iris Bild von Roman ist ziemlich schwarz-weiß und festgefahren. Ohne das Geheimnis der Schreibmaschinen hätte sich da wohl nichts bilden können.

HANDLUNG – Und da ist es auch schon, dass erste Magieelement: die Schreibmaschinen. Was ich etwas schade fand war, dass wir Leser:innen gleich wussten, wer Iris die Briefe schickt. Ich hätte es glaube ich schöner gefunden, wenn dort etwas Spannung aufgekommen wäre oder wenn noch jemand drittes mitgeschrieben hätte, schließlich gibt es ja drei.
Auf weitere Magie müssen wir dann erst einmal warten. Es wird zwar geradezu gemunkelt, dass es Götter gibt und diese einen Krieg ausgelöst haben/auslösen könnten, aber so ganz erklärt wird einem die Welt erst nach und nach und auch dann hatte ich bis zum Ende nicht das Gefühl, dass ich wirklich verstanden hätte, was es mit all dem auf sich hat. Die Handlung beschränkt sich sehr lange auf Iris‘ und Romans Gedankenwelt. Aus ihrer Liebelei, die erst einmal auch nicht viel mehr ist. Mir hat der Fantasyaspekt daher lange Zeit ziemlich gefehlt. Es wirkte in erster Linie historisch und hat sich erst auf den letzten Seiten einer Fantasyerzählung genähert. Das kollidiert natürlich etwas mit der Erwartung, die man beim Genre „Romantasy“ an das Buch hat.

Der historische Teil ist dafür sehr atmosphärisch und nahbar. Roman wie auch Iris treten dem Krieg eher blind entgegen. Das fand ich aber sehr authentisch, denn in ihrem Zuhause kriegt man tatsächlich nicht so viel davon mit und es scheint auch nicht wirklich jemand zurückzukehren, der berichten könnte. Und genau das ist auch ein thematisiertes Problem. Denn was berichtet wird, scheint beeinflusst bzw. entspricht nicht der ungetrübten Wahrheit. Mein kleines Amateurjournalistenherz hat dabei höher geschlagen, denn genau wie Roman und Iris wollte ich die Wahrheit ergründen. Und die scheint ja geradezu magisch. Hier hoffte ich dann wieder darauf, ein wenig mehr von den Fantasymomenten mitzubekommen, aber das blieb weitgehend aus.

Durch diese historische Herangehensweise wird die Lovestory aber auch auf ihre Art ganz besonders. Denn in dieser vergangenen Realität, ist man nicht einfach zusammen, liebt sich offen und hat Sex. In dieser vergangenen Realität gibt man sich ein Küsschen, wenn man ganz sicher ist, hat man Sex, wenn die Heirat im Raum steht und heiratet, wenn man Sex haben will. Also fernab von dem, was man in den heutigen Romance-Büchern so als „normal“ ansieht. So sind auch Iris und Roman ganz anders süß zusammen, wenn ihr versteht, was ich meine. Es geht gefühlvoll zu, gewichtige Worte werden getauscht, Gefahren für den anderen auf sich genommen und im Kontext der Rahmenhandlung auch viel Schmerz, der die Liebe zwischenzeitlich bittersüß werden lässt. Das fand ich wirklich toll an der Geschichte und hat mich sehr mitgerissen, auch, wenn der Umschwung von Rivalen zu Liebenden nach meinem Geschmack etwas zu ruckartig passiert.

Das ENDE war absehbar. Das erste Mal werden aber direkte Andeutungen zu den magischen Umständen gemacht, was auf den letzten Seiten nochmal viele offene Fragen aufgeworfen hat. Das ist natürlich super, weil man diese gerne durch den zweiten Band beantwortet haben möchte. Generell passiert auf den letzten Seiten super viel und super schnell. Ich war geradezu überrumpelt, weil vorher so wenig passiert. Es hätte mir glaube ich besser gefallen, wenn es ein bisschen verteilter gewesen wäre, sodass man auch im groben Handlungsverlauf mehr Spannung gehabt hätte. So wirkte es ein wenig, als versuche man noch schnell Neugier auf den nächsten Band zu erzeugen und gleichzeitig alle Erzählstränge zusammenzuführen, damit nichts lose bleibt.

Fazit:
Für mich war die Geschichte eine durchmischte Angelegenheit. Ich mochte die süße Liebesgeschichte, den kompletten Kontext und die Thematiken, die angedeutet und teilweise umgesetzt wurden. Die Idee hat auf jeden Fall Potential und wurde super schön erzählt, sodass man das Buch super flüssig lesen konnte. Ich fand es etwas schade, dass die Geschehnisse nicht so richtig auf den Handlungsverlauf verteilt schienen. Am Ende war sehr viel, in der Mitte fast gar nichts. Dadurch verlor es manchmal etwas an Spannung. Ich bin gespannt, wie der zweite Band wird, da dort dann eigentlich jetzt der richtige Fantasypart anfangen müsste, der hier noch etwas fehlte.

4 von 5 Sterne von mir.

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