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Veröffentlicht am 11.04.2023

Das Leben findet seinen Weg

Die Reise deines Lebens 1 - Wien
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"Die Reise deines Lebens: 1 - Wien" von Jule Pieper ist eine unterhaltsame Geschichte, aber gleichzeitig auch ein Ratgeber zu Belangen des Lebens und dem Sinn, den man ihm gibt.
Betty langweilt sich in ...

"Die Reise deines Lebens: 1 - Wien" von Jule Pieper ist eine unterhaltsame Geschichte, aber gleichzeitig auch ein Ratgeber zu Belangen des Lebens und dem Sinn, den man ihm gibt.
Betty langweilt sich in ihrem Leben, obwohl es ihr nicht so richtig bewußt ist. Sie hat eine erfüllende Arbeit, einen Freundeskreis und viel nervlichen Stress mit ihrer Mutter. Wie langweilig das alles in Wirklichkeit ist, wird ihr aber erst bewußt, als sie ungewollt in einen falschen Zug steigt und nicht mal ihr Handy dabei hat.
Schon in der Bahn lernt sie Personen kennen, die ihr viel zu sagen und zu geben haben, sie ist aufmerksam und schafft es nach und nach auch anzunehmen, was ihr geboten wird. So lässt sie es darauf ankommen und fährt nach Wien, diesem zufälligen Ziel.
Da sie sich darauf einlässt, passiert ihr auf ihrer Reise und auch in Wien selber viel Gutes. Sie lernt sehr viele neue Menschen kennen, die ihr wichtig und vertraut werden und sie findet etwas, an dass sie nicht mehr glaubte.
Sie nimmt sich Zeit ihr Leben zu reflektieren und zieht auch Lehren und Schlussfolgerungen aus dem Erlebten. Daraus bildet sie eine Art Tagebuch, hier kommt dann doch der Ratgeber-Charakter stärker zum Vorschein und wiederholt die Leitthemen für die Lesenden.
Betty ist mir sehr sympathisch und schafft es, mir mit ihrer erfrischenden und natürlichen Art einige Tipps mit auf meinen eigenen Weg zu geben. Auch die Geschichte selber mag ich sehr und die vielen Charaktere, die man hier kennenlernen darf.
Stellenweise ist mir der Ratgeberstil etwas zu viel, aber ich habe das Buch sehr gerne gelesen und würde mich freuen mit Betty auch noch weitere Fahrten und Abenteuer erleben zu dürfen. Für mich selber habe ich auch so einiges mitnehmen dürfen.

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Veröffentlicht am 11.04.2023

Was ist Heimat für ein Gefühl

Wodka mit Grasgeschmack
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"Wodka mit Grasgeschmack" von Markus Mittmann ist die Geschichte einer Suche, einer Reise zu den eigenen Wurzeln, in die Vergangenheit und es ist doch auch ein ganz wunderbares Leseerlebnis.
Eine Familie, ...

"Wodka mit Grasgeschmack" von Markus Mittmann ist die Geschichte einer Suche, einer Reise zu den eigenen Wurzeln, in die Vergangenheit und es ist doch auch ein ganz wunderbares Leseerlebnis.
Eine Familie, die beiden erwachsenen Söhne mit ihren Eltern, sitzen gemeinsam in einem VW-Beetle und fahren Richtung Osten. Sie begeben sich auf eine Spurensuche zu den Orten und Erinnerungen ihrer Eltern aus deren Kindheit und finden dabei soviel mehr.
Auch als Leser findet man hier soviel mehr, als man erwartet hat, zumindest ging es mir so. Es war eine Reise in die Geschichte, Geschichte, die unsere Eltern und Großeltern so erlebt haben und über die es ihnen noch heute schwer fällt, zu reden. Der Autor findet hier genau den richtigen Rahmen , um diese Geschichte zu erzählen, eingebettet in ein modernes Roadmovie, er geht dabei sehr sensibel und voller Mitgefühl vor.
Wir reisen nach Polen, Schlesien, da wo die Eltern einst Kinder waren und glücklich und an das sie schöne Erinnerungen haben, aber auch ganz andere. Erinnerungen an den Krieg, die Vertreibung, Tote am Wegrand, Erschießungen, Hunger und Kälte, Heimatlosigkeit, Angst. Erinnerungen, die verdrängt und weggesperrt wurden. Aber auch Erinnerungen an Liebe und Güte, Hilfe, Heimat, an Menschen, die menschlich blieben und halfen. Nach und nach kommen diese Erinnerungen hervor und genauso werden sie hier erzählt.
Manchmal wirkt das wirr und durcheinander, ist es aber nicht, es ist der Lauf der Gedanken und Gefühle, die sich nach und nach bilden und weiter entwickeln.
Zwischendurch hatte ich Angst, wie es den Eltern damit geht, es zuzulassen, aber es wurde alles sehr behutsam angegangen. Für den Leser ist das trotzdem eine Wucht, gerade weil der Autor sehr bildhaft beschreiben kann.
Das Buch hilft Eigenheiten dieser Generation zu verstehen, Eigenheiten, die man teils selber übernommen hat und sich fragte, woher sie stammen. Auf viele dieser Fragen gibt es hier Antworten, für die Protagonisten und auch die Leser.
"Früher dachte ich, die Vergangenheit kann Nachgeborene nicht verletzen, dass Zeit eine Schutzschicht bildet und alles in ungefährliche Erinnerungen verwandelt. Heute weiß ich, keine schwere Zeit ist vorbei, nur weil sie vergangen ist. Der Phantomschmerz hat immer das letzte Wort."

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Veröffentlicht am 11.04.2023

Bücher können zaubern

Die Büchermagier
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"Die Büchermagier" von Robert Preis ist ein Jugendbuch voller Magie für alle Liebhaber von Büchern.
Kajetan ist ein Sechszehnjähriger, der sich plötzlich alleine in der Buchhandlung seiner Eltern wiederfindet ...

"Die Büchermagier" von Robert Preis ist ein Jugendbuch voller Magie für alle Liebhaber von Büchern.
Kajetan ist ein Sechszehnjähriger, der sich plötzlich alleine in der Buchhandlung seiner Eltern wiederfindet und die volle Verantwortung hat. Seine Mutter ist schon vor einiger Zeit verschwunden und jetzt ist auch noch sein Vater weg. Dann bekommt er auch noch Besuch von Rotkäppchen und dem Wolf. Das Mädchen spricht in Rätseln und irgendwie bleibt dann Grimm, ihr Hund, bei Kajetan zurück, der Hunde so gar nicht mag.
Das Mädchen hat Post für seinen Vater, aber bei diesem findet er auch nur einen Brief, der mehr Fragen aufwirft, als klärt und schneller als er darüber nachdenken kann, steckt er schon mitten in einem turbulenten Abenteuer und fährt mit einem alten Auto, an seiner Seite nur Grimm, durch einen dunklen Wald. Alles sehr märchenhaft und voller Anspielungen.
Mir tat Kajetan oftmals wirklich leid, denn der stille, introvertierte Junge ist wirklich einer, der von Abenteuern lieber liest als sie erlebt. Er glaubt nicht wirklich an seine eigene Kraft, bis er sie dann erlebt und er sich auch sehr gut anpasst und weiter entwickelt.
Ich hatte sehr viel Spaß an diesem Urban-Fantasy-Buch, dass sich vieler alter Märchen, Sagen und Legenden bedient und sie zum Leben erweckt. Es gab hier eine ganze Menge skurriler Einfälle und oft kam auch der Humor nicht zu kurz.
Alles ist mit sehr anschaulichen, fast poetischen Worten beschrieben, aber auch der Actionanteil kommt nicht zu kurz. Sehr amüsant fand ich auch einige Begriffe aus der österreichischen Mundart, die ich erst nachschlagen musste.
Kajetan und viele der verrückten Figuren sind mir richtig ans Herz gewachsen, ich hatte sehr viel Spaß beim lesen und würde mich sehr über eine Fortsetzung in diesem Universum freuen.

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Veröffentlicht am 11.04.2023

Die Fortsetzung ist eine Steigerung

Feuerblut - Die Reise zum Frostpalast
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"Feuerblut - Die Reise zum Frostpalast" von Aisling Fowler ist schon der zweite Teil einer Reihe von Abenteuern voller Fantasie. Ich habe den ersten gelesen und würde das auch jedem empfehlen. Der erste ...

"Feuerblut - Die Reise zum Frostpalast" von Aisling Fowler ist schon der zweite Teil einer Reihe von Abenteuern voller Fantasie. Ich habe den ersten gelesen und würde das auch jedem empfehlen. Der erste Band ist genauso gut wie der zweite und das Verständnis für die Handlung wird dann um einiges besser.
Im Mittelpunkt stehen wieder Phönix und ihre Freunde, die Jagdlinge, die nachdem ihre Loge ja komplett zerstört ist, jetzt in den Eispalast gerufen werden, um den Hexen Beistand zu leisten.
Die Jugendlichen zweifeln zwar noch daran, ob sie dazu in der Lage sind, stürzen sich aber trotzdem voller Mut und Zuversicht in ihr nächstes Abenteuer. Die Welt aus Eis und das Leben der Hexen wird sehr schön und anschaulich geschildert und im weiteren Verlauf treffen wir hier auch auf altbekannte Widersacher, aber auch auf Verbündete der Jagdlinge.
Die Abenteuer und Kämpfe sind sehr spannend geschildert, am liebsten würde man das Buch in einem Rutsch lesen, aber auch die Entwicklung der Jugendlichen und ihre Freundschaft untereinander kommt nicht zu kurz.
Für mich ist das ein sehr gelungenes Fantasyabenteuer mit starken Helden und Heldinnen, finsteren und mächtigen Gegnern, bizarren Kreaturen und vielem, was das Fantasyherz höher schlagen lässt.
Viel mehr lässt sich auch gar nicht sagen, ohne den ersten Teil zu spoilern, jedenfalls endet die Geschichte mit einem mächtigen Cliffhanger und ich warte jetzt sehnsüchtig auf den nächsten Teil.

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Veröffentlicht am 11.04.2023

Gewalt und Schmerz

Corregidora
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"Corregidora" von Gayl Jones ist ein Buch über Gewalt, über Missbrauch und Sklaverei, über Selbstbestimmung, Rassismus und auch über die Rolle der Frau.
Im Mittelpunkt des Geschehens steht Ursa, aber auch ...

"Corregidora" von Gayl Jones ist ein Buch über Gewalt, über Missbrauch und Sklaverei, über Selbstbestimmung, Rassismus und auch über die Rolle der Frau.
Im Mittelpunkt des Geschehens steht Ursa, aber auch die Generationen von Frauen vor ihr, die in Sklaverei lebten und teilweise von dem selben Mann, Corrergidora, missbraucht und sogar gezeugt wurden. Die Sklaverei ist vorüber und soll in den Köpfen der Frauen weiterleben, um das Unrecht und die Schmach nicht vergessen zu machen, und so von Generation zu Generation weitergegeben.
Ursa ist jetzt die letzte, sie wird keine Generationen mehr machen, da sie einen Unfall erleidet und ihr Kind verliert, weitere sind ihr nicht möglich. Ursache hier ist Gewalt, denn auch Ursa erlebt in ihrem Leben, in ihrem nächsten Umfeld, Gewalt.
Sie ist eine Sängerin, eine selbstständige und vernünftig denkende Frau und dennoch gelingt es auch ihr nicht, aus diesem Kreislauf auszubrechen. Es ist eine kraftvolle Geschichte, mit einer tiefen Aussage.
Ich hadere bei diesem Buch mit der Schreibweise, auch der Struktur. Hier wird über Gewalt berichtet, das ist richtig, auch über Sex und auch Vergewaltigung. Die Worte, die hier benutzt werden, zeigen diese Gewalt, es ist fast Gewalt dem Leser gegenüber und es zeigt auch Wirkung. Leider konnte ich dadurch immer nur kurze Passagen am Stück lesen, ehe es mir zu schwer zu ertragen wurde. Das sollte man wissen, ehe man das Buch liest, es ist kein Unterhaltungsroman, es geht unter die Haut.

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