Sehr zäh
Die PuppeDer Geist der psychiatrischen Klinik Beechway in Bristol scheint erneut sein Unwesen zu treiben, denn Klinikbewohnerin Zelda Lornton wird tot aufgefunden. Doch AJ, angestellter Pfleger, ist sich sicher, ...
Der Geist der psychiatrischen Klinik Beechway in Bristol scheint erneut sein Unwesen zu treiben, denn Klinikbewohnerin Zelda Lornton wird tot aufgefunden. Doch AJ, angestellter Pfleger, ist sich sicher, dass kein Geist hinter all dem steckt, sondern ein weiterer Bewohner nahmens Isaac Handel, der mit vielen inneren Dämonen zu kämpfen hat. Obwohl Isaac psychisch schwer krank ist, wird er kurz darauf unerwartet entlassen. Und das, obwohl er einst seine Eltern auf bestialische Weise ermordete und übel zurichtete. Kaum ist Isaac entlassen, ist er unauffindbar. Nutzt er die Deckung, um erneut zuzuschlagen?
Die Geschichte wird aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Mal übernehmen die Klinikbewohner, einzelne Ermittler:innen, die Klinikleiterin, doch meistens nimmt der:die Leser:in die Perspektive von AJ ein. Ebenso gibt es Zeitsprünge, um die Hintergründe von einigen Charakteren besser verstehen zu können und das große Ganze im Blick zu haben.
Bis auf AJ bleiben alle übrigen Charaktere relativ blass, was vollkommen fein ist, da ich sie nur als Wegbegleiter:innen in der Geschichte gesehen habe. AJ hingegen ist einigermaßen rund erzählt und handelt in meinen Augen die meiste Zeit sehr nachvollziehbar und authentisch. Gern hätte ich über den einen oder anderen Charakter mehr erfahren. Zum Beispiel fand ich Isaac unfassbar faszinierend, da seine Passagen oft Einblicke in die Psyche eines labilen Menschen bzw. Psychiatriebewohner gaben.
An sich zog sich die Geschichte leider unfassbar in die Länge und ich war häufiger am Überlegen, das Buch abzubrechen. Die vielen Handlungsstränge, die zwar am Ende verwoben wurden, mich jedoch anfangs relativ ablenkten und der Geschichte nicht wirklich guttaten. Zwischendrin zog die Spannung dann wieder ein wenig an, weswegen ich mich dann doch bis zum Ende durchzwang. Ab dem letzten Drittel lohnt sich die Geschichte in meinen Augen dann schon mehr, aber es war wirklich ein Kampf, sich durch die ersten zwei Drittel zu motivieren.
Ein Buch mit einer eigentlich guten Geschichte, aber leider haperte es relativ stark an der Umsetzung.