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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.09.2019

3,5 Sterne für eine gute Grundidee, mit Schwächen in der Umsetzung

Schattenblüte: Die Verborgenen
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Meinung:
Auf dieses Buch so wirklich aufmerksam geworden bin ich, wie so oft, durch das ansprechende Cover. Dem Klappentext zufolge erwartete ich dann eigentlich eine eher typische Jugend-Romantasygeschichte. ...

Meinung:
Auf dieses Buch so wirklich aufmerksam geworden bin ich, wie so oft, durch das ansprechende Cover. Dem Klappentext zufolge erwartete ich dann eigentlich eine eher typische Jugend-Romantasygeschichte. Die ich zwar teilweise dann auch erhalten habe, aber gleichzeitig hat mich dieses Buch einerseits positiv überrascht, da es mehr als das zu bieten hat, und andererseits auch etwas enttäuscht, da einiges von dem vorhandenen Potential nicht genutzt wurde.

Die Überraschung kam vor allem dadurch, dass der Roman von einer starken melancholischen, ja fast sogar düsteren Grundstimmung durchdrungen ist, die sich über den gesamten Roman hindurchzieht und dabei stets greifbar und authentisch bleibt. Die Themen, die Frau Melling in „Schattenblüte – Die Verborgenen“ anspricht, sind zumeist auch eher düster und schwerwiegend. So geht es viel um Tod, Trauer, Demütigungen und Verluste, aber gleichzeitig auch um Liebe und Freundschaft. Die Grundidee, die die Autorin für den Umgang mit diesen schwierigen Themen entwickelt hat, gefällt mir eigentlich ganz gut, da sie damit unaufdringlich zum Nachdenken anregt.

Dabei sind die Protagonisten auch facettenreich und tiefgründig erarbeitet. Man lernt Luisa sehr genau kennen und kann sich gut in sie hineinversetzten. Man spürt ihren Schmerz und ihre Verzweiflung. Auch Thursen lernt man im Laufe der Geschichte immer besser kennen.
Die Nebencharaktere bleiben teilweise etwas flach, bringen aber dennoch Abwechslung in die Handlung. Sie sind besondere Charaktere, aus denen man auch noch etwas mehr hätte machen können.

Fasziniert hat mich die Idee, die hinter der Verwandlung der Werwölfe steckt. Durch die Metamorphose vergessen die Betroffenen ihren Schmerz, ihre Sorgen und Ängste und können sich dennoch gegenseitig Halt geben. Doch leider war für mich nicht ganz offensichtlich, wie genau diese Wandlung funktioniert, weshalb ich mir dafür noch eine etwas genauere Erklärung gewünscht hätte.

Die Handlung selbst ist zwar ok, hätte aber auch besser umgesetzt werden können. Für mich war es vor allem sehr schwer nachvollziehbar, dass sich Luisa und Thursen so abrupt ineinander verlieben. Das ging mir einfach zu schnell, um die Tiefe und Bedeutung ihrer Gefühle glaubhaft wirken zu lassen. Außerdem passiert Streckenweise recht wenig, wodurch sich zwischenzeitlich eine gewisse Langatmigkeit breit macht. Doch dies macht die Autorin vor allem dadurch wieder wett, indem sie auch vor manch unvorhergesehener und tragischer Wendung nicht zurück schreckt und damit überrascht.

Auch der Schreibstil hat bei mir eher zwiegespaltene Emotionen ausgelöst. Die Sätze sind zumeist eher einfach, sehr kurz und ziemlich abgehackt. Das vermittelt manchmal ein etwas gehetztes Gefühl. Aber andererseits bedient sich die Autorin auch einiger schöner und passender Metaphern und Wortneuschöpfungen, die besonders hervorstechen.

Das Ende hat mir gut gefallen, aber noch besser hätte ich es gefunden „Schattenblüte – Die Verborgenen“ damit als Einzelband zu beenden. Aber dennoch bin ich nun gespannt wie es mit Luisa und Thursen weiter geht.

Fazit:
Ein Roman der mehr zu bieten hat, als man zu Beginn erwartet und mir vor allem von der Grundidee gut gefallen hat. Jedoch weist die Umsetzung einige Schwächen auf, da mir manchmal etwas ausführlichere Erklärungen fehlen. Schlussendlich konnte mich das Buch aber gut unterhalten, so dass ich gute 3,5 Sterne dafür vergebe.

Veröffentlicht am 07.09.2019

Nichts besonderes, aber lässt sich ganz gut lesen

Die Nächste, bitte
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Meinung:
Meine Erwartungen an den Roman, waren nun nicht besonders hoch. Der Klappentext verspricht eben eine typische, überzogene und humorvolle Liebesgeschichte, ohne großen Anspruch - und genau das ...

Meinung:
Meine Erwartungen an den Roman, waren nun nicht besonders hoch. Der Klappentext verspricht eben eine typische, überzogene und humorvolle Liebesgeschichte, ohne großen Anspruch - und genau das habe ich auch bekommen.

Die Geschichte wird dabei jeweils abwechselnd aus der Sicht von Paul und von Nella erzählt. Während Pauls Erzählungen in typischer Buchform geschrieben sind, werden Nella's Anteile eher in Form eines Tagebucheintrags mit Zeitangaben und Randverzierungen wiedergegeben. Dabei wirkt dieser Szenewechsel aber gut durchdacht und unterstützt den Leser dabei, einen Rundumblick der kompletten Geschichte zu erhalten.

Der Schreibstil ist in beiden Teilen zwar unterschiedlich, aber immer flüssig und leicht zu lesen. Die Geschichte bedient sich vieler Klischees und ist teilweise extrem sarkastisch. Zwischenzeitlich hat mich dieser Umstand auch öfters zum Schmunzeln oder Lachen gebracht. Und auch wenn man merkt, dass die Autorin sich wirklich Mühe gibt, vor allem gegen Ende, einige eher unvorhergesehene Wendungen zu integrieren, ist die Handlung selbst einfach platt und schafft es selten, für eine wirklich Spannung zu sorgen.

Die Charaktere sind sehr stereotyp und strotzen nur vor Klischees. Und dabei sind sie leider oft auch noch ziemlich unsympathisch. Vor allem Paul ist ein oberflächlicher Macho, der nur das Geld im Kopf hat und dem das Wohlergehen seiner Patienten völlig egal ist. Zwar verändert er sich im Laufe des Romans zumindest leicht, aber seine Bekanntschaft möchte ich trotzdem nicht machen.

Nella ist zwar etwas sympathischer, aber trotzdem ist es mir teilweise auch ziemlich schwer gefallen, mich in sie hineinzuversetzen. Und auch die Nebencharaktere erfüllen alle nur denkbaren Vorurteile. Zwar ist dies nicht tragisch, da man dadurch leichter über die ganzen Miseren lachen kann, aber es trägt eben auch nicht dazu bei, dass der Roman wirklich positiv hervorsticht.

Fazit:
„Die Nächste, bitte“, ist ein typischer Frauenroman, der sich ganz gut lesen lässt und dabei auch für den einen oder anderen Lacher sorgt. Jedoch ist die Handlung sehr seicht und die Charaktere zu klischeehaft um wirklich vollkommen zu überzeugen. Trotzdem hat mir das Buch einige sehr kurzweilige Lesestunden verschafft, weshalb ich solide 3 Sterne vergebe.

Veröffentlicht am 07.09.2019

Regt zum Nachdenken an, aber die Umsetzung hätte besser sein können

Bis du erwachst
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Meinung:
Als ich die Inhaltsangabe von „Bis du erwachst“ gelesen habe, hat sie mich sofort angesprochen. Denn eigentlich lese ich gerne ab und an mal so tragische Familiengeschichten, die einem in Erinnerung ...

Meinung:
Als ich die Inhaltsangabe von „Bis du erwachst“ gelesen habe, hat sie mich sofort angesprochen. Denn eigentlich lese ich gerne ab und an mal so tragische Familiengeschichten, die einem in Erinnerung rufen, wie kostbar und kurz das Leben ist, weil man das einfach viel zu oft vergisst.

Dementsprechend regt der Roman auch wirklich zum Nachdenken an. Doch leider hatte ich mit der Umsetzung teilweise meine Probleme.

Es beginnt schon damit, dass die ganzen Charaktere, abgesehen von Lena, zu Beginn einfach unglaublich unsympathisch und sehr klischeehaft sind. Lenas Schwestern sind gegensätzlicher, wie sie nur sein können. Millie, die Jüngste der Dreien, ist ziemlich hübsch, hat aber ein gewaltiges Männerproblem. Sie sieht in jedem Mann ihre große Liebe und klammert sich an sie. Außerdem ist sie arbeitslos und nimmt es mit der Disziplin und Pünktlichkeit nicht so genau. Die andere Schwester Cara passt eher in das Raster selbstbewusste Karrierefrau. Sie hat zusammen mit ihrem langjährigen Freund eine eigene Bar und sagt gern, wo es lang geht. Auch Michael lernt man zu Beginn als einen sich selbst bemitleidenden und unsympathischen Zeitgenossen kennen.

In Rückblenden erfährt man mehr über Lena und ihre Familie, ihre Ängste und Zweifel, wodurch man die ganze Situation mit der Zeit etwas besser versteht, aber dennoch fiel es mir oft schwer, wirklich mit ihnen mitzufühlen. Einerseits lag das wohl am Schreibstil der Autorin, der mir einfach etwas zu emotionslos war. Aber andererseits entwickelt sich der Roman einfach viel zu kitschig. Dabei mag ich kitschige und schnulzige Romane manchmal wirklich sehr gerne, aber hier läuft einfach alles zu glatt und geplant, wodurch man ziemlich bald weiß, wie der Roman enden wird.

Doch davon mal abgesehen lässt sich der Roman ganz gut lesen, und bietet dem Leser auch viele Weisheiten, die man sich ab und an verinnerlichen sollte.

Fazit:
Ein netter Roman für zwischendurch, von dem ich mir aber etwas mehr Tiefgang, mehr emotionale Überzeugung und eine etwas weniger vorhersehbare und kitschige Handlung gewünscht hätte. 2,5 Sterne

Veröffentlicht am 07.09.2019

Ein unglaublich fesselnder und überzeugender Fantasyroman

Jasmyn
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Meinung:
Ich muss zugeben, dass ich von diesem Buch vorher noch nie etwas gehört habe und der Kauf eher ein Zufall war. Jedoch ein sehr glücklicher, denn der Roman hat mich ziemlich sprachlos zurückgelassen.
Denn ...

Meinung:
Ich muss zugeben, dass ich von diesem Buch vorher noch nie etwas gehört habe und der Kauf eher ein Zufall war. Jedoch ein sehr glücklicher, denn der Roman hat mich ziemlich sprachlos zurückgelassen.
Denn „Jasmyn“ von Alex Bell ist ein ungewöhnlicher Roman, was sich schon im ersten Satz wiederspiegelt. Denn darin heißt es „Ein Buch wie dieses haben sie noch nie gelesen“. Eine ziemlich selbstbewusste Aussage, die mich zu Beginn eher skeptisch gemacht hat. Aber „Jasmyn“ bietet wirklich eine neue und atemberaubende Geschichte. Die Autorin verknüpft eher unbekanntere altdeutsche Sagen- und Märchenmotive von Bayrischen Märchenkönig Ludwig II zu einer spannenden, aber auch emotionalen Fantasygeschichte.

Schon ab der ersten Seite befindet man sich mitten in der Geschichte. Liam ist bereits verstorben und bei Jasmyn steht die große Trauer im Vordergrund. Sie kann es noch gar nicht richtig begreifen, dass ihr geliebter Liam nun nicht mehr bei ihr ist. Dabei erhält der Leser durch kurze, aber doch eindrucksvolle Erinnerungen einen guten Einblick und lernt die beiden etwas besser kennen. Doch dabei wirkt die Trauer stets unglaublich realistisch, was dem Roman eine gewisse Schwere verleiht.

Je weiter die Geschichte voranschreitet, desto mysteriöser wird es. Und viele der unheimlichen Erscheinungen sind überraschend dunkel, wodurch es auch teilweise leicht gruselig wird. Es werden immer neue brennende Fragen in den Raum geworfen, und man möchte unbedingt wissen, was da vor sich geht und wie alles zusammenhängt. Dabei bieten sich für den Leser viele Möglichkeiten sich Vorschläge für die Hintergründe zu überlegen, aber die Autorin überrascht dabei immer wieder mit solch unvorhergesehen Wendungen, dass ich in den seltensten Fällen mit meinen Vermutungen richtig lag. Und auch wenn am Ende manch kleinere Fragen doch unbeantwortet bleiben, ist die Geschichte um Liebe, Mystik, Gier und Hass in sich stimmig und einleuchtend und konnte mich bis zur letzten Seite fesseln.

Jasmyn ist eine ungewöhnliche Protagonistin, was nicht nur darin begründet liegt, dass sie eine Albino-Frau ist und deshalb vermehrt unter Komplexen leidet. Aber dennoch ist sie stark und steht zu ihrer Meinung. Man spürt auch, wie sehr sie ihren Mann geliebt hat und deshalb ist es auch verständlich, dass sie ihn immer verteidigt.

Aber die wirkliche Sensation ist Ben, aus dem man den kompletten Roman über nicht schlau wird. Er ist einerseits sehr distanziert, kalt und teilweise mit seiner arroganten Art sogar richtig verletzend, aber andererseits kann er selten auch freundlich sein. Er gibt immer nur kleine Teile des Ganzen Preis und man wird einfach nicht schlau aus ihm.

Der Schreibstil der Autorin ist angenehm und flüssig zu lesen. Doch erst zusammen mit der unglaublich spannenden und fesselnden Handlung ergibt das einen Roman, den man nur schwer aus der Hand legen kann.

Fazit:
Mit „Jasmyn“ erschafft die junge Autorin einen unglaublich fesselnden Fantasyroman mit einer unverbrauchten Geschichte rund um alte deutsche Sagengeschichten. Durch die stimmige Mischung aus Tragik, Mystik und Realität, sowie vielen unvorhergesehen Wendungen ist diese Geschichte ein echtes Highlight und bekommt wohlverdiente 5 Sterne. Es ist in meinen Augen ein unbedingtes Lese-Muss!

Veröffentlicht am 07.09.2019

Hat meinen Geschmack komplett verfehlt...

Working Mum
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Meinung:
Also eigentlich klingt die Inhaltsangabe von „Working Mum“ ziemlich ansprechend. Und auch die Kundenbewertungen von Amazon versprechen zumindest ein nettes Buch für zwischendurch. Und genau das ...

Meinung:
Also eigentlich klingt die Inhaltsangabe von „Working Mum“ ziemlich ansprechend. Und auch die Kundenbewertungen von Amazon versprechen zumindest ein nettes Buch für zwischendurch. Und genau das habe ich mir darunter auch vorgestellt, aber leider kam es ganz anders.

Ich kann es nicht viel anders ausdrücken, als, dass ich das Buch ziemlich schrecklich fand. Dabei spielen zwar verschiede Faktoren eine Rolle, aber am schlimmsten war für mich der Schreibstil. Die Sätze sind zumeist sehr kurz, wirken oft einfach wie aneinandergereihte Aufzählungen. Dazwischen gibt es aber auch immer wieder Sätze, die so mit unnützen Informationen verschachtelt sind, dass man sich schon sehr konzentrieren muss, um nicht den Faden zu verlieren. Aber das war für mich noch nicht Mal das schlimmste. Das schlimmste war, dass viele Sätze einfach unfertig wirken. Um einen vermehrten Satzbeginn mit „Ich“ zu vermeiden, wurde das Personalpronomen sehr oft einfach weggelassen und der Satz mit dem Verb begonnen. „Fange an….“ , „Schließe meine Augen…“ Das hat mich jedes Mal einfach nur richtig gestört.

Auch die Handlung ist leider ziemlich langweilig und langatmig. Vor allem das berufliche wird zumeist bis ins Detail beschrieben und viele Situationen wiederholen sich oft, oder sind sich zumindest sehr ähnlich, so dass man das Gefühl hat, andauernd das gleiche zu lesen. Zwischenzeitlich habe ich auch mal ein paar Sätze übersprungen, ohne dass mir irgendetwas gefehlt hätte. Leider kamen auch die witzigen Passagen bei mir nicht so wirklich an. Zwar gab es ab und an mal eine Stelle, über die ich zumindest schmunzeln konnte, aber das war echt selten.

Zum Schluss noch zu den Charakteren, die mich leider auch nicht überzeugen konnten. Kate wird als Protagonistin noch ziemlich ausführlich beschrieben, jedoch kann ich nicht sagen, dass sie mir sympathisch ist, oder ich mich mit ihr identifizieren konnte / möchte. Ich habe vollsten Respekt vor Frauen, die einen anspruchsvollen Beruf und auch noch Familie managen, aber dabei kommt es auch immer noch auf das Wie an und dabei kann mich Kate nicht wirklich überzeugen.
Die anderen Figuren können die Geschichte leider auch nicht beleben, denn sie bleiben den ganzen Roman über ziemlich blass, farb- und lieblos.

Fazit:
„Working Mum“ ist ein Roman, der meinen Geschmack komplett verfehlt hat. Ich habe ständig auf eine Besserung gehofft, welche aber leider nicht eingetreten ist und das Buch nur mit sehr viel Mühe zu Ende gelesen.