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Veröffentlicht am 18.06.2025

Ein Buch für eine Nacht!

Der Weg – Jeder Schritt könnte dein letzter sein
1

Julia und Nicki sind beste Freundinnen, doch seit knapp einem Jahr haben sie aus verschiedenen Gründen kaum noch Kontakt. Dann taucht Nicki plötzlich auf, um Julia zu einem Junggesellinnenabschied der ...

Julia und Nicki sind beste Freundinnen, doch seit knapp einem Jahr haben sie aus verschiedenen Gründen kaum noch Kontakt. Dann taucht Nicki plötzlich auf, um Julia zu einem Junggesellinnenabschied der besonderen Art zu “entführen” - nur sie beide auf dem abgelegenen Kungsleden-Wanderweg für eine Woche. Die Stimmung zwischen den beiden ist allerdings angespannt und als die Freundinnen sich schließlich aussprechen wollen, werden sie unterbrochen. Kurz darauf Nicki ist weg und Julia verläuft sich - ohne Wasser, Karten, Kompass, Wechselkleidung und ausreichend Nahrung muss sich allein in der feindlichen Natur zurechtfinden, mit der nagenden Frage, was mit Nicki passiert ist.

Erzählt wird aus zwei Perspektiven: aus Julias und in Form von Tagebucheinträgen aus Nickis. Die beiden könnten kaum unterschiedlicher sein, Julia ist harmoniebedürftig und entsprechend fügsam. Sie gibt schnell nach, macht was andere wollen. Nicki ist sie selbst, auch wenn es für andere unangenehm ist und sie weiß sich durchzusetzen, meistens jedenfalls ...

Der atmosphärische, bildstarke Schreibstil, die rätselhafte Dynamik zwischen Julia und Nicki und die ereignisreiche Handlung sind absolut packend! Es gibt “verdächtige” Ereignisse, beunruhigende Andeutungen sowie offene Fragen, die wirklich neugierig machen, weshalb ich das Buch in zwei Zügen innerhalb eines Abends bzw. einer Nacht verschlungen habe! Das Setting ist genial: Der einsame Kungsleden-Wanderweg in Schwedens wilder, rauer Natur im Herbst ist der perfekte Rahmen für einen Survival-Thriller, und die Autorin schöpft das Potential voll aus! Die eindringlichen Schilderungen der Umgebung (ich konnte den kalten Wind und den Regen fast spüren) sowie Julias Leid angesichts ihrer Lage kommen hautnah an!

“Der Weg” ist ein nervenaufreibender Thriller voller düsterer Geheimnisse, entsetzlicher Erkenntnisse sowie erschütternder Wendungen, die meisten empfand ich jedoch als wenig glaubwürdig gestaltet, was mein Leseerlebnis zum Ende etwas trübte. Die unerwarteten Twists an sich sind großartig, ich finde nur, dass sie wenig plausibel umgesetzt sind.

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Veröffentlicht am 14.06.2025

Wenn die fabrizierte Social Media Persönlichkeit das Leben übernimmt ...

Like / Hate
1

Die Influencerin hier ist einerseits besonders, weil den “hässlichen Schein” wahrt, nicht den schönen! Sie ist ordentlich, würde gerne abnehmen sowie ihre Ansätze regelmäßig färben, doch sie gibt sich ...

Die Influencerin hier ist einerseits besonders, weil den “hässlichen Schein” wahrt, nicht den schönen! Sie ist ordentlich, würde gerne abnehmen sowie ihre Ansätze regelmäßig färben, doch sie gibt sich gezielt chaotischer und nachlässiger, um DIE nahbare Mama zu sein! Ihr Markenzeichen ist es, das Unperfekte zu zelebrieren und für alle Probleme Verständnis inklusive Trost oder Rat parat zu haben. Ich fand ihr kühles Kalkül dabei faszinierend verstörend! Andererseits sie typisch, weil sie sich ständig verbiegt, denn sie ist vom Wohlwollen ihrer Community bzw. Sponsoren abhängig! All das wird ausführlich geschildert, genau wie die Anforderzungen, die Mutterschaft, Ehe sowie Familie mit sich bringen, was psychologisch interessant und gesellschaftskritisch gestaltet ist – es sind nur keine Themen, die mich besonders interessieren.

Bei der Widersacherin handelt es sich auch um eine Mutter, die ebenfalls von Muttergefühlen und dem Familienleben erzählt, bei ihr geht es allerdings um Trauer, Verlust sowie damit verbundene Rachegelüste. Dieser Erzählstrang ist zwar rätselhaft, aber für mich irgendwie, so als würde eine Person es “unnötig spannend machen”, indem sie lange nicht zum Wesentlichen kommt.

Etwas Abwechslung gibt es durch den Ehemann der Influencerin, einen hadernden Schriftsteller, der, neben Ehe- sowie Familienherausforderungen auch von seinen Schreibproblemen berichtet.

“Like/Hate” ist lebendig und ausdrucksstark geschrieben, die Charaktere sind toll gezeichnet und die Handlung ist vielschichtig sowie raffiniert. Ich finde jedoch, dass sie oft schleppend voranschreitet, die Spannung kommt mMn viel zu kurz (nervenaufreibend wurde es für mich erst zum Ende hin) und das Motiv der Widersacherin empfand ich als wenig überzeugend, weshalb dieser Thriller meinen Geschmack nicht traf.

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Veröffentlicht am 11.06.2025

Die Reihe wird immer besser!

Der Donnerstagsmordclub oder Ein Teufel stirbt immer zuletzt (Die Mordclub-Serie 4)
1

Ein Bekannter Elizabeth, Steve, Joyce, Ron sowie Ibrahim, der Antiquitätenhändler Kuldesh, wurde ermordet, und Donnerstagsmordclub ist entschlossen den Mörder zu stellen. Doch Elizabeth muss sich einer ...

Ein Bekannter Elizabeth, Steve, Joyce, Ron sowie Ibrahim, der Antiquitätenhändler Kuldesh, wurde ermordet, und Donnerstagsmordclub ist entschlossen den Mörder zu stellen. Doch Elizabeth muss sich einer anderen, überaus schwerwiegenden Angelegenheit, befassen, weshalb die zuckersüße Joyce die Führung übernimmt! Bogdan, der Mann für alle Fälle, sowie die Polizisten Donna und Chris sind ja noch da, um zu helfen!?

Ich bleibe dabei: Die Reihe wird mit jedem Band besser! Dieses Mal geht es mMn allerdings bewegender, trauriger sowie düsterer zu als sonst, da einige ernste Themen, die die Donnerstagsmordclub-Leute persönlich betreffen, einfließen. Der wunderbar skurrile Humor, die kauzigen Figuren (Dynamiken), der komplexe Mordfall bzw. die aberwitzigen Ermittlungen und “Nebenbeschäftigungen” der Truppe sind jedoch wie gewohnt amüsant, unterhaltsam sowie packend – dieses Mal zudem, wie ich finde, besonders raffiniert und wendungsreich!

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Veröffentlicht am 09.06.2025

Ein origineller Spannungsroman!

Lauter kleine Lügen
6

Australien 1979, im Hochsommer: In einem vermeintlich idyllischen Vorort beseitig eine Hausfrau und Mutter mitten in der Nacht Blutflecken, denn ihr Ehemann hat gerade einen Nachbarn ermordet. Am Morgen, ...

Australien 1979, im Hochsommer: In einem vermeintlich idyllischen Vorort beseitig eine Hausfrau und Mutter mitten in der Nacht Blutflecken, denn ihr Ehemann hat gerade einen Nachbarn ermordet. Am Morgen, nach dem Kirchenbesuch, verbreitet sich die Nachricht von Antonio Mariettis Tod bzw. von dem grausigen Fund, der darauf hindeutet, dass er ermordet worden ist ...

Die junge Teenagerin Tammy, ein außergewöhnliches Mädchen, fand Antonio faszinierend und ist fest entschlossen herauszufinden, wer ihn ermordet hat! Doch in dieser Nachbarschaft gibt es, neben der Identität des Mörders, weitere heikle Geheimnisse, auf die man bei genauem Hinsehen stoßen kann ...

Es geht um Vorurteile gegenüber Migranten und gleichgeschlechtlicher Liebe, Frauenfeindlichkeit, Traumata, destruktive Familien, toxische Romantik sowie herzallerliebste Freundschaften!

Man ist direkt mitten im Geschehen und der lebendige, geistreiche, amüsante Erzählstil ist einfach unwiderstehlich: ich liebte das Tragisch-Komische daran, das Kopfkino, das er anregte, und die ausdrucksstarken Schilderungen der skurrilen Figuren(dynamiken)!

Sich abwechselnde Perspektiven und Einblicke in die Vergangenheit sorgen für Abwechslung sowie anhaltende Spannung, und die “bedeutsamen” Einschübe zum Thema Ameisenkunde sind zum Brüllen!

“Lauter kleine Lügen” ist ein origineller, facettenreicher Spannungsroman! Der eindrückliche, kreative Erzählstil, die psychologisch interessante, emotional packende, gesellschaftskritische, turbulente, Handlung, die kauzigen Charaktere bzw. ihr Miteinander, das Setting und die Zeitreise haben mich restlos begeistert: bestens unterhalten und bewegt! Was für ein tolles, gehaltvolles Werk!

Das Ende bzw. die Auflösung ist überraschend, es macht auf unkonventionelle Weise Sinn und regt zum Nachdenken an!

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Veröffentlicht am 09.06.2025

Von Luxus, Liebe & Leid

Lügner-Reihe, Band 1 - We Were Liars. Solange wir lügen.
1

Die Sinclairs (ein (Groß)Vater, seine drei Töchter, deren jugendliche & kleine Kinder sowie ein “Außenseiter”) verbringen jeden Sommer auf ihrer Privatinsel vor der Küste Neu Englands. Vor zwei Jahren ...

Die Sinclairs (ein (Groß)Vater, seine drei Töchter, deren jugendliche & kleine Kinder sowie ein “Außenseiter”) verbringen jeden Sommer auf ihrer Privatinsel vor der Küste Neu Englands. Vor zwei Jahren hatte die Teenagerin Cadence dort einen Unfall, an den sie sich nicht erinnern kann, und niemand will ihr wirklich etwas darüber sagen. Sie leidet seither unter quälenden Migräneanfällen, die ihr Leben verändert haben. Nachdem sie im Sommer nach dem Vorfall nicht auf der Insel war, verbringt sie den aktuellen wieder dort, und ist entschlossen herauszufinden, was passiert ist.

Erzählt wird aus der Perspektive von Cadence, auf sehr feinfühlige, intensive sowie kreative Weise! Es geht hauptsächlich um vier Jugendliche: um komplizierte romantische Gefühle, toxische Familiendynamiken, die Möglichkeiten und Schwierigkeiten von Teenagern, überprivilegierten Geldadel bzw. Klassismus sowie fehlgeleitetem Idealismus.

Cadence erkennt allmählich, dass die schöne Fassade in jenem verhängnisvollen Sommer Risse bekam, mit zerstörerischen Folgen ...

“We were Liars” ist ein beeindruckender, bedeutsamer und geheimnisvoll gestalteter Coming-of-Age-Roman mit sehr interessanten Charakteren: vielschichtig, bewegend, psychologisch interessant, klug, mutig, subtil humorvoll, überraschend sowie schmerzlich!

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