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Veröffentlicht am 26.01.2024

Atemberaubend spannend!

Der Ausflug - Nur einer kehrt zurück
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Atemberaubend spannend!

Jeden Sommer fahren die Dauerverlobten Anna und Henrik mit ihrer gemeinsamen Dauersingle-Freundin Melina zum Wandern in den Norden Schwedens. Doch Anna verschiebt die Auszeit ...





Atemberaubend spannend!

Jeden Sommer fahren die Dauerverlobten Anna und Henrik mit ihrer gemeinsamen Dauersingle-Freundin Melina zum Wandern in den Norden Schwedens. Doch Anna verschiebt die Auszeit in der Natur von Juli auf September und dann stößt auch noch der neue, mysteriöse Freund von Melina kurzfristig dazu. Der eigensinnige Egozentriker beharrt auf eine herausfordernde Route durch die abgelegene, alpine Gebirgslandschaft des Sarek Nationalparks, obwohl sie aufgrund ihrer Unzugänglichkeit zu rau für durchschnittlich erfahrene Wandertouristen ist.

Wer ist fit - wer kann Kälte, Regen, Matsch, Sturm und Schnee ab? Wer schwächelt, ist aber zu stolz, um sich helfen zu lassen? Wer vergiftet die Stimmung, sieht sich jedoch als Opfer?

Schon bald kommen lang unterdrückter Groll und geheime Ängste an die Oberfläche, sodass schließlich bei fast allen die Nerven blank liegen...

“Der Ausflug” ist von Anfang an packend, denn die angespannte Stimmung, die aufgrund der vielen kleinen und großen Unstimmigkeiten zwischen den Figuren herrscht, entsteht bereits während des 1. Kapitels, und sie wird zusehends bedrohlicher. Der Schreibstil erzeugt eine greifbar beklemmende Atmosphäre, die Figuren sind absolut überzeugend und die psychologisch hoch interessante, fesselnde Handlung bietet viele großartige Wendungen!

Die Dramaturgie ist grandios, denn der Ausflug und das, was nach der Eskalation der Geschehnisse passiert, werden abwechselnd geschildert. Man erlebt, wie die Auszeit in der Natur Vorfall für Vorfall aus dem Ruder gerät und Anna schließlich schwer verletzt im Krankenhaus liegt, wo sie von der Polizei befragt wird. Wo sind die anderen? Wie geht es ihnen? Vereinzelte Einblicke in die Vergangenheit der Charaktere verdeutlichen Schritt für Schritt, wie es zu dem desaströsen Ausgang des Outdoor-Abenteuers kommen konnte.

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Veröffentlicht am 25.01.2024

Wie ein Film Noir!

Drei sind einer zu viel
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“Drei sind einer zu viel” knüpft an “Die Gerechte”, dem zweiten Roman von Peter Swanson, an, man kann das Buch jedoch unabhängig davon lesen, da entscheidenden Elemente zusammengefasst in die Haupthandlung ...

“Drei sind einer zu viel” knüpft an “Die Gerechte”, dem zweiten Roman von Peter Swanson, an, man kann das Buch jedoch unabhängig davon lesen, da entscheidenden Elemente zusammengefasst in die Haupthandlung eingestreut werden.

Henry, ein Möchte-Gern-Dichter, Ex-Englischlehrer, Ex-Polizist aktuell Privatdetektiv, ist immer noch gelangweilt bis verloren, impulsiv und obsessiv, was zu schlechten Entscheidungen führt: Er nimmt den Auftrag seiner ehemaligen Schülerin Joan an, obwohl er sie schon als Teenagerin suspekt fand. Er soll ihren Mann, der eine Affäre hat, beschatten, denn sie will Beweise für seine Untreue. Plötzlich stolpert Henry jedoch über zwei Leichen und der Tathergang erinnert ihn einen entsetzlichen Vorfall, der sich vor über zehn Jahren ereignete...

Verschiedene Perspektiven und zwei Zeitebenen entfalten die Wahrheit über Joan Stück für Stück...

Der Schreibstil ist flüssig und atmosphärisch, ich finde aber auch, dass Nebensächlichkeiten oft ausführlich geschildert werden, andererseits gibt es zusätzlich viele interessante philosophische Betrachtungen – banal, bedeutend, zur Stimmung beitragend - das ist wohl Geschmackssache.

Die Charaktere sind interessant bis faszinierend verstörend, allerdings fand ihr Verhalten manchmal wenig überzeugend.

Die Handlung ist rätselhaft, ausgeklügelt sowie wendungsreich, Spannung kommt für meinen Geschmack jedoch nicht so richtig auf. Schwarzer Humor hier und da fügt sich perfekt in die düstere, melancholische Grundstimmung dieses Thrillers ein, der meiner Meinung nach vor allem ein Psychogramm ist: Über Menschen, die ihren Platz im Leben nicht finden oder ihn finden, sich aber im Geheimen ausleben müssen, weil ihr Denken und Handeln zu sehr von den allgemeingültigen Werten der Gesellschaft abweicht...

Für Fans von “Die Gerechte” und dem Krimi-Genre Noir!

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Veröffentlicht am 18.01.2024

Atmosphärisch, düster, fesselnd

Der Pfad
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Cutters’s Pass in North Carolina ist ein Bergdorf, das man als Bermuda Dreieck der Südstaaten bezeichnen könnten, denn in dem Ort verschwanden innerhalb von 25 zwanzig Jahren sieben Menschen spurlos. Abby ...

Cutters’s Pass in North Carolina ist ein Bergdorf, das man als Bermuda Dreieck der Südstaaten bezeichnen könnten, denn in dem Ort verschwanden innerhalb von 25 zwanzig Jahren sieben Menschen spurlos. Abby ist vor zehn Jahren, nach einem schmerzlichen Verlust, hinzugezogen und fühlt sich der Gemeinschaft mittlerweile zugehörig. Als die Vermisstenfälle neu aufgewühlt werden, merkt sie, wie sehr die Gemeinschaft kritische Frage beiseiteschiebt, ausweichet, eine Mauer des Schweigens errichtet. Wie gut kennt Abby ihre Freunde und Kollegen? Lauert die Gefahr in den Bergen oder geht sie von Menschen aus?

“Der Pfad” bietet von Anfang an eine greifbar geheimnisvolle, düstere Atmosphäre und die sympathische Abby, die vor Feingefühl, diplomatischem Geschick sowie Pragmatismus nur so strotzt, schildert ihre Eindrücke (aus der Ich-Perspektive) mit viel Scharfsinn. Die zu Beginn eher ruhigen Geschehnisse werden bereits nach wenigen Kapiteln ereignis- und abwechslungsreich sowie packend.

Im Verlauf der Handlung lernt man Abby, die Abend- und Nachtmanagerin des rustikal luxuriösen Hotels Passage Inn, ihre zwischenmenschlichen Beziehungen, das Dorf Cutter’s Pass sowie die landschaftlichen der malerisch anmutenden, gefahrenvollen Natur immer besser kennen. Als Trey, der Bruder des vermissten Enthüllungsjournalisten, anreist und hartnäckig nachforscht, wird Abby gezwungen ihre Sicht der Dinge neu zu bewerten: Sie beginnt an dem kollektiven Mantra, dass es sich bei den vier Vermisstenfällen um unglückliche, zufällige Unfälle handelt, zu zweifeln.

Die Handlung erstreckt sich vom 3. August bis zum 3. September 2022 und ist in fünf Abschnitte unterteilt: In den ersten vier Teilen geht es um Erkenntnisse bezüglich einer vermissten Person bzw. Gruppe und es gibt faszinierende Einblicke in die Geschichte ihres Verschwindens. Der fünfte Abschnitt ist Abby gewidmet, die sich entscheiden muss, ob sie sich der liebgewonnenen Dorfgemeinschaft oder der Wahrheit verpflichtet fühlt...

Der eindrücklich Schreibstil, die brillant gezeichneten Charaktere und die mysteriöse, facettenreiche Handlung machen “Der Pfad” zu einem atmosphärischem, fesselnden Leseerlebnis! Die Auflösungen sind, nach vielen Irrungen sowie Kehrtwenden, überraschend und einfallsreich – ich fand allerdings nicht alle Elemente zu 100% überzeugend.

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Veröffentlicht am 12.01.2024

Atmosphärisch & geheimnisvoll

Die geheime Gesellschaft
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Das wunderschöne Cover gibt die die Geschehnisse perfekt wieder: Atmosphärisch und mysteriös.

Oktober/November 1872: Die jüngere Schwester der 23-jährigen Lenna wurde ermordet und da die Londoner ...



Das wunderschöne Cover gibt die die Geschehnisse perfekt wieder: Atmosphärisch und mysteriös.

Oktober/November 1872: Die jüngere Schwester der 23-jährigen Lenna wurde ermordet und da die Londoner Polizei kaum Interesse an der Aufklärung des Verbrechens zeigt, macht sie sich auf den Weg zu dem Medium Vaudeline in Frankreich, denn sie ist berühmt dafür, Morde auf unkonventionelle Weise aufzuklären.

Februar 1873: Vaudeline ist dem sittenstrengen England entflohen, um sich im liberaleren Frankreich, in Paris, eine Existenz als Spiritistin aufzubauen. Lenna wird schließlich Vaudelines Vertraute, obwohl sie sehr skeptisch gegenüber dem Übersinnlichen ist.

Dann führt ein aufsehenerregender Mord, der sich in London ereignete, beide wieder nach England. Der Vorsitzende der London Séance Society wurde ermordet und sie ermitteln in den “Heiligen Hallen”, die Frauen nur ausnahmsweise, zu bestimmten Bedingungen betreten dürfen. Dort werden sie mit verabscheuungswürdigen Machenschaften konfrontiert und Lennas parallele Nachforschungen bezüglich der Ermordung ihrer Schwester zeigen, wie wenig sie diese kannte.

Erzählt wird aus der Perspektive von Lenna sowie Mr. Morley, dem stellvertretenden Vorsitzenden der London Séance Society. Er “betreut” die beiden Frauen während ihres Aufenthalts in dem exklusiven Gentlemans Club.

Es hat Spaß gemacht ins viktorianische London, die Welt der Séancen sowie gefährliche, spannende Ermittlungen einzutauchen! Hier und da empfand ich die Geschehnisse mal kurz als etwas schleppen, außerdem wurden Bestandteile der Auflösung für meinen Geschmack zu früh erkennbar, dennoch gab es auch noch einige überraschende Wendungen für mich und insgesamt konnte mich dieser facettenreiche Mix aus historischem Roman, Geisterbeschwörungen sowie Murder Mystery gut unterhalten.

Das Nachwort bietet faszinierende (verstörende) Einblicke in viktorianische Trauertraditionen, den Ablauf von Beerdigungen, Rezepte zu Begräbniskeksen und Punsch sowie eine Anleitung zum Erstellen von Trickkerzen.

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Veröffentlicht am 07.01.2024

Lügen Labyrinth!

Twelve Secrets -
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Ben war acht Jahre alt, als er zwei Leichen im Wald fand: Sein 14-jähriger Bruder sowie dessen bester Freund wurden, scheinbar grundlos, von zwei gleichaltrigen Mitschülerinnen ermordet. Zehn Jahre später ...

Ben war acht Jahre alt, als er zwei Leichen im Wald fand: Sein 14-jähriger Bruder sowie dessen bester Freund wurden, scheinbar grundlos, von zwei gleichaltrigen Mitschülerinnen ermordet. Zehn Jahre später beging Bens Mutter völlig überraschend Selbstmord. Heute ist er ein preisgekrönter Investigativ-Journalist und als ein rätselhafter Mord neue Hinweise zu der Ermordung seines Bruders bzw. dem Suizid seiner Mutter liefert, beschließt er nachzuforschen.

Während der ersten paar Kapitel nimmt sich “Twelve Secrets” Zeit Bens Innenleben, entscheidende Punkte seiner Biographie sowie die melancholisch mysteriöse Stimmung wirken zu lassen. Der lebendige, intensive Schreibstil macht die beklemmende Atmosphäre greifbar und das idyllische Haddley (ein fiktiver, ländlicher Stadtteil Londons) bildet einen tollen Kontrast zu den düsteren Geschehnissen.

Dann sind da noch: Dani, eine Polizistin, die nicht weiß, ob sie Bens “Ermittlungen” hilfreich oder lästig finden soll. Holly, Bens beste Freundin aus Kindertagen, die viele schockierende Geheimnisse hütet. Nathan, ein junger Mann, der vor kurzen nach Haddley gezogen ist, um Antworten zu finden. Corrine, eine verschlagene Altenpflegerin, die zu schlechten Entscheidungen neigt.

Verschiedene Perspektiven deuten verhängnisvolle Verstrickungen an, die sich nach und nach entfalten. Die Spannung ist durchweg hoch, da die Zusammenhänge, die zur Auflösung führen, erst zum Ende hin deutlich werden.

“Twelve Secerts” entwickelt sich nach dem ruhigen Start zum ereignisreichen Pageturner. Es gibt viele Nebenfiguren, die eine entscheidende Rolle spielen, allerdings nicht sind, wer sie zu sein scheinen, sodass ich ein paar Mal nachgrübeln musste, um den Überblick über die persönlichen Verbindungen zu behalten oder die zahlreichen Enthüllungen einzuordnen. Die Polizistin finde ich unnötig und ihr tragischer Hintergrund ist für meinen Geschmack zu demonstrativ gestaltet. Das Motiv für die Ermordung der beiden Jugendlichen finde ich wenig überzeugend, dennoch ist “Twelve Secrets” wirklich lesenswert, da die undurchsichtige, ausgeklügelte, wendungsreiche Handlung absolut packend ist!

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