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Veröffentlicht am 02.04.2024

Leiser Krimi mit viel Charme

Im Schatten des Thronfolgers
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Romane aus der k.u.k Zeit sind meist ja wunderschön, ein wenig opulent und recht gesittet. Doch keine Zeit ohne Verbrechen, Mord und Gewalt. Dieser Krimi von Christine Neumeyer zeigt uns die düsteren Seiten. ...

Romane aus der k.u.k Zeit sind meist ja wunderschön, ein wenig opulent und recht gesittet. Doch keine Zeit ohne Verbrechen, Mord und Gewalt. Dieser Krimi von Christine Neumeyer zeigt uns die düsteren Seiten. Ein Säugling wurde ermordet und heimlich bestattet. Nur durch Zufall wurde seine Leiche gefunden. So eine Leiche auf dem Grund des Thronfolgers Franz Ferdinand bedarf natürlich besonders sorgfältiger und bedachter Ermittlungen und da sind Polizeiagent Pospischil und sein Assistent Frisch aus Wien genau die richtigen.

Mir hat dieser Krimi wirklich gut gefallen, obwohl, oder vielleicht auch gerade weil er eher ein ruhiger Krimi war. Es dauerte nicht lang und ich war völlig in die Geschichte abgetaucht und rätselte fleißig mit. Die Charaktere waren wundervoll herausgearbeitet, egal, wie wichtig sie waren. Leider kenne ich die beiden Vorgängerbände noch nicht, doch dies hat meine Lesefreude nicht getrübt und ich hatte nicht das Gefühl, deswegen keinen Zugang zu den Ermittlern zu haben. Beide Ermittler passen hervorragend zusammen, weil sie unterschiedlicher kaum sein können und doch durch die gleiche Geisteshaltung verbunden sind.

Mir gefällt der ruhige, leise Ton des Krimis. Trotz Ermittlungen bleibt noch Zeit für Zwischenmenschliches und dem ein oder anderen Blick auf die damalige Zeit. Die Autorin hat wahrlich ein Händchen dafür, auch schwierige Themen wie Inzucht und Gewalt einfühlsam darzustellen.

Ich weiß nicht, wie es die Österreicher schaffen, sogar einen Krimi charmant zu erzählen, aber hier ist es wirklich gelungen und ich empfehle dieses Buch gern allen Freunden der leiseren Krimis weiter.

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Veröffentlicht am 20.03.2024

Absolut empfehlenswert

James
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James ist die Geschichte des Sklaven Jim, der uns aus Mark Twains Tom Sawyer und Huckleberry Finn bekannt ist. Dieses Buch erzählt uns also offen, ehrlich und oft schonungslos die Geschichte Jims und ich ...

James ist die Geschichte des Sklaven Jim, der uns aus Mark Twains Tom Sawyer und Huckleberry Finn bekannt ist. Dieses Buch erzählt uns also offen, ehrlich und oft schonungslos die Geschichte Jims und ich kann dieses Werk wirklich jedem wärmstens ans Herz legen.

Mit viel Liebe, Einfühlungsvermögen und Humor lässt Percival Everett Jim zu Wort kommen und bietet dem Leser so einzigartige Einblicke in eine Zeit, die wir doch zumeist aus der Sicht des weißen Mannes kennen. Jim ist intelligent. Er kann lesen und schreiben. Doch intelligent sein ist gerade für Sklaven gefährlich. Relativ am Anfang des Buches gibt es eine Szene, in der er den Kindern beibringt, wie ein Sklave zu denken und zu reden, um sie vor Problemen zu bewahren. Diese Szene, in der eigentlich so viel Bitterkeit mitschwingt, war so warm und humorvoll beschrieben, dass sie mir ein Lächeln ins Gesicht zauberte.

Die ganze Geschichte orientiert sich auch vom Aufbau stark an Tom Sawyer und ist doch so eigenständig, dass man sie problemlos genießen kann, sollte man das Meisterwerk nicht kennen.

Humorvoll, bissig, gesellschaftskritisch und fesselnd. Percival Everett schreibt so einzigartig und wundervoll, dass man sich am liebsten mit einer Tasse heißem Kakao und einer Decke zu ihm setzen will, um seinen Geschichten zu lauschen.

Dieses Buch verändert den Leser und ist absolut empfehlenswert.

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Veröffentlicht am 20.03.2024

Menopause und Mord

Morden in der Menopause
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Frauen in den Wechseljahren wird ja oft nachgesagt, dass sie schneller als gewohnt an die Decke gehen. Was, wenn man so heftig reagiert, dass dabei Tote entstehen?

Ich bin noch nicht in den Wechseljahren ...

Frauen in den Wechseljahren wird ja oft nachgesagt, dass sie schneller als gewohnt an die Decke gehen. Was, wenn man so heftig reagiert, dass dabei Tote entstehen?

Ich bin noch nicht in den Wechseljahren und in meiner Familie laufen die scheinbar auch immer recht glimpflich ab, dennoch finde ich, es ist absolut an der Zeit, so ein Buch zu schreiben. Wir begleiten Liv, die eine wundervolle Familie hat, mit all den Probleme, die jede Mutter kennt. Gerade zu Beginn des Buches habe ich immer wieder Sätze fotografiert und meinen Freundinnen über 40 geschickt, damit sie merken, wir sind nicht allein. Die meisten wollen dieses Buch jetzt auch lesen.

Liv bemerkt jedenfalls, dass ihr Nervenkostüm auch schon mal besser war und plötzlich pflastern Leichen ihren Weg. Gut, das ist vielleicht etwas übertrieben, aber es ist mehr als eine Leiche.
Jedes Kapitel wird mit Infos über die Wechseljahre eingeleitet. Man lernt also nicht nur, dass man nicht allein mit seinen Problemen ist und es in anderen Familien nicht besser ist, sondern man lernt sogar wirklich informative Dinge. Jedes Kapitel ist absolut humorvoll geschrieben, Liv ist eine herrliche Person und die Geschichte pendelt zwischen spannend und zum Schreien komisch.

Ich empfehle dieses Buch jeder Frau, nein, jedem Menschen, insbesondere denen, die „achtsam morden“ gern gelesen haben. Nie wurde Verständnis für die Menopause in eine so herrlich komische Geschichte gepackt.

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Veröffentlicht am 19.03.2024

Interessante Gespräche

Vom Leben und anderen Zumutungen
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Wer Giovanni die Lorenzos Interviews aus der Zeit kennt, der weiß, was ihn erwartet: Interessante Gespräche, die unter die Oberfläche blicken. Gespräche, die mit so viel Ruhe geführt werden, dass immer ...

Wer Giovanni die Lorenzos Interviews aus der Zeit kennt, der weiß, was ihn erwartet: Interessante Gespräche, die unter die Oberfläche blicken. Gespräche, die mit so viel Ruhe geführt werden, dass immer wieder überraschende Antworten kommen.

Ich gebe zu, ich kannte nicht jeden Interviewpartner, habe aber alle Gespräche gelesen und war fasziniert von den passenden Fragen, aber auch den Gesprächspartnern. Hier findet sich eine große Bandbreite von einem jungen Mädchen, das erwachsenere Antworten gibt als so manch Erwachsener, über Udo Jürgens, Bully Herbig, Bülent Ceylan, Angela Merkel bis zum Papst. Auch bei Recep Tayyip Erdogan fand die Lorenzo die richtigen Worte. Auch wenn dieses Gespräch alles andere als angenehm war.

Ein wirklich schönes Buch voller guter Gespräche. Ich kann mir vorstellen, dass es einigen Lesern zu sachlich, zu wenig emotional war, aber genau so müssen Fragen gestellt werden.

Veröffentlicht am 15.03.2024

Spannende Dystopie nicht nur für Jugendliche

Honesty. Was die Wahrheit verbirgt
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Ich habe dieses Buch in drei Tagen durchgelesen, weil ich, nachdem ich reingefunden habe, einfach nicht mehr aufhören konnte.
Honesty ist eine Dystopie. In der Zukunft müssen die Menschen Medikamente nehmen, ...

Ich habe dieses Buch in drei Tagen durchgelesen, weil ich, nachdem ich reingefunden habe, einfach nicht mehr aufhören konnte.
Honesty ist eine Dystopie. In der Zukunft müssen die Menschen Medikamente nehmen, die sie dazu zwingen, die Wahrheit sagen zu müssen und ihre Gefühle zu unterdrücken. Wer dies nicht tut, ist ein Liar und wird verbannt. Nachdem während Corona ja aus allen Ecken zu hören war, dass keiner mehr seine Meinung sagen darf und angesichts des derzeitigen Weltgeschehens finde ich die Idee hinter dem Buch fantastisch und deswegen habe ich mich, obwohl ich nicht zur Zielgruppe gehöre, sehr darauf gefreut.

Da dies der erste Band der Reihe ist, dient er vorallem dazu, die Welt, die Protagonisten und das ganze System kennenzulernen. Dies klappt auch vorzüglich. Es fehlt zwar ein kleiner Blick in die Vergangenheit, wie die Welt wurde, wie sie ist. Das hätte man für interessierte Nerds wie mich evtl in ein Nachwort oder so packen können, aber eigentlich wurden alle Fragen geklärt und ich bin bereit für weitere Abenteuer.

Die Geschichte ist mittlerweile wirklich spannend und endet mit einem Cliffhanger. Es bleibt also spannend und ich bin sicher nicht die einzige, die sich auf den Folgeband freut.
Für Fans von tribute von Panem.

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