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Veröffentlicht am 08.01.2024

Der Sperling fliegt weiter

Das Vogelmädchen von London
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"Das Vogelmädchen von London" von Mat Osman habe ich als Hörbuch gehört, ungekürzt und sehr passend gelesen von Tabea Hilbert .
Die Hauptrolle in diesem Buch hat eigentlich London inne, das historische ...

"Das Vogelmädchen von London" von Mat Osman habe ich als Hörbuch gehört, ungekürzt und sehr passend gelesen von Tabea Hilbert .
Die Hauptrolle in diesem Buch hat eigentlich London inne, das historische London von 1601. Wir lernen es von hoch oben über den Dächern kennen, vom Boot aus und von den schmutzigen Straßen und Gassen.
Dann haben wir noch Shay, das Vogelmädchen, die wahrsagt und mit den Vögeln spricht und Nonesuch, der Star des Blackfriars-Theaters. Eigentlich besteht diese Theatergruppe aus Jungen, die den Adel mit Theaterstücken und anderen Gefälligkeiten gegen Kost und Logis bei Laune halten müssen.
Fantastische Momente gibt es auch in diesem Buch, aber ich habe diese nur als schmückendes Beiwerk empfunden. Wichtig hier war die Entwicklung der Freundschaft und Liebe zwischen den Protagonisten und das überleben in diesen schwierigen Zeiten. Shay musste irgendwann auch der Königin wahrsagen, was für sie und die Truppe nicht ohne Folgen bleibt.
Ich hatte Probleme, am Buch dranzubleiben, das kenne ich so von mir nicht. Aber mir fehlte hier die Spannung und was mit den Protagonisten geschieht, blieb mir weitestgehend gleichgültig. Hier schaffte es der Autor nicht eine Beziehung zwischen Leser und seinen Figuren zu schaffen, nicht mal eine negative.
Das Buch ist gut geschrieben, hat teils sehr schön detaillierte Schilderungen, aber mir fehlte echt der rote Faden hindurch.

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Veröffentlicht am 08.01.2024

Ein eher ruhiges Buch, gut erzählt

Die Hexen von Cleftwater
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"Die Hexe von Cleftwater" von Margaret Meyer ist ein Roman, der uns ins Jahr 1645 nach East Anglia führt. In das kleine Dorf Cleftwater, in dem auch Martha als Familienvertraute, Hebamme, Kräuterfrau und ...

"Die Hexe von Cleftwater" von Margaret Meyer ist ein Roman, der uns ins Jahr 1645 nach East Anglia führt. In das kleine Dorf Cleftwater, in dem auch Martha als Familienvertraute, Hebamme, Kräuterfrau und Hausgehilfin lebt.
Ein ganz normaler kleiner Ort, die Menschen haben nicht viel, bis mit Silas Makepeace ein Hexenjäger im Ort erscheint und Cleftwater plötzlich ein Ort voller Hexen ist.
Auch Prissy, ein Schützling Marthas und noch eine Freundin von ihr werden der Hexerei angeklagt und eingesperrt und Verhör und Folter unterzogen, bis gestanden wird.
Martha soll helfen, Hexenmale suchen und Hexen zu identifizieren, Martha will helfen, den Frauen zu ihrer Freiheit. Dabei ist sie sehr schnell in Gefahr, mit ihrer Stummheit und ihren Kräutern und einem kleinen Atzmann aus Wachs. Wahrscheinlich kommt sie der Vorstellung einer Hexe selbst am nächsten.
Die Geschichte erleben wir aus der Sicht von Martha, die versucht zu schützen und zu helfen und das Gute in jedem Menschen sucht. Erschreckend schnell sind hier Frauen angeklagt, aus nichtigen Gründen und erschreckend schnell wenden sich auch Freunde und Angehörige ab. Man kann so richtig mitverfolgen, wie die Frauen in einer Welt der Männer erniedrigt, beschimpft und aller Rechte beraubt werden. Es ist so gut beschrieben, dass man selbst erschaudert, wie schnell jemand verunglimpft werden kann.
Gut gefallen mir hier die historischen Tatsachen, die eingeflossen sind und auch die genauen Beschreibungen der Lebensumstände in dieser Zeit. Es wird nichts beschönigt, die Wirkung von Hass und einer aufgehetzten Meute gut dargestellt. Dieser Roman macht wirklich nachdenklich, wütend und man kann noch immer um die vielen verlorenen Frauen trauern, die einfach nur zur falschen Zeit am falschen Ort gelebt haben.

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Veröffentlicht am 03.01.2024

Komplexer Aufbau

Faule Äpfel
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"Faule Äpfel" von Helmut Jäger ist schon der dritte Fall in der Reihe um den Ermittler Carl Sopran und der zweite, bei dem ich ihn bei seinen Ermittlungen begleite. Für das Verständnis ist das nicht notwendig, ...

"Faule Äpfel" von Helmut Jäger ist schon der dritte Fall in der Reihe um den Ermittler Carl Sopran und der zweite, bei dem ich ihn bei seinen Ermittlungen begleite. Für das Verständnis ist das nicht notwendig, der Fall ist in sich abgeschlossen, nur die Entwicklungen der Protagonisten werden fortgeführt.
Eigentlich möchte Sopran wieder als Journalist arbeiten und dann rutscht er doch wieder, eher ungewollt und zufällig, in eine Ermittlung, die weite Kreise zieht.
Bei Francesca, einer guten Freundin Soprans, kommt ein Päckchen nicht an und dann findet er darin Drogen und dafür bleibt der Paketbote verschollen. Ein anderer Paketbote transportiert Äpfel und auch dort gibt es fragwürdige Zuladungen. Carl Sopran verfolgt Lieferfahrzeuge und gräbt tiefer und die Sache wird dadurch immer verwickelter.
Mir gefallen hier die komplexen Zusammenhänge, die verschiedenen Erzählstränge und der langsame, gemächliche Anstieg der Spannung. Man hat hier viel Zeit, sich selber Gedanken zu machen. Wer schnelle Action sucht, ist bei diesem Krimi nicht richtig.
Hier wird sehr gekonnt eine verwickelte Geschichte erzählt, die es mit der Auflösung dann doch schafft mich zu überraschen. Und natürlich gerät Sopran auch wieder in Gefahr und eine hochbrisante Situation.
Ich freue mich schon sehr auf weitere Abenteuer mit dem Freizeit-Ermittler.

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Veröffentlicht am 03.01.2024

Treffende Gedankenspiele

Haltestellenprosa
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"Haltestellenprosa" von Jan C. Behmann ist eine Textsammlung in kleinem Format, die es aber gewaltig in sich hat. Das Buch kann und sollte einen unterwegs begleiten und immer mal wieder für einen kurzen ...

"Haltestellenprosa" von Jan C. Behmann ist eine Textsammlung in kleinem Format, die es aber gewaltig in sich hat. Das Buch kann und sollte einen unterwegs begleiten und immer mal wieder für einen kurzen Text zur Hand genommen werden.
Genau so habe ich das Buch gelesen, Text für Text, in kleinen Häppchen. Versammelt sind hier Geschichten und Geschichtchen, Gedichte und auch nur einzelne Zeilen.
Gemeinsam ist allen diesen Texten, dass sie zum nachdenken anregen, auf die eine oder andere Weise, manchmal halten sie einem fast schmerzhaft einen Spiegel vor die Nase.
Viele Themen des Lebens werden berührt und angesprochen, wichtige und auch oft wenig beachtete. Ich konnte aus diesen Texten viel für mich mitnehmen und werde sie sicher noch manches Mal zur Hand nehmen.
Auch die Protagonisten aus den anderen Büchern des Autors machen Lust darauf dort mal tiefer einzutauchen und sie besser kennenzulernen.

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Veröffentlicht am 03.01.2024

Für mich etwas unverständlich

Glitsch
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"Glitsch" von Adam Schwarz ist ein Roman, der mich am Ende etwas ratlos und zwiegespalten zurücklässt.
Ich habe den Protagonisten, Léon Portmann, gerne bei seiner Reise mit einem Kreuzfahrtschiff begleitet. ...

"Glitsch" von Adam Schwarz ist ein Roman, der mich am Ende etwas ratlos und zwiegespalten zurücklässt.
Ich habe den Protagonisten, Léon Portmann, gerne bei seiner Reise mit einem Kreuzfahrtschiff begleitet. Dabei konnte man ihn dabei beobachten, wie erst seine Freundin auf dem Schiff und er selbst dann irgendwie aus seinem eigenen Leben entschwand.
Er sucht seine Freundin Kathrin und verliert ganz nach und nach seine eigene Identität, fast so als wäre er ein blinder Passagier. Dabei gerät er immer tiefer ins Schiff, aber auch immer mehr ins philosophieren.
Derweil Léon obsessiv ein altes Videospiel zockt, als gelte es damit die Welt zu retten, gehen um ihn her seltsame Dinge vor, als gebe es Verschiebungen in der Realität oder auch nur in seiner Wahrnehmung.
Ich habe das Buch gerne gelesen, obwohl es teils langatmige Passagen gab, habe aber bis zum Ende nicht ganz durchschaut, worauf der Autor mit seiner Erzählung hinaus will.
Ich tue mich hier mit einer Bewertung sehr schwer, für den einen wird es ein großartiges Buch sein, für den nächsten entstehen vielleicht mehr Fragen als zuvor, wie es bei mir war.

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