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Veröffentlicht am 26.11.2023

Abgefahren!

Stunde um Stunde
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Der lebendige, unterhaltsame Schreibstil, mit viel schrägem Humor hat mich sofort gepackt und nicht mehr losgelassen!

Die tragisch komische Thrillerhandlung ist absolut fesselnd, da aus drei, sich abwechselnden, ...

Der lebendige, unterhaltsame Schreibstil, mit viel schrägem Humor hat mich sofort gepackt und nicht mehr losgelassen!

Die tragisch komische Thrillerhandlung ist absolut fesselnd, da aus drei, sich abwechselnden, Perspektiven erzählt wird:

Ein Ehepaar dringt in ein forensisches Labor der Strafverfolgungsbehörde von LA ein, wo es drei Geiseln festhält, und die Polizei erpresst. Das Verschwinden ihrer 5-jährigen Tochter wurde nachlässig ermittelt und als Unfalltod durch Ertrinken abgetan, obwohl es keine Leiche gab. Nun kündigen sie an, Beweise zu vernichten, bis sie klare Antworten erhalten.

Die Polizeichefin Saskia ist mit einem SWAT-Team vor dem Labor und versucht die Lage einzuschätzen: Soll sie das Labor stürmen lassen, das Leben der Geiseln riskieren, aber die Beweise retten, oder das Wohlergehen der Geiseln priorisieren? Die erpresserischen Eltern und die Geiseln sind jedoch unberechenbar, sodass die Situation immer mehr außer Kontrolle gerät...

Lynette und Charlie tun sich gezwungenermaßen zusammen. Sie kommt frisch von der Polizeiakademie, wurde jedoch an ihrem ersten Arbeitstag gefeuert – wegen Charlie. Er hat einen verpatzen Undercover-Einsatz, der gewaltsam endete, hinter sich - wegen Lynette. Beide wollen den Eltern Antworten liefern bzw. den Fall für das LAPD lösen: Sie, in der Hoffnung dann wieder für die Polizei arbeiten zu dürfen. Er, um die zusammengetragenen Beweise seines Undercover-Einsatzes nicht zu verlieren, schließlich ist er fünf Jahre durch die Hölle gegangen und wäre fast zu Tode geprügelt worden.

Die einfallsreiche Handlung geht rasant, ereignisreich, skurril, aber auch derb sowie brutal von statten. Besonders die Zusammenarbeit zwischen der idealistischen Lynette und dem 20 Jahre älteren, zynischen, traumatisierten Charlie sprüht nur so vor amüsanten Auseinandersetzungen sowie schwarzem Humor!

Obwohl ich ein paar kleinere Handlungselemente nicht ganz plausibel fand, hat mich das Buch insgesamt begeistert. Die Charaktere sind ausgefallen und überzeugend gleichzeitig, außerdem konnte ich ihre widerstreitenden Motive nachvollziehen – alle sind verzweifelt, verfolgen eigene Ziele und verlieren auch mal die Nerven...

Zum Ende hin wird gibt es viele Wendungen, die bis zum letzten Kapitel für verblüffende Überraschungen sorgen!

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Veröffentlicht am 23.11.2023

Für mich ist hier das Setting die Hauptfigur!

Der Eisbrecher
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Olivia hat einen Nervenzusammenbruch, zeitgleich stirbt der Künstler, dessen Ausstellungen sie und ihr Freund, ein Kunstagent, betreuen. Seine Werke werden daraufhin begehrter und die beiden organisieren ...

Olivia hat einen Nervenzusammenbruch, zeitgleich stirbt der Künstler, dessen Ausstellungen sie und ihr Freund, ein Kunstagent, betreuen. Seine Werke werden daraufhin begehrter und die beiden organisieren eine Auktion auf einer Kreuzfahrt in die Antarktis. Doch Olivias Freund verpasst die Abfahrt in Argentinien, kurz zuvor war die Rede von Drohbotschaften und auch Olivia kommt bei einer Sicherheitsübung auf dem Schiff beinahe ums Leben...

Was ist hier los? Wer hat es warum die beiden abgesehen?

Und wie steht es um Olivias Belastbarkeit? Sie hat sich erst vor kurzem von ihrem Burn-Out erholt, außerdem hat sie aufgrund eines Jugendtraumas Angststörungen. Die vielen verschiedenen, mal vagen, mal konkreten, Bedrohungen während der Reise verstören sie zusätzlich. Ist sie dem Druck gewachsen die prestigeträchtige Kunst-Veranstaltung alleine zu einem Erfolg zu machen? Oder sollte ihre Karriere ihr geringstes Problem sein? Während eines Ausflugs auf das ewige Eis wird es schließlich lebensgefährlich...

“Der Eisbrecher” ist ein atmosphärischer, rätselhafter Spannungsroman, der meiner Meinung nach alleine schon wegen des faszinierenden Settings lesenswert ist!

Für meinen Geschmack hätte die Handlung ein bisschen mehr Tempo vertragen können und ich hätte mir die Spannung etwas intensiver gewünscht, die nebenhafte Bedrohungslage, die langsam, aber sicher Form annimmt, wirkt insgesamt dennoch mitreißend. Zum Ende wird es nervenaufreibend und überraschend...

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Veröffentlicht am 21.11.2023

Großartig!!!

Still
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In “Still” begleitet man die Wildtierbiologin Alex auf der Suche nach, in den USA eigentlich ausgestorbenen, Bergkaribus, die angeblich im Nordwesten des Landes wieder aufgetaucht sind.

Der Fund einer ...

In “Still” begleitet man die Wildtierbiologin Alex auf der Suche nach, in den USA eigentlich ausgestorbenen, Bergkaribus, die angeblich im Nordwesten des Landes wieder aufgetaucht sind.

Der Fund einer brutal ermordete Rangerin und eine vermisste Wanderin überschatten ihre Tätigkeiten in dem idyllischen Reservat sowie dem naheliegenden Nationalforst. Und was hat mit den “fliegenden Lichtern” auf sich, die Alex nachts regelmäßig beobachtet?

Außerdem wollen Holzfäller nicht, dass Alex Bergkaribus findet bzw. von ihrem Fund berichtet, schließlich ist mit der Abholzung des Primärwaldes, der Lebensraum des Karibus, viel Geld zu verdienen. Dann verschwindet noch eine Frau, das FBI rückt an und plötzlich geht für Alex um Leben und Tod...

Die Beschreibungen der Natur, Alex’ Tätigkeiten und die Fakten über die selten gewordenen Bergkaribus sind informativ sowie faszinierend gestaltet. Die Spannung baut sich langsam auf, die Begebenheiten werden immer rätselhafter, verstörender und die Zahl der Verdächtigen wächst...

Ich konnte völlig mühelos mit Alex mitfühlen, denn sie ist sehr sympathisch und ihre Leidenschaft für die Natur bzw. Wildtiere ist ansteckend.

Der Schreibstil ist atmosphärisch sowie bildstark, Alex' rustike, aber gemütliche Unterkunft, die Wälder und die Berge - ich konnte die Umgebung fast schon sehen, riechen, spüren. Zwei skurrile Freundinnen von ihr sorgen für amüsante Momente und ihre Belange werden toll mit der Haupthandlung verflochten.

“Still” ist ein abwechslungsreicher, packend und temporeicher Thriller: Es gibt viele Wendungen, Enthüllungen sowie Action – ich bin nur so durch die Seiten geflogen und zum Ende hin wird es grandios nervenaufreibend!

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Veröffentlicht am 19.11.2023

Genial - unbedingt lesen!

Stille Falle
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Der Aspekt Lost Places bzw. Urban Exploration ist wirklich toll in den zu lösenden Fall eingebaut und die Ermittlerin Leo ist eine “coole Sau”, zudem sehr interessant, da ihr kompliziertes Privatleben ...

Der Aspekt Lost Places bzw. Urban Exploration ist wirklich toll in den zu lösenden Fall eingebaut und die Ermittlerin Leo ist eine “coole Sau”, zudem sehr interessant, da ihr kompliziertes Privatleben ihr Berufsleben beeinflusst. Aufgrund ihrer speziellen Erziehung verfügt sie über besondere Fähigkeiten, wodurch sie den Neid ihrer mittelmäßigen Kollegen auf sich zieht.

Die verschiedenen Perspektiven (Leo als Erwachsene & Jugendliche, ein Opfer, der Täter, ein Jugendfreund von Leo & Leos Erzfeind) sowie Zeitebenen ergeben eine fesselnde, ausgeklügelte Handlung. Die herrlich düstere Atmosphäre wird durch skurrile Elemente aufgelockert, die wunderbar amüsant sind!

Leo wird offiziell aufgrund von Interessenkonflikten von den Ermittlungen zu zwei vermissten Studierenden abgezogen und als Krankheitsvertretung in eine andere Abteilung versetzt. Wie weitreichend ihre persönlichen Verbindungen zu dem Fall sind, ahnt jedoch weder ihre Vorgesetzte noch Leo selbst...

Leo landet in der Abteilung für in Ungnade gefallene Mitarbeiter. Hier kümmert sich ein kauziges, eigenbrötlerisches Team um groteske Fälle im Untergeschoss des Polizeireviers. Dabei geht es um Angelegenheiten, bei denen sie keinen Schaden anrichten können, um spinnerten Kleinkram. Doch Leo erkennt, dass ihr Vorgänger einer großen Sache auf der Spur war, die wahrscheinlich mit dem Fall zusammenhängt, von dem sie abgezogen wurde.

Hier stimmt einfach alles: Die vielschichtigen Ermittlungen werden durchgehend rätselhaft spannend geschildert, da es viele offene Fragen gibt, die nach und nach beantwortet werden. Die Charaktere sind großartig gezeichnet - außergewöhnlich und authentisch gleichermaßen - auch die Dynamiken zwischen ihnen sind packend gestaltet. Themen wie Vorverurteilung, Rassismus, Frauenfeindlichkeit, Mobbing, die Prepper-Szene sowie dysfunktionale Familien werden geschickt nebenbei in die wendungsreiche Handlung eingelochten. Der Schreibstil ist ungemein eindrücklich, sodass sich alles hautnah anfühlt und die kurzen Kapitel machen die ereignisreiche, temporeiche, nervenkitzelnde Handlung noch mitreißender, als sie ohnehin ist!

“Stille Falle” hat mich restlos begeistert, ich konnte es kaum aus der Hand legen - ich habe das Buch mit gut 500 Seiten innerhalb von 48 Stunden verschlungen!

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Veröffentlicht am 18.11.2023

Still & leise, aber raffiniert!

Was verborgen ist
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Ich fand die Spannung zwar bis kurz vor dem Ende ausschließlich subtil, aber da die Handlung ungemein atmosphärisch, vielschichtig und interessant gestaltet ist, hat mich das nicht gestört.

Der Schreibstil ...

Ich fand die Spannung zwar bis kurz vor dem Ende ausschließlich subtil, aber da die Handlung ungemein atmosphärisch, vielschichtig und interessant gestaltet ist, hat mich das nicht gestört.

Der Schreibstil ist grandios, die Autorin kreiert eine greifbar psychologisch beklemmende Stimmung und die rätselhaften Begebenheiten machen neugierig!

Das Ende zeigt wie genial ausgeklügelt die mehrfach überraschende Handlung ist, wenn die bitterböse Ironie des Schicksals zuschlägt...

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