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Veröffentlicht am 24.08.2024

Viel düsterer und brutaler als erwartet, aber der Schreibstil ist einfach mitreißend

Skyhunter – A Silent Fall
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Meinung:
Seitdem ich vor einigen Jahren die „Legend-Trilogie“ der Autorin geliebt habe, war klar, dass ich nochmal eine Reihe von ihr lesen möchte.

Die Wahl ist nun auf „Skyhunter“ gefallen. Das Buch ...

Meinung:
Seitdem ich vor einigen Jahren die „Legend-Trilogie“ der Autorin geliebt habe, war klar, dass ich nochmal eine Reihe von ihr lesen möchte.

Die Wahl ist nun auf „Skyhunter“ gefallen. Das Buch klang erneut nach einem spannenden Auftakt. Und spannend ist das Buch auf jeden Fall, aber doch vom Setting her unerwartet düster und brutal. Die Geschichte spielt in einer Welt, in der von (scheinbar) unserer Zivilastion nur noch Reste übrig sind. Was genau passiert ist, weiß man nicht. Nur, dass die Karensa-Föderation sich als die rechtmäßigen Nachfolger sieht, über den Kontinent pflügt und ein Land nach dem anderen mit Krieg überzieht und einnimmt.

Mara ist das letzte freie Land und um sich gegen die Föderation und ihre grausamen Monster zu wehren, kämpfen die Elitekrieger Striker harte Kämpfe an der Front. Und die Kämpfe sind wirklich sehr detailliert beschrieben, vor allem zu Beginn und am Ende des Buches. Wenn da die „Geister“ beschrieben werden, schreckliche Wesen, die aus Menschen gezüchtet wurden, sollte man nicht zu zart besaitet sein. Und auch Opfer gibt es mehr als genug.

Dazwischen fand ich die Handlung recht interessant und wenig vorhersehbar, wenn auch manchmal etwas zu sehr auf Ehre und Regeln ausgelegt, vor allem dann, wenn man betrachtet, wie schlecht die Maraner die Flüchtlinge usw. behandeln.

Protagonistin Talin ist als Flüchtling eine besondere Strikerin, außerdem ist sie stumm. Sie muss sich nicht nur mit den Gegnern, sondern auch mit Anfeindungen der Maraner auseinandersetzen und ist sehr stark.

Aber auch die anderen Figuren sind interessant gestaltet und definitiv besonders. Die angedeutete Liebesgeschichte ist nur in ganz zarten Tönen und meist nur in kurzen Gedanken vorhanden, was ich aber auch gut fand.

Wirklich toll fand ich den Schreibstil der Autorin. Sie hat mich immer sofort mitgezogen, obwohl ich das Setting und manche Entwicklungen nicht ganz perfekt fand. Der Showdown am Ende ist wieder sehr brutal und endet auch mit einem Cliffhanger.

Fazit:
Ein Auftakt, der definitiv düsterer und brutaler war, als ich das erwartet hatte. Grausame Monster, eine harte Kriegswelt, und dann auch noch Anfeindungen von den Bewohnern, für die man kämpft. Dennoch hat die Autorin es mit ihrem genialen Schreibstil immer geschafft, mich sofort in die Geschichte zu ziehen und mehr erfahren zu wollen. Auch dank der seltenen und geschickt platzierten Lichtblicke. Die Handlung fand ich ganz spannend und mit einigen unvorhergesehenen Wendungen versehen, wobei ich manchmal auch etwas mehr erwartet hatte (z. B. Das Geheimnis hinter Talins Vater). Somit würde ich knappe 4 Sterne vergeben.

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Veröffentlicht am 19.08.2024

Bekanntes Muster - Spannend, aber etwas abgedreht...

Tödlicher Schall
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Meinung:
Mit diesem 5. Teil setzt der Autor seine Reihe spannend und bekannt fort. Auch dieses Mal wird es sehr persönlich für Protagonist Hegel. Denn, ein alter Studienfreund, der nochmal andere phonetische ...

Meinung:
Mit diesem 5. Teil setzt der Autor seine Reihe spannend und bekannt fort. Auch dieses Mal wird es sehr persönlich für Protagonist Hegel. Denn, ein alter Studienfreund, der nochmal andere phonetische Besonderheiten aufweist und zudem noch ein Synästhetiker ist, also Gefühle und Personen schmecken und in besonderen Formen sehen kann, will sich an ihm rächen und dabei in die Geschichte eingehen.

Er vergleicht sich selbst mit einem Superschurken, der gegen einen Superhelden kämpft und hat dafür keine Kosten und Mühen gescheut, um auch wirklich in Erinnerung zu bleiben. Jedoch gibt er Hegel auch eine Chance, ihn durch geschickte Kombinationsgabe aufzuhalten.

An sich war vieles wieder recht abgedreht und konstruiert, aber doch spannend und auch mit Wendungen versehen. Auch wenn ich mir das ein oder andere auch selbst schon denken konnte. Die phonetischen Besonderheiten waren wieder extrem interessant und gleichzeitig schwer vorstellbar. Es ist schon Wahnsinn, was da alles möglich ist. Und auch der Schreibstil war wieder flüssig und mitreißend.

Schön fand ich es, dass Jula endlich mal richtig hinter Hegel stand und nicht mehr an ihm gezweifelt hat und auch nicht so auf einem Ego-Trip war.

Hegel ist nach wie vor einfach ein undurchsichtiger Charakter mit vielen Geheimnissen.

Und auch für den Autor war es persönlich, da er die Erfahrungen aus seiner Bauchspeicheldrüsen-krebserkrankung mit einbringt.

Am Ende gibt es wieder einen unerwarteten Cliffhanger, der die Spannung für die weitere Fortsetzung hoch hält.

Fazit:
Eine gute, wieder sehr persönliche Fortsetzung für Protagonist und Autor. Erneut gibt es eine etwas abgedrehte und konstruierte Handlung, aber viel Spannung, einige Wendungen und wieder ein paar besondere Einblicke in das mysteriöse Feld der Phonetik. Das Buch hat sich wieder sehr gut lesen lassen und bringt am Ende erneut einen völlig unerwarteten Cliffhanger mit. Ich bin zufrieden und vergebe wieder solide 4 Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.08.2024

Ein etwas zu detaillierter, aber im Kern unterhaltsamer, medizinischer Historienkrimi, aber irgendwie im falschen Gewand...

Leichenraub
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Meinung:
Ich bin jetzt nicht der klassische Tess Gerritsen Fan, aber ein paar Bücher hab ich von ihr schon gelesen und die haben mir auch meistens gut gefallen.

Und auch „Leichenraub“ klang wirklich nach ...

Meinung:
Ich bin jetzt nicht der klassische Tess Gerritsen Fan, aber ein paar Bücher hab ich von ihr schon gelesen und die haben mir auch meistens gut gefallen.

Und auch „Leichenraub“ klang wirklich nach einer interessanten Geschichte, vor allem, da ich Erzählungen auf zwei unterschiedlichen Zeitebenen manchmal echt ganz gerne mag. Für viele Fans der Autorin, wird wohl auch die Anspielung auf die Pathologin Dr. Isles im Klappentext dafür sorgen, dass sie zu dem Buch greifen, aber da muss ich gleich sagen, dass dieser Auftritt wirklich kaum der Rede wert ist.

Und das trifft leider auch fast komplett auf die Gegenwartsperspektive zu. Diese ist nämlich wirklich unterrepräsentiert und spielt kaum eine Rolle. Klar „Protagonistin“ Julia beginnt ein neues Leben und macht sich nach dem erschreckenden Fund auf die Suche nach Antworten, aber prinzipiell werden diese Antworten recht ausführlich in der Vergangenheit gesucht.

In der Vergangenheit bekommen wir einen detaillierten Einblick in die recht erschreckende Zeit im Jahr 1830. Vor allem darin, wie Ärzte ausgebildet werden und arbeiten. Sehr schockierende Zustände, die man sich heutzutage, zum Glück, kaum noch vorstellen kann.

An sich ist die Grundgeschichte wirklich eindrucksvoll. Grauenhafte Mordfälle, die sich um ein neugeborenes Kind drehen, und dabei doch eine im Kern unterhaltsame Handlung mitbringen. Jedoch gab es für meinen Geschmack viel zu viele unnötige Details und insgesamt einfach auch viel zu viel Vergangenheitsanteil. Geschätzt 85 Prozent Vergangenheit und 15 Prozent Gegenwart. Deshalb sind die Wechsel auch nicht so ganz rund, weil einfach das Verhältnis nicht stimmt. Außerdem gibt es am Ende doch auch noch einen recht großen Fokus auf die entstandenen Liebesgeschichten, in beiden Zeiten. Wobei ich die von Norris sehr tragisch und berührend fand.

An sich mochte ich auch das Ende. Auf die Auflösung des Ganzen wäre ich nicht gekommen und wie gesagt, gibt es auch viel Tragik und zufriedenstellende Antworten. Und auch die medizinischen Einblicke waren durchaus interessant, bzw. ist mit Oliver Wendel Holmes auch die Einbindung einer wahren historischen Figur gut gelungen. Aber durch das ungleiche Verhältnis zwischen den Perspektiven hat es einfach nicht ganz rund gewirkt und ich habe nicht das erhalten, was ich erwartet hatte.

Fazit:
Eine spannende Ausgangslage und einige schockierende Details, aber so ganz rund ist die Geschichte nicht geworden. Da sie viel mehr in der Vergangenheit, als in der Gegenwart spielt, wirkt das Verhältnis einfach unstimmig. Eigentlich hätte die Autorin die Geschichte auch komplett in der Vergangenheit erzählen können, da es auch so eher ein medizinischer Historienkrimi wurde. Dieser ist ziemlich detailliert und trotzdem recht interessant, jedoch habe ich aufgrund des Klappentextes einfach was anderes erwartet! Insgesamt hatte ich zwischendurch auch meine Freude mit der Geschichte, auch dank der guten Sprecherleistung von Tanja Geke, fand die Zusammenhänge gut erarbeitet und mochte auch den wahren historischen Bezug, weshalb ich noch knappe 3,5 Sterne vergeben würde.

Veröffentlicht am 24.07.2024

Ein guter Abschluss dieser kleinen, süßen Reihe

Das kleine Bücherdorf: Sommerzauber
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Meinung:
Zum letzten Mal geht es nun in das kleine Dorf Swinton-on-Sea. Bereits am Ende von Teil drei hat sich angekündigt, dass es nun um Ann und ihre Geschichte gehen wird. Ann trifft nämlich auf ihre ...

Meinung:
Zum letzten Mal geht es nun in das kleine Dorf Swinton-on-Sea. Bereits am Ende von Teil drei hat sich angekündigt, dass es nun um Ann und ihre Geschichte gehen wird. Ann trifft nämlich auf ihre Jugendliebe Ray, der sie damals vor dem Altar hat stehen lassen. Etwas, was sie nie ganz überwunden und auch ihre Beziehung zu ihrem Ex-Mann Colin immer mit beeinflusst hat.

Ann ist recht verschlossen, was ihre Vergangenheit, aber auch ihre Gefühle und einen Teil ihrer Tätigkeiten angeht. Damit verletzt sie teilweise auch ihre Lieben, jedoch kann sie es mit der Zeit auch wieder ausbügeln. Sie macht sich viel zu viele Gedanken, was die anderen von ihrem geheimen Hobby und ihrer Vergangenheit denken könnten und wird auch von der Wiederbegegnung mit ihrer Jugendliebe ziemlich aus der Bahn geworfen.

An sich gibt es in diesem vierten Teil wieder das typische Swinton-on-Sea-Feeling. Vielleicht nicht so sehr, wie in Teil 1 und 3, aber doch immer noch gut erkennbar und fühlbar. Ich mochte die kleinen Wiedersehen mit den schon bekannten Figuren (auch wenn diese, für meinen Geschmack, noch mehr Fokus hätten bekommen dürfen), fand es richtig toll, dass auch ein paar Geschichten drum rum noch aufgeklärt und abgeschlossen wurden und fand auch die Entwicklungen in Anns Geschichte gut, auch wenn ich sonst Liebesdreiecke nicht so gern mag. Aber hier fand ich es nachvollziehbar und Anns Entscheidung am Ende richtig und gut.

Zwischendurch gibt es auch noch die kleine spannende Geschichte zu dem alten Brautkleid, deren Wendung ich mir dann schon denken konnte, die ich aber gut platziert fand.

Am Ende bestätigt die Autorin im Nachwort, dass dies wirklich der Abschlussband der Reihe sein wird. Auch wenn es bestimmt noch weitere interessante Geschichten hätte geben können, finde ich es auch gut, wenn ein Punkt gesetzt wird und dem Leser auch noch etwas Spielraum gelassen wird.

Und wieder hat Sprecherin Elena Wilms die Geschichte super und authentisch vertont.

Fazit:
Erneut eine interessante und süße Geschichte aus dem bereits bekannten und besonderen kleinen Bücherdorf. Anns private Geschichte ist recht interessant, bringt viel persönliche Entwicklung und auch ein Liebesdreieck mit, das ich aber nachvollziehbar gestaltet und gut aufgelöst fand. Drum herum gibt es noch ein paar interessante und nette Hintergründe und Entwicklungen, und auch wenn ich immer noch gerne etwas mehr von den früheren Protagonisten gelesen hätte, finde ich den Abschluss rund und konnte auch dieses Mal wieder etwas von dem besonderen Feeling spüren. Somit vergebe ich wieder solide 4 Sterne.

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Veröffentlicht am 22.07.2024

Ein ungewöhnliches Buch, mit eher nüchterenem Schreibstil und einem ganz besonderen Sog

Der Gesang der Flusskrebse
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Meinung:
Um dieses Buch gab es ja wirklich einen großen Hype. Zugegeben, ohne diesen hätte ich es wohl nicht in die Hand genommen, denn so ganz mein Beuteschema ist es ja nicht. Dennoch war ich neugierig, ...

Meinung:
Um dieses Buch gab es ja wirklich einen großen Hype. Zugegeben, ohne diesen hätte ich es wohl nicht in die Hand genommen, denn so ganz mein Beuteschema ist es ja nicht. Dennoch war ich neugierig, was so viele Leute begeistert hat und wollte mir selbst ein Bild davon machen und trotzdem schwang auch definitiv etwas Skepsis mit.

Und diese Skepsis hat sich zu Beginn auch wirklich erstmal verstärkt. Den Anfang fand ich schwierig, da der Erzählstil doch recht nüchtern und kühl ist. Außerdem hat Kya wirklich ein hartes Los bekommen. Verlassen von Mutter und sämtlichen Geschwistern, allein gelassen bei einem trinkenden und schlagenden Vater und eigentlich nur darauf aus, von jemanden geliebt zu werden.

Den Beginn fand ich also etwas stockend, aber mit der Zeit habe ich mich an diese besondere, etwas nüchterne Erzählweise gewöhnt und danach hat die Geschichte doch einen richtigen Sog entwickelt. Ich habe es genossen, Kya bei ihrem einfachen und so ehrlichen Leben zu begleiten, mit ihr gelitten, wenn sie wieder ungerecht behandelt wurde und mitgefiebert, wenn sie Unterstützung erhalten hat.

Neben der ausführlichen Erzählung von Kyas Kindheit und Jugend gibt es auch immer wieder Kapitel aus dem Jahr 1979, in dem eine Leiche aufgefunden wird und sich die Anzeichen verdichten, dass Kya ein Motiv gehabt haben könnte. Auch hier gibt es weiterhin die volle Dröhnung an Vorurteilen und Zuschreibungen, aber doch auch kleine Hoffnungsschimmer.

Klar, die 1960 Jahre in den USA waren andere Zeiten, aber trotzdem erinnert auch erschreckend viel an heute...

Prinzipiell ist die komplette Erzählung sehr detailliert und beschäftigt sich mit vielen vermeintlichen Kleinigkeiten und vielen leisen Tönen. Jedoch schlägt es gerade dann auch ein, wenn diese lauter werden und Kya z. B. nur aufgrund ihrer Herkunft abgelehnt wird, oder sich auf den falschen Mann einlässt, nur weil sie so einsam ist.

Anfangs und während des Mordprozesses waren es mir ein paar Details zu viel, jedoch haben diese in der Nachbetrachtung auch ihre Berechtigung, auch wenn ich sie persönlich nicht immer so ausführlich gebraucht hätte.

Schön fand ich, dass man die Geschichte auch wirklich zu Ende erzählt bekommen hat und sie definitiv was besonderes war und dabei auch ein paar wirklich tolle und besondere Charaktere geschaffen wurden.

Fazit:
Wirklich ein besonderes Buch, das den großen Hype schon ziemlich verdient hat. Die Geschichte wird eher kühl, nüchtern und unaufgeregt erzählt und beschäftigt sich viel mit Details, aber trotzdem erzählt sie vom Leben, von Besonderheiten und Ungerechtigkeiten und entwickelt einen ganz besonderen Sog und viel Tiefe. Vor allem zu Beginn und während des Prozesses war es mir etwas zu detailliert, aber prinzipiell hat mich die Geschichte sehr berührt und zum Teil auch schockiert und ich vergebe sehr gute 4 Sterne.

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